Analyse: Die fehlgeschlagenen Reaktionen des Westens auf Jihad-Morde

Ein Augen öffnendes Interview mit Professor Richard Landes: „2000 übernahmen westliche Progressive, indem sie sich auf die Seite der Palästinenser stellten, ein fatales Prinzip: Wenn Jihadisten eine Demokratie angreifen, machen sie die Demokratie dafür verantwortlich.“

Dr. Manfred Gerstenfeld interviewt Richard Landes, Israel National News, 5. April 2020

Beginnend im Jahr 2000 missverstanden viele in der westlichen Welt systematisch das Wesen der Bedrohung, der der Westen durch den globalen Jihad ausgesetzt ist; dieser ist eine mittelalterliche Jahrtausendbewegung. Vier frühe Beispiele aus den Jahren 2000 bis 2006 veranschaulichen die schweren Fehler, die von westlichen Vordenkern und Medienprofis gemacht wurden.

Man sollte den Ausbruch der palästinensischen Intifada und die angebliche Tötung Mohammed al-Durahs im September 2000 als den ersten Jihad-Angriff auf eine westliche Demokratie betrachten.

Unter Verwendung von Selbstmord-Terroranschlägen als ihrer Hauptwaffe begannen palästinensische Jihadisten einen Vernichtungskrieg, der sich gegen israelische Zivilisten richtete. Statt ihn als solchen zu erkennen, präsentierten westliche Medien die Palästinenser jedoch fast im Rudel als „Freiheitskämpfer“, die einem eisernen imperalistisch-kolonialistischen Israel Widerstand leisten, das es unerklärlicherweise – oder böswillig – ablehnte diesem „armen, umkämpften Volk“ seine Freiheit zu geben.

Professor Richard Landes, früher an der Boston University, wurde als Mittelalter-Forscher ausgebildet. Er konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen Eliten und einfachen Bürgern in verschiedenen Gesellschaften. Er hat viele Bücher veröffentlicht und betreibt sieben Internetseiten, darunter „The Second Draft“, AlDurah.com und einen Blog, „Augean Stables“. Er hat ein Manuskript zur Betrachtung der vier hier diskutierten Vorfälle abgeschlossen; es trägt den Titel „Stupidity Matters: A Medievalist Guide to the 21st Century“.[1]

Landes fährt fort: Als das Bild von Mohamed al-Durah – angeblich von der IDF angeschossen in den Armen seines Vaters – erstmals erschien, berichteten die Traditions-Nachrichtenmedien, die großen, klassischen Nachrichtenmedien, das als wahr. Dies erfolgte ihrerseits ohne jegliche ernste Recherche oder Zweifel. Das kennzeichnet einen entscheidenden Sieg für etwas, was man „tödlichen Journalismus“ nennen könnte. Die Medien berichteten ihrem westlichen Publikum palästinensische Kriegspropaganda als Nachrichten. Es war auch „Eigentor-Journalismus“, weil sie, wie andere Jihadisten, andere Ungläubigen-Demokratien genauso als ihren Feind und Ziel betrachteten.

Es dauerte nicht lange bis zum nächsten Vorfall, diesmal war es ein großer.

Der zweite jihadistische Angriff auf eine westliche Demokratie waren die Anschläge vom 9/11 im Jahr 2001, eigentlich auf die weltweite demokratische Hegenomie. Es gab einen anfänglichen Ausbruch an Sympathie für die tausende amerikanischen Opfer und Wut wegen Bin Ladens Anschlag. Aber damals setze auch eine Reihe von Gegenkräften ein, die schließlich die politisch korrekte Diskussion dominieren sollten. Präsident George W. Bush bestand darauf, dass der Islam eine Religion des Friedens ist. Gute Menschen fragten: „Was haben wir getan, dass sie uns derart hassen?“

Schlimmer noch: Eine Reihe Progressiver, Akademiker und Intellektueller freute sich offen über diesen Schlag gegen Amerikas „erstickende Hegemonie“.

