Die Palästinenser: 100 Jahre Gesetzlosigkeit

Wäre die palästinensische Nationalbewegung nicht Terrorismus und Gewalt verfallen sowie blind für historische Prozesse, hätten sie schon vor Jahrzehnten einen unabhängigen Staat gehabt.

Dan Schueftan, Israel HaYom, 27. Oktober 2020

Die palästinensische Nationalbewegung „feiert“ 100 Jahre Anarchie. Man muss nicht der zionistische Feind sein, um das so hart zu beurteilen. Araber und sogar viele Palästinenser wissen das und vor kurzem haben sie das sogar öffentlich gesagt.

Die Palästinenser sollten nicht für ihre Opposition zum Zionismus verurteilt werden und nicht einmal wegen ihrer Gewalt. Sie betrachten ihren Kampf als postkolonialistische Befreiung, die immer gewalttätige Elemente beinhaltete. Ihre Feinschaft zu Israel ist verständlich: Sie sind geschlagen, unterdrückt worden und ein großer Teil ihres Volkes lebt im Exil.

Die fortgesetzte Gesetzlosigkeit ihrer Nationalbewegung hat mit ihrem beständigen Ausweichen vor der Verantwortung für das Schicksal ihres Volkes zu tun. Die Bewegung ist einem Verhaltensmuster verfallen, das gescheiterte Aggression mit ständigem Gejammer kombiniert. Es ist wichtig diejenigen daran zu erinnern, die darauf bestehen die Palästinenser wegen ihres Elends zu bemitleiden, dass dieses Verhalten das ist, was das Meiste ihres Unglücks über sie brachte. Man kann sie kaum als nationales Kollektiv respektieren.

Ihre Versuche in den 1920-er und 1930-er Jahren das zionistische Vorhaben auszureißen, waren effektiv. Als Juden ist es für uns hart einzugestehen, aber der weit verbreitete palästinensische Terrorismus brachte sie ihrem Ziel näher. Jede Runde der Gewalt bracht sie dem gewünschten Resultat näher – in Form britischer Einschränkungen für Aliyah, bis Großbritannien mit dem Weißbuch von 1939 praktisch seine Unterstützung für das zionistische Vorhaben einstellte.

Aber selbst damals legte die eingewurzelte Gesetzlosigkeit der palästinensischen Nationalbewegung das Fundament für seine Zerstörung zehn Jahre später. Seine Führer rekrutierten das Volk zu weit verbreiteter Gewalt gegen Juden (und Briten), indem sie Anarchie und Terrorismus legitimierten. Mit diesen Tun brachten sie Unheil über die palästinensische Gesellschaft, was mehr als alles andere ihre Massenflucht 1948 und ihren ineffektiven Widerstand in Fällen erklärt, in denen sie vertrieben wurden. In den 100 Jahren, in denen die ein Volk gewesen sind, ist dies ihr Hauptkatastrophe und sie sind diejenigen, die die Umstände dafür schufen.

Selbst am Ende des britischen Mandats war klar, dass die Palästinenser nicht in der Lage sein würden die Juden alleine zu bekämpfen, weil die arabischen Staaten nicht auf ihrer Seite waren und König Abdallah den Kern ihres Landes genauso haben wollte wie Ben-Gurion. Um diese Bedrohung zu handhaben wäre es für sie besser gewesen in den ihnen im Teilungsplan angebotenen Bereichen Unabhängigkeit aufzubauen und den Versuch zu unternehmen Unterstützung von arabischen Militärs zusammenzutrommeln. Aber selbst dann traf ihr destruktives und gesetzloses Verhalten die Entscheidung für sie: Sie klammerten sich an „historische Ungerechtigkeit“ – ein Palästinenserstaat auf den Ruinen Israels – statt an das Ziel, das sie damals vor der Katastrophe gerettet hätte.

Nachdem sie im Exil waren und die erste Inkarnation der Bewegung vernichtet worden war, stellten sie die zweite – die Palästinensische Befreiungsorganisation unter Ahmed Schukeiri und dann Yassir Arafat – auf dieselbe Grundlage: Die Forderung Israel über bewaffneten Widerstand zu eliminieren. Wie 1939 machten die Palästinenser anfänglich ein paar Fortschritte und etablierten sich in der arabischen und der internationalen Arena seit den 1970-er Jahren, hingen aber weiter ihrer „historischen Ungerechtigkeit“ an und bestanden auf der Zerstörung Israels. Neben dem ständigen palästinensischen Terrorismus in Europa und dem Nahen Osten, der Jordanien und dem Libanon Zerstörung brachte, lehnten die Palästinenser eine Reihe israelischer Friedensvorschläge ab, die die Grundlage für einen Staat in der Westbank und dem Gazastreifen hätten bilden können. Sogar der Plan für Autonomie, den Menachem Begin bei Friedensverhandlungen mit Anwar Sadat anbot, hatte das Potenzial sich in einen Palästinenserstaat zu entwickeln.

Ihre größte Chance kam natürlich mit den Oslo-Vereinbarungen, die im Kern eine israelische Illusion war, dass die Palästinenser ihre Gewohnheiten geändert hätten. Es stellte sich schnell heraus, dass die Palästinenser nicht bereit waren den Israelis zu erlauben sich selbst zu täuschen. Alle Elemente ihres Kampfes für „historische Gerechtigkeit“ – ihre Sucht nach Terrorismus, ihr Bestehen auf dem „Rückkehrrecht“ und die Ablehnung des jüdischen Staates – überzeugten irgendwann die meisten der Unterstützer der Vereinbarung in Israel, dass sie in dem historischen Prozess keinen palästinensischen Partner haben. Nach den Angeboten des ehemaligen Premierministers Ehud Olmert von 2008 erklärte PLO-Sprecher Saeb Erekat, dass für die Palästinenser selbst 100% ihrer Forderungen nur ein Anfang wären.

Zuerst verloren die Palästinenser in Ägypten (1979) und dann in der israelischen Öffentlichkeit (2000) und schließlich ihren nationalen Zusammenhang zwischen der Westbank und dem Gazastreifen (2007). Auch die meisten der Araber haben sie zunehmend satt, ebenso einige der Europäer. Ein Jahrhundert Anarchie hat seinen Preis.