Zeitgenössische jüdische Akademiker und die masochistische Tradition

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; eine englische Version gibt es bei BESA)

Am 17. Mai beschloss der deutsche Bundestag, dass BDS als antisemitisch abzulehnen ist.[1] Als Reaktion darauf schrieben 240 jüdische und israelische Wissenschaftler einen Brief, in dem diese Gleichsetzung zurückgewiesen wird. Sie fordern von der deutsche Regierung diesen Beschluss nicht zu unterstützen, weil diese die freie Meinungsäußerung schützt und respektiert – denn diese werde angegriffen.[2]

Aus einer ganzen Reihe von Gründen war das eine der vielen typischen Handlungen zeitgenössischen jüdischen Masochismus. Freie Meinungsäußerung hat in Deutschland in der Vergangenheit zu den extremsten kriminellen Handlungen gegen Juden in der gesamten Geschichte geführt. Es gibt heute noch lebende Zeugen, die sich dazu äußern können. Ebenso gibt es eine Reihe erhebliche den Antisemitismus fördernde Aspekte in der zeitgenössischen deutschen Gesellschaft und Regierungspolitik, gegen die diese 240 Wissenschaftler, wenn überhaupt, nicht auf organisierte Weise protestiert haben.

Der Völkermord propagierenden Organisation Hisbollah wird erlaubt in Deutschland frei zu agieren.[3] Deutschland unterstützt in der UNO und angeschlossenen Gremien viele antiisraelischen Resolutionen, während es gegen viel weitere kriminelle Staaten keinerlei vergleichbare Resolution gibt. Das ist gemäß der wichtigen Definition von Antisemitismus, der der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA), eine antisemitische Handlung.[4] Die erwähnten jüdischen Akademiker protestierten auch nicht gegen die Immigration hunderttausender Antisemiten, die sich unter den Flüchtlingen aus muslimischen Ländern befanden, die seit 2015 nach Deutschland kamen. Es sollte festgehalten werden, dass diese importierten Antisemiten in ihrem Hass und ihren Vorurteilen nicht zwischen masochistischen und nicht masochistischen Juden unterscheiden.

Masochismus war und ist eine beträchtliche Erscheinung in der israelischen Gesellschaft und der jüdischen Welt. Er ist eine Jahrtausende alte Tradition, wird jedoch im jüdischen öffentlichen Diskurs komplett ignoriert. Sogar im Ursprung des Judentums kann man masochistische Tendenzen finden. Wenn es ihnen schlecht ging, fügten heidnische Nationen ihren bestehenden Göttern oft neue hinzu oder ersetzten sie, weil sie letztere für ihr Unglück verantwortlich machten. Der Tanach (die hebräische Bibel) führt als Beispiel hierfür die assyrische Herrschaft über das Land Israel an. Als die neuen Einwohner von Löwen angegriffen wurden, baten sie um einen israelischen Priester, der sie die Verehrung des Herrn lehren sollte, während sie weiter auch ihre alten Götter verehrten.[5] Im Gegensatz dazu begannen die Israeliten unter fortwährenden Vorhaltungen ihrer Propheten letztlich nur sich selbst für ihr Unglück verantwortlich zu machen.

Lange vor dieser Zeit bemühte sich der Patriarch Abraham in einer ausführlichen Diskussion mit dem Herrn, um die sündvolle Stadt Sodom vor der Vernichtung zu bewahren. Doch als der Herr ihm befahl ihm seinen Sohn Isaak zu opfern, war Abraham bereit diesen göttlichen Befehl widerspruchslos zu befolgen.

Man kann diesen Masochismus auch in den Talmud zurückverfolgen, wo ausdrücklich gesagt wird: „Rabbi Abahu sagt, zähle immer zu den Verfolgten und nicht zu den Verfolgern.“[6] Man findet ihn auch in jüdischer Literatur späterer Zeit und im aktuellen jüdischen Gebetsbuch, sogar vermehrt vor den Hohen Feiertagen. Auf seine selbstironische Weise sagt Woody Allen in dem Film Annie Hall: „Für einen Typen, der in Brooklyn aufgewachsen ist , bin ich verhältnismäßig normal.“

Ein weiterer biblischer Text, der zu Masochismus führen kann, ist der von Jesaja, dass die Israeliten ein „Licht für die Nationen“ sein werden. Es ist eine deutlich masochistische Haltung, wenn Juden glauben, der Staat Israel habe versagt, wenn er nicht hundertprozentig perfekt handelt. Diese Art zu denken führt zu diskriminierender Kritik, gegen die diese jüdischen Masochisten den Staat Israel nicht verteidigen können.

In Israel gibt es viele Beispiele für masochistische Erscheinungen. Eines davon ist der wiederholte Verweis auf das „Massaker von Deir Yassin 1948“. Ein Buch von Professor Eliezer Tauber von der Bar Ilan-Universität hat nachgewiesen, dass ein Großteil dessen, was als Gräueltaten propagiert wird, frei erfunden oder aus politischen Gründen enorm übertrieben wurde.[7] Deir Yassin ist vrblasst vollständig, wenn man es mit den gewaltigen Verbrechen vergleicht, die von westlichen Staaten in Kolonien und Kolonialkriegen verübt wurden, beispielsweise von den Portugiesen, den Briten, den Franzosen, den Niederländer und anderen. Keine dieser Nationen verweist auch nur annähernd so häufig auf ihre historischen Verbrechen wie Deir Yassin in Israel erwähnt wird.

Unter den 240 Unterzeichnern des Briefs der jüdischen und israelischen Wissenschaftler an die deutsche Regierung findet man eine Reihe eingefleischter antiisraelischer -Hetzer. Hier sollen wenige Beispiele genügen. Einer der bekanntesten Unterzeichner ist Noam Chomsky. Er hat den französischen Akademiker Robert Faurisson unterstützt, eines der führenden Holocaust-Leugner Europas. Chomsky schuf ein Konstrukt, das behauptet, Hitler habe 6 Millionen Juden auslöschen können ohne antisemitisch zu sein.[8]

Und nicht lange ist es her, dass er Jeremy Corbyn verteidigte, den selbsternannten „Freund“ und „Bruder“ von Völkermord-Terroristen.[9] In einem Interview sagte Chomsky, er würde Corbyn wählen, den er einen anständigen Menschen nannte.[10] Er warnte vor dem Aufkommen jüdischer Nazi-Tendenzen in Israel. Zudem bezeichnete er den Gazastreifen als Konzentrationslager.[11] Alan Dershowitz reklamiert in seinem Buch The Case for Israel, dass Chomsky bei Rassismus zweierlei Maß anlegt und einzig Israel für die Flüchtlingskrise von 1948 verantwortlich macht. Außerdem unterstützte Chomsky 2006 die Bewaffnung der libanesischen Hisbollah.[12] Die Liste der perversen Beispiele zu diesem Akademiker kann beliebig fortgesetzt werden.

Jeder, der seinen Namen unter einen von Chomsky unterzeichneten Text setzt, sollte ernsthafte Bedenken haben. Das kann man von der amerikanischen Akademikerin Judith Butler nicht erwarten, die 2006 sagte: „Hamas/Hisbollah als soziale Bewegungen zu verstehen, die progressiv sind, die links sind, die Teil der globalen Linkens sind, ist extrem wichtig.“[13]

Doch noch extremer ist vielleicht die Tatsache, dass zu den Unterzeichnern des Briefs auch Holocaust-Forscher gehören. Eine der problematischsten Unterschriften ist die von Daniel Blatman, Professor für zeitgenössiche jüdische und Holocaust-Studien an der Hebräischen Universität. Er ist auch Chefhistoriker der Dauerausstellung im zukünftigen Museum des Warschauer Ghettos. Zusätzlich zum Massenmord an Juden durch die Deutschen auf polnischem Territorium ermordeten Polen weit mehr Juden, als sie retteten. Die Tatsache, dass Blatman den oben erwähnten Brief unterschrieb, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass man ihn zukünftig genau auf eventuelle Verzerrungen hin beobachten sollte. Als Blatman über seine Pläne für das Warschauer Museum sprach, erwähnte er die polnischen Morde an Juden während des Holocaust nicht einmal.[14]

Blatman griff in Ha‘aretz auch die IHRA an; er behauptete, sie sei ein Werkzeug der israelischen Regierung. Er beschuldigte sie eine Antisemitismus-Definition formuliert zu haben, die den politischen Interessen der israelischen Regierung dient.

Blatman wurde vom Ehrenvorsitzenden der IHRA, Israels führendem Holocaust-Forscher Yehuda Bauer heftig kritisiert. Er antwortete in derselben Zeitung, die Behauptung Israel kontrolliere die IHRA sei eine antisemitische Lüge. Er fügte an, dass Blatman zum Chefhistoriker eines neuen Museums ernannt worden ist, das von der nationalistischen polnischen Regierung unterstützt wurde, offenbar um als ihr jüdisch-israelisches Feigenblatt zu dienen.

Bauer schloss: „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ein antisemitischer Angriff und bösartige Kritik an einem positiven Projekt, das Holocaust-Erinnerung fördert, ausgerechnet aus der Hebräischen Universität Jerusalem auf dem Skopusberg kommen würde und dass ausgerechnet von der Person, die denselben Posten bekleidet, den ich dort Jahrzehnte lang inne hatte – Leiter des Instituts für zeitgenössisches Judentum. Aber man hört nie auf zu lernen, selbst in meinem fortgeschrittenen Alter.“[15]

Dem viel zu wenig erforschten, Jahrtausende alten und doch modernen jüdischen Masochismus sollte viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Er ist eine große Bedrohung der korrekten Funktionierens der jüdischen Welt und des Staates Israel. Ein weiteres Ergebnis solch masochistischen Verhaltens ist seine negative Auswirkung auf das internationale und inländische Image der Juden wie der Israelis weltweit.

[1] www.welt.de/politik/deutschland/article193718523/BDS-Warum-die-Linke-bei-Israel-Boykotteuren-keinen-Antisemitismus-sieht.html

[2] https://bdsmovement.net/news/240-jewish-and-israeli-scholars-german-government-boycotts-are-legitimate-and-non-violent-tool

[3] www.reuters.com/article/us-germany-lebanon-hezbollah/germany-wont-classify-iran-ally-hezbollah-as-terrorist-spiegel-idUSKCN1QP1YT

[4] www.holocaustremembrance.com/working-definition-antisemitism

[5] 2. Könige 24-34

[6] T. Bavli, Bava Kama 93a

[7] https://besacenter.org/perspectives-papers/deir-yassin-nakba-war-crimes/

[8] https://chomsky.info/1989____/

[9 www.theguardian.com/politics/2018/sep/30/flawed-reporting-on-antisemitism-claims-against-the-labour-party

[10] www.youtube.com/watch?v=edicDsSwYpk

[11] www.middleeastmonitor.com/20181112-chomsky-echoes-prominent-israeli-warns-of-the-rise-of-judeo-nazi-tendencies-in-israel/

[12] https://www.jewishvirtuallibrary.org/noam-chomsky

[13] www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-Features/Berlin-Jewish-Museum-event-calls-for-Israel-boycott

[14] http://1943.pl/en/professor-daniel-blatman-in-the-warsaw-getto-museum/

[25] www.haaretz.com/world-news/europe/.premium-daniel-blatman-s-anti-semitic-attack-1.7613216

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