Verschwörungtheoretiker bestehen darauf, dass die Administration Bush den Anschlag vollführt hatte, um einen Krieg gegen den Islam beginnen zu können. Noam Chomsky argumentierte, dass die USA ein noch schlimmerer Terrorist sei und diesen Schlag verdiente. Westliche Journalisten lehnte es zunehmend ab das Wort „Terrorist“ zu verwenden, um Jihadisten zu beschreiben, die Demokratien angreifen; und in völligem Gegensatzu zu ihrer Veröffentlichung der falschen palästinensischen Ikone al-Durah hörten viele westliche Redakteure auf Bilder der Opfer des 9/11 zu veröffentlichen.

Das dritte Beispiel törichter Reaktionen auf den Krieg mit dem Jihad betraf das, was fälschlich das „Massaker von Jenin“ genannt wurde. Im April 2002 unternahm Israel den ersten Gegenangriff gegen die palästinensische Jihad-Selbstmord-Kriegsführung. Mehr als ein Jahr permanenter, brutaler Selbstmord-Terroranschläge und israelischer Zurückhaltung gipfelte in der Ermordung von 30 israelischen Zivilisten an Pessach in einem Hotel in Netanya, wobei noch 140 Menschen verletzt wurden. Die IDF begann dann eine Militäroperation, die sich gegen das Zentrum der Anschläge, einem Viertel im Flüchtlingslager Jenin richtete. Nach drei Wochen Kämpfen betrug die Zahl der palästinensischen Opfer – zumeist Bewaffnete – etwa 54. 23 israelische Soldaten wurden getötet. Es war eine der ersten Reaktionen einer demokratischen Armee auf Selbstmord-Jihad, eine bemerkenswert vorsichtige dazu.

Die Traditionsmedien im Westen wiederholten die falschen palästinensischen Anschuldigungen nazihafter Massenhinrichtungen von Zivilisten. Viele stellten es als Angriff auf die gesamte Stadt Jenin dar. Schließlich, als die Journalisten die Chance hatten den 5 Block großen Bereich in dem Lager zu sehen, fanden sie für keine einzige palästinensische Behauptung eine Bestätigung. Doch statt zu widerrufen legten noch einige, zusammen mit ihren Verbündeten NGOs, eins drauf. „Beweise für Massker nehmen zu … erschreckend.“ Demonstrationen gegen Israel in Europa ließen Leute nachgemachte Selbstmord-Bombengürtel tragen, um Solidarität mit den Palästinenser zu zeigen. Sie bejubelten ihren Feind für dessen niederträchtigste Taten. Es war eine verrückte Eigentor-Politik.

Das vierte Beispiel des Kriegs mit dem Jihad betraf den Skandal um die „dänischen Mohammed-Karikaturen“ im Februar 2006. Die dänische Tageszeitung Jyllands Posten veröffentlichte zwölf Karikaturen, die den Propheten Mohammed darstellten. Mehrere Monate später bemühte sich eine Gruppe radikaler dänischer Imame den Protest zu verstärken. Schließlich anmierten sie die globale muslimische Straße mit einem „Tag des Zorns“, nicht nur in muslimischen Länldern, sondern auch in einigen westlichen Hauptstädten. Diese Demonstrationen verurteilten die dänische Zeitung wegen Blasphemie und in einigen Fällen erklärten die Jihadisten offen ihre Absicht den Westen zu erobern und zu unterwerfen. Eine Muslimische Straße war in Europa erwachsen geworden.

Das war eine Auffrischung des Versuchs die Gesetze der Scharia in die westliche Welt hinein auszudehnen. Die erste Runde lief 1989, als der Oberste Revolutionsführer im Iran, Ayatollah Ruhollah Khomeini, eine Fatwa gegen den britisch-indischen, in London lebenden Romanautor Salman Rushdie erließ. Muslime versuchen das Verhalten von Ungläubigen in der westlichen Welt zu regulieren, besonders Ehrerbietung einzufordern. Tatsächlich überschlugen sich westliche Führungspolitiker sich für die Beleidigung der Muslime zu entschuldigen. Als Demonstration des Verständnisses für die Beleidigung setzten Westler die eher milden dänischen Karikaturen mit Juden dämonisierenden Nazi-Karikaturen gleich.

