Wie der Islam die „übelsten“ Christen der Geschichte beeinflusste

Ein Blick auf die Umstände, die Vlad den Pfählern und Iwan den Schrecklichen aufsteigen ließen

Raymond Ibrahim, FrontPage Mag, 22. Januar 2021

Geschichte – oder wie wir sehen werden: Pseudogeschichte – anzuführen, ist einer der wichtigsten Wege, wie die Apologeten des Islam versuchen die Überzeugungen Mohammeds und seiner Anhänger zu veredeln. Als eine Art von Gegengewicht zu vermeintlich edlen Muslimen werden mittelalterliche Christen regelmäßig als Inbegriff von Intoleranz und Gewalt dargestellt. An der Spitze stehen landläufig Vlad der Pfähler und Iwan „der Schreckliche“ (beide werden im Buch „The Most Evil men and Women in History[*] angeführt).

In Wirklichkeit sind diese Männer – und die Kultur, in der sie lebten – erheblich vom Islam beeinflusst; sie waren ihr Leben lang umgeben von Muslimen und bekämpften sie.

Die historische Figur Vlad III. (1430 bis 1476) – auf dem die fiktive, blutsaugende Figur des Dracula basiert – wird im Westen als sadistisches Monster dargestellt, der nichts mehr liebte als sein eigenes Volk zu pfählen und deren Blut zu trinken – oft ausgerechnet während er den Mönchen zuhörte, wie sie Choräle sangen. CNN behauptet sogar, dass der Islamische Staat seine sadistischen Folter- und Exekutionsmethoden von Vlad lernten.

Die Wirklichkeit erzählt etwas anderes: Die „brutale kleine Gewohnheit“ des rumänischen Prinzen seine Feinde zu pfählen – so charakterisiert es ein Historiker – wurde von den Türken übernommen und fast nur gegen sie und ihre Vertreter angewandt. In seiner Jugend war Vald Geisel eines der verkommensten Sultane – Mohammed (oder „Mehmet“) II. der zudem Vlads jüngeren Bruder als Lustknaben hielt. Vald wurde von diesem osmanischen Sultan erstmals in die „Kunst“ des Pfählens eingeführt, der sie regelmäßig einsetzte.

Schließlich und als Teil seiner Strategie sich von der muslimischen Herrschaft zu lösen griff Vlad auf das Pfählen als eine Art von „Wie du mir, so ich dir“ zurück – um den Osmanen zu zeigen, dass er und sein Volk genauso gut austeilen konnten, wie sie einstecken mussten. Daher die Ironie: Während Vlad im Westen als blutrünstiges Monster betrachtet wird, so ist er in Rumnänien ein Nationalheld, weil er den Islam so lange bekämpfte und ihm Widerstand leistete.

Genauso ist Iwan IV. („der Schreckliche“, 1530 bis 1584) ein weiteres, oft angeführtes Beispiel für einen mittelalterlichen Christen – diesmal ein frommer, praktizierender Orthodoxer – der ein blutrünstiges Monster ist, der Inbegriff eines Tyrannen. Ungesagt bleibt, dass Russland rund zwei Jahrhunderte zuvor, ab etwa 1300, unter dem Joch der islamischen Tataren – und stark von ihnen beeinflusst – war, die die Russen im Namen des Jihad brutal behandelten und versklavten.

Noch nach 1480, als die Russen formell das Tataren-Joch abschüttelten und die gesamte Herrschaft Iwans hindurch begann das Krim-Khanat zahlreiche verheerende Sklavenzüge nach Russland; allein während Iwans Herrschaft wurden hunderttausende Sklaven entführt und in islamische Sklaverei verkauft. „Jahrhunderte der Tyrannei und Brutalität seitens der islamisierten Mongolen und ihrer türkischen Erfüllungsgehilfen machten Russland zu einem Land, in dem der Despotismus als normal angesehen wurde und Menschenleben nicht viel zählten“, stellt ein Historiker fest. „Es ist vielleicht kein Zufall, dass diese Dinge sich in den russischen Charakter einschlichen“ – einschließlich dem von Iwan. In der Tat ist sein Spitzname „der Schreckliche“ (grozny, was buchstäblich „furchterregend“ bedeutet) eigentlich ein Bezug darauf, wie seine besiegten tatarischen Feinde ihn sahen.

So sieht der selten eingestandene Hintergrund von Iwan dem Schrecklichen aus, diesem „Monster“, dessen Verhalten – wie das von Vlad III. und vielen anderen – auch regelmäßig in einem Vakuum präsentiert wird. (Nebenbei bemerkt und wegen ihrer langen und intimen Geschichte mit dem Islam, bleiben Osteuropäer – Russen, Rumänen, Polen, Ungarn usw. – dem Islam gegenüber argwöhnisch und leisten muslimischer Zuwanderung Widerstand.)

Der Islam beeinflusste nicht nur das persönliche Verhalten einzelner Europäer; er hatte einen formenden Einfluss auf ganze Kulturen (einschließlich der der Mafia). Während der Kreuzzüge z.B. war es nicht unüblich, dass die Franken Muslime köpften (und ihre Köpfe per Katapult in muslimische Befestigungen schleuderten). Der zeitgenössische Historiker Gilbert von Nogent (gest. 1124) legt nahe, dass sie das von ihren Feinden „lernten“ – dass es eine Art „Wie du mir, so ich dir“ war, um den muslimischen Kämpfern zu zeigen, dass die Kreuzritter genauso austeilen konnten, wie einstecken mussten.

Es ist ähnlich unmöglich die Brutalität und den Fanatismus der spanischen Conquistadoren gegenüber den Einwohnern der Amerikas zu verstehen, ohne sie auf den existenziellen Kampf Spaniens mit dem Islam zurückzuführen, der die Schaffung einer fromm-militanten Kultur nötig machte, um dem Jihad Widerstand zu leisten und das Blatt zu wenden. Als der Islam erst einmal weg war, konnte Spaniens Mentalität der heiligen Krieger – die immerhin über fast acht Jahrhunderte Krieg geschmiedet  wurde – nicht einfach über Nacht verschwinden und fand neuen Auslass unter dem alten Kontext von Christen gegen Ungläubige.

Nichts davon soll mittelalterliche Christen von ihrem Tun „freisprechen“ – am Ende ist jeder Einzelne für sein Verhalten verantwortlich – sondern sie in Kontext setzen. Immerhin ist es eine Klammer der Nahost-Studien und infolgedessen der Medien und aller möglichen Analysten, westlichen Einfluss – von den Kreuzzügen bis zum Kolonialismus – als fundamental verantwortlich für die modernen Probleme der islamischen Welt zu präsentieren. Von daher ist eine Erkundung der Frage aus einem Gegen-Standpunkt aus angebracht.

[*] Die übelsten Männer und Frauen der Geschichte