Raymond Ibrahim, 14. Dezember 2020 (FrontPage Mag)

In einem langatmigen Artikel für das Cabinet Magazine mit dem Titel „Versteckte Feinde: Eine amerikanische Geschichte der Taqiyya“ spielt der Autor „Joshua Craze“ – offensichtlich ein Pseudonym für einen sich als Muslim identifizierenden Mann – die Gefahren der Taqiyya vorhersagbar herunter; dabei handelt es sich um eine islamische Doktrin, die es Muslimen erlaubt Nichtmuslime zu täuschen. Beachten Sie die folgenden Auszüge:
Die Taqiyya ist zu einer zentralen Säule der rechtsextremen Wiedergabe des Islam geworden. Weil ich Masochist bin, verbrachte ich ein paart Tage mit dem Versuch Quellen für alle Zitate in einem Bericht zu beschaffen, „Taqiyya about Taqiyya“ von Raymond Ibrahim, einem heftigen Islamophoben, der zu David Horowitz gehört… Es wäre zu einfach zu sagen, dass verzerrte Fakten und Zitate in solchen Texten wegen einer Missachtung der Wahrheit wuchern. Raymond ibrahim und seine Mit-Taqiyyisten haben übermäßigen Respekt für eine zentrale Wahrheit: dass der Islam böse ist. Diese Wahrheit streckt alles andere nieder – das siebte Jahrhundert und das einundzwanzigste bilden den Teil einer einfachen Darstellung des Verständnisses. Alles macht Sinn. Es ist unmöglich Ibrahim zu widerlegen. Er hat Gewissheit, wo ich nur Vieldeutigkeit und Nuancen anbieten kann. Das ist an Antwort nicht viel. Wie immer ist Paranoia weit schlüssiger als das reale Leben.
Was die Vorwürfe von „Craze“ angeht, so kann der Leser selbst meinen Artikel beurteilen, „Taqiyya about Taqiyya“ – ursprünglich der Teil des Expertenberichts meiner eidesstattlichen Aussage in einem Rechtsstreit über Taqiyya – und sehen, ob er „Fakten verzerrt“ und „die Wahrheit missachtet“. (Seltsamerweise versäumte es Craze, obwohl er jeden anderen Artikel, auf den er verwies, verlinkte und dokumentierte, einschließlich derer, die er kritisierte, zu meinem zu verlinken, der sich hier befindet.)
Von mehr Interesse ist an diesem Punkt, dass Menschen, wenn es um den Islam geht, lieber Gewissheit hätten – die offenbar in „Paranoia“ kulminiert – statt der von ihm angebotenen „Vieldeutigkeit und Nuancen“. Er fährt in diesem Sinne fort:
Während ich weitere Artikel las und tiefer in das Universum der Rechtsradikalen hineinscrollte, gab ich ihnen einen Namen: die Taqiyyisten. Die zentralen Pächter ihres Glaubens führten eine grundlegende erkenntnistheoretische Frage ein. Wenn Muslime Lügner seien und viele Muslime – wie ich selbst – uns verstecken, wie soll da man sagen können, wer die wahren Muslime sind?
In der Tat: Wie? Hier kommen wir endlich auf den Punkt, die Bedeutung dieses abschweifenden Textes: Wenn es Beweise gibt, dass Muslime dazu ermutigt werden Nichtmuslime zu täuschen – und die gibt es zuhauf – wie kann man dann wissen, wann ein Muslim täuscht oder nicht?
Grundsätzlich gibt es eine philosophische Frage von der Art der „Beweislast“: Von welcher der beiden Seiten wird verlangt etwas zu beweisen, um das Vertrauen der anderen zu gewinnen? Unter normalen Umständen wird Person X sich auf universale Kriterien stützen, wenn sie entscheidet, Person Y zu glauben oder nicht.
Wenn Y jedoch offen einem Glauben folgt – dem Islam – der seine Anhänger lehrt feindselig zu sein, gar Nichtmuslime zu hassen und praktisch alles Mögliche tut – einschließlich zu lügen – um über sie zu herrschen, dann muss die gesamte Rechnung geändert werden; dazu gehört die Beweislast den Muslimen aufzuerlegen, gewiss wenn es um sensible, möglicherweise tödliche Situationen geht.