Wie hätte der Westen in diesen Fällen reagieren sollen?

Landes antwortet: Mit der Verantwortung dafür tragen die Traditionsmedien eine sehr schwere Last. Journalisten und Redakteure hätten berichten müssen, was die Palästinenser auf Arabisch sagten, besonders ihre völkermörderischen Jihad-Tiraden zur Beherrschung der Welt. Sie hätten zudem über die umfangreichen Drohungen und Einschüchterungen berichten müssen, die die Palästinenser gegen sie richteten, um sie davon abzuhalten die dunkle Seite der palästinensischen Kultur und Taten zu berichten. Sie hätten wenigstens ein Mindesmaß an professionellen Bedenken aufrecht erhalten müssen. Die Medienmeute versagte auf höchste spektakuläre Weise.

Charles Enderlin, der Korrespondent der französischen Presseagentur AFP, machte aus dem Al-Durah-Videomaterial einen viralen „Nachrichtenbericht“. Stattdessen hätte er den Kameramann feuern müssen, der die Bilder inszenierte. Danach hätte Enderlin einen Bericht darüber senden müssen, wie ein arabischer Kameramann westliche Ausrüstung benutzte, um Kriegspropaganda zu filmen. Mit dieser Art von Berichterstatung wäre es Westlern einfacher gefallen zu begreifen, dass der Ausbruch der „Intifada“ der Beginn eines globalen Jihad gegen den Westen war und sie nicht mit offenen Armen empfangen.

Die Intifada war die Antwort der palästinensischen Araber auf die Prinzipien des im Gesamtergebnis positiven Friedens von Oslo, in den in den 1990-ern so viele Progressive so viel Energie gesteckt hatten. Stattdessen ließ diese Berichterstattung in den Medien die Mentalität aufkommen, die die meisten westlichen Eliten immer noch beherrscht. Im Jahr 2000 übernahmen westliche Progressive, als sie sich auf die Seite der palästinensischen Araber schlugen, das fatale Prinzip: Wenn Jihadisten eine Demokratie angreifen, dann macht dafür die Demokratie verantwortlich.

Zugegeben: Präsident Bush musste die Feindseligkeit der amerikanischen Öffentlichkeit gegenüber ihren Muslimen beruhigen. Doch Wissenschaftler hätten mit einem Lehrplan herausrücken müssen, wie man Kalifastaats-Anhänger, d.h. Muslime, die glauben, dass die Zeit dafür gekommen ist, dass der Islam die Welt beherrscht, zu verstehen. Das hätte auch ein technisches Vokabular für die arabischen Begriffe beinhalten müssen, das diese Muslime verwenden und das sie daher verstehen und glauben.

Das 9/11-Denkmal in New York hätte als großes Zentrum für solches Lehren aufgebaut werden müssen. Es sollte den Leuten helfen zu verstehen, was muslimische Massenmörder motiviert. Stattdessen vermeidet es unter dem Druck „moderater“ Kalifats-Anhänger jegliche Diskussion über die Täter.

Intellektuelle der Öffentlichkeit hätten Debatten darüber führen müssen, wie man zwischen moderaten Muslimen – die ihre Religionsfreiheit genug zu schätzen wissen, um anderen dieselbe Freiheit zuzugestehen – von denen unterscheidet, die diese Religionsfreiheit missbrauchen, um zu planen sie anderen zu nehmen. Journalisten hätten den Begriff „Terrorist“ verwenden müssen, um diejenigen Muslime zu beschreiben, die sich bewusst Zivilisten zum Ziel nehmen. Sie hältten erklären sollen, dass jemand, der die Welt erobern und andere unter Scharia-Apartheidsregeln unterjochen will, nicht einmal ansatzweise ein „Freiheitskämpfer“ ist.

