Die Lüge, die Israelis seien Nazis

Die groteske und bösartige Kampagne der Nazifizierung der Israelis entlarvt

Richard L. Cravatts, FrongPage Mag, 22. März 2021

Hinweis: Dies ist der zweite Teil zu „Lügen im geistigen Krieg gegen Israel“. Teil finden Sie hier.

Wenn SJP-Aktivisten und die von ihnen eingeladenen Redner gegen Israel demonstrieren, sind ihr Reden und ihre Literatur gespickt mit Vorwürfen zu Israels angeblichen „Verbrechen gegen die Menschheit, Massakern und Völkermord“ sowie Kommentaren, die den türkischen Präsidenten Tayyip Erdoğan nachplappern, Israel habe in seinem Umgang mit dne Palästinenser demonstriert, dass „… ihr Barbarismus sogar den von Hitler übertroffen hat“.

Die Nazifizierung der Israelis – und in Erweiterung damit der Juden – ist sowohl atemberaubend in ihrer moralischen Umkehrung und grausam in der Art, wie sie die tatsächlichen Opfer der Schrecken des Dritten Reichs zu einer modernen Reinkarnation genau dieser Barbarei macht, gleichzeitig unhistorisch, arglistig und grotesk in ihrer moralischen und faktischen Unrichtigkeit.

Was ist der Sinn dieser grotesken Kampagne der Ummodelung des jüdischen Staates ins Dritte Reich? Die tückische Antwort lautet: Sobald Israel erst einmal mit den Verleumdungen des Rassismus und Nazismus geteert ist, ist der jüdische Staat zu einem international Geächteten gemacht worden, einem Paria, der sein moralisches Recht schon auf Existenz verloren hat – natürlich exakt das, was seine Feinde durchweg angestrebt haben.

Noch beunruhigender ist, dass die Charakterisierung der Israelis als Nazis ein Bild ist, das heute von westlichen Eliten und sogenannten Intellektuellen, einschließlichl eines breiten Kontingents an Akademikern verkündet wird, die der Kampagne zur Diffamierung Israels durch Nazifizierung seines Volkes und erneuten Beschuldigung der Juden als die moralischen und existenziellen Feinde der Welt mitschuldig sind, wie von ihrer Unterdrückung und Brutalität gegenüber den „lange leidenden Palästinensern“ demonstriert sein soll. Daher haben antiisraelische, von radikalen Studentengruppen unterstütztte Hass-Feste so widerliche Namen wie „Holocaust im Heiligen Land“, „Israel: Die Politik des Völkermords“ oder „Israel: Das Vierte Reich“, was eine klare, wenn auch verlogene Verbindung zwischen Nationalsozialismus und Zionismus schafft – eindeutige Beispiele sowohl der Holocaust-Bagatellisierung und -umkehr sowie zeitgenössische Versionen antisemitischen Denkens und Ausdrucksweisen.

Dasselbe Bild wird von anderen Akademikern wie Richard Falk wiederholt und verstärkt, einem Professor emeritus für Internationales Recht und Politik an der Princeton University und ehemaliger grotesk betitelter „Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenechte in den seit 1967 besetzten Palästinensergebieten“, der sich laut fragte, ob es „eine unverantwortliche Übertreibung ist, die Behandlung der Palästinenser mit dieser kriminalisierten Bilanz kollektiver Grausamkeit seitens Israels in Verbindung zu bringen“, um dann schnell seine eigene Frage mit der Aussage zu beantworten: „Ich glaube nicht.“

An der Abteilung für den Nahost-, Südasien- und Afrikastudien (MESAAS) der Columbia University lässt Joseph Massad, ein Privatdozent für moderne arabische Poloitik als weiteres Beispiel nie eine Gelegenheit aus, den jüdischen Staat als rassistisches, koloniales Unterfangen, als moralischen Fleck auf der Welt ohne jeglichen Anflug von Legitimität und Israelis zu verunglimpfen; Israelis, wird er nie müde zu erwähnen, sind die neuen Nazis und die Palästinenser die neuen Juden geworden. „Während Palästinenser zu tausenden ermordet und verletzt werden“, schrieb er nach der Operation Gegossenes Blei, in der Israel sich gegen einige unermüdlichen Raketenangriffe auf dem Gazastreifen auf zivile Viertel verteidigte, „spornen die Weltmächte das an … und das geschah sogar während des Zweiten Weltkriegs, als der Nazi-Völkermord im Gang war.“

Dies ist ein tödliches Narrativ, denn wenn es geglaubt wird, dann fragt die Welt sich natürlich: Wenn Israel ein naziartiger Staat, ein Apartheid-Regime ist, das allem entgegen steht, wofür die zivilisierte Gemeinschaft der Nationen steht, wer würde Israel da nicht zur Verantwortung ziehen und es wegen seiner Vergehen unfreundlich beurteilen? Dass gegen alle historischen Beweise und die Kraft der Vernunft die Verleumdung Israels, es sei ein mörderisches, sadistisches und völkermörderisches Regime, erfolgreich propagiert worden ist und das weiter an Boden gewinnt, deutet an, dass Israels akademische Verleumder die Geschichte erfolgreich als Teil der modernen Inkarnation des ältesten Hasses der Welt umgedreht haben.

Lügen über eine jüdische Verbindung zu Jerusalem und dem  Heiligen Land

So wie er und andere in der muslimischen Welt es zu tun pflegen, setzte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas 2012 eine lange Tradition der Versuche fort Jerusalem zu entjuden, indem er seine verlogene Ansicht zum Ausdruck brachte, dass „die Identität Jerusalems arabisch ist und die der Stadt und der christlichen heiligen Stätten vor israelischen Drohungen geschützt werden müssen“. Derselbe Geschichtsgelehrte, der eine Dissertation schrieb, die das Ausmaß und die Wahrhaftigkeit des Holocaust in Frage stellte, stellt jetzt seine eigenen historischen Behauptungen auf, dass es nie eine jüdische Präsenz und Geschichte in der heiligsten Stadt des Judentums gegeben hat.

Damit, dass er Ostjerusalem – oder eigentlich irgendeinen Teil von Jerusalem – als Territorium bezeichnet, das Israel „besetzt“, über das es aber keine Souveränität genießt, hat Abbas einmal mehr den Inhalt und den Sinn von Resolution 242 des UNO-Sicherheitsrats von 1967 falsch verstanden, der einen Abzug „aus Gebieten“ vorschlug, die Isarel im Sechstage-Krieg eroberte. Kritiker israelischer Politik, die die Resolution gewollt falsch lesen oder ihren Sinn bewusst verschleiern, sagen, der jüdische Staat verletzte 242 durch die Fortsetzung der Besatzung der Westbank und Jerusalems, einschließlich dem, was heute fälschlich als „arabisches“ Ost-Jerusalem bezeichnet wird. Aber die Verfasser von Resolution 242 waren sehr genau in der Sprache des Entwurfs und sie betrachteten Jerusalem nie als von Israel nach dem Sechstage-Krieg „besetzt“. Der ehemalige US-Botschafter bei der UNO Arthur Goldberg, einer der Autoren der Resolution, machte das sehr deutlch, als er einige Jahre später schrieb: „Resolution 242 nimmt keinerlei Bezug auf Jerusalem und es wurde bewusst ausgelassen. … Zu keiner Zeit bezog ich mich in meinen vielen Reden vor der UNO auf Ost-Jerusalem als besetztes Gebiet.“

Zusammen mit ihren unerschütterlichen und vielfältigen Forderungen, darunter ein „Rückkehrrecht“ für alle Flüchtlinge und Souveränität über den Tempelberg, bestehen die Palästinenser heute darauf, dass Jerusalem geteilt werden muss, um ihnen mit dem östlichen Teil eine Hauptstadt ihres neuen Staates zu geben. Diese Ansicht ist beunruhigend, denn sie offenbart ein Muster, mit dem Araber Jerusalem mit hochgradiger Bedeutung ausstatten, damit es politischer Zweckdienlichkeit dient.

Dore Gold, von 1997 bis 1999 Israels UNO-Botschafter, stellte in seinem Buch The FIght for Jerusalem: Radical Islam, the West, and the Future of the Holy City[1] fest, wie viele in der muslimischen Welt und selbst manche im Westen einen unheilvollen Prozess begonnen haben, der auf die Gründung einer spirituellen sowie politischen Präsenz des Islam in Jerusalem abzielt, während gleichzeitig historische jüdische Verbindungen zur Stadt abgeschwächt werden. Gold glaubt, dass dieser Trend bei den Camp David-Treffen im Jahr 2000 begann, als Yassir Arafat einem schockierten Präsdienten Bill Clinton erstmals laut und öffentlich seine atemberaubende Überzeugung erklärt, dass es nie einen jüdischen Tempel auf dem Tempelberg gegeben habe. Arafat warf damit „einen Stein historischer Lügen in einen See und seine Wellen verbeiteten sich über den gesamten Nahen Osten. ‚Tempellleugnung‘ wurde in den Folgejahren ein geläufiges Thema in Seminaren in den VAE oder Jordanien. Europäische Professoren schlossen sich diesem antibiblischen Trend an.“

