Israelis und Juden allgemein betreiben keine „Aneignungen“

Dani Ishai Behan, The Times of Israel blogs, 23. Juni 2019

Richtig israelisches Hummus

Währen die „Debatte“ über Israels Legitmität westliche Universitäten und Medien durchdringt, pendelt israelische Kultur regelmäßig durch das Rampenlicht, mal hinein, mal wieder hinaus. Insbesondere Streit darum, welch Aspekte der israelischen Kultur – besonders israelischer Küche – „authentisch“ israelisch sind (Tipp: kommt es aus dem Nahen Osten, dann ist es „offensichtlich nicht israelisch“) sind zu einer der am meisten umkämpften Fronten des gesamten antizionistischen Krieges gegen jüdische Rechte geworden.

Begleitend zu dem Narrativ, das zionistische Rückkehrer in Israel/Palästina „Siedler-Kolonisatoren“ sind, die arabisches Land „stahlen“, erheben Antisemiten den Vorwurf, Israelis und Diaspora-Juden würden gleichermaßen arabische Kultur „stehlen“, in der Hoffnung aus eine erstunkene und erlogene überzeugende Geschichte von jüdischer Indigenität zu weben. Das ist etwas Erdichtetes, das darauf abzielt Juden ihr eigenes kulturelles Erbe, ihre Identität, ihr Volkstum und schließlich ihr Land zu rauben.

Es bleibt jedoch die Tatsache, dass das meiste – wenn nicht alles – dessen, das uns „anzueignen“ die palästinensischen Araber uns beschuldigen, überhaupt nicht „palästinensisch“ ist. In Wirklichkeit ist das seit biblischen Zeiten Teil jüdischer Kultur gewesen, lange vor der arabischen Eroberung der Levante – und damit vor jeglichem palästinensischem Anspruch auf exklusive palästinensische Besitzrechte daran. Da diese Vorwürfe dazu tendieren ausschließlich an aschkenasische Israelis zu gehen – die ironischerweise als „weiße europäische Siedler“ diffamiert werden – werde ich mich nicht auf den Anspruch der Mizrahis an diesen Dingen konzentrieren, sondern auf die weiter gefassten jüdischen.

Hummus und  Pita – Hummus ist ein beliebter Aufstrich aus Kichererbsen, der überall in der Levante gegessen wird, während Pita eine Art Fladenbrot ist – hergestellt aus ungesäuertem oder nur leicht gesäuertem Brot – das oft verwendet wird, um Wraps/Sandwiches zu machen. Beide werden in der Thora erwähnt, einem jüdischen Text, der im 6. Jahrhundert v.Chr. geschrieben wurde und damit weit älter ist als die arabische Besetzung Israels.

Das gute, alte israelische Hummus

Eine direkte Übersetzung von Ruth 2,14 ins Deutsche gibt das hier: „Und Boaz sagte ihr, als die Zeit für das Essen kam: ‚Komm her und iss das Brot und tunke dein Stück Brot in den Essig.‘“

Besonders beachtenswert sind hier die Worte, die für Essig (hamitz oder hometz) und Brotstück (pat/pittek) verwendet werden. Der hebräische Begriff „homet/hamitz“ klingt praktisch genauso wie der moderne arabische Begriff „hummus“ und wie das moderne hebräische Wort „himtza“, was „Kirchererbsen“ bedeutet. Es ist unwahrscheinlich, dass hamitz oder hometz tatsächlich „Essig“ bedeutet, da Essig kein Dip ist. Der arabische Begriff „hummus“ ist höchstwahrscheinlich nur eine bastardisierte Version des hebräischen Wortes für Kichererbsen.

Ein köstliches pita-Sandwich

Darüber hinaus geht der Anbau von Kichererbsen in der Levante bis in die Bronzezeit zurück und Kichererbsen wurden im antiken Israel als Hauptquelle für Protein angesehen. Sie sind auch an israelitischen Stätten der Eisenzeit gefunden worden.

Das hebräische Wort „pat“ oder „pittek“ bedeutet eigentlich „ein Stück Brot“. Auf Aramäisch, einer Sprache, die mit dem Hebräischen sehr eng verwandt ist (und in der Spätantike sogar von den meisten Juden gesprochen wurde) bedeutet „pat“ „Pita“. Die Enzyklopädie des jüdischen Essens, geschrieben von Gil Marks, erwähnt zudem pita-artiges Fladenbrot, das im antiken Israel sowohl gegessen als auch zum Kochen verwendet wurde.

