Israel leidet weiter unter dem Hass-Virus, obwohl es arabische Leben rettet

Melanie Phillips, 8. Mai 2020

Während Länder rund um die Welt damit kämpfen die Covid-19-Krise in den Griff zu bekommen, sind Israels Leistungen bislang bemerkenswert gewesen.

Die Sterblichkeitsrate durch den Virus ist im Verhältnis zu seiner Bevölkerung erheblich niedriger als die in anderen Ländern wie Großbritannien, Schweden oder den Vereinigten Staaten. Der wichtigste Grund dafür besteht darin, dass der Virus mit der Art von mutigem, strategischem Herangehen angegangen wird, mit dem das Land sich gegen seine physischen Feinde wehrt.

Diese Woche begann Israel, weil die Fälle der Neuinfektion auf ein paar Dutzend sanken, eine ganze Reihe von Einschränkungen der öffentlichen Aktivitäten aufzuheben. Viele haben jedoch Angst, dass der Ausstieg des Landes aus dem Lockdown zu schnell und zusammenhanglos erfolgt und vielleicht die Infektionsrate wieder außer Kontrolle geraten lässt.

Abgesehen davon hat Israels Verteidigung gegen diesen unsichtbaren Feind auch etwas Positives hervorgehoben, das vorher nicht voll gewürdigt wurde.

Tausende israelisch-arabischer Gesundheits-Mitarbeiter haben ihr eigenes Leben riskiert, indem sie an der Seite ihrer jüdischen Kollegen Virus-Patienten behandelten.

Es hätte kaum eine anschaulichere Demonstration der Gleichheit und Unverzichtbarkeit geben können und das wird von Israels Juden wie Arabern registriert worden sein. Es hat die Bedeutung der israelischen Araber im Gesundheitssystem des Landes plastisch verdeutlicht, die darin 17 Prozent der Ärzte, 24 Prozent der Pflegekräfte und 48 Prozent der Pharmazeuten stellen.

Das könnte tiefgreifende politische Folgen in einer Gesellschaft haben, in der der Status der israelischen Araber, die 20 Prozent der Bevölkerung stellen, eine empfindliche Quelle gegenseitigen Misstrauens, Übertreibung und Ablehnung ist.

Israels herausragende bisherige Erfahrung mit dem Coronavirus könnte auch globale Auswirkungen haben. Anfang dieser Woche versprach Premierminister Benjamin Netanyahu auf einer internationalen Konferenz für Gelder zur weltweiten Bekämpfung des Virus eine Spende von $60 Millionen.

Er erklärte, wobei er mit Israels Fachwissen in Wissenschaft, Forschung und Innovation prahlte: „Wir hoffen mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um unsere einzigartigen Fähigkeiten zu nutzen und Lösungen zu finden, die allen nützen.“

Mit diesem Angebot versuchte Netanyahu auch Israels Bilanz bei der Bekämpfung des Virus wirksam einzusetzen, um die weltweite Feindseligkeit gegenüber seinem Land zu reduzieren.

Es kann wenig Zweifel geben, dass selbst relativ unfreundliche Länder begierig auf Israels Erfolge schielen. Diese Woche kündigte das Verteidigungsministerium an, dass das Israel Institute for Biological Research eine bahnbrechende wissenschaftliche Entwicklung bei der Identifizierung eines Abwehrstoffes gemacht hat, der den Covid-19 neutralisiert.

Ob sich das als globaler Lebensretter erweisen wird oder nicht: Es kann wenig Zweifel geben, dass Israel in der wissenschaftlichen Anstrengungen zur Entwicklung eines Impfstoffes, von Gegenmitteln und Tests zur Bekämpfung des Virus mit an der Spitze steht.

Die Hoffnung, dass solche Leistungen die antiisraelische Feindseligkeit in Freundschaft verwandeln wird, dürfte allerdings etwas zu optimistisch sein. Und ja, es gab einen „fliegendes Schwein“-Moment, als die Vereinten Nationen Israel tatsächlich, zusammen mit den palästinensischen Arabern, wegen der „nie da gewesenen Kooperation zu Anstrengungen zur Eindämmung der Epidemie“ lobten.

Israels Bemühungen dazu sind in der Tat unermüdlich gewesen.

Geschätzte 40.000 Arbeiter aus den umstrittenen Gebieten sind Genehmigungen gewährt worden bis zum Ende des Ramadan in Israel zu bleiben. Der Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) hat ihnen sicheren Transit von ihren Wohnorten zu ihren Arbeitsplätzen über die Grüne Linie zugesagt. Israelische Arbeitgeber sind dafür verantwortlich diesen Arbeiter Unterkunft zu geben sowie sie mit Schutzmasken und Handschuhen auszurüsten. Die israelischen Behörden stellen ihnen sogar die Krankenversicherung.

Solche Kooperation findet sogar im von der Hamas geführten Gazastreifen statt – der Quelle nicht endender mörderscher Angriffe auf Israel. COGAT ermöglicht dort nicht nur die Lieferung internationaler Hilfen wie Testausrüstung, Schutzkleidung, Desinfektionsmitteln, medizinischer Bestände und anderer humanitärer Versorgungsgüter. Zusätzlich sind dutzende Ärzte, Pfleger und anderes medizinisches Personal von israelischen Teams darin ausgebildet worden mit Covid-19 infizierte Patienten zu behandeln.