Palästinensische Propagandisten haben zusammen mit ihren Fürsprechern im Westen natürlich beharrlich versucht ein historisches Narrativ neu zu schreiben, mit sich selbst als ein indigenes Volk und den Israelis als europäische koloniale Usurpatoren ohne wirkliche Verbindung zum Land, das Israel wurde. Um diese unangenehmen Fakten zu überwinden, behauptete Barnard-Professor Nadia Abu El-Haj – als ein nur ein ungeheuerliches Beispiel –  in ihrem verlogenen Buch Facts on the Ground: arachaeological Practice an dTerritoral Self-Fashionig in Israeli Society[2], von Israel geleitete Archäologen nähmen es auf sich, sich eine mit muslimischen Überresten reich gefüllte Vergangenheit durchzugehen, hätten sie aber ignorierten und ausschließlich nach den Funden gesucht, sie identifiziert und aufgenommen, die eine historische jüdische Verbindung zum Land bestätigten. „Die Arbeit der Archäologie in Palästina/Israel ist ein grundlegender institutioneller Standort für die andauernde Praxis kolonialen Volkstums“, schreibt El-Haj mit der politisierten Syntax ihres ideologischen Mentors Edward Said von der Columbia University, „womit Fakten produziert werden, durch die historisch-nationale Ansprüche, territoriale Umgestaltung, Erbe-Objekten und Geschichtlichkeit ‚stattfinden‘.“

Ihr Buch ist weithin genau deshalb verurteilt worden, weil es nicht wie authentische Forschung zur Archäologie im Heiligen Land, sondern eine revisionistische Geschichte auf Grundlage politischer Ideologie zu sein scheint – die Vorstellung, dass jede historische Beziehung zwischen Juden und Jerusalem, sogar zu Israel selbst, lediglich ein Konstrukt ist, eine Fiktion, ein professioneller Schwindel, für die Welt der Forschung durch israelische Archäologen gehisst, die über Grabungen und Künstler eine historische Verbindung zwischen den Juden und dem Heiligen Land ‚aufbauten‘, womit sie natürlich den Palästinensern ihre eigene historische Verbindung bestreiten. Wenn der jüdische Anspruch auf das Heilige Land herabgewürdigt wird, wird natürlich der palästinensische Anspruch angehoben und berechtigter gemacht, was aber eine Umkehrung der Wahrheit ist, etwas, das der israelische Journalist Nadav Shragai treffend als „Lügengewebe“ bezeichnet hat.

Pseudowissenschaften und Lügen über den jüdischen Staat

In dem regelmäßigen Chor der Diffamierung Israels durch eine mit Palästinensianismus infizierte Welt hat ein neuer, ekelhafter Trend begonnen sich zu zeigen: Die Ritualmordlüge ist wiederbelebt worden, aber heute wird, um Israel und den Zionismus als dämonische Agenten in der Gemeinschaft der Staaten zu positionieren, primitiver Aberglaube mit einem Anstrich akademischer Forschung und politisiertem wissenschaftlichen Studium maskiert.

Wenn vermeintlich brutale, militärische Angriffe und Israels Einsatz von Waffen nicht als Ursache gesundheitlicher Schäden für Nichtjuden verantwortlich gemacht werden können, sind Israelhasser schnell dabei die behauptete allgemeine Unterdrückung durch zionistische Besatzung und Brutalität als Ursachen für arabische Gesundheit und Glück zu verurteilen.

2005 nahmen es zum Beispiel die Psychologen für Soziale Verantwortung auf sich „die Verwendung psychologischer Kriegsführung durch die israelische Armee gegen die Bevölkerung des Gazastreifens zu verurteilen“. Israel, behauptete die Gruppe, machte das mit Hilfe des Einsatzes von F-16-Jets erzeugter „Überschallknalle“, die eine „besonders bösartige Form der psychologischen Kriegsführung sind“.

