Die „absurden und realitätsfernen Ansprüche“ der größten Universität des Islam

Raymond Ibrahim, 28. Januar 2021

Al-Azhar, die prestigeträchtigste, wenn nicht maßgebende islamische Universität, verriss vor kurzem Jerome, den Erzbischof von Athen und ganz Griechenland, weil der am 14. Januar in einem Interview sagte: „Der Islam, sein Volk, ist keine Religion, sondern eine politische Partei“ – dass Muslime „das Volk des Krieges sind … die Expansion anstreben“, was ein „Charakteristikum des Islam ist“.

Statt mit Wut und „Islamophobie“-Anschuldigungen zu antworten – wie es die Türkei und andere Staaten am 19. Januar machten – wurden diese „unverantwortlichen Äußerungen des Erzbischofs von Athen“ von einem Zweig der Al-Azhar verurteilt und hinzugefügt, es handele sich „lediglich um absurde und realitätsferne Behauptungen – Trivialitäten, die keiner Antwort oder Diskussion nicht würdig sind“.

Warum? Weil, führte Al-Azhar weiter aus, „der Islam die letzte, himmlische Botschaft ist, die Allah, der Allmächtige, unserem Herrn Mohammed schickte, das Siegel der Propheten und Apostel, um die Menschheit aus der Dunkelheit und den Klauen der Ignoranz zu führen und ins Licht der Wahrheit und die Sonne der Führung zu bringen.“

Für jeden, der von dieser hagiografischen Erklärung nicht überzeugt ist, fuhr die Al-Azhar fort:

Muslime zu beschuldigen, sie seien ein Volk des Krieges und der Expansion, ist eine reine Lüge – ein Betrug und eine Fälschung muslimischer Geschichte, die voller Vergebung und Pardon ist. … Die Invasionen des Propheten fanden entweder in Verteidigung von Muslimen statt oder um diejenigen zu maßregeln, die ihren Pakt nicht einhielten. … Die islamische Geschichte widerspricht der Behauptung, dass Muslime expandieren wollen!

Tatsächlich ist hier das einzig Widersprüchliche die Leugnung der militanten, expanisionistischen Geschichte des Islam. Zum Beispiel erklärte Scheik Ahmed al-Tayeb – der Großimam der Al-Azhar und enger Verbündeter von Papst Franziskus – am 30. April 2020 in einer Fernsehsendung, die von Millionen Ägyptern und der arabischen Welt gesehen wird: „Der Islam strebt nicht nach Krieg oder Blutvergießen und Muslime kämpfen nur, um sich zu verteidigen.“

Diese ziemlich surreale Behauptung war sogar die große Schlussfolgerung, zu der eine aktuelle Mega-Konferenz kam, die dem Finden von Lösungen für „Extremismus“ gewidmet war und mit der diese zur Farce gemacht wurde. Sie wurde in Ägypten von der Al-Ahzar veranstaltet, an der führende Repräsentanten aus 46 muslimischen Staaten teilnahmen; Al-Tayeb setzte der zweitägigen Konferenz die Krone auf, als er erneut erklärte:

Der Jihad ist im Islam nicht synonym mit Kampf; vielmehr ist der Kampf, den der Prophet Mohammed und seine Kameraden führten, eine seiner Formen; und er dient dazu die Aggression der Aggressoren gegen die Muslime abzuwenden, nicht dem Töten derer, die in Fragen der Religion beleidigen, wie es die Extremisten behaupten. Die bestehende Herrschaft der Scharia verbietet Feindseligkeit gegenüber denen, die gegen die Religion sind. Sie zu bekämpfen ist verboten – solange sie nicht Muslime bekämpfen.

Es muss gar nicht erst gesagt werden, dass solche Behauptungen mehr als einem Jahrtausend gut dokumentierter islamischer Geschichte vollkommen widersprechen. Angefangen mit Mohammed – dessen späte Kriege kaum defensiv waren, sondern Überfälle, die dazu dienten ihn und seine Anhänger gegenüber Nichtmuslimen zu stärken und im Ansehen zu heben – und unter den ersten „redlichen“ Kalifen und praktisch allen folgenden Sultanen und Herrschern bestand der Jihad daraus  benachbarte Nichtmuslime „einzuladen“ den Islam anzunehmen oder sich zumindest seiner politischen Obrigkeit zu unterwerfen (als Dhimmis zweiter Klasse); wenn die Nichtmuslime das ablehnten, wie sie es fast immer machten, wenn sie darauf bestanden ihre eigene religiöse Identität und die Freiheit vom Islam zu behalten, dann wurde der Jihad erklärt, in die Länder der Nichtmuslime einmarschiert und hinterher sah es aus wie ein Schauplatz von ISIS, mit Schädelpyramiden, verbrannten Kirchen und anderen Tempeln, mit das Land übersäenden Sklavenmärkten für Frauen und Kinder.

Man muss sich nur die Landkarte der heutigen muslimischen Welt ansehen und erkennen, dass die überwiegende Mehrheit davon – der gesamte Nahe Osten, Nordafrika, die Türkei, Zentralasien bis nach Pakistan und darüber hinaus – durch gewalttätige Eroberung im Namen des Jihad übernommen wurde. Daran gibt es nichts, das „der Verteidigung dient“.

In der Tat sind Erzbischof Jeromes Worte innerhalb des Kontextes seines Interviews besonders korrekt, denn er diskutierte die islamische Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453. Wie bei den schon erwähnten den vorausgehenden muslimischen Eroberungen war der einzige Grund es anzugreifen und auf wahnsinnige Weise mit seinen Bürgern umzugehen, der, dass sie es ablehnten sich dem Islam zu unterwerfen und es vorzogen Christen zu bleiben, wie es über tausend Jahre lang gewesen war.

Kurz gesagt: Die Geschichte und folgende Expansion des Islam gründet fast ausschließlich auf gewalttätiger Eroberung oder Jihad. Jeder, der das bestreitet – und das gilt für die prestigeträchtigste und maßgebliche Institution der muslimischen Welt – ist derjenige, der „absurde und leere Behauptungen aufstellt – Trivialitäten, die es nicht Wert sind auf sie zu antworten oder sie zu diskutieren“.

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