Israels Erekat-Patzer

Manfred Gerstenfeld (eine englische Version erschien auf Israel National News)

Den leitenden Palästinenser-Politiker Saeb Erekat zur Behandlung wegen des Coronavirus in einem israelischen Krankenhaus zuzulassen war ein grober Schnitzer der Regierung. Das muss für zukünftige Referenzen analysiert werden. Erekat hatte in der palästinensischen Autonomiebehörde viele Posten. 2015 wurde er Generalsekretär des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation. Er wurde am 18. Oktober in Jerusalems Hadassah-Krankenhaus aufgenommen. Dort verstarb er aufgrund des Virus am 10. November.

Das Hadassah spielte offenbar bei der Entscheidung Erekat nach Israel zu lassen keine Rolle. Nachdem er starb, sagte die Intensivstation des Krankenhauses ausdrücklich, dass Patienten dort nicht ihrer Politik gemäß behandelt werden.[1]

Erekats hasserfüllte israelfeindliche Geschichte beinhaltet die ständige Unterstützung palästinensischer Zahlungen an terroristische Judenmörder,[2] die Behauptung der Großen Lüge, die IDF habe nach dem Terroranschlag im Park Hotel in Netanya, wo 2002 30 Juden ermordet und 140 verletzt wurden, im Flüchtlingslager Jenin 500 Palästinenser ermordet.[3] Die wahre Zahl der palästinensischen Opfer in Jenin betrug 52, hauptsächlich bewaffnete Männer, wobei 23 israelische Soldaten getötet wurden. Erekat unterstützte[4] Boykotte Israels[5] sowie Vorgehen gegen Israel beim Internationalen Strafgerichtshof.[6]

Wir wissen nicht, was Erekat oder seine Familie motivierte die Behandlung in Israel zu suchen. Die weit wichtigere Frage lautet: Warum ließ Israel ihn herein? Ein in den Medien wird humanitäres Handeln als hervorstechender Grund angegeben. Das ist eine enorm verzerrte Version des Konzepts. Es gab nichts Ethisches daran einen Mann mit einer solch bedeutenden antiisraelischen Bilanz ins Land zu lassen. Das wäre nur der Fall gewesen, hätte Erekat nirgendwo sonst in der Welt behandelt werden können. Der kränkelnde Erekat hätte jedoch in ein Krankenhaus in einem arabischen oder muslimischen Land gebracht werden können.

Wir sollten hier auch daran erinnern, dass Arafat gegen Ende seines Lebens zum Sterben nach Frankreich gebracht worden war. Erekat hätte von Präsident Emanuel Macron nichts in der Art erwarten können wie die Verklärung Arafats durch Präsident Jacques Chirac. Doch selbst ein winziger Anteil dieser Ehre hätte sich lohnen können.

Der israelische Diplomat im Ruhestand Freddy Eytan hat das absurde Niveau beschrieben, mit dem Chirac Arafat würdigte. Zur Zeit seines Todes war bereits durch im ehemaligen palästinensischen Hautquartier in Jerusalem, dem Orient-Haus, gefundene Dokumente bekannt, dass Arafat persönlich das Geld angewiesen hatte, das einzelne Terroristen für bestimmte Judenmorde erhalten sollten.[7]

Eytan schrieb: „Chirac war das erste Staatsoberhaupt, das Arafat Behandlung im Exil anbot, als er sterbenskrank war. Kein arabischer Führer hatte den Mut oder den Wunsch, das öffentlich zu tun. Chirac blieb Arafat gegenüber bis zu dessen Tod loyal. Nach Arafats Tod ging Chirac weit über die protokollarischen Erfordernisse hinaus. Es wäre schwierig, in modernen Zeiten ein weiteres Staatsoberhaupt eines demokratischen Landes zu finden, das einem Kriegsanführer eines virtuellen Staates derart die Ehre erwies…“ Am 11. November verbeugte sich Jacques Chirac vor Arafats sterblichen Überresten.