Während sie widerwillig eingestanden, dass der Grund für die abendlichen Jetflüge gegen die Bevölkerung des Gazastreifens in erster Linie die hunderte Raketen waren, die auf israelische Orte im südlichen Israel regneten, schien die Sorge der Psychologen sich nie auf jüdische Kinder zu erstrecken, genauso wenig forderten sei ein Ende des Terrorismus, den israelische Militäroperationen zu drosseln versuchten.

Aber Überschallknalle waren auf jeden Fall inakzeptabel.

Im selben Jahr heckte das Palästinensische Beratungszetnrum als Teil einer unerbittlichen Kampagne zur Diskreditierung der israelischen Sicherheitsbarriere und ihre Position als „Apartheidmauer“, die symbolisch für den wesentlichen Rassismus des Zionismus steht, eine „wissenschaftliche“ Studie der psychologischen Auswirkungen auf die geistige Gesundheit der Palästinenser auf das aus, was es Israles „Annexions- und Ausweitungsmauer“ für die Bewohner in fünf Dörfern im Distrikt Kalkilya nennt.

Bezeichnenderweise hatte der Internationale Gerichtshof im selben Jahr die Barriere für illegal erklärt und entschieden, dass Israels Recht seine Bürger gegen Mord zu verteidigen von den Menschenrechten der Palästinenser übertrumpft werde, für die die Anwesenheit der Barriere lästig sein könnte.

Unheilvoller ist, dass die Existenz der Mauer für „das Auftreten psychologischer Symptome bei den Erwachsenen sowie Gefühle der Einsamkeit und anderer physischer Symptome wie Atemprobleme und Bauchschmerzen“ verantwortlich gemacht wird.

Statt die palästinensische Todeskultur zu evaluieren, die Kindern vom Kindergarten an bis zur Oberschule eingetrichtert wird, wo sie gelehrt werden Juden zu hassen und Märtyrertum anzustreben, sowie zu untersuchen, ob diese Happen psychologischen Gepäcks selber einen negativen Einfluss auf emotionales Wachstum haben könnten, wurden jegliche negativen emotionalen oder psychologischen Symptome mit der bloßen Anwesenheit der Mauer verknüpft. Die gesamte „Besatzung“ ist für Wissenschaftler ein Ziel geworden, mit der versucht wird die allgemeine Unterdrückung durch den Zionismus mit Krankheiten in der palästinensischen Gesellschaft in Verbindung zu bringen.

Selbst wenn Israel sich mit dem befasste, was nach normalen Maßstäben als humanitäre Hilfe angesehen werden würde – wie es bei seiner sofortigen Reaktion auf das Erdbeben in Haiti war, wohin israel ein Kontingent medizinischer Teams schickte, die in Port au Prince hochmoderne medizinische Einrichtungen aufbauten – waren diejenigen, die Israel ständig diffamieren wollen, in der Lage Vergehen zu finden, sogar in Haiti.

Die heimtückische Behauptung kam von Baroness Jenny Tonge, ehemaliger Gesundheitssprecherin des britischen Oberhauses, die zwar die IDF lobte, aber auch andeutete, israelische Soldaten würden bei haitischen Opfern Organe ernten. The Palestinian Telegraph, eine Publikation, die Tonge fördert, brachten einen Artikel mit dem Titel „Fokus auf Israel: haitische Organe ernten“ von einem Blogger aus Boston, der „Gerechtigkeit für alle unterdrückten Völker der Welt wie die lange leidenden Menschen Haitis und die Palästinenser“ anstrebt und der Israel eines „Verbrechens gegen die Menschheit“ beschuligt, natürlich auf Grundlage absolut keiner Beweise oder Fakten.

Wissenschaftliche Publikationen sind ebenfalls mit fadenscheinigen Studien intellektuell gekapert worden, die ihnen gegenüber eine grundlegende Voreingenommenheit haben, die die Gültigkeit aller Forschung diskreditiert. The Candian Journal of Psychiatry z.B. brachte einen Artikel mit dem Titel „Die Vorherrschaft psychologischer Erkrankungen bei Kindern in der Westbank“, geschrieben seltsamerweise von einem niedrigrangigen Chirurgen und einen Mirkobiologen.