Mit anderen Worten: Aus diesen Texten geht klar hervor, dass die Juden Hummus und Pita in biblischen Zeiten gut genug kannten, um eine schriftliche Aufzeichnung darüber zu haben. Das bedeutet, dass diese Lebensmittel gar nicht palästinensisch-arabischer Herkunft sein können, da diese Ereignisse sich mindestens 1.000 Jahre vor der arabischen Eroberung der Levante ereigneten. Es sollte also selbstverständlich sein, dass die Vorstellung, niemand in Israel hätte vor dem Auftauchen der Araber Kichererbsen oder Fladenbrot gegessen, komplett lächerlich ist.

Linsensuppe – oder auf Hebräisch „nezid“/“meraq adashim“. Wie der Name nahe legt, handelt es sich um eine Suppe, die aus Linsen gemacht wird. Andere übliche Zutaten sind Bohnen, Erbsen und etwas Fleisch. Wie bei Hummus und Pita wird Linsensuppe in der Thora erwähnt, insbesondere in 1. Mose 25,29-34.

Nezid a.k.a. Linsensuppe

“Und Esau sagte zu Jakob: ‚Bitte gib mir etwas von dem Roten … Darauf gab Jakob dem Esau Brot und Linsensuppe.“

Ebenso haben Archäologen und Nicht-Bibel-Historiker die Existenz von Linsensuppe und Haferbrei im antiken Israel bestätigt.

Halva – Obwohl die genaue Herkunft von Halva immer noch diskutiert wird, gibt es ausreichend Beweise, dass Juden seit biblischen Zeiten levantinisches Halva gegessen haben. Diese Version wird aus Tahini gemacht, einer Art gemahlener Sesampaste, die angeblich von den antiken Persern entweder während oder kurz nach dem babylonischen Exil in Israel eingeführt wurde, obwohl es Sesam und Honig (die Hauptzutaten für Halva) seit der Natufianischen Zeit in Israel gibt. Das babylonische Exil geht der arabischen Eroberung um mehr als 1.000 Jahre voraus, während die natufianische Zeit den arabischen Invasionen um 9.000 bis 10.000 Jahre vorausgeht, also ist Halva offensichtlich kein arabisches Essen. Nach Angaben von Archäologen wurde Sesam in „kuchenartiger Form“ (Halwa) von Juden im antiken Israel gegessen. Einige Forscher haben sogar die Theorie aufgestellt, dass levantinisches Halva tatsächlich das in der Thora erwähnte, legendäre Manna ist. Es können auch andere mögliche Zutaten (z.B. Pistazien) zugegeben werden.

Israelisches Halva mit Pistazien

Es wird auf Grundlage der Etymologie des Wortes „Halva“ (Arabisch für „süß“) und der Tatsache, dass die frühester aufgezeichnete Erwähnung von Halva in einem ägyptischen Kochbuch des 13. Jahrhunderts  allgemein angenommen, dass Halva ein arabisches Essen sit. Diese Ansicht ist aus einer Reihe von Gründen falsch. Einmal bildet gemahlenes Sesam (tahini) die Grundlage für das israelische Halva. Obwohl Sesam in der Levante und Mesopotamien heimisch ist, wächst es nicht auf der Arabischen Halbinsel (da die Umwelt dort zu trocken ist ein solches Getreide zu tragen). Darüber hinaus wird gemahlenes Sesam in antiken mesopotamischen Texten erwähnt, die mindestens 3.000 Jahre zurückgehen (in eine Zeit, in der Israel und Mesopotamien eng verbunden waren), daher kam der Entwurf nicht in Arabien aufkommen. Wie bei Hummus und Pita ist die Vorstellung, dass niemand in der Levante vor Ankunft der Araber Tahini aß, lächerlich.

Zweitens ist Halva levantinischer Art offenbar alt genug um von aschkenasischen Juden in Europa mehr als 1.000 Jahre lang gegessen worden zu sein, selbst in Gegenden, die nie von den Arabern oder den Osmanen angetastet wurden. Drittens, ,und das ist am wichtigsten, war es üblich, dass arabische Kolonisatoren Essen, Kleidungsstücken, Instrumenten und sogar Städten, die von indigenen Völkern erobert wurden, arabische Namen zu geben. Die Tatsache,, dass Halva ein arabisches Wort ist, bedeutet keinesfalls exklusiven Nachweise oder Belegt arabischer Herkunft. Wenn überhaupt, dann stimmt das mit dem Muster arabischer Kolonisation und Aneignung indigener Kutluren überein.

