Gedenken an gefallene ANZAC-Soldaten

The Real Jerusalem Streets, 30. Oktober 2019

Wenn man Jerusalem über die Autobahn 1 verlässt und der Verkehr bewegt sich, ist das schon ein Wunder.

So viele Autos, so viel Bautätigkeit mit neuen, breiteren Straßen mit zahlreichen Spuren.

Oh im Gegenteill, wenn man sich an die frühen Tage der einspurigen Straße erinnert, die sich den Berg hinauf- und hinabwindet.

Entlang der Autobahn ist der Bau der Straßenbahn noch eindrucksvoller.

Über das Tal aufsteigend und sich bis zum Ortseingang Jerualems erstrecken sich neue Gleise.

Nach Süden Richtung Beer Sheva auf der Straße 6 zu fahren ist ebenfalls ein starker Kontrast zu den alten Tagen der schmalen Landstraßen.

Nich tnur SodaStream ist im Negev größenmäßig gewachsen,

sondern aus dem kargen Sand entsteht ein neues Gewerbegebiet direkt neben dem SodaStream-Komplex.

Das ANZAC-Museum in Beer Sheva wurde vor zwei Jahren eröffnet, rechtzeitig zu den Gedenkfeiern zu 100 Jahren der Schlacht von Beer Sheva.

Im Inneren gibt es eine Ausstellung mit Militärgegenständen aus dem Ersten Weltkrieg – Stiefel, Hut und eine Trompete.

Während unser Führr Colin die Rolle des ANZAC (Australia New Zealand Army Corps) in Palästina 1917 erklärte, war ich von den digitalen Plakaten fasziniert.

Warum reisten diese jungen, sehr jungen Australier und Neuseeländer um die halbe Welt, um so weit weg von Zuhause in einem Krieg zu kämpfen?

Aber sie verpflichtete sich. Und die leichte Kavallerie von Down Under kam der britischen Armee im Kampf gegen das Osmanische Reich zu Hilfe.

Nach früheren Besuchen in Beer Sheva ist Allenbys Platz in der Geschichte von Beer Sheva bekannt.

Das Video im ANZAC-Museum ist allerdings neu.

Alte Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Ersten Weltkrieg schildern die Geschichte nicht so effektiv.

Der Krieg lief nicht gut für die britische Armee, bevor die ANZACs mit ihren großartigen Pferden per Schiff eintrafen.

Ohne Wasser. In der Wüstenhitze mit Fliegen und Sand und Läusen gab es wenige Optionen, die sofortiges Handeln erforderten.

Sie griffen an. Diese verrückten Aussies und Kiwis! Sorry, ich konnte nur ein unscharfes Bild aus dem Video bekommen, sie galoppierten einfach zu schnell.

Die  leichte Kavallerie griff im Ritt auf ihren geschätzten Pferden die überraschten türkischen Soldaten an – direkt auf sie zu, sprangen über die Köpfe der geschockten Feinde hinweg und außer Reichweite der Waffen.

Sie schafften es bis Beer Sheva, zu den Brunnen, die sie sicher und intakt vorfanden.

Die Australier verloren 32 Soldaten.

Die Neuseeländer verloren 31 Soldaten.

Vom Sieg in Beer Sheva zogen die britischen Streitkräfte weiter, um die Letzten des Osmanischen Reichs zurückzudrängen; sie kamen am 17. Dezember 1917 in Jerusalem an.

Jedes Jahr am 31. Oktober gibt es in Beer Sheva eine Gedenkfeier.

2017 gab es eine große 100-Jahr-Feier und Gedenktag.

Ich fand es angemessen eine Minute dieser jungen ANZAC-Soldaten zu gedenken, die es nie schafften nach Hause zurückzukehren.