Eine Trainingseinheit für rund 20 medizinische Mitarbeiter aus dem Gazastreifen wurde von einem Team des medizinischen Zentrums Scheba in Ramat Gan über mehrere Stunden am Übergang Erez durchgeführt. Zusätzlich wurde einer Gruppe erlaubt den Gazastreifen zur Ausbildung am medizinischen Zentrum Barzilai in Aschkelon zu verlassen und medizinisches Personal beider Seiten haben Konferenz gemeinsame Telefonkonferenzen abgehalten.

Richard Kemp, Großbritanniens ehemaliger Oberkommandierender in Afghanistan und heute unermüdlicher Fürsprecher Israels, hat ebenfalls das nie da gewesene Ausmaß einer solchen Kooperation mit israelischen Arabern festgestellt.

In ihren Dörfern, schreibt er, werden bei jungen Einheimischen Uniformen der israelischen Verteidigungskräfte oft als provokativ betrachtet. An solchen Orten, soweit sie von Israels Gesundheitsministerium als Virus-Brutstätten identifiziert werden, haben jedoch der Einsatz muslimischer IDF-Soldaten und sorgfältige Kommunikation mit Dorfführern bisher geholfen unerwünschte Vorfälle zu verhindern.

In einigen Fällen haben muslimische Zivilisten, die offizielle Rollen ausfüllen, sogar fluoreszierende Westen mit Markierungen des IDF Heimatfront-Kommandos getragen, was nach Kemps Beobachtung „etwas ist, das man normalerweise nicht hört und auf das Verständnis der Notwendigkeit des Zusammenrückens hinweist“.

Die IDF hat zudem mehr als 100.000 Lebensmittelpakete an israelische Araber in Orten verteilt, in denen es beträchtliche Virus-Ausbrüche gegeben hat. Und in ganz Israel sind aus Hotels Isolierstationen gemacht worden, die auf für sich allein stehende Gemeinschaften wie Muslime oder orthodoxe Juden zugeschnitten sind. In Jerusalem wurde zum Beispiel ein Hotel in ein Halal-Quarantänezentrum für muslimische Einwohner verwandelt, die aus dem Ausland zurückkommen.

Trotz all dem gibt es kaum Zeichen einer Aufweichung bei denen, die üblicherweise auf Israel eintreten. Elf europäische Botschafter in Israel, einschließlich derer des Vereinten Königsreichs, Deutschlands, Frankreichs und der Europäischen Union, haben Israel mit ernsten Konsequenzen gedroht, wenn es mit der Annexion von Teilen der Westbank weiter macht.

Einmal mehr haben sie die tendenziöse Behauptung nachgeplappert, ein solcher Zug stelle eine Verletzung des Völkerrechts dar. In Großbritannien haben fast 130 Parlamentarier an Premierminister Boris Johnson geschrieben und ihn gedrängt Wirtschaftssanktionen zu verhängen, wenn Israel diese Gebiete annektiert. Es hat sich da also nichts geändert.

Israel hat zudem die Europäische Union wutentbrannt gerügt, weil sie den Palästinensern sagte, Verbindungen zu Terrororganisationen würden nicht automatisch die Teilnahme an einem von der EU finanzierten Programm ausschließen.

Und natürlich wird weiter von den üblichen Verdächtigen der antiisraelischen Medien geschossen. Die Washington Post forderte vor kurzem, dass Israel „die Belagerung des Gazastreifens aufhebt“, um sicherzustellen, dass „palästinensische Ärzte und Krankenpfleger die Ressourcen haben, die sie brauchen, um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Patienten sicherstellen zu können“.

Wie üblich plappert sie gedankenlos die Propaganda nach, ohne sich darum zu kümmern einen Blick auf die Fakten zu werfen. Es hat sich also hier nichts geändert.

Was die palästinensischen Araber selbst angeht, so diffamieren ihre Führer Israel weiterhin mit Bosheit und Ritualmordlügen, obwohl es ihnen hilft das Leben von Palästinensern zu retten.

Mohammed Schtayyeh, Premierminister der palästinensischen Autonomiebehörde, hat behauptet, dass einige israelische Soldaten „versuchen den Virus über die Türgriffe von Autos zu verbreiten“, während offizielle PA-Publikationen behaupten Israel versuche palästinensische Häftlinge zu kontaminieren.

Derweil verhafteten Hamas-Sicherheitskräfte letzten Monat mehrere Friedensaktivisten wegen Hochverrats, nachdem sie an einem zweistündigen Zoom-Onlinetreffen mit israelischen Aktivisten teilnahmen, um Themen von gemeinsamem Interesse zu diskutieren, darunter den Virus. Das Hamas-Innenministerium beschuldigte sie „einen Normalisierungsaktivität mit der israelischen Besetzung veranstaltet“ zu haben.

Als Zeichen, dass aus etwas Schlechtem etwas Gutes entstehen kann, schein es so, als verursache diese Pandemie Schritte gewöhnlicher Israelis und palästinensischer Araber hin zu Koexistenz mit israelischen Juden.

Wie auch immer, angesichts der tiefen Irrationalität des Israelhasses sowohl im Westen als auch in der arabischen und muslimischen Welt wird es mehr brauchen als unzählige von Israel vor dieser Seuche gerettete Araber und andere, damit sich die Haltung ändert.