Soweit es den Fall Jenin angeht, hätten westliche Medien sich zurückhalten und palästinensischen Behauptungen von einem angeblichen massaker keinerlei Glaubwürdigkeit geben dürfen, bis Belege zur Verfügung standen. Sie hatten bereits umfangreiche Erfahrung mit unzuverlässigen palästinensischen Quellen. Die Medien hätten der Öffentlichkeit erklären müssen, warum dieses besondere Ziel in Jenin ausgewählt wurde. Dann hätten westliche „Progressive“ ihren Feinden vielleicht nicht zugejubelt.

Westler hätten, wären sie anständig informiert worden, zumindest verstanden, dass diese Selbstmord-Jihadisten auch sie im Visier hatten. Als das Lager in Jenin für Journalisten geöffnet wurde, hätten diese die niedrige Zahl an Toten, den hohen Anteil palästinensisch-arabischer Kämpfer unter ihnen und die beispiellosen Opfer der IDF-soldaten berichten sollen, um die Kollateral-Toten unter den Zivilisten niedrig zu halten. Sie hätten detailliert die Beweise für den palästinensischen Todeskult des Selbstmord-Terrors diskutieren müssen, wie er auf Postern und im Fernsehen übertragenen Predigten zum Ausdruck kommt, die in der palästinensischen Gesellschaft so weit verbreitet ist.

Zum Skandal der dänischen Karikaturen sagt Landes: Westliche Sprecher hätten die Impresarios der „Tage des Zorns“ verurteilen sollen. Die muslimischen Hetzer fertigten drei zusätzliche Karikaturen, die weit blasphemischer waren als die der Dänen. Dazu gehörte „Mohammed als Schwein“, „Mohammed wird beim Gebet von einem Hund anal genommen“ und „Mohammed als Pädophiler“.

Mit Tadelung der wahren Blasphemie hätte der Westen die Bühne für ernste und reife Dikussion mit intelligenten Muslimen bereiten können, von denen es reichlich gibt. Diese Leute fanden Hetze der radikalen Imame sowohl gefährlich als auch lächerlich. Stattdessen machten öffentliche Persönlichkeiten im Westen, selbst in Sicherheitskreisen, aus Kalifats-Anhängern wie CAIR in den USA und die MAB in Großbritannien Moderate und suchten ihren Rat, wie man sich der muslimischen Gemeinschaft annähern soll. Sie ignorierten die wirklich moderaten, friedliebenden Muslime, die in ihren eigenen Gemeinschaften ausgegrenzt wurden. Die westlichen Eliten stellten sich am Ende auf die Seite unserer Feinde, der Kalifats-Anhänger. Es war ein gewaltiger Akt kollektiver Unterwerfung.

Wie sehen die Folgen des Scheiterns des Westens aus so zu reagieren, wie er es getan haben sollte?

Landes erklärt, dass der Westen durch dieses Versagen wichtiges Terrain im globalen öffentlichen Raum verlor: Im Aufschwung bis zum Jahr 2000 hofften die meisten Progressiven, unabhängig von ihren Vorbehalten, auf eine staatsbürgerliche globale Öffentlichkeit im neuen, ersten globalen Jahrtausend, das auf positiven Summenprinzipien beruhte. Statt einen aufrichtigen progressiven Diskurses mit viel Raum für Meinungsverschiedenheiten auszuweiten, gaben die Progressiven hingegen einem moralisch und kognitiv verwirrten Diskurs Raum, der die palästinensisch-arabische Sache – ausgerechnet auf dem Höhepunkt ihre Selbstmord-Terrorkampagne – zu „Lithmus-Test liberaler Legitimation“ machte. Pazifisten wie Judith Butler begrüßten sogar Hamas und Hisbollah als Teil der globalen progressiven Linken.

