Die Lügen-Landkarten des Mahmud Abbas

Dass Abbas das auf die höchste Ebene der internationalen Diplomatie brachte, legt nahe, dass er glaubt, die Welt sei bereit diese revisionistische Geschichte des Nahen Ostens zu übernehmen. Leider könnte es sein, dass er diesbezüglich nicht falsch liegt.

Danny Danon, JNS, 18. Februar 2020

PA-Führer Mahmud Abbas am 11. Februar 2020 bei den Vereinten Nationen (Quelle: Screenshot)

Als PA-Führer Mahmud Abbas letzte Woche vor dem UNO-Sicherheitsrat sprach, um den Nahost-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump zu verurteilen, brachte er ein eigenartiges Requisit mit: Eine Grafik mit einer Serie von Landkarten, die den Titel „Der historische Kompromiss der Palästinenser“ trug. Sie behauptet zu zeigen, wie das „historische Palästina“ im Lauf des 20. Jahrhunderts „verschwand“.

Obwohl die Verwendung von Bildern bei der UNO weder neu noch einzigartig ist, hat es auf der höchsten Ebene der internationalen Diplomatie nie eine Grafik gegeben, die derart unverhohlen die Geschichte verfälscht. Diese Episode sollte außerhalb von Turtle Bay Alarmglocken klingen lassen, denn sie repräsentiert einen zunehmenden Trend der Umschreibung von Geschichte des Nahen Ostens.

Abbas‘ Grafik, die gemeinhin die „Landkarte der Lügen“ genannt wird, suggeriert irreführend, wie das sogenannte „historische Palästina“ von 1917 in seiner Größe durch eine Serie an Kompromissen in den Jahren 1937, 1947 und 1967 schrumpfte, bis es in „Trumps Plan“ von 2020 kaum noch erkennbar ist. Nimmt man das für bare Münze, dann legt die Landkarte nahe, dass die plötzliche Gründung und das Wachstums eines Staates, nämlich Israel, auf Kosten eines anderen erfolgte, Palästina.

Die Wahrheit sieht jedoch völlig anders aus.

Die Vorstellung, dass 1917 ein souveräner Staat „Palästina“– so wie in Abbas Landkarte dargestellt – existierte, ist fantasievolle Neuinterpretation der Geschichte. Die angestammte Heimat des jüdischen Volkes und der Ort der zwei Tempel und zahlreicher Königreiche wurde von den Römern an der Ostküste des Mittelmeers in „Palästina“ umbenannt, nachdem sie die jüdischen Königreiche von Judäa und Israel im Jahr 70 n.Chr. zerstörten; das war ihr Versuch die jüdische Verbindung zum Land aus den historischen Annalen zu löschen.

Die nächsten anderthalb Jahrtausende sollte die Souveränität wechseln, während Imperien um die Kontrolle über das Heilige Land stritten. Im 20. Jahrhundert war das osmanische Reich 400 Jahre lang der Souverän gewesen, trat aber die Kontrolle über „Palästina“ ab, damit die jüdische und die arabische Bevölkerung seiner Auflösung 1917 an den Völkerbund überging.

Bis heute hat es ein souveränes „Palästina“ nie gegeben, was auch im Widerspruch zur zweiten Täuschung in Abbas‘ Landkarte steht: dass die Palästinenser historische „Kompromisse“ gemacht haben. In den 1930-er Jahren schlug Chaim Weizmann (später der erste Präsident Israels) vor, dass die jüdische Gemeinschaft einem Staat zustimmen würde, auch wenn er nur „die Größe eines Tischtuchs“ haben würde. Während die Juden Palästinas bereit waren selbst die minimalsten Stufen der Souveränität zu akzeptieren, waren die Araber Palästinas nicht bereit irgendetwas anderes als das Maximum zu akzeptieren. Für sie war arabische Souveränität an der Verweigerung jüdischer Souveränität gebunden.

Kompromiss ist nötig, wenn eine begrenzte Menge zwischen mehreren Parteien aufgeteilt wird. Aber die Nullsummen-Rechnung der Araber hat eine Kultur der Verweigerung gezüchtet. Während die Juden ständig internationalen Teilungsangeboten zustimmten – dem Plan der Peel-Kommission 1937, dem UNO-Teilungsplan von 1947 und das Angebot von Land für Normalisierung 1967 – war die Antwort der Araber und Palästinenser jedes Mal ein „Nein“ zu Kompromiss. Mit der Vorstellung dieser Landkarten als „Kompromisse“ seitens der Palästinenser versucht Abbas Geschichte umzuschreiben.

Wenn ein Bild tausend Worte wert ist, hat Abbas der Wahrheit unermesslichen Schaden zugefügt, indem er der internationalen Gemeinschaft eine Grafik vorlegt, die fälschlich nahelegt, die Palästinenser wären ständig Kompromisse zu einer historischen Heimat eingegangen, in dem sie angeblich politische Souveränität genossen.

Dass Abbas diese Landkarte auf die höchste Ebene der internationalen Diplomatie brachte, legt nahe, dass er glaubt, die Welt sei bereit seine revisionistische Geschichte des Nahen Ostens zu zu übernehmen. Leider könnte es sein, dass er diesbezüglich nicht falsch liegt.

Geschichte umzuschreiben ist lange eine Taktik unverhohlener antiisraelischer und antisemitischer Organisationen gewesen. An Universitäten nutzen antiisraelische Gruppen regelmäßig eine Version dieser Karte während der berüchtigten Israel Apartheid Week. Die antisemitische BDS-Bewegung zeigt diese Grafik in ihrem Kampagnenmaterial. Al-Jazira, der Propagandaarm von Qatar, hat in der jüngeren Generation in Amerika ein zunehmendes Publikum und bringt ein interaktives Video „Wie Palästina verschwindet“ als Teil seines Kanals „Palestine Remix“.

Am hinterhältigsten ist jedoch die zunehmende Verwendung der Karte in Örtlichkeiten des Mainstreams. Im Oktober 2015 stellte MSNBC diese Karten in ein Live-Segment, in dem ein aktueller Schwall palästinensischer Gewalt auf dem Tempelberg diskutiert wurde (dafür entschuldigte man sich später). 2017 veröffentlichte die Columbia University die Landkarten in der Werbung für ein Workshop zu „Staatsbürgerschaft und Nationalität in Israel/Palästina“. Letzten September beinhaltete eine Abiturprüfung in Finnland diese Landkarten.

Die Verwendung der „Landkarten der Lügen“ in Mainstream-Medien und besonders in akademischen Kreisen wird den Effekt haben, dass ihr Inhalt und ihre Botschaft normal werden.

Für Israel und das jüdische Volk stellt das eine echte Gefahr dar. Bemühungen den jüdischen Staat zu delegitimieren werden lauter, wobei die Vereinten Nationen vor kurzem eine „schwarze Liste“ israelischer Firmen veröffentlichten, die in Judäa und Samaria agieren, was nur das jüngste Beispiel für revisionistische Geschichte mit konkreter Konsequenzen ist.

Wie man die vergangenen Formen ihrer Annahmen zur Gegenwart interpretiert und versteht, formt die Vision für die Zukunft. Abbas‘ „Landkarte der Lügen“ zu glauben, wird mehr anrichten als die Vergangenheit zu entehren; es wird der Sache des Friedens unwiderruflichen Schaden zufügen.

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