Die wahrscheinlichste Erklärung lautet, dass levantinisches Halva ein indigenes (wenn auch persisch beeinflusstes), südlevantinisches Essen ist, das von Juden seit der Antike gegessen wurde, aber einen arabischen Nahmen hatte, der ihm während oder nach den arabischen Eroberungen aufgepfropft wurde.

Za’atar und andere nahöstliche Gewürze – Za’atarist das arabische Wort für „ezob“, ein indigenes Kraut Israels. Ezob ist Hebräisch für „Ysop“ und wird sowohl in der Thora als aucah der Mischnah erwähnt, wo es als Gewürz und Mittel zu ritueller Reinigung beschrieben wird. Dieses Kraut wird regelmäßig mit Sesam (das wiederum nicht auf der Arabischen Halbinsel wächst), sumac (das aus Südeuropa kommt) und Salz (das leicht aus dem Toten Meer gewonnen wurde) gemischt. Von anderen beleibten nahöstlichen Gewürzen wie Safran, Koriander, Myrrhe, Ingwer, Pfeffer und Thymian ist bekannt, dass sie im antiken Israel verwendet wurden, obwohl einige davon aus Arabien Ägypten, Afrika, Griechenland, Indien und China importiert werden mussten.

Za‘atar

Turbane und Gewänder – Turbane werden im Alten Testament mindestens elfmal als miznefet (d.h. „wickeln“) erwähnt, hauptsächlich im 2. Buch Mose, 3. Mose (Leviticus = Latein für „Levi“) und Hesekiel. Wie wurden sowohl von gewöhnlichen Leuten als auch von Priestern getragen, obwohl die Turane der Priester anders waren als die von einfachen Bürgern. Der Hohepriester Israels trug eine Turban, der viel größer war als die der anderen Priester; er war so gewickelt, dass er eine breite, oben flache Form hatte, die an die Blüte einer Pflanze erinnerte. Die Priesterkrone (hebräisch: „tzitz“, was „Blüte“ oder „Blume“ bedeutet) wurde am Turban mit Hilfe von zwei blauen Kordeln angebracht: Eine verlief über den oberen Kopf und die andere entlang der Seiten des Kopfes auf Ohrhöhe.

Ja, ich weiß, das sind Samaritaner, aber ich konnte nichts anderes finden, keinem Copyright unterlag. Und ich schätze, es ist auch nahe genug dran.

Darüber hinaus sind Juden im mittelalterlichen Europa (z.B. im 13./14. Jahrhundert der aschkenasische Rabbiner Gersonides) dafür bekannt Turbane getragen zu haben. Mindestens bis sie in Europas Kleiderordnung verboten wurden.

Gewänder werden in der Thora ebenfalls erwähnt und als „adderet“ bezeichnet. Sie werden als Symbol von Ruhm oder Reichtum gesehen und wurden auch von Priestern getragen. In viele Fällen ist das noch heute so.

Der aschenasische-jüdische Musiker Idan Raichel (rechts) trägt einen Turban und Rastalocken (mehr dazu unten).

Abaya – Auf Hebräisch die Sudara oder Sudra. Dabei handelt es sich um ein großes, quadratisches Stück Wollstoff, das diagonal in die Hälfte, zu einem Dreieck gefaltet wird. Man weiß, dass es von Juden im vorkolonialen (heißt:; vor-römischen und vor-arabischen) Israel getragen wurde.

Beispiel für eine Abaya.

Rastalocken/Afros – Rastalocken werden in den naziräischen Eiden auf die Thora erwähnt. Tatsächlich weiß man von der Rastafari-Gemeinschaft, dass sie tiefgehend vom Judentum beeinflusst ist und angeblich die Idee für die Rastalocken von den naziräischen Eiden herrührt. Daher ist die Vorstellung, dass wir Rastalocken „stehlen“, absurd.

Es geht noch weiter in aus den Angeln gehobenes Territorium, dass wir beschuldigt werden uns afrikanische Haargewebe anzueignen. Vor allem wird der „Jewfro“ von vielen als „Kulturelle Aneignung“ des Afro betrachtet, obwohl es selbstverständlich ist, dass wir keine Kontrolle über unsere eigenen Frisuren haben. Was wollsen sie von uns? Dass wir Glatzen tragen?