Diejenigen, die diesem Unsinn widerprachen, verstummten. Andere nahmen in aller Stille den Faden auf, der moralische Schlüsselfragen umkehrte, indem sie den unbewussten „humanitären Rassismus“ westlicher Progressiver ausnutzten. Die Progressiven blickten von ihrem moralischen hohen Ross herab und bemitleideten diese „armen, geknechteten“ palästinensischen Araber. Sie überlegten, dass diese Leute keine moralische Instanz haben und daher „keine Wahl“, außer sich selbst umzubringen um israelische Zivilisten zu masskarieren. Diese humanitären Rassisten sahen sich an, wie boshaft die Palästinenser waren und schüttelten traurig den Kopf: „Welche Wahl haben sie denn … angesichts dessen, wie grausam ihr Israelis seid?“ Dann machten sie einer derart widerlichen Sache anzuhängen zum Eintrittspreis zu progressiven Kreisen. Keine effektive Stimme erhob sich, um sich dem entgegenzustellen.

Stattdessen hätte der Westen Wege finden müssen den Riss innerhalb seiner eigenen Gesellschaften zu heilen. Damals verfügte der demokratische Körper immer noch über etwas Bindekraft. Sie hätten sich auf ein paar grundlegende Vereinbarungen zu den Spielregeln zwischen Links und Rechts, zwischen konservativ und progressiv einigen müssen. Stattdessen internalisierte der Westen den „Zusammeprall der Zivilisationen“ als Form von kulturellem AIDS. Die Anhänger dieser kulturellen Desorientierung über Kalifatsanhänger spielten die Rolle der weißen Blutkörperchen, die nicht den Eindringling bekämpfen, sondern den Boten, der das Eindringen berichtet. Sie betrachteten die natürliche Reaktion auf das „rückt zusammen, wir werden angegriffen“ als erbärmlich. Jeder, der sich wegen des Islam sorgte, dieser angeblichen Religion des Friedens, war fremdenfeindlich und islamophob. Das passiert immer noch.

Die Angst als Islamophober bezeichnet zu werden übt im Westen des 21. Jahrhunderts erstaunlichen Einfluss aus. Diese Angst hat zum Beispiel seit mehr als einem Jahrzehnt Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in mehr als einer britischen Stadt davon abgehalten eine Gruppe örtlicher Muslime weiter britische Mädchen als Gruppe zu vergewaltigen und zur Prostitution zu zwingen – in den Augen dieser Muslime sind „ungläubige“ Mädchen, Sexsklavinnen. Dieses Schweigen und das Versagen der Behörden einzugreifen war verheerend.

Dass ein solch nebulöses – wenn nicht gar boshaftes – Wort wie „Islamophobie“ heute in der westlichen Öffentlichkeit so viel Macht hat, ist eine Katastrophe für unsere Fähigkeit klar zu denken. Es ist ein großer Teil der zunehmend sichtbaren Spaltung in so vielen Demokratien, zwischen dem Volk auf der einen und seinen Eliten auf der anderen Seite. Die Eliten betrachten die offensichtliche Selbstverteidigung der Tribalisten als erbärmlichen Populismus, während einfache Leute das dogmatische und selbstmörderische Beharren der Elite auf Appeasement entweder als dumm oder als Verrat betrachten. Die Reaktion der Elite auf Israels Operation in Jenin kann so zusammengefasst werden: „Wer seid ihr, dass ihr euch gegen die Aggression von Kalifatsanhängern wehrt? Wisst ihr nicht, dass sie das böse macht?“ Tatsächlich sagten sie das jedem.

Wie betrachten Sie Trumps Einstellung zu den palästinensischen Arabern?