Beachten Sie einen aktuellen britischen Bericht; er stellte fest, dass muslimische Häftlinge regelmäßig die Taqiyya einsetzen – die Worte des Berichts – um die Gefängnisse und das Justizsystem zu täuschen. Zum Beispiel war einer der beiden Muslime, die den 85-jährigen katholischen Priester Jacques Hamel 2016 in seiner Kirche in Frankreich köpften, vorher schon zweimal festgenommen worden, weil er versuchte nach Syrien zu gelangen und für den Islamischen Staat zu kämpfen. Alles, was er tun musste, war aber dem Richter zu sagen, was der hören wollte: „Ich bin ein Muslim, der an Gnade glaubt, daran Gutes zu tun. Ich bin kein Extremist … Ich will zurück in mein Leben, meine Freunde sehen, heiraten.“ Auf der Grundlage dieser Worte ließ ihn der Richter frei und bald darauf schlachtete dieser „Muslim, der an Gnade glaubt“, den alten Priester ab.
Genauso wurde Usman Khan, der „als Erfolgsgeschichte für einen Extremisten, der sein Leben umdrehte“, um den Bericht zu zitieren – nach seiner Inhaftierung wegen seiner Beteiligung an einem Bomben-Komplott vorzeitig entlassen. Nicht lange danach ging auch er auf einen Messer-Amoklauf, bei dem auf einer Brücke in London zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt wurden. Und „viele der 40 weiblichen Insassen im Gefängnis Fleury-Mérogis in Paris haben Witze darüber gemacht, wie sie die Richter austricksten – zum Beispiel durch das Essen von Schweinefleisch, das im Islam verboten ist – um mildere Strafen zu bekommen.
Es sollte festgehalten werden, dass das Argument von Craze, nur „Paranoide“ würden erlauben, dass Taqiyya ihre Meinungen zu muslimischer Ernsthaftigkeit durchdrignt, Standard wird (eine Reflexion über die Schwierigkeiten die Taqiyya auf einer dogmatischen oder objektiven Ebene zu entkräften). Folglich machte Usama Hasan vom britischen Thinktank Quilliam in seiner neuesten Verteidigung der Taqiyya (hier zerpflückt) das folgende Eingeständnis:
Es stimmt, dass die hartgesottenen islamistischen Terroristen wie der Al-Qaida- und ISIS-Anhänger Usman Khan, der zwei Menschen in der Fishmongers‘ Hall ermordete [nachdem er vorgab „rehabilitiert“ zu sein] das Prinzip der Taqiyya missbrauchen, um ihre Sache zu fördern. Der Vorwurf jedoch, dass alle Muslime allgemein von der Religion dazu verpflichtet sind zu lügen und das routinemäßig zu tun, ist nicht nur gefährlich, sondern auch unwahr.
Noch einmal: Während dieser „Vorwurf“ in Einzelfällen unberechtigt sein mag, so ist er auch unvermeidbar. Wie soll der Nichtmuslim schließlich wissen, welcher Muslim „das Prinzip der Taqiyya missbraucht“ und welcher nicht? Darüber hinaus: Warum sollte die Beweislast beim Ungläubigen liegen – der dabei steht und oft leidet oder sogar getötet wird, weil er ständig das Wort des Muslim akzeptiert und die Rolle der Täuschung im Islam ignoriert – und nicht beim Muslim, der ein offener Anhänger einer Religion ist, die Feindschaft gegen und Täuschung von Nichtmuslimen erst zulässt? Das gilt besonders, weil mehr als ein paar „hartgesottene islamistische Terroristen“ überzeugt sind, dass ihr Glaube es ihnen erlaubt den Inhalt ihres Herzens zu verheimlichen – solange das zu tun als für die Sache des Islam hilfreich angesehen werden kann.
Es läuft auf Folgendes hinaus: Der Islam erlaubt Lügen und Täuschung um sich selbst mehr Macht zu verschaffen (man muss sich nur die Taktiken ansehen, die sein Gründer Mohammed anwandte). Dementsprechend und unter Berücksichtigung dessen, dass der Islam sich als in einem Dauerzustand des Krieges mit den Nicht-Islam betrachtet (versinnbildlicht von der klassischen Formulierung des Dar al-Islam gegen Dar al-Harb) hat jeder Muslim, der diese oder jene Täuschung des Ungläubigen als irgendwie dem Islam nützlich betrachtet – was auch als ihm selbst nützlich verstanden werden könnte – einen Blankoscheck fürs Lügen.
Von daher sind Sie nicht der „Bösewicht“, wenn Sie sich in der Situation wiederfinden, dass Sie muslimischen Friedensschwüren weniger vertrauen, besonders in Dingen von Belang; Sie sind lediglich angemessen vorsichtig.