Eytan fügt hinzu: „Auf dem Vorfeld der Luftwaffenbasis von Villacoubly wurde Arafats Sarg, von der Palästinenserflagge bedeckt, von acht französischen Soldaten zum Klang von Chopins ‚Totenmarsch‘ getragen. Drei Kompanien der Republikanischen Garden erwiesen ihm die Ehre. Die Militärkapelle spielte die palästinensische Nationalhymne und die ‚Marseillaise‘. Französische und Palästinenser-Flaggen wehten im Wind, als ein Airbus A319 der Luftwaffe Arafats sterbliche Überreste nach Kairo flog. Er wurde von einem weiteren französischen Flugzeug mit dem Außenminister an Bord begleitet. Diese Vorgehenswiese ging über jeden gesunden Menschenverstand hinaus.“[8]

Bezüglich Erekat in Jerusalem gibt es einen zweiten Negativaspekt. Nach seinem Tod erklärten verschiedene israelische Politiker und Persönlichkeiten – hauptsächlich, aber nicht nur aus der Linken – ihr Beileid. Das hätte stärker gedämpft werden können, wäre Erekat nicht in Israel gestorben. Zu diesen Kondolatoren gehörten der aktuelle Avoda-Vorsitzende und Minister Amir Peretz,[9] seine Vorgängerin Shelly Yachimovich,[10] Meretz-Chef Nissan Horowitz[11] und einer seiner Vorgänger, Yossi Beilin.[12] Darüber hinaus der ehemalige israelische Premierminister Ehud Olmert, der wegen Korruption im Gefängnis war,[13] die ehemalige israelische Ministerin Tzipi Livni und sogar Siedlungsminister Tzachi Hanegbi vom Likud.[14] Die meisten dieser Leute betonten fälschlich, dass Erekat ein Mann des Friedens war. Sie vergaßen bewusst zu erwähnen, dass er regelmäßig die Zahlungen an Judenmörder befürwortete.

Das Verhalten dieser Israelis ähnelt stark dem der Juden im Exil, die man als Galut-Juden kennt. Sie verneigen sich regelmäßig vor ihren Feinden. Wie kann ein verantwortlicher Israeli, der für Frieden ist, eine Person loben, die Zahlungen an Judenmörder befürwortet hat? Offenbar kann man das, wenn man ein jüdischer Masochist ist. Solch skandalöse Lobes-Aussagen sind zutiefst unwürdige Äußerungen. Sie bieten einen weitere Blick auf die verzerrten Denkweisen von Führungspersönlichkeiten, die sich hauptsächlich in der israelischen Linken befinden.

Verschiedene Auslandsmedien veröffentlichten Trauertexte über Erekat, ohne seine Befürwortung von Belohnungen für Mord an Juden zu erwähnen. Einige wurden von ihren Korrespondenten in Israel geschrieben und hätten von den israelischen Behörden leicht bloßgestellt werden können.[15] Deren ständige Unachtsamkeit zu diesem Thema ist jedoch bekannt.

Die Geschichte von Erekats Krankheit und Tod sowie die Reaktionen darauf sind eine notwendige Fallstudie für Israels schlecht durchdachtes Verhalten.

[1] www.jpost.com/israel-news/erekats-hadassah-care-must-be-top-priority-for-israel-646363

[2] https://4il.org.il/1813/

[3] https://mfa.gov.il/MFA/MFA-Archive/2002/Pages/Passover%20suicide%20bombing%20at%20Park%20Hotel%20in%20Netanya.aspx

[4] https://honestreporting.com/tag/neil-macdonald/

[5] www.jpost.com/arab-israeli-conflict/plos-erekat-lashes-out-at-europe-for-not-supporting-israel-boycott-464332

[6] www.nytimes.com/2020/11/10/world/middleeast/saeb-erekat-palestinian-negotiator-dead.html

[7] (MG interview with Wildavsky)

[8] http://www.jcpa.org/israel-europe/ier-eytan-05.htm

[9] www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/290948

[10] ebenda

[11] www.jpost.com/middle-east/world-mourns-passing-of-chief-palestinian-negotiator-saeb-erekat-648613

[12] ebenda

[13] www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/291001

[14] www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/290948

[15] https://camera-uk.org/2020/11/11/the-bbc-news-websites-airbrushed-portrait-of-saeb-erekat/?fbclid=IwAR2fVPg3txC0G7lHKYO9gCrmegc8errVkyfJMtUoA8oqDP-X-64zCWsNvWs