Hamas und anderer farbfroher Schmuck – Die Vorstellung, dass Juiden – aschenasische oder andere – uns farbenfrohen Schmuck „aneignen“, ist derart idiotisch, dass er sich im Grunde selbst widerlegt. Aber diese Anschuldigung ist trotzdem real und weit vom Unüblichen entfernt, also muss sie entkräftet werden.

Archäologen und Forscher bestätigen, dass von Juden im antiken Israel farbenfrohe Kleidung (vermutlich unter Einschluss von farbenfrohem Schmuck) getragen wurde. Ferner heißt es von den Phöniziern und Ägyptern dass sie viel zu unserem Schmuck und Architektur beigetragen und das selbst erstellt haben. Sehen Sie selbst.

Sieht nicht sonderlich anders aus als diese hier, nicht wahr?

Zeitgenössischer jüdischer Judaika-Laden
ein weiterer Judaika-Laden

Zu guter Letzt: Wir sind auch dafür bekannt Kleidung/Muster wie diese getragen zu haben. Die Muster sind ziemlich farbenfroh, oder?

Was die Hamsa angeht, so ist dieses Symbol gleichfalls viele Jahrtausende alt. Es ist alt genug, dass Aschkenasim sie mit nach Europa brachten, also ist es eindeutig nicht arabisch.

Yep. Auch das ist unsers. Sorry!

Oud-Musik – Obwohl sie (wahrscheinlich) nicht in Israel erfunden wurde, ist bekannt, dass Juden seit uralten Zeiten Oud-Musik gespielt haben. Tatsächlich ist as biblisch-hebräische Wort „ud“ dasselbe ist wie wie das arabische Wort „oud“ und beide haben dieselbe Bedeutung: „Holzstock“.

Allgemein gesagt: Auch wenn aschkenasische Musik oft europäische Instrumente einbezieht (weil das das war, was zur Verfügung stand), behält sie eine strikt nahöstliche Musikanwendung bei – vor allem in der Verwendung der Fünftonleiter. Ein Beispiel finden sie bei dieser chassidischen Volksmusik-Melodie.

Warum werden dann all die oben angeführten Speisen/Gegenstände/Bräuche heute als „arabisch“ betrachtet? Und warum wird jüdischen Rückkehrern nach Israel (insbesondere aschkenasischen Juden) vorgeworfen sich diese Dinge „anzueignen“, wenn ihre Präsenz in der jüdischen Kultur den arabischen Eroberungen lange vorausgehen? Denn wie die meisten Kolonialbevölkerungen nahmen die Araber einfach von den Völkern, die sie eroberten. Dazu gehören Essen, Musik und sogar Mathematik, wobei das gängiste Märchen, das sie schufen, unser Zahlensystem – oft „arabische Zahlen“ genannt – und die Algebra sind. Sie prägten das Wort, aber nicht das Thema.

Zusätzlich gibt es viele andere ausdrücklich jüdische Speisen, die ebenfalls in biblische Zeiten zurückverfolgt werden können. Sie werden heute noch gegessen, wenn auch zumeist in Israel.

Assassyot – Das sind aus Weizen, Granatäpfeln, Walnüssen, Salz und Honig hergestellte Kekse. Sie werden in der Thora erwähnt, besonders im Buch Esra.

Assassyot

Aschischim – gebratene Pfannkuchen mit Malven, Linsen, Datteln, Olivenöl, Zwiebeln, Granatäpfeln und einer Knoblauchzehe, die in Essig gepresst sind.

Aschischim

Levivot – Süße Kuchen aus Linsen, die die Grundlage für Latkes wurden. Ascheknasim hatten in der Diaspora keinen Zugang zu Linsen, deshalb wurden stattdessen Kartoffeln verwendet.

Levivot

Qali – Eine Art Popcorn aus Bulgur-Weizensamen. Die Samen werden gekocht, getrocknet, auf einer Platte ausgebreitet, ein paar Stunden zum Trocknen liegen gelassen, geröstet und dann mit Dattelhonig überzogen. Die Thora beschreibt auch hinzugefügten gedörrtem Mais, Rosinen und Feigen.

Qali

Matzen – Brot ohne Hefe. Es hat für Juden tiefe kulturelle Bedeutung und wird in erster Linie mit Pesach (Passah) in Verbindung gebracht. In der Diaspora wurden Matzen verwendet, um die Matzenkugel-Suppe zu erfinden.