Wenn Mitglieder der Scholars for Peace in the Middle East (SPME), einer Organisation von Akademikern, Ausgewogenheit in der Diskussion des palästinensisch-arabischen Konflikts anstrebt, dieses Teils mangelhafter Forschung gewahr wurde, analysierten sie das Papier selber und stellten fest, dass es ein Beipsiel war für „schlechte wissenschaftlicher Arbeit, bei der fehlende Beweise und die ungenauer Anführung psychologischer Literatur gehörte“. Darüber hinaus hatte sich die ursprüngliche These, „dass ‚Siedlungs-Übergriffe‘ für die Probleme palästinensischer Kinder verantwortlichl seien“, sich auf die psychiatrische „Kompetenz“ von niemand anderem als dem wegen seines Hasses auf Israel gekannten Linguisten Noam Chomsky verlassen hatte, um der Studie zu helfen zu ihren Schlüssen zu kommen.

Anhänger der Sache der Palästinenser haben die Tatsache akzeptiert, dass Israel nicht mit der Andung traditioneller Kriegsmittel besiegt werden wird. Stattdessen haben die Feinde des jüdischen Staats im Nahen Osten, unter Beihilfe ihrer Unterstützer im Westen, angefangen andere, aber gleichermaßen gefährliche Taktiken anzuwenden, um Israel zu delegitimieren, in der Hoffnung es letztlich zu vernichten.

Man kann kein auffälligeres Beispiel dieses Typs verlogener akademischer Leistung zu finden, als in einem abstoßenden Buch von Rutgers-Professor Jasbir K. Puar, veröffentlicht von der Duke University Press, the Right to Maim: Debility, Capacity, Disability.[3] Die These von Puars Buch wird von ihrer Untersuchung „israelischer taktischer Berechnungen von Siedler-Kolonialherrschaft“ gebildet, die, wie sie behauptet, „der Schaffung von Verletzung und Beibehaltung palästinensischer Bevölkerung als dauerhaft geschwächt und doch noch am Leben, um sie zu kontrollieren“ dient.

Mit anderen Worten: Puars Kerngedanke lautet, dass israelische Militärtakitken – als Erweiterung seiner politischen Strategien – bewusste beinhaltet, Palästinenser zu „hemmen, sie zu verstümmeln, körperlich zu Invaliden zu machen und wissenschafltiche Experimente an ihnen durchzuführen“, eine unsfassbare und groteske Wiederauferstehung des klassischen antisemitischen Bildes, dass Juden absichtlich und sadistisch Nichtjuden Schaden zufügen und töten.

„Die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) haben über Jahrzehnte ein nachweisbares Muster gezeigt Leben zu verschonen, eher zum Verstümmeln als zum Töten zu schießen. Das ist vordergründig eine humanitäre Praxis“, gibt sie zu, obwohl als Ergebnis davon „viele Zivilisten in einem Territorium zerstörter Krankenhäuser, rationierter medizinischer Vorräte und karger Ressourcen ‚dauerhaft behindert‘ bleiben.“ Während Puar also widerstrebend eingesteht, dass Israel die Tödlichkeit seiner Selbstverteidigung über Zurückhaltung und taktische Kontrolle bewusst beschränkt, beschuldigt sie es trotzdem Gewalt einzusetzen und Verletzungen als taktisches Mittel eines Siedlerstaats einzusetzen, um die Kontrolle über eine verletzliche indigene Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Das ist sowohl sadistisch als auch ausbeuterisch, argumentiert sie, weil es damit eine angeblich ungerechte und illegale Besatzung sowie die Unterdrückung eines Opfervolks aufrecht erhält.

Natürlich wird Puar nicht anerkennen, „warum es die intensivste Praxis der Biopolitik Schwächung“, die Nutzung von Gewalt gegen die zivile Palästinenser-Bevölkerung, überhaupt gibt; das heißt, dass Israels sogenannt brutale Besatzung und sein militärisches Eindringen durch arabische Aggression und Terrorismus nötig gemacht wurden und der Einsatz von Gewalt, das Verstümmeln der Palästinenser keine willkürlichen Vorfälle der Launen eines sadistischen israelischen Militärs sind, sondern eine Reaktion auf und das Ergebnis von unerbittlichen Terroranschlägen, mit denen psychopathische Jihadisten seit Israels Gründung versucht haben Juden mit Messern, Lastwagen, Bomben, Raketen und Gewehren zu ermorden.


[1] Der Kampf um Jerusalem: Radikaler Islam, der Westen und die Zukunft der Heiligen Stadt

[2] Fakten vor Ort: Archäologische Praxis und territoriale Selbstinszenierung in der israelischen Gesellschaft

[3] Das Recht zu verstümmeln: Debilität, Fähigkeit, Unfähigkeit