Die Schlacht von Covadonga: Ein in Spanien eingepflanztes „Senfkorn“ christlicher Befreiung von muslimischer Herrschaft

Raymond Ibrahim, 28. Mai 2020

Ein Denkmal für Pelayo, das der Stelle Covadonga gedenkt.

Vor fast 1.300 Jahren, am 28. Mai 722[*], wurde eine kleine, aber überaus wichtige Schlacht geschlagen, die für die nächsten achthundert Jahre christlich-muslimischer „Koexistenz“ in Spanien bestimmend war: die Schlacht von Covadonga.

Zehn Jahre zuvor waren Araber und Afrikaner – „Mauren, unter dem Banner des Islam – „gottlos in Spanien eingedrungen, um es zu zerstören“, wie es in einer Chronik von 754 heißt. Einmal auf europäischem Boden angekommen „verwüsteten sie herrliche Städte, verbrannten sie mit Feuer; verurteilten Herrscher und mächtige Männer zum Kreuz und schlachteten Jugendliche und Kleinkinder mit dem Schwert“.

Nachdem sie in der Schlacht von Guadalete – „nie gab es im Westen eine blutigere Schlacht als diese“, schrieb der muslimische Chronist al-Hakam, „denn die Muslime zogen ihre Krummsäbel drei Tage lang nicht von ihnen [den Christen] zurück“ – auf Spaniens westgotische Adlige trafen und sie besiegten, rückten die Invasoren in Spanien weiter Richtung Norden vor, „wobei sie keinen Ort passierten, den sie nicht reduzierten und seinen Wohlstand in Besitz zu nehmen, denn der allmächtige Allah hatte die Herzen der Ungläubigen mit Schrecken geschlagen.“

Solcher Schrecken (Terror) wurde entsprechend des Koran (Sure 3,151; Sure 8,121 usw.) bewusst kultiviert. Zum Beispiel schlachteten, kochten die Invasoren christliche Gefangene und gaben vor sie zu essen, während sie andere freiließen, die entsetzt flohen und „das Volk von Andalus [Spanien] informierten dass die Muslime sich von menschlichem Fleisch ernähren“, womit sie „in nicht geringem Maße zur Verstärkung der Panik der Ungläubigen beitrugen“, schrieb al-Maqqari, ein weiterer muslimischer Chronist.

Entgegen der Behauptung, dass Spanien leicht kapitulierte, weil die muslimische Herrschaft nicht schlimmer und möglicherweise der westgotischen Herrschaft vorzuziehen war, vermerken sogar muslimische Chronisten, dass „die Christen sich mit äußerster Kraft und Entschlossenheit verteidigten und groß war die Verwüstung, die sie in den Reihen der Gläubigen anrichteten“. In Córdoba verschanzten sich z.B. eine Reihe Spanier in einer Kirche. Obwohl „die Belagerten keine Hoffnung auf Rettung hatten, waren sie so stur, dass sie, als ihnen Sicherheit unter der Bedingung angeboten wurde, dass sie entweder den Islam annehmen oder die Jizya zahlen, ablehnten zu kapitulieren und als die Kirche in Brand gesetzt wurde, kamen sie alle in den Flammen um“, schrieb al-Maqqari. Die Ruinen dieser Kirche wurde ein Ort „großer Verehrung“ späterer Generationen an Spaniern, wegen „des von den Menschen, die darin starben, gezeigten Mutes und des Durchhaltevermögens im Kampf für ihre Religion.“

Am Ende hatten die einheimischen Spanier zwei Optionen: die muslimische Herrschaft hinzunehmen oder „in die Berge zu fliehen, wo sie Hunger und verschiedene Arten des Todes riskierten“. Pelagius, besser bekannt als Pelayo (685 – 737), ein Verwandter des „Schwertträgers“ von König Roderich, der Guadalete überlebte, folgte beiden Strategien. Nach der Schlacht zog er sich nach Norden zurück, wo die muslimische Herrschaft noch schwach war; dort stimmte er zu ein Vasall von Munnuza, einem lokalen Häuptling zu werden. Mit Hilfe einiger „Kriegslisten“ „heiratete“ Munnuza Pelayos Schwester – etwas, dem der Schwertträger „keinesfalls zustimmte“. Da er Missfallen über die Ergreifung seiner Schwester zum Ausdruck gebracht hatte und weil er die Zahlung der Jizya (Tribut) eingestellt hatte, wurden Muslime geschickt „ihn verräterisch zu verhaften“ und „in Ketten gelegt“ zurückzubringen. Nicht in der Lage die ankommende Schar zu bekämpfen „weil sie so zahlreich waren“, „erklomm Pelayo einen Berg“ und „schloss sich so vielen Menschen an, wie er finden konnte, die sich eilig versammelten“.

Dort, in den tiefsten Winkeln der Berge Asturiens – dem einzig übriggebliebenen freien Ort, im Nordwesten Spaniens – erklärten die versammelten christlichen Geflüchteten Pelayo zu ihrem neuen König; damit war das Königreich Asturien geboren.