Jüdischer Bäcker backt Matze-Brot

Challah – Ein Leib geflochtenes Brot, das aus Mehl, Hefe, Salz und einer riesigen Menge Eier. Ähnlich wie Matze hat Challah eine tiefe kulturelle Bedeutung und wird an jüdischen Feiertagen (außer Yom Kippur) und am Sabbat gegessen. Viele osteuropäische Länder übernahmen Challah  von den Juden, die unter ihnen lebten und entwickelte ihre eigenen Versionen.

Challah mit Sesamsamen

Kharoset – Eine süße, dunkelfarbige Paste aus Obst und Nüssen. Sie wird allgemein an Pesach gegessen.

Kharoset

Hillel Karikh – Auch bekannt als Hillel-Sandwich. Das sind zwei Scheiben Matze mit kleinen klein geschnittenem, gekochtem Ziegen-/Schaffleisch, Kharoset, Obst, Blattgemüse und Maror (bittere Kräuter).

Hillel Karikh

Salat Schiwat haMunnim – Ein Salat aus den 7 Früchten Israels: Weizen, Gerste, Weintrauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln.

Salat Schiwat haMunnim

Qde’irat – Ein Braten aus in Honig und Kräutern mariniertem Ziege- oder Schaffleisch, insbesondere Safran und Koriander.

Qde‘irat

Ktzitzot Khelmit – Eine Art Fleischklops, der aus Malven und manchmal Fleisch gemacht wird, sehr ähnlich den Falafel.

Ktzitzot Khelmit

Ugah – Ein Kuchen aus Hartweizengrieß, Solet, Pinienkernen, Kürbis und Rosinen.

Ugah-Kuchen

Lavan – Eine Art weißer Jogurt, dem die meiste seiner Molke entzogen wurde. Er ist im gesamten Mittelmeerraum beliebt und alternativ als „griechischer Jogurt“ oder „Labneh“ bekannt, was vom hebräischen Wort „lavan“ abgeleitet ist; „lavan“ bedeutet „weiß“.

Lavan

Zu guter Letzt ein kleiner Abschnitt zu Speisen, die nicht im antiken Israel gegessen wurden, sondern entweder von sephardischen/mizrahi-Juden erfunden oder von ihnen ins moderne Israel gebracht wurden.

Schakschuka – Ein Gericht aus Eiern, die in einer Soße aus Tomaten, Chilischoten und Knoblauch pochiert werdne, üblicherweise gewürzt mit Kreuzkümmel, Paprika, Cayennepfeffer und Muskat. Es wurde von sephardischen Juden in Nordafrika erfunden.

Falafel – Eine Speise koptischer Herkunft, die angeblich vor 1.000 Jahren erstmals erfunden wurde, als Ersatz für Fleisch in der Fastenzeit. Eine weitere Theorie lautet, dass sie bis zum pharaonischen Ägypten zurückzuverfolgen ist, von wo sie nördlich in die Levante zog. Wenn diese Theorie stimmt, dann wurde sie mit größter Gewissheit von den Vorfahren der heutigen Juden gegessen.

Schwarma – Ein Gericht auf Fleischbasis, das in Israel recht häufig gegessen wird. Es stammt allerdings aus der Türkei und wurde wahrscheinlich während der osmanischen Besatzung in die Levante gebracht.

Kebab – Ein Fleischspieß, der im gesamten Nahen Osten beliebt ist, auch in Israel. Seine Herkunft ist nicht eindeutig bekannt, allerdings glaubt man, dass er aus der Türkei stammt. Fleisch von einem über Feuer gegrillten Stab zu essen wird jedoch ziemlich überall gemacht.

Erspart mir das Gerede von „kulturellem Völkermord“.

Quellen:
– Cooper, John (1993): Eat and Be Satisfied.
– Macdonald, Nathan (2008): What Did the Ancient Israelites Eat?
– Marks, Gil (2010): Encyclopedia of Jewish Food.
– Yeivin, Z (1966): Journal of the Israel Department of Antiquities.
– Borowski, Oded (2003): Daily Life in Biblical Times, S. 72.
– J.R. Bartlett (19. Juli 1973): The First and Second Book so the Maccabees.
http://www.ancient-hebrew.org/culture_clothing.html
– Dumbrill, Richard J. (2005): the Archaeomusicology of the Ancient Near East.
– Singer, Isidore; Adler, Cyrus, et al. (1901-1906): “Food – Biblical Data”. The Jewish Encyclopedia.

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