Heute besteht der traurige Witz darin, dass Trump, der krude Spielplatz-Rüpel, bei weitem die vernünftigste Nahost-Politik hervorgebracht hat, sowohl was die Vorsicht gegenüber mehrheitlich muslimischen Nationen dort drüben und seiner Einstellung gegenüber den palästinensischen Arabern angeht. Die Palästinenser sind in der Lage gewesen die Friedensverhandlungen mit den Israelis zu zerrütten und Israel in den letzten 20 Jahren wiederholt dafür verantwortlich zu machen, zweimal in der Zeit von Obama. Das veranschaulicht, wie durchgeknallt die „Friedensindustrie“ geworden ist. Ihre insgesamt positive Logik – Land für Frieden – steht im Dienst eines arglistigen Partners, der Land für Krieg will.

Trumps Deal des Jahrhunderts ist eigentlich die Art von Lösung zu diesem Problem, die offensichtlich für jeden, der nicht der Vorstellung hörig ist, die Palästinenser müssten um ihrer Ehre willen die gesamte „Westbank“ zurückbekommen und dass die „Zweistaatenlösugn“ die einzig mögiche Lösung für den Konflikt ist.

Fakt ist: Die Palästinenser sind noch nicht bereit für die Eigenstaatlichkeit, eine Tatsache, die vom aktuellen hysterischen Antizionismus verschleiert wird. Die politische Kultur der palästinensischen Araber ist mehr als ein halbes Jahrhundert lang von gewalttätigen Gruppen bestimmt worden, die Hass und Völkermord predigen, systematisch ihre eigenen Kinder missbrauchen und ihr Volk opfern. Das Konzept der Zweistaatenlösung mag der allerdümmste idiotische Gedanke des Westens sein, auch wenn sie derzeit weithin fast als Dogma anerkannt ist. Solch eine Lösung wäre netter und sogar passend. Die Palästinenser sind allerdings nicht einmal annähernd in der Lage einen demokratischen Staat zu gründen. Autonomie in den Gebieten, in denen die palästinensischen Araber am einwohnerstärksten sind, wäre genau genommen großzügig. Dort können sie an der Verbesserung ihrer bürgerlichen Fähigkeiten arbeiten, die so lange unter den Bedingungen westlicher Verehrung vernachlässigt wurden.

Doch insgesamt verlieren Länder, die von der Verfassung zu Fairness und Gleichheit vor dem Gesetz verpflichtet sind, gegenüber einer mittelalterlichen Millenial-Bewegung an Boden, die zum Teil aus den Höhlen Afghanistans kamen. Was immer uns innerhalb der demokratischen Gemeinwesen trennt, fordert keinen Krieg; was uns tatsächlich vereint ist unsere besonders produktive Art mit Unterschieden umzugehen. Aber in vielen Demokratien scheint eine Verschiebung in einen tribalistischen „Wir gegen die“-Teammodus stattzufinden, auch in den USA und Großbritannien. Das ist eine Katastrophe. Tatsächlich wird damit genau der Zusammenprall der Zivilisationen internalisiert, von dem so viele Eliten nicht einmal anerkennen wollen, dass er im Gang ist.

Die Traditionsmedien sind bezüglich des Konflikts „zwischen dem Fluss und dem Meer“ nur sehr marginal besser geworden, zumeist dank bohrender Beobachter-Organisationen wie CAMERA und HonestReporting. Aber jedes Mal, wenn Blut vergossen wird, kehren diese Medien schnell in ihre alten, tödlichen Gewohnheiten zurück, mit denen sie jihadistischen Hass samt seiner Darstellung palästinensischen Leidens füttern und demokratische Kräfte spalten.

Al-Durah war der Sieg einer Fake-News-Kampagne, die heute immer noch blüht; die große Mehrheit der Nachrichten passt in das Narrativ des israelischen Goliath gegen den palästinensischen David. Heute sehen wir, wie sich diese Art Fake-News – oder Interessen-Journalismus – in die innenpolitischen US-Nachrichten ausbreiten. Von Fox über CNN bis MSNBC finden wir eine Art voreingenommener Zügellosigkeit sowohl in der Terminologie als auch bei „Fakten“, die die Art von Angriff wiederholen, die Israel seitens westlicher Medien in früheren Jahrzehnten erlitt.

