Wenn kaum eines der „beliebtesten palästinensischen Gerichte“ auf einer Top-Ten-Liste aus Palästina stammt

David Lange, Israellycool, 25. November 2020

Taste Atlas hat einen Artikel mit der Überschrift „Top 10 Most Popular Palestinian Dishes“ (Die zehn beliebtesten palästinensischen Gerichte).

Nach Angaben des Artikels sind das:

  1. Falafel
  2. Hummus
  3. Mujaddara
  4. Kunafah
  5. Maqluba
  6. Qidreh
  7. Musakhan
  8. Makdous
  9. Mutabal
  10. Regenreis

In Anbetracht dessen, dass die Israelhasser uns ständig beschuldigen uns palästinensisches Essen anzueignen, dachte ich, ich sehe mir jedes davon einmal an und schaue nach, ob sie wirklich aus „Palästina“ stammen.

1 Falafel

Die Herkunft der Falafel ist zwar unbekannt und umstritten, eine übliche Theorie lautet aber, dass das Gericht in Ägypten entstand.

2 Hummus

Die frühesten niedergeschriebenen Rezepte für ein Gericht, das hummus bi tahina ähnelt, sind in Kochbüchern festgehalten, die im 13. Jahrhundert in Kairo geschrieben wurden.

3 Mujaddara

Das erste festgehaltene Rezept für Mujaddara erscheint in Kitab al-Tabikh, einem Kochbuch, das 1126 von Al-Baghdadi im Irak zusammengestellt wurde.

4 Kunafah

Eine übliche Geschichte lautet, dass das Gericht von Ärzten geschaffen und verschrieben wurde, um im Ramadan den Hunger von Kalifen zu stillen. Das soll sich im fatimidischen Ägypten oder im Omajjaden-Kalifat in Syrien ereignet haben.

5 Maqluba

Dabei handelt es sich um ein Gericht, das Jahrhunderte zurückreicht; eine Version davon erschien im Kitab Al-tabikh aus dem 13. Jahrhundert, einer Rezepte-Sammlung aus dem mittelalterlichen Bagdad.

6 Qidreh

Dieses Gericht geht auf scharfe Reisgerichte an den Höfen Persiens und Bagdads zurück.

7 Musakhan

Dieses Gericht scheint im damaligen Palästina entstanden zu sein.

8 Makdous

Obwohl seine Herkunft vage ist, gibt es über konservierte Auberginen starke Verbindungen zu Syrien.

9 Mutabal

Mutabal wird am häufigsten mit der libanesischen und der syrischen Küche in Verbindung gebracht.

10 Regenreis

Dieser scheint aus dem damaligen Palästina zu kommen.

Nur zwei der „10 beliebtesten palästinensischen Gerichte“ scheinen also in Wirklichkeit in „Palästina“ entstanden zu sein. Der Rest ist aus anderen Teilen des Nahen Ostens genommen worden.

Es ist allerdings kein Wunder. Noch der verstorbene Araberführer Zuheir Mosen gab einst zu:

Die Gründung eines Palästinenserstaates ist nur ein Mittel zur Fortsetzung unseres Kampfes gegen den Staat Israel für unsere arabische Einheit. In Wirklichkeit gibt es heute keinen Unterschied zwischen Jordaniern, Palästinensern, Syrern und Libanesen. Nur aus politischen und taktischen Gründen sprechen wir heute von der Existenz eines palästinensischen Volkes, weil arabische nationale Interessen es erfordern, dass wir die Existenz eines eigenständigen „palästinensischen Volkes“ behaupten, um dem Zionismus entgegenzutreten.

Wenn sie sie aber beliebte palästinensische Gerichte nennen wollen, bitte, was immer ihr Interesse ist. Sie mögen nicht aus dem damaligen Palästina stammen, aber sie sind seitdem mit den palästinensischen Arabern assoziiert worden – so wie einige (wie Falafel und Hummus) mit Israel assoziiert werden. Das ist dasselbe.

Wenn aber die Israelhasser uns der Aneignung „palästinensischen“ Essens beschuldigen, dann haben sie sich nach ihrer eigenen Logik und Überzeugung diese Gerichte angeeignet.