Arutz Sheva-Autor als führender Antisemitismus-Forscher anerkannt

Dr. Manfred Gerstenfeld schreibt regelmäßig auf Arutz Sheva (und abseits vom mainstream – heplev), ist Hauptredner der CIJR-Gala, listet Prioritäten im Kampf gegen Antisemitismus.

Israel National News, Redaktion, 8. Dezember 2019

Marchla Abramovitz überreicht Dr. Gerstenfeld die Auszeichnung (Foto: INN/MG)

Dr. Manfred Gerstenfeld, Autor für Arutz Sheva, wo er regelmäßig Beiträge veröffentlicht, war am 1. Dezember der Hauptredner auf der jährlichen Gala des Canadian Institute for Jewish Research (CIJR) in Montreal.

Auf der Gala wurde Gerstenfeld die Auszeichnung International Lion of Judah (Internationaler Löwe von Juda) des CIJR für „hervorragende Dienste für Israel und das jüdische Volk“ verliehen. Die Einladung zum Abend kündigte ihn als die anerkannte führende internationale Autorität auf dem Gebiet des Antisemitismus an.

In seiner Rede vermerkte Gerstenfeld drei strategische Prioritäten im Kampf gegen fast grenzenlose antisemitische Bedrohungen; zuvor erklärte er, dass es gemäß der globalen Studie der Anti-Defamation League, weltweit mehr als eine Milliarde Antisemiten gibt. Diese Zahl bezieht sich nur auf den klassischen religiösen und ethnisch-nationalen Antisemitismus. Nicht eingerechnet sind Menschen, die sich nur als antiisraelisch betrachten. Er merkte an, dass diese Erkenntnis sich in rund 75 Antisemiten auf jeden Juden übersetzt, Babys und selbsthassende Juden eingeschlossen.

Gerstenfeld definierte seine drei Prioritäten wie folgt:

  • Er forderte die Bildung einer Agentur für Propagandabekämpfung, die für die israelische Regierung höchste Priorität haben sollte. Nur eine solche Organisation kann sich systematisch um die weit verbreiteten Hasskampagnen gegen Israel und die Juden weltweit kümmern. Israel hat die Gelder zur Verfügung, um eine solche Organisation zu gründen und zu unterhalten. Eine solche Agentur könnte den vielen proisraelischen Organisationen und Einzelpersonen unschätzbare Hilfe bieten. Gerstenfeld nannte Beispiele dafür, wie leicht es war Pro-BDS-Akademiker davon abzuschrecken diese antisemitische Aktivität zu unterstützen.
  • Die zweite Priorität nach Gerstenfeld besteht darin in erster Linie nichtjüdische Politiker und andere Prominente zu überzeugen, dass sie eingestehen, dass Antisemitismus mehr als tausend Jahre lang integraler Bestandteil westlicher Kultur gewesen ist. Wie sich die Kultur entwickelte, machten es auch der Antisemitismus und seine Mutationen.

Gerstenfeld führte als Beispiel dafür die horrende falsche Vorstellung an, dass Juden absolut böse sind. Im Christentum bestand solches Übel darin, dass Juden für den Tod des behaupteten Sohnes Gottes, Jesus, verantwortlich gemacht wurden. In der schlimmsten Erscheinungsform ethnischen Nationalismus, dem Nationalsozialismus, waren die Juden absolut böse, weil sie als Untermenschen betrachtet wurden. Als Ungeziefer oder Bakterien, entschieden die Nazis, sollten Juden ausgelöscht werden.

Im Weiteren hob Gerstenfeld heraus, dass der Nationalsozialismus und die Planung von Völkermord heute die Symbole des absolut Bösen sind. Im übelsten Antiisraelismus wird Israels Handeln gegenüber palästinensischen Arabern fälschlich dem der Nazis gegen die Juden gleichgesetzt. Er fügte hinzu, dass Israel zudem fälschlich beschuldigt wird Völkermord an den palästinensischen Arabern zu planen. Mehr als 150 Millionen von 400 Millionen erwachsenen EU-Bürgern glauben diese Verleumdung.

