Die Rolle der Lügen im Antisemitismus und eine Modifikation meiner Definition

Elder of Ziyon, 7. April 2021

Neulich verfasste ich eine Antisemitismus-Definition, von der ich das Gefühl hatte, sie gehe die Defizite der anderen an, die aus dem Boden schossen.

Diese Definition lautete:

Antisemitismus ist
Feindseligkeit gegen,
Abwertung von oder
Diskriminierung von
Juden
als individuelle Juden,
als Volk,
als Religion,
als ethnische Gruppe oder
als Nation (d.h. Israel)

Seitdem habe ich versucht diese Definition zu zerpflücken, um zu sehen, ob sie vollständig und exakt ist. Am besten tut man das, indem man offensichtliche Beispiele von Antisemitismus findet und sieht, ob sie mit ihr abgedeckt sind.

BDS zum Beispiel ist abgedeckt, das die Bewegung den jüdischen Staat diskriminiert.

Die „Protokolle der Weisen von Zion“ sind abgedeckt, weil sie Feindschaft gegenüber den Juden als Volk sind.

Einzelne Juden für das Handeln anderer Juden (oder Israels) verantwortlich zu machen ist Diskriminierung von Juden.

Aber was ist mit Holocaust-Leugnung? Hier ist etwas, das offensichtlich antisemitisch ist, es wird aber von dieser (bzw. keiner anderen) Grunddefinition abgedeckt.

Unter Verwendung der Formulierungen der „Jerusalem-Erklärung für Antisemitismus“, bei der verschiedene Beispiele „auf den ersten Blick“ betrachtet werden, ist Holocaust-Leugnung einfach, dass Leute die Wahrheit über ein historisches Ereignis suchen, genau wie BDS „auf den ersten Blick“ nur eine Suche nach Gerechtigkeit für Palästinenser oder die Vernichtung Israels anzustreben „auf den ersten Blick“ nur ein antinationaler Standpunkt ist.

Während die JDA einen eigenen Abschnitt hinzufügt, der besagt, dass Holocaust-Leugnung antisemitisch ist, spricht ihre Grunddefinition das nicht an – außer man stimmt zu, dass es offensichtlich ist, dass Holocaust-Leugnung nicht aufgrund der Perspektive der Behauptungen der Holocaust-Leugner eingeschätzt werