Das Jordantal 1930 und 2020

First One Through, 8. Juli 2020

Israel überlegt in naher Zukunft das Jordantal zu annektieren, um eine sichere und natürliche Grenze zu Jordanien im Osten einzurichten. Die propalästinensische Presse hat wenig überraschend eine schroffe Sicht zu dem überlegten Tun eingenommen. Es ist skurril zu lesen, wie die Medien das physische Land an sich beschreiben.

Beachten Sie Al-Jazira, ein Qatar gehörendes Medien-Konglomerat, das sein pro-arabisches Narrativ um die Welt treibt. Dort schrieb man, es würde fruchtbares Ackerland Teil Israels werden“. Der Artikel behauptet, dass die Palästinenser „das Land seit Generationen bearbeitet haben. Das Land wird als reich beschrieben, es „bringt der israelischen Wirtschaft eine Menge Einkommen und deshalb arbeitet Israel daran die Ressourcen und das Land auszunutzen.

Die BBC schrieb: „Das Jordantal als fruchtbarer Streifen Land verläuft entlang der jordanischen Grenze, die fast 30% der Westbank ausmacht. Es ist spärlich besiedelt – Heimat für rund 65.000 Palästinenser und 11.000 jüdische Siedler. Als solches ist es der größte Land-Reserve, den die Palästinenser für die zukünftige Entwicklung eines unabhängigen Staates haben würden.

CNN hält dafür, dass das Jordantal Heimat vieler Landwirtschaftsorte“ ist, die Nutzen aus dem fruchtbaren Land nahe des Jordan ziehen“.

NBC News nannte es das „strategische und fruchtbare Jordantal, der Brotkorb der Region an der Grenze zu Jordanien.

Scheint fast ein Paradies zu sein … heute, unter israelischer Kontrolle.

Aber 1930, bevor die Juden in Massen zurück ins heilige Land kamen, war das Jordantal weit davon entfernt „fruchtbares Ackerland“ und der „Brotkorb der Region“ zu sein.

Die Briten gaben einen Bericht in Auftrag, nachdem die Araber 1929 Juden im ganzen Land abschlachteten; man gab zu bedenken, dass die Spannungen und Gewalt allzu üblich wurden. Die Shaw-Kommission gab einen detaillierten Hintergrund von Land und Geschichte Ende der 1920-er Jahre, um den Kontext zu ihrer Analyse und Empfehlungen zu liefern. Bezüglich des Jordantals schrieb sie:

„Ein Großteil des Jordantals ist bisweilen drückend heiß, Regen fällt nur wenig und es scheint zweifelhaft, ob die fruchtbaren Gebiete innerhalb des Tales eine große landwirtschaftliche Bevölkerung tragen können.

Das war kein Brotkorb, sondern eine raue Wüste mit gelegentlichen Oasen.

Palmen im Jordantal (Foto: First One Through)

Selbst in diesem, dem Zionismus kritisch gegenüber stehenden britischen Bericht, der dafür eintrat jüdische Zuwanderung einzuschränken, stellte der Autor fest: „Jüdische Immigration und Betriebe sind für Palästina von großem Vorteil gewesen,“ da das Land schon 1930 aufzublühen begann. Als aber am Ende „wirtschaftliche Flaute und Arbeitslosigkeit der Zeit starker Immigration folgten, waren die indirekten Vorteile, die die jüdischen Aktivitäten vielen Teilen Palästinas mitgebracht hatten, vergessen und überall unter den Arabern wurde die zionistische Bewegung als Ursache der Wirtschaftsprobleme des Landes betrachtet.“

Die Medien verfassen Geschichten, dass das fruchtbare Ackerland der Palästinenser, das Generationen lang bearbeitet worden ist und ihnen von jüdischen „Ausbeutern“ (eine typische, antisemitische Falschmeldung) aus den Händen gerissen wurde, obwohl es in Wirklichkeit Israel war, das das Jordantal in den „Brotkorb der Region“ verwandelte und weiter verbessert, als den die Presse es heute beschreibt.