Wo sind die palästinensischen Friedensgruppen? Wer lehrt die Palästinenser Frieden?

Elder of Ziyon, 26. April 2020

Wo sind die palästinensischen Friedensgruppen? Und warum stellt niemand diese Frage?

Von den American Friends of Combatants for Peace:

Unsere 15. jährliche gemeinsame israelisch-palästinensische Gedenkfeier wird von Combatants for Peace and Parents Circle mit organisiert – Familien-Forum am Yom Hazikaron (israelischer Gedenktag) abgehalten. Unsere Feier fordert das traditionelle Narrativ von Opfer und Trennung heraus und bringt Menschen zusammen, die erklären: „Krieg ist kein Akt des Schicksals – sondern eine Entscheidung des Menschen!“

Yom Hazikaron, der israelische Gedenktag, ist in Israel ein heiliger Tag. Fast jede israelische Familie hat jemanden in dem Konflikt verloren und zusammen kommen sie, um diesen geliebten Menschen zu gedenken. Traditionell ignorieren die Israelis allerdings das Leid der palästinensischen Familien. In der Tat sind die offiziellen israelischen Feiern gekennzeichnet von einem Narrativ der Hoffnungslosigkeit; es wird akzeptiert, dass „wir durch unsere Schwerter leben oder sterben müssen“. Das führt zu tief gehendem Schmerz, schürt die Verzweiflung, die heute in beiden Gesellschaften vorherrscht.

Wenn Palästinenser und Israelis diesen Status quo herausfordern und zusammenkommen, um einander anzuerkennen und zu gedenken – zusammen werden wir anfangen eine neue Realität aufzubauen, die auf gegenseitigem Respekt, Würde, Gleichberechtigung, Freiheit und Frieden gründet. Auf diese Weise übernehmen wir Verantwortung, fordern unser eigenes Gefühl des Opfer seins heraus und noch besser: wenden ein Gefühl der Sinnlosigkeit in Stärkung und Hoffnung.

Bei der Betrachtung der Organisationen, die diese Veranstaltung sponsern, sehe ich jede Menge linke jüdische und sogar antizionistische Organisationen und sich sehe ein paar israelische Organisationen, aber ich sehe nicht eine einzige Organisation, die in den palästinensischen (oder irgendwelchen arabischen) Gebieten ihren Sitz hat:

Die aufgeführten verbundenen jüdisch-arabischen Organisationen haben alle ihren Sitz in Israel.

Sie haben keine einzige arabischsprachige Internetseite. Standing Together hat Hebräisch und Englisch; Other Voice spricht eindeutig nur für linke Israelis.

Es gibt eine Reihe Palästinenser, die bei Combatants For Peace mitmachen. Ich habe zwar nicht ausgiebig gesucht, konnte sie aber in den sozialen Medien nicht finden. Ich habe nur sehr wenige Erwähnungen von ihnen in arabischen Medien gefunden. Und ich konnte kein einziges Mal dabei finden, wie sie öffentlich mit anderen Palästinensern über Frieden mit Israelis redeten.

Jede Menge von diesen friedliebenden Palästinensern kommen jedoch in Staaten des Westens,  um darüber zu reden, wie sehr sie Gewalt hassen. Amerikanische Juden und westliche Liberale fressen ihnen aus der Hand. Es scheint so, als würde zu sagen, dass man Frieden will, für ein Segment der palästinensischen Gesellschaft ein sehr guter Karrierezug ist.

Die Botschaft, die sie bringen, lautet – von dem her, was sie sagen – dass Terrorismus schlecht ist – aber nur Israel ist für den fehlenden Frieden verantwortlich. Eine überwältigende Anzahl der Einträge dieser Organisationen in den sozialen Medien stellen sich gegen Israel. Ich sehe keinerlei Kritik an der palästinensischen Autonomiebehörde dafür, dass sie Terroristen und ihre Familien bezahlen oder Terror glorifizieren. Ich sehe keinen Schmerz darüber, dass palästinensische Kinder zum Hass aufgezogen werden.

Vielleicht habe ich hier oder da einen Post verpasst, aber die Grundbotschaft lautet nicht, dass beide Seiten unter Druck gesetzt werden müssen eine Umgebung für Frieden zu schaffen, sondern nur Israel – eine Botschaft, dass die Israelis und linke jüdische Organisationen nur allzu gerne puschen. Unter der Oberfläche gibt es weder eine Gleichsetzung in der Botschaft noch des Publikums. Beide Seiten stimmen überein, dass Israel die Schuld gegeben werden muss, zumindest auf der Grundlage dessen, was ich finden kann.

Wo sind die palästinensischen Friedensorganisationen, die auf Arabisch zu arabischem Publikum sprechen? Wo sind die Graswurzel-Bewegungen, die Verantwortung von Palästinenserführern fordern?

Leider kennen wir die Antwort. Die wenigen Palästinenser, die öffentlich von echtem Frieden und Koexistenz mit Israel und palästinensischer Verantwortung gesprochen haben – darunter Bassam Eid, Khaled Abu Toameh, Mohammed Djaani Daoudi – werden bedroht, eingeschüchtert und manchmal angegriffen.

Würden diese Gruppen laut die palästinensische Gesellschaft oder Führung wegen Mentalität kritisieren, dann könnten sie vielleicht den Anspruch erheben wirklich überparteilich – und aufrichtig an Frieden interessiert – zu sein.