Insider Job: Wie ein britischer Ingenieur der Irgun 1947 half ins Gefängnis von Akko einzubrechen

Neu berichtete Einzelheiten offenbaren, dass Peres Etkes, der das Zuchthaus des britischen Mandats entwarf, Baupläne an zionistische Milizen weitergab und half den legendären Gefängnisausbruch zu inszenieren.

The Times of Israel (Redaktion), 31. August 2020

Zwei Männer blicken über den Schutt unter den zerbrochenen Fenderns des Gefängnisses von Akko, nördlich von Haifa, britisches Mandat Palästina, 6. Mai 1947, das zwei Tage zuvor von Mitgliedern einer Untergrund-Miliz gesprengt wurde (Foto: AP)

Ein großer Gefängnisausbruch durch eine zionistische Miliz vor der Staatsgründung, bei dem 250 Insassen aus einem britischen Gefängnis befreit wurden, ist als Insider-Job entlarvt worden, heißt es in einem Bericht vom Sonntag, der Familienmitglieder des jüdischen Architekten und Ingenieurs zitierte, der das Gefängnis baute.

Nach Angaben des Guardian übergab der zionistische Architekt Peres Etkes die gesamten Baupläne des Gefängnisses in Akko der paramilitärischen Gruppe Irgun, was ihr den legendären Sturm von 1947 ermöglichte, der als wichtiges Ereignis gilt, der das britische Mandat schwächte und zur Gründung Israels führte.

Die Aktion der Irgun am Gefängnis von Akko, gebaut auf den Ruinen einer Kreuzritter-Festung aus dem 12. Jahrhundert, war gut geplant. Kämpfer besetzten die benachbarten türkischen Bäder und schafften es ein Loch in die Mauer zu sprengen, während andere als Ablenkung eine Granate in einen anderen Teil des Gefängnisses warfen. Mindestens ein Angreifer war als britischer Ingenieur verkleidet.

Während der Operation wurden 16 Menschen getötet, darunter 7 Mitglieder der Irgun. Die befreiten Gefangenen waren sowohl Araber als auch Juden, darunter 27 inhaftierte Mitglieder der Milizen Irgun und Lehi.

Bis heute war nicht bekannt, was den Erfolg der hoch komplexen Operation ermöglichte.

Etkes war ein russisch-amerikanischer Jude, den die britischen Streitkräfte beschäftigten; sein wahrer (selbst gestellter) Auftrag bestand nach Angaben des Berichts darin zu helfen einen zukünftigen jüdischen Staat zu gründen.

Seine Nichte Aliza Margulis wurde damit zitiert, dass der Architekt ihr das Geheimnis in den 1950-ern erzählte. Er sagte ihr, er habe die Pläne weitergegeben, „weil das Gefängnis wie eine Festung war und ohne die Karte habe es keinen Weg hinaus gegeben“.

Aus der Geschichte ging nicht hervor, warum die Einzelheiten erst jetzt veröffentlicht wurden.

Die Gräber der sieben beim Gefängnis-Ausbruch 1947 getöteten Irgun-Kämpfer im Moschaw Schavei Zion (Schmuel Bar-Am)

Gil Margulis, Alizas Sohn und Etkes Großneffe sagte: „Ich las die Geschichte und die Leute sagten immer: ‚Wie haben die das gemacht? Wie lief das ab?‘ Manchmal braucht man etwas Insider-Informationen. Nun, sie hatten eine Menge Insider-Informationen – sie hatten die exakten Pläne. Sie hatten tatsächlich die Pläne des gesamten Gefängnisses von dem Typen, der es gebaut hatte.“

Gil Margulis sagte, er habe vor kurzem Etkes‘ Leben, 50 Jahre nach seinem Tod erforscht. Er sagte, er fand seine Memoire, obwohl diese vor dem Ausbruch aus dem Gefängnis in Akko endet.

Aber die Memoire enthält Etkes Bericht, wie er 1921 seine Verbindungen Waffen aus dem von den Briten betriebenen Arsenal in Jaffa nutzte und sie während arabischen Krawallen jüdischen Kämpfern in Tel Aviv „lieh“, wie es in dem Bericht heißt. Etkes wurde als Täter ermittelt und damals bestraft, indem er in den öden Norden versetzt wurde.

Gil Margulis sagte, Etkes habe keine Bedenken gehabt für beide Seiten zu arbeiten: „Es war nichts Antibritisches. Ich denke, das Interessante ist, dass eine Zeit lang das Empire und die zionistische Bewegung irgendwie in der gleichen Richtung unterwegs waren, aber mit unterschiedlichen Zielen. Führ ihn war das Land aufzubauen etwas Großes und er war in der Lage das zu tun, wobei das Empire Ressourcen dazu beisteuerte.“

Er sagte, Etkes erzählte die Geschichte während seines Lebens nicht, um ungewollte Aufmerksamkeit zu vermeidne.

„Den Rest seines Lebens bekam er eine nette britische Rente“, sagte er. „Ich glaube, er sagte, er wollte das nicht für ein wenig Anerkennung in den Nachrichten riskieren. Aus genau diesem Grund wird das nirgendwo angeführt.“