Zitate

Aufgeschnappt:

Jacques Schuster, DIE WELT, 02.09.19 über die Reaktion von Außenminister Maas auf die Probleme in Hongkong:
Da ist es wieder – das entschiedene Sowohl-als-auch, das der Außenminister und mit ihm das gesamte Bundeskabinett an den Tag legen, bekommen sie es mit einem Riesen wie der Volksrepublik China zu tun. Deutsche Politiker nehmen den Mund gern voll, wenn sie aus einem moralischen Größenwahn heraus besonders den westlichen Partnern Lektionen erteilen oder sich mit dem wichtigsten Verbündeten des Landes, den Vereinigten Staaten von Amerika, anlegen. In dem Augenblick aber, in dem sie Farbe bekennen und die Folgen ihrer Reden fürchten müssen, ducken sie sich weg. Viele Worte gibt es für dieses Gebaren: Leisetreterei, Duckmäusertum, Heuchelei. Man mag es nennen, wie man will, es bleibt eine Schande!

Chaim Noll, Die Achse des Guten, 14.09.19 über die unmittelbaren Tage und die Jahre nach dem 9/11:
Die Besserwisserei deutscher Medien traf neben Israel nun auch die Nahost-Politik der Vereinigten Staaten. Man hielt an dem Mantra fest, die Ursache des Terrors sei in westlicher Schuld, verfehlter Politik, mangelnder Hilfe für die Spätopfer des Kolonialismus zu suchen. Ich verabschiedete mich damals endgültig von diesem Denkmuster. In den vergangenen Monaten hatte ich mich intensiv mit früher arabischer Literatur beschäftigt, in Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt an der Universität, und allmählich begriffen, dass die Probleme mit unseren arabischen Nachbarn ihre Ursache nicht in Israels verfehlter Politik hatten, nicht im Siedlungsbau, auch nicht in der westlichen Schuld am Kolonialismus, sondern im Islam selbst, der in seiner Grundlagenschrift, dem Heiligen Koran, seinen Anhängern das Ausmerzen der „Ungläubigen“ gebietet. Wonach sich zwar immer nur eine fanatische, „fromme“ Minderheit richtet, doch diese Minderheit reicht aus, um den Rest der Welt zu terrorisieren.

Marc Felix Serrao, NZZ, 19.09.19:
Frank-Walter Steinmeier, 63 Jahre alt und seit 2017 Inhaber des höchsten Amts der Bundesrepublik, hat in seinem Leben noch kaum einen Satz formuliert, an den man sich erinnern könnte. Menschen, die ihn kennen, bezeichnen ihn als klug, sogar humorvoll. Aber sobald er öffentlich spricht, wirkt es, als würde er seiner Muttersprache den Krieg erklären. Neben einem stark ausgeprägten Hang zu Floskeln und Phrasen ist das, was Steinmeier inhaltlich sagt, auf eine Weise überraschungsfrei, dass es fast komisch wirkt. Wollte man eine Komödie über einen biederen Beamten drehen, der irrtümlich ins höchste Staatsamt purzelt und versucht, es irgendwie auszufüllen: Er wäre die Idealbesetzung.

Kacem El Ghazzali, NZZ, 20.09.19
In vielen muslimischen Ländern findet eine Auseinandersetzung über Kultur, Identität und Islam statt. Fortschrittliche Kräfte streben einen Universalismus der Menschenrechte an, den sie als Errungenschaft für alle Menschen betrachten; die Konservativen halten demgegenüber an einer Ständegesellschaft mit Privilegien für Männer und Gläubige fest. Während diese Auseinandersetzung in der islamischen Welt andauert, scheint es, als hätten es die selbsternannten Vordenker des sogenannten Fortschritts im Westen geschafft, diesen Konflikt zugunsten der reaktionären Muslime zu gewinnen.

So kommt es also, dass Islamkritiker im Westen als «Rechte» verteufelt werden und im Land Allahs als Abtrünnige. Wenn ich nun vor die Wahl gestellt werde, was mir lieber ist, dann entscheide ich mich für Ersteres. Im Westen habe ich keine drakonischen Strafen zu fürchten, sondern nur soziale Ausgrenzung und Rufmord. Damit muss man leben können. Den «Progressiven» wünsche ich hingegen, dass sie niemals in der Gesellschaft leben müssen, die sie herbeischreiben.

Kürzeres:

Wenn BDS gewalttätig alles angreift, was israelisch ist, ist es Zeit, dass der Rechtsstaat zeigt, wo die Grenzen sind. Das ist nicht Kritik, das ist Gewalt.
Volker Beck, Die Grünen, auf twitter, 08.09.19; am Vorabend verletzten BDS-Aktivisten 2Personen, die ein israelisches Filmfestival besuchten und verhinderten mit Gewalt eine Diskussion nach dem Film.

Bezüglich der Taliban twitterte er [Donald Trump]: „Wie viele Jahrzehnte wollen sie noch kämpfen?“
Ich wage es eine Vermutung abzugeben: So lange es dauert. Afghanistan ist nur eine Schlacht in einem Krieg, der mit Unterbrechungen seit Jahrhunderten geführt wird. Die Imperien, Emirate, Regime und Gruppen, die das Töten erledigen, ändern sich. Die Ziele nicht. Ein Taliban formulierte es bekanntlich so: „Ihr habt die Uhren. Wir haben die Zeit.”

