Die Bibel wurde vor 120 Jahren in frühen Fotografien des heiligen Landes lebendig

Lenny Ben-David, 8. Juli 2019

Die Bibel ist zeitlos. Vor tausenden Jahren dem Volk Israel vermittelt, wird ihre Botschaft und  Prophetie heute im modernen Israel Wirklichkeit. Manche Leute begegnen ihren Geboten und Erzählungen mit Skepsis, aber Fotografien des Heiligen Landes aus dem 19. Jahrhundert sind Zeugen der Richtigkeit der Bibel. Hier sind ein paar Beispiele aus der Library of Congress und aus Archiven in der gesamten Welt.

Die Altstadt von Jerusalem, fotografiert vom Ölberg (Osmanische Archive, 1865)

Die Geschichte der Fotografe beginnt 1839 mit dem daguerrotypisch-fotografischen Prozess von Louis-Jacques-Mandé Daguerre. Es gibt mehrere Fotografien der Landschaften des Heiligen Landes aus dieser Zeit, aber in den 1850-er Jahren kam ein neuerer, günstigerer Prozess auf und Fotografen strömten ins Heilige Land; dabei fuhren sie auf einer neuen Erfindung, dem Dampfer. Sie waren fasziniert von den biblischen Szenen, heiligen Stätten und Menschen des Landes. Der fotografische Prozess dauerte oft mehrere Minuten, also mussten einige der Objekte perfekt unbeweglich sein; sie mussten Posieren oder an ihrer statt wurden Puppen verwendet werden.

Einer der ersten vor Ort lebenden Fotografen war Mendel Diness. Sein Foto von 1859 unten ist vermutlich das erste Bild von Juden an der Westmauer. Bedenken Sie den chronologischen Kontext der beiden Männer: Das Foto wurde aufgenommen, bevor Abraham Lincoln Präsident der Vereinigten Staaten wurde. George Washington war vermutlich Präsident, als der ältere Rabbiner geboren wurde.

Zwei Rabbiner an der Westmauer. Fotografiert von Mendel Diness (Havard University Library 1859)

Mendel Diness machte auch Bilder der ersten jüdischen Häuser, die an der Mischkenot Scha‘ananim und der Montefiore-Windmühle außerhalb der Altstadtmauern gebaut wurden.

Der Bau von MIschkenot Scha’ananim unterhalb er charakteristischen Windmüle, ca. 1859 (Harvard University Library)

Diness konvertierte zum Christentum, zog in die USA, änderte seinen Namen in John Mendenhall Dennis und dienste als Wanderprediger

Die American Colony

Die Mitglieder der American Colony in Jerusalem kamen 1881 ins  Heilige Land. Als Hunderte armer jemenitischer Juden auf ihrer Pilgerreise 1882 ankamen, betrachtete der Gründer der American Colony sie als „Gaditer“, Nachkommen des Stammes Gad, die die biblische Prophetie der Rückkehr nach Zion erfüllten. Die Colony half sie unterzubringen und zu ernähren. Viele von ihnen mussten in den Höhlen von Silwan außerhalb der Altstadt leben.

Dieses Bild des Dorfes Silwan wurde in der libanesischen Bonfils-Sammlung der British Library gefunden. Ein Vermerk rechts deutet auf die jüdische Kolonie in Silwan.

Der American Colony gründete eine Foto-Abteilung und widmete sich der Fotografie des Heiligen Landes. Sie veröffentlichten eine schöne Serie, in der sie Szenen aus den Psalmen und dem Buch Ruth nachstellten.

Foto des Hirtenlebens, das den 23. Psalm darstellt: „Er erquicket meine Seele…“

Das zweite Bild; ebenfalls ni der Library of Congress gefunden, stellt „Ruth, die Moabiterin“ in den Feldern Bethlehems nach.

Nachstelltung der Geschichte von Ruth (Library of Congress)

Die Fotografen der American Colony suchten auch Stellen aus, die Überbleibsel des jüdischen Tempels zeigten. Nach ein Erdbeben 1927 einen Großteil der Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg zerstörte, nahm ein Fotograf Bilder unter dem Schutt auf. Es scheint unbestreitbar, dass die Bilder Tempelreste zeigen.

Unter der Al-Aqsa-Moschee nach dem Erdbeben von 1927. (Library of Congress)

Eines der größten Rätsel der Fotos der American Colony ist eines, das 1898 aufgenommen wurde und den Titel „Aschehaufen von Tempelopfern“ heißt.

Aschehaufen von Tempelopfern, fotografiert in Jerusalem (Library of Congress)

Recherche in antiken jüdischen Texten, einschließlich der Mischna, bestätigt, dass die Asche und Überreste der Opfer zu einer Stelle nördlich der Stadt, nicht weit vom heutigen Damaskustor transportiert wurden. Der Bereich ist in den letzten 100 Jahren überbaut worden, aber das Foto bestätigt das Tempelritual.

Ein weiteres faszinierendes Foto bestätigt eine weitere biblische Tradition, die die Herstellung ungesäuerter Matzen für Pessah involviert. Die Matzen müssen den gesamten Backprozess über „bewacht“ werden, damit sie nicht in Kontakt mit Wasser kommen, angefangen mit der Ernte des Korns. Dieses Bild schient 1898 an der Mikwe Yisrael-Landwirtschaftsschule aufgenommen worden zu sein. Die Arbeiter sind junge Studenten, die das Korn unter der Aufsicht ihres Lehrer, der einen weißen Hut trägt, ernten. Aber warum steht eine rabbinische Gestalt (beschattet von einem Schirm) daneben? Es gibt wenig Zweifel, dass er der rabbinische Maschgiach ist, der Koscher-Aufseher, der sicherstellt, dass das Korn trocken bleibt.

Weizenernte auf den Feldern von Mikwe Yisrael. Wer ist die rabbinische Gestalt? (Library of Congress, 1898)

Auch die biblischen Verbote

Praktisch jeder Fotograf des 19. Jahrhunderts im Heiligen Land machte Bilder arabischer Bauern, die pflügen oder Korn dreschen. Offen gesagt schien die Zahl der Fotografien übertrieben – bis man sich erinnert, dass viele der Fotografen mit dem Alten Testament sehr vertraut waren. Sie waren daran interessiert Bilder der beiden biblischen Verbote aus dem 5. Buch Mose (Deuteronomium).

Das erste lautet: „Du sollst nicht Rind und Esel zusammen an den Pflug spannen.“ (5. Mose 22,10) Das zweite Verbot ist: „Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt.“ (5. Mose 25,4)

Koloriertes Foto eines Ochsen und enes Esels beim Pflügen. (Library of Congress, ca. 1890)
Pflügen (University of Dundee, Schottland)
Variation des Pflüge-Verbots – Kuh und Kamel. (Library of Congress)
Variation des Pflüge-Verbots. (Keystone-Mast Collection, University of California, Riverside)

Dreschen

Ein Mann drischt in Galiläa mit Ochen mit Maulkorb, während eine Frau Spreu und Weizen trennt (Keystone-Mast Collection, University of California, Riverside)
Ein Ochse mit Maulkorb beim Dreschen (Library of Congress)

Die ersten Fotografien im Heiligen Land bieten einen kurzen Blick in biblisches Leben im Land Israel. Es gibt tausende nach 1840 aufgenommene Fotografien, die das einheimische Leben im Land zeigen, einschließlich jüdischen Lebens, das schon vor der zionistischen Bewegung oder der Gründung Israels im Jahr 1948 aufblühte.

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