Gerstenfeld fügte hinzu, wenn erst einmal akzeptiert wird, dass westliche Kultur von Antisemitismus durchdrungen ist, dann wird es leichter viele zeitgenössische Fälle von Antisemitismus in historischer Perspektive aufzudecken. Wenn Juden und Nichtjuden erst einmal darin übereinstimmen, wird es möglich effektiver gegen diesen ältesten Hass vorzugehen.

  • Als dritte, aber nicht weniger wichtige Priorität als die beiden ersten, nannte Gerstenfeld die Notwendigkeit jüdische Masochisten zu entlarven. Er sagte, dass es in der jüdischen Tradition eine langjährige Strömung des Masochismus gibt. Zeitgenössische jüdische Masochisten in Israel und im Ausland behaupten, Israel müsse perfekt sein, während andere das nicht sein müssen. Sie werden selten, wenn überhaupt, jemandem sagen, dass Israels Feinde etwas falsch machen. Das ist gemäß der am meisten anerkannten Definition des Antisemitismus eine antisemitische Einstellung; diese Definition ist die der Holocaust-Gedenkallianz (IHRA).

Jüdische Masochisten, fuhr er fort, sind die idealen nützlichen Idioten, um von Israels Feinden manipuliert und benutzt zu werden. Diese können sich immer auf Äußerungen dieser Masochisten stützen, um Israel zu kritisieren. Ein Beispiel für einen prominenten jüdischen Masochisten, sagte Gerstenfeld, ist einer der  Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten Bernie Sanders. Sanders hat Netanyahu als Rassisten bezeichnet, während er zu Mahmud Abbas schwieg, der sagte, dass im zukünftigen Palästinenserstaat keine Israelis leben werden.

Gerstenfeld sagte, dass viele jüdische Aktivisten, die jüdische Masochisten kennen, diesen sagen, dass sie, indem sie Israel aussondern und zur Kriminalität der Palästinenser schweigen, antisemitisch handeln.

Er stellte weiterhin heraus, dass die zentralen Kräfte, die in der westlichen Öffentlichkeit Hass auf Israel verbreiten, aus der liberalen Linken kommen. Muslimische Fanatiker und Rechtsextremisten sind weit gewalttätiger, sind jedoch in Mainstream-Medien und Politik marginal.

Gerstenfeld sprach zudem das Thema freie Meinungsäußerung an. Freie Meinungsäußerung in sozialen Medien hat zu einer Explosion des Hassredens geführt. Diejenigen, die für unbegrenzte freie Meinungsäußerung sind, unterminieren indirekt die westliche Demokratie. Er fuhr fort, das die Interaktion von Juden mit der Gesamtgesellschaft es ermöglicht, dies und viele andere Probleme weit klarer zu erkennen.

Gerstenfeld wurde vom ehemaligen kanadischen Justizminister und führenden internationalen Menschenrechtsaktivisten Irwin Cotler vorgestellt, der zu seinen Ehren sprach und ihn einen Universalgelehrten nannte. Es gab zudem lobende Videos von Rabbi Abraham Cooper, dem Prodekan des Simon Wiesenthal Center in Los Angeles sowie Hillen Neuer, dem Direktor von UN Watch in Genf. Professor Alvin Rosenfeld, der Direktor des Institute for the Study of Contemporary Antisemitism an der Indiana University, schickte einen geschriebenen Text voll Lob, der von Professor Fred Krantz, dem Direktor des CIJR, vorgelesen wurde.

In früheren  Jahren wurde Gerstenfeld, der der emeritierte Vorsitzende des Jerusalem Center for Public Affairs ist, vom Journal for the Study of Antisemitism eine Auszeichnung für sein Lebenswerk sowie der International Leadership Award des Simon Wiesenthal Centers verliehen.