„Als er das hörte, befahl der König [der muslimische Gouverneur von Córdoba], ergriffen von einem wahnsinnigen Zorn, einer aus ganz Spanien zusammengezogenen sehr großen Armee hinzugehen und die ungläubigen Rebellen gefügig zu machen. Die Invasoren – 180.000, wenn man den Chronisten glauben darf – umzingelten Pelayos Berg. Sie schickten Oppa, einen Bischof und/oder zum Dhimmi gewandelten Adligen, um mit ihm am Eingang der Höhle zu reden: „Wenn die gesamte versammelte Armee der Goten nicht in der Lage war den Islameliten [in Guadalete] standzuhalten, wie sehr wirst du in der Lage sein, dich auf diesem Berggipfel zu verteidigen? Mir erscheint das schwierig. Höre stattdessen auf meinen Rat und rufe deine Seele von dieser Entscheidung zurück, damit du Nutzen aus den vielen guten Dingen ziehen und die Partnerschaft der Chaldäer [Araber] genießen kannst.“

Pelyao antwortete: „Ich werden mit den Araber nicht in Freundschaft verkehren, schon gar nicht mich ihrer Obrigkeit unterwerfen. Dann prophezeite der Rebell etwas, das im Verlauf von fast acht Jahrhunderten erfüllt werden würde: „Hast du die heiligen Schriften nicht gelesen, dass die Kirche Gottes einem Senfkorn gleicht, das durch göttliche Gnade wieder auferweckt wird?“ [Markus 4,30-32]

Der Dhimmi bestätigte, dass es so sei; der Geflüchtete fuhr fort: „Christus ist unsere Hoffnung, dass durch diesen kleinen Berg, den du sieht, das Wohlergehen Spaniens und die Armee des gotischen Volks wiederhergestellt werden wird. … Daher verachte ich diese Menge und ich habe keine Angst vor ihr. Was die Schlacht angeht, mit der du uns drohst, so haben wir auf unserer Seite einen Fürsprecher in der Gegenward des Vaters, das ist der Herr Jesus Christus, der uns von diesen wenigen befreien kann.“ Ende der Diskussion.

Dort in Covadonga – was „Höhle der heiligen Jungfrau“ bedeutet – begann am 28. Mai 722 die Schlacht. Ein Schauer aus Felsbrocken regnete in den engen Pässen auf die Muslime hernieder, wo ihre Zahl nichts zählte und nur Verwirrung stiftete. Danach brachen Pelayo und seine Rebellenbande aus ihren Höhlen und Verstecken hervor und richteten ein großes Gemetzel an ihnen an; die, die dem Blutbad entflohen, wurden von den jetzt ermutigten Bergbewohnern aufgespürt und niedergemäht. „Der maurischen Macht wurde ein entscheidender Schlag versetzt … Der Vormarsch der Flut der Eroberung wurde gehemmt. Die Spanier gewannen in ihrer schwärzesten Stunde an Herz und Hoffnung; und der Traum von der muslimischen Unbesiegbarkeit war gebrochen.“

Einige muslimische Feldzüge – Jihade – folgten, um das asturische Königreich zu erobern und die „Christen des Nordens kannten kaum die Bedeutung von Ruhe, Sicherheit oder Annehmlichkeiten des Lebens.“ Trotzdem sollte das Senfkorn nicht verderben. „Ein lebenswichtiger Funke war immer noch da“, schrieb Edward Gibbon; „ein paar unbesiegbare Geflüchtete zogen ein Leben in Armut und Freiheit in den asturischen Tälern vor; die zähen Bergbewohner schlugen die Sklaven des Kalifen zurück.“ Darüber hinaus wurden „alle, die wegen der maurischen Herrschaft unzufrieden waren, alle, die an der Hoffnung einer christlichen Erholung festhielten, alle, die Mahomet verabscheuten von dem Leben in Armut und Freiheit angezogen.“

Mitte des achten Jahrhunderts hatte der „lebenswichtige Funke“ sich verbreitet, um den gesamten Nordwesten der Halbinsel zu umfassen; im Verlauf der folgenden Jahrhunderte hatten sich allerlei Königreiche aus diesem Senfkorn heraus entwickelt, deren Kernidentität um den Widerstand gegen den Islam – später zur Reconquista erklärt – kreiste. Covadonga wurde zum Symbol des christlichen Widerstands gegen den Islam und eine Inspirationsquelle für die, die – in Pelayo zugeschriebenen Worten – den salus spanie, die Rettung Spaniens erreichen sollten.

Nach Jahrhunderten brutaler Kriege wurde 1492 das letzte von Muslimen gehaltene Territorium Spaniens, Granada, befreit. Und das alles trat dank Pelayos asturischem Senfkorn ein, das fast achthundert Jahre zuvor in der Schlacht von Covadonga gepflanzt wurde.

Trotz der Bedeutung des Gefechts für Spanien – es wurde regelmäßig gefeiert, darunter 1918 (auf der Höhe der Spanischen Grippe) in Anwesenheit spanischer Monarchen – bleibt es im Westen praktisch unbekannt, wird auf dem Altar politischer Korrektheit und Mythen vom islamischen „Goldenen Zeitalter“ geopfert.

[*] Obwohl wissenschaftlicher Konsens derzeit das Datum 28. Mai 722 stützt, setzten früher Historiker das Datum der Schlacht auf 718 fest.

3 Gedanken zu “Die Schlacht von Covadonga: Ein in Spanien eingepflanztes „Senfkorn“ christlicher Befreiung von muslimischer Herrschaft

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.