Jedes Wesen, dessen Augen und Ohren – im Fall westlicher Demokratien die Nachrichtenmedien –sich selbst betrügen, wird nicht lange überleben, besonders wenn es ernsthafte Feinde hat. Der Coronavirus präsentiert uns einen Stresstest dazu, wie robust und genau unser Informationssystem agiert. Bisher ist das nicht ermutigend.

Der antiisraelische/propalästinensische Journalismus füttert den Diskurs der Kalifatanhänger, in dem Israel schlecht und schuldig und die palästinensischen Araber gut und unschuldig sind. Die gesamte BDS-Kampagne gründet auf den Fake News, die „progresisve“ Interessen-Journalisten und „Menschenrechts“-Aktivisten in dieser Regiion besonders seit dem Jahr 2000 generieren. Der israelische Journalist Ben Dror Yemini hat das die „Lügen-Industrie“ genannt. Die aktuelle Macht von BDS, obwohl so viele ihrer Behauptungen widerlegbar sind, legt nahe, dass es ein wichtiges Publikum gibt, das nach Geschichten lechzt, in denen Juden sich übel verhalten. Woher kommt diese boshafte Freude an Israels moralischer Abwertung?

Die aktuelle Welle an Judenhass im Westen, die erste seit den Nazis, begann im Jahr 2000, als verrückte Journalisten wie die Französin Catherine Nay verkündeten, das Bild Mohammed al-Durahs lösche und ersetze das Bild des Jungen im Warschauer Ghetto. Das Ersetzungsnarrativ der Progressiven und der Kalifatsanhänger – „Israel gleich Nazis, Palästinenser gleich Juden“ – vergiftet den Westen weiterhin. Unter den Umständen der Corona-Pandemie, in denen ein uraltes und durchgängiges Verlangen die Juden für Unglück verantwortlich zu machen lockt, bedroht diese Art toxischen Diskurses weiterhin jeden, einschließlich der Judenhasser.

Landes schließt: Israel ist offensichtlich das Hauptziel der palästinensischen Kriegspropaganda und leidet zuerst. Israels weit verbreiteter negativer Ruf ist heute in der britischen Labour Party Mainsttream und erreicht den öffentlichen Diskurs einiger Präsidentschaftskandidaten der Demokraten in den USA. Das ist ein direktes Resultat einer steten Diät tödlichen Journalismus zu Israel.

Dennoch ist Israel kaum das einzige oder gar Hauptopfer der törichten Entscheidungen, in im Westen in der Öffentlickeit getroffen werden. Progressive jubelten, als die aufkommende arabische Kultur von völkermörderischen Jihadisten gekapert wurde, die ihre Kinder einer Gehirnwäsche unterzogen. Diese angeblichen Friedensbefürworter übernahmen ein Narrativ, das ein palästinensisches Friedeslager unmöglich machte.

Ironischerweise hat der Schlag gegen die Juden sowohl in Israel als auch in der Diaspora auch eine positive Auswirkung auf alles, von der Weiterentwicklung israleischer Militärtechnik zur Vermeidung ziviler Opfer weit über die anderer Armeen der Welt hinaus, bis zur Vermehrung von NGOs, die sich ehrlich progressiven Dingen widmen.

Angesichts der Umstände ist Israel das progressivste Land der Welt, voller Probleme und Widersprüche, aber auch eine ständige Quelle progressiver Ansätze für Problemlösungen, darunter alle möglichen Arten von Therapien. Daher ist um so bemerkenswerter, dass es einen weit verbreiteten Ruf als rassistisches, Apartheid und Völkermord betreibendes Monster hat, das nicht existieren sollte. Zugegebenermaßen ist das das, was die Kalifatanhänger glauben. Aber die sind wohl kaum progressiv. Was kann erklären, dass Progressive, Menschen die Israels Werte unterstützen, diesem dämonisierenden Narrativ zustimmen?

[1] Dummheit zählt: Ein Mittelalter-Führer für das 21. Jahrhundert