Clifford D. May, 11.09.19 zu den von Trump abgesagten Gesprächen mit den Taliban.

Frau Chebli ist wie ein männlicher Politiker, der sich nach einer Vergewaltigung um das öffentliche Bild von Männern sorgt.
Gerd Buurmann, 11.09.19 zu Sawsan Cheblis unsäglichem Tweet anlässlich des 9-11.

Abbas nimmt Geld niemals geliehen, sondern nur geschenkt.
twitter-User, 14.09.19

 Es gibt tatsächlich eine Spirale aus Gewalt und Hass: Je mehr Geld Abbas den Mördern gibt und je häufiger er zum Mord aufruft, desto mehr Geld erhält er aus Berlin, was ihn darin bestärkt, noch mehr Blut zu vergießen.
Stefan Frank, Die Achse des Guten, 16.09.19

Im Übrigen muss sich der israelische Premierminister für seine Außenpolitik nun wirklich nicht ausgerechnet aus einem Land kritisieren lassen, das sich bei jeder Gelegenheit Russland, China, Iran etc. an den Hals wirft und noch die schlimmsten Diktaturen als Partner aufwertet.
twitter-User, 17.09.19

Die erste Pflicht eines Landes ist der Schutz seiner Bürger und jede Regierung, die die Israelis wählen, wird das begreifen. Israels Politik gegenüber den Palästinensern wird sich kaum verändern, bis die Palästinenser endlich erklären, dass sie ihr Treiben zur Vernichtung Israels beendet haben. Das wird allerdings in naher Zukunft nicht der Fall sein.
Daniel Gordis, New York Post, 07.09.19

Wenn es irgendeine Lehre aus dem letzten Holocaust gibt, dann die, dass Appeasement nichts nutzt, und dass nicht gute Manieren das Leben und Überleben der Juden sichern, sondern Militanz. Das ist nicht schön, aber unvermeidlich.
Henryk M. Broder, Die Achse des Guten, 4. Oktober 2019; weiter, zur Begründung:
Wenn Israel sich zu einer pazifistischen Nation erklären würde, könnten die Israelis gleich die Koffer packen, sofern sie noch dazu kämen.

off topic:

Sozialisten mögen es nicht, wenn Leute etwas selbst machen. Sozialisten mögen es, wenn die Leute vom Staat abhängig sind. Eine großartige Gesellschaft baut man auf diese Weise niemals auf.
Margaret Thatcher, zitiert auf twitter, 30.08.19

Während die Polizei auf rechtsradikale Chatprotokolle starrt und daraus Hetzjagden ableitet, für die es keine realen Beweise gibt, können Linksradikale randalieren, immensen Schaden anrichten, sich auf ihrer Hauptseite indymedia dazu bekennen, im Polizeibericht und in den Medien steht trotzdem, das Motiv der Randale sei unklar. Korrigiert wurde diese Eischätzung öffentlich bisher nicht.
Vera Lengsfeld, 31.08.19 zur Haltung bei Anschlägen von Antifanten.

Warum kann du dich beraten lassen, wie du schwul bist, aber nicht wie du hetero bist?
WND-Überschrift, 03.09.19

Verdoppelt, verdreifacht hat die AfD ihre Ergebnisse und die Union wurde weiter geschwächt. Die CDU hat diese Wahlen verloren. Was muss eigentlich passieren, damit diese Realität auch in der Führung der Union ankommt?
Rainer Wendt, GdP-Vorsitzender, Facebook, 04.09.19 nach den „Analsyen“ der CDU-Parteispitze zu den Ergebnissen der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg.

Wenn ich Berichte sehe, dass der Klimawandel Bürgerkriege verursacht, ist in der Regel der Konflikt in Syrien gemeint. Impliziert wird, dass ohne den Klimawandel die Diktatur in Ordnung wäre, weil die irgendwie bessere wirtschaftliche Lage den Leuten helfen würde ruhig zu sein. Ich kaufe euch diese Logik nicht ab.
Seth Frantzman, twitter, 09.09.19

Und sollte jetzt der 11. September 2001 als „die Geburtsstunde der bemannten fliegenden Architekturkritik“ in die Geschichte eingehen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis Auschwitz als die Ouvertüre zum organisierten Massentourismus gewürdigt wird.
Henryk M. Broder, Die Achse des Guten, 11.09.19 über die Ansichten deutscher „Denker“ und „Intellektueller“ zum 9/11 – schon Tage nach dem Ereignis. Dazu noch eine Anmerkung:
Angesichts von 3000 Toten, die in dem Gespräch nicht einmal erwähnt wurden, von einem „Schmerzenskult“ zu fabulieren, zeugt von einer Gefühlskälte, wie sie spätestens seit der Posener Rede von Heinrich Himmler zur Grundausstattung vieler deutscher Intellektueller gehört.