Israel kritisiert deutschen Außenminister hart wegen „unredlichem Umschreiben“ von Anne Franks Vermächtnis

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 13. Juni 2019

Fotos von Anne Frank im Museum Anne-Frank-Hause in Amsterdam, Niederlande, 21. November 2018 (Foto: REUTERS/Eva Plevier)

Deutschlands Außenministerium feierte im Februar die iranische Revolution in der Botschaft Teherans in Berlin.

Emmanuel Nahschon, Sprecher des israelischen Außenministeriums, gab eine kraftvolle Erklärung gegen den deutschen Außenminister Heiko Maas ab, weil der es durch Fehlinterpretation des Vermächtnisses von Anne Frank versäumt die Lektionen des Holocaust zu internalisieren.

Nahschon, einer der erfahrensten Diplomaten, schrieb auf twitter: „Anne Franks Tagebuch ist KEINE Warnung vor wischiwaschi-pseudouniversalen Werten! Anne Franks Vermächtnis ist eine Warnung vor dem Hass und der Verfolgung von JUDEN. Der Versuch ‚Lektionen der Schoah [Holocaust] zu universalisieren, ist nichts anderes als eine unlautere Umschreibung der Geschichte‘.“

Nahschons Tweet vom Mittwoch war eine Reaktion auf einen Tweet des deutschen Außenministeriums, geschrieben zu Ehren von dem, was Anne Franks 90. Geburtstag gewesen wäre. „Außenminister Heiko Maas: #AnneFrank wäre heute 90 geworden“, schrieb das Außenministerium. „Ihr Tagebuch ist heute wichtiger als je zuvor als Warnung vor Diskriminierung, Marginalisierung und Verfolgung und als Symbol der Menschlichkeit. Wir können von ihr lernen.“

Nahschon hat als stellvertretender Missionschef in Israels Botschaft in Deutschland gedient und wird nächster Botschafter Israels in Belgien sein.

Maas kam diese Woche gerade erst von einem Treffen mit den Führern des Regimes im Iran zurück; dabei traf er auch Außenminister Mohammed Javad Zarif. Maas, der sagte, er sei „wegen Auschwitz“ in die Politik gegangen, arbeitet daran einen Finanzmechanismus in Gang zu bringen, der US-Sanktionen gegen das klerikale Regime in Teheran umgeht.

Der Iran wird von Antisemitismus-Experten als führender internationaler Staatssponsor von Holocaust-Leugnung und Antisemitismus betrachtet. Das US-Außenministerium klassifizierte die Islamische Republik Iran als Top-Staatssponsor von Terrorismus.

Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Dekan des Simon Wiesenthal Center, sagte gegenüber der Jerusalem Post: „Warum diese Verzweiflung Deutschlands die serienlügenden Möchtegern-Tyrannen in Teheran zu retten? Es ist Zeit friedliche Sanktionen zu nutzen, um Tyrannen Paroli zu bieten und für das Volk des Iran einzustehen.“

Maas‘ Außenministerium feierte im Februar Irans Revolution in Teherans Botschaft in Berlin. Maas‘ Staatssekretär Niels Annen hat gesagt, Deutschland werde die Hisbollah nicht als Ganzes ächten; die Hisbollah ist der Haupt-Erfüllungsgehilfe des iranischen Regimes. Nach Angaben eines deutschen Geheimdienstberichts aus Niedersachsen hat sie in Deutschland 1.050 Agenten.

Deutschlands Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier twitterte ebenfalls zu Frank: „#AnneFrank könnte heute immer noch leben, könnte Kinder, Enkel & Urenkel haben. Doch sie wurde durch die Ermordung und Auslöschung der Juden um Jugend, Leben und Alter, um Freunde und Leid betrogen. Ihr bleibendes Vermächtnis: Nie wieder! und: Wehret den Anfängen!“

Altmaier hat tatkräftig daran gearbeitet die Geschäfte mit dem iranischen Regime anzukurbeln und es abgelehnt Anfragen der Post zu seiner pro-iranischen Geschäftspolitik und wie das mit Deutschlands Politik der Gewährleistung der Sicherheit Israels und des Kampfs gegen Antisemitismus zusammenpasst zu beantworten. Merkel sagte Israels Knesset 2008, dass Israels Sicherheit für ihre Regierung „nicht verhandelbar“ sei.

Deutschlands Außenminister Heiko Maas beantwortete eine Anfrage der Post bisher nicht.

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