Die palästinensische Kultur der Verherrlichung des Todes

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die palästinensische Gesellschaft ist durchdrungen von einer Kultur der Verherrlichung des Todes. Ein Schlüsselelement ist die Vorstellung, dass für die Vernichtung Israels zu sterben nicht nur edel ist, sondern der Wunsch Allahs. Diese Kultur der Todesverherrlichung zeigt sich auf zahlreiche Weisen. Eine davon ist in der Original-Charta der Hamas zu finden. Dort heißt es in einem Absatz, dass die Hamas sich darauf freut Allahs Versprechen auszuführen, wie lange auch immer das dauern mag. „Der Prophet, Gebet und Friede sei mit ihm, sagte: ‚Die Zeit wird nicht kommen, bis die Muslime die Juden bekämpfen (und töten) werden; bis die Juden sich hinter Felsen und Bäumen verstecken, die rufen werden: Oh Muslim! Da versteckt sich ein Jude hinter mir, komm und töte ihn!‘“[1]

Die von der Fatah kontrollierte palästinensische Autonomiebehörde (PA) drückt ihre Wertschätzung des Tötens von Israelis über die Zahlung von Renten an Mörder aus. Wenn sie als Ergebnis ihres Terroranschlags sterben, erhalten die Familien die Zahlungen. Auch die PA verklärt die Mörder, indem Einrichtungen und Straßen nach ihnen benannt werden.[2] Eine Terroristin, an die auf diese Weise erinnert wird, ist Dalal Mughrabi, die 1978 am Küstenstraßen-Massaker beteiligt war, bei dem 38 Israelis, darunter 13 Kinder getötet wurden.[3]

Ein falsches Argument lautet, dass diese Kultur der Verherrlichung des Todes aufgrund der schwierigen Umstände für die Palästinenser charakteristisch ist. Dennoch gibt es im Islam allgemein eine führende Strömung, die den Tod verherrlicht. 2018 waren die vier tödlichsten Terrororganisationen der Welt für 58% aller Terror-Todesopfer weltweit verantwortlich. Allesamt sind muslimische Bewegungen: die Taliban, der Islamische Staat, der Khorasan-Verband des Islamischen Staates und Boko Haram.[4]

Die Unterstützung für islamischen Terrorismus – alles andere als marginal – ist an einer Vielzahl von Orten in der muslimischen Welt zu finden.[5] Selbst in einem angeblich moderaten Land wie Jordanien gibt es Anerkennung und bedeutsame Unterstützung für solche Mörder. Am 18. November 2014 ermordeten zwei muslimische Terroristen aus Ostjerusalem vier Menschen in einer Jerusalemer Synagoge und einen heldenhaften israelisch-drusischen Polizisten. Die Terroristen wurden getötet. Am nächsten Tag hielten jordanische Parlamentarier eine Schweigeminute für die Mörder und lasen laut Koranverse – „um ihre reinen Seelen und die Seelen all der Märtyrer in den arabischen und muslimischen Nationen zu verherrlichen.“ Der jordanische Premierminister Abdallah Ensour, schickte den Familien der Terroristen ein Kondolenzschreiben, in dem es hieß: „Ich bitte Gott sie mit Gnade zu umhüllen und euch mit Geduld, Trost und Erholung von eurer Trauer zu gewähren…“[6]

Wichtig ist zu begreifen, dass dieser Todeskult nicht nur etwas ist, das die herrschende Obrigkeit inne hat. Er wird auch von Einzelpersonen unterstützt. Verschiedene palästinensische Mütter haben Freude daran zum Ausdruck gebracht, dass ihre Söhne dabei starben, als sie einen Juden töteten oder das zu tun versuchten. 2019 pries die Mutter eines palästinensischen Terroristen, der während seines Anschlags getötet wurde, wie ihr Sohn das Messer schwang als er den Polizisten angriff. Sie erklärte, dass er Schlachter war. Dann sang sie: „Mohammed Ali war ein mutiger Mann, oh Messer-Spezialkämpfer… Ihr seid der Stolz des Islam…“[7]

Diese Täter, die bei diesen Terroranschlägen sterben, werden als Märtyrer betrachtet. Itamar Marcus und Nan Jacques Zilberdik von Palestinian Media Watch erwähnen, dass die offizielle PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida vom 2. Oktober 2018 herausstellt, dass gemäß Islamischem Glauben ein Märtyrer im Paradies 72 dunkeläugige Jungfrauen heiratet. Sie erklären, dass dieser theologische Aspekt des Todeskultes nicht ignoriert werden sollte.[8] Während der zweiten Intifada berichtete die PA, dass Kinder das Schahid (Märtyrer)-Spiel spielten und darüber stritten, wer den besten Teil bekommt und als Märtyrer stirbt:[9] „Ein siebenjähriges Mädchen sagte zu ihren Freundinnen: ‚Lasst uns das Schahid-Spiel spielen!‘ Die Kinder… streiten darüber, wer den Schahid spielt. Fa’iz, sechs Jahre alt, sagte: ‚Du warst gestern der Schahid, heute bin ich dran! Ich bin jünger als du. Ich werde derjenige sein, der stirbt!“[10]

Die israelisch-amerikanische Psychiaterin Daphne Burdman sagt, dass sowohl die PA als auch die Hamas Kinder dazu anleitet ihre Beteiligung an Terroraktionen, bei denen sie ihr Leben riskieren, positiv zu sehen. Sie fuhr fort: „Diese Massenindoktrination von Kindern basiert auf einer sorgfältig geplanten Kampagne, die sich auf kulturelle Überzeugungen und tief sitzende psychologische Mechanismen stützt. Die Hetze verwendet eine multimodale Methodik, predigt palästinensischen Nationalismus, Märtyrologie und betont unter der Hamas weltweite Hegemonie der Scharia. Die Kampagne nutzt die Medien, Schulen und die Straße sowie religiöse Persönlichkeiten.“

Burdman fügt hinzu: „Die Indoktrination in den Palästinensergebieten ist weitaus umfassender als Schulbücher und Fernsehquellen; sie umfasst allgemeine gesellschaftliche Elemente wie Zeitungen, Eltern, Lehrer, Unterrichtsmethoden mit Ermutigung und Lob für Wohlverhalten sowie heftige Missbilligung für weniger engagierte Schüler.“ Sie schließt: „Selbst wenn die Gewalt zwischen den Palästinensern und den Israelis endet, wird sich der Geisteszustand der palästinensischen Kinder nicht von selbst ändern. Sind sie erst einmal gelehrt worden, dass Selbstmordanschläge die Türen des Paradieses für sie selbst und ihre Familie öffnen, ist zur Entgiftung viel mehr nötig.“ Burdman sagt, dass es aus professioneller Erfahrung fraglich ist, ob eine Behebung der Märtyrertum-Indoktrination überhaupt erfolgreich sein kann und wenn, dann wird das ein langwieriger und komplexer Prozess sein.[11]

Aus dem Obigen kann eine Reihe Schlussfolgerungen gezogen werden. Eine lautet, dass die Schaffung eines Palästinenserstaats die Glorifizierung des Todesethos nicht beseitigen wird. Eine so tiefgreifend durchdrungene Kultur wird sich nicht schnell ändern. Geht man einen Schritt weiter, so kann man zu dem Schluss kommen, dass diejenigen, die für eine Zweistaatenlösung werben – ganz zu schweigen von einer Einstaaten-Lösung – eine Idee bewerben, die denjenigen nutzt, die von der Kultur der Verherrlichung des Todes erfüllt sind.

Das ist eine schwere Anschuldigung gegenüber der israelischen Linken, wie auch gegenüber der Europäischen Union und anderen, die die Zweistaatenlösung propagieren. Die Europäische Union gibt Geld an Teile der Führer der Verherrlichung der Kultur des Todes – die palästinensische Autonomiebehörde.

Als er Präsident der Vereinigten Staaten war, hat Barack Obama im Nahen Osten eine Vielzahl übler Handlungen unternommen. Eine davon war der extreme Druck auf den israelischen Premierminister Netanyahu, er solle eine Zweistaatenlösung unterstützen. Glücklicherweise hat letzterer sich seitdem aus dieser Position zurückgezogen.

Man könnte fragen, ob diejenigen, die die Zweistaatenlösung propagieren, zu einem gewissen Ausmaß mit den Interessen der Praktizierenden der Todesverherrlichung konform gehen. Das ist bei denen sogar noch stärker der Fall, die einerseits Israel kritisieren, andererseits aber vor der palästinensischen Todeskultur die Augen verschließen.

Die israelische Regierung sollte in der laufenden internationalen Debatte über den palästinensisch-israelischen Konflikt häufig Informationen über die palästinensische Verherrlichung der Todeskultur weitergeben. Weitere Ideen dazu sollten in einem eigenen Artikel erläutert werden.

[1] Raphael Israeli: Fundamentalist Islam and Israel. Lanham, MD (JCPA, University Press of America) 1994, S. 132-159.

[2] PMW

[3] www.cjnews.com/news/canada/ottawa-briefed-on-palestinian-authoritys-glorification-of-terrorism

[4] www.forbes.com/sites/dominicdudley/2019/11/20/most-lethal-terrorist-groups/#7d7c0bf5641a

[5] https://www.pewresearch.org/global/2006/05/23/where-terrorism-finds-support-in-the-muslim-world/

[6] www.timesofisrael.com/jordanian-mps-hold-moment-of-silence-for-two-palestinian-terrorists/; www.jpost.com/middle-east/jordanian-parliament-observes-moment-of-silence-for-terrorists-of-synagogue-attack-382433

[7] www.memri.org/reports/mother-palestinian-knife-attacker-praise-son-he-was-butcher-knew-how-slaughter

[8] https://palwatch.org/page/14803

[9] Official PA daily, Al-Hayat Al-Jadida, Dec. 26, 2001

[10] ebenda

[11] www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/10769; https://jcpa.org/article/hatred-of-the-jews-as-a-psychological-phenomenon-in-palestinian-society/