Palästinensische Foodtrucks bieten einen seltenen Lichtblick, während die Westbank vom Virus hart getroffen ist

Da Restaurants wegen der Gesundheits-Einschränkungen zumeist geschlossen sind, haben die Fahrzeuge unternehmerischen Geschäftsleuten ein Möglichkeit gegeben weiterzuarbeiten.

Nasser Nasser, Times of Israel, 28. September 2020

Emad Abdeljawwad verkauft in Ramallah gebratene Hotdogs und Getränke aus einem umgebauten Transporter heraus, 23. Sept. 2020. Da die Restaurants zumeist wegen Gesundheitseinschränkungen geschlossen sind, haben Foodtrucks unternehmerischen palästinensischen Geschäftsleuten ermöglicht einen Weg zu finden weiter zu arbeiten. (AP/Nasser Nasser)

Die Coronavirus-Krise hat die Restaurants in der Westbank hart getroffen. Aber ein Teil des Gastrogewerbes widersetzt sich dem Trend: Foodtrucks.

Weil die meisten Restaurants wegen der gesundheitlichen Einschränkungen geschlossen sind, haben Foodtrucks unternehmerischen Geschäftsleuten einen Weg eröffnet weiter zu arbeiten. Das ist ein seltener Lichtblick in einem Gebiet, wo Arbeitslosigkeit deutlich über 20 Prozent liegt.

Issa Hadsch Yasin, ein Ingenieur-Student, öffnete seinen ersten Foodtruck vor der Coronakrise, um ein Einkommen zu haben, mit dem er seine Universitätsgebühren und Lebensunterhalt bezahlen kann.

Das Geschäft stoppte in den ersten Monaten der Krise, öffnete aber wieder, als die Pandemie sich verschlimmerte. Heute hat sich das Geschäft verdoppelt.

Emad Abedljawwad verkauft in Ramallah Hotdogs und Getränke aus einem umgebauten Transporter heraus; 23. Sept. 2020 (Foto: AP/Nasser Nasser)

„Heute habe ich sechs Angestellte, die in zwei Vans arbeiten und ich bereite einen neuen Van vor, der weitere vier Angestellt haben wird“, sagte Haddsch Yasin. Der Truck parkte am Straßenrand auf einer zentralen Straße in Ramallah, während Arbeiter Hotdogs brieten und Kunden auf ihre Bestellungen warteten.

Moahmmed Schkukani ist ein weiterer Unternehmer, der in Ramallah einen Kaffee-Van betreibt. Er sagt, der Wagen sei sein erstes Unternehmen. Er mag die Flexibilität, die es ihm ermöglicht seinen Laden zu bewegen. „Wenn mir an einem Ort ein politisches oder wirtschaftliches Problem begegnet, kann ich einfach woandershin fahren“, sagte er.

Ein Schweißer baut in Ramallah einen Van zu einen Foodtruck um; 22. Sept. 2020 (Foto: AP/Nasser Nasser)

Die Pandemie kommt zu einer für die palästinensische Wirtschaft schweren Zeit. Sie wuchs nach Angaben der Weltbank 2019 nur um 1% und soll 2020 zwischen 7,6% und 11% schrumpfen. Es wird erwartet, dass die international gestützte palästinensische Autonomiebehörde, die Teile der Westbank regiert, vor einer Finanzierungslücke steht.

Nach dem relativen Erfolg den Virus im Frühjahr in Grenzen zu halten, hat das Gebiet eine ähnliche Kurve genommen wie die Israels mit einem Anstieg der Fälle nach einem Lockdown, der die PA zwang im Juli einen zehntägigen Lockdown anzuordnen. Die PA hat inzwischen mehr als 35.000 Fälle und mehr als 250 Tote in der Westbank berichtet.

Mehr als ein Viertel der Palästinenser lebte vor dem Virus in Armut. Die Weltbank sagt, dass die Zahl in der Westbank wahrscheinlich um 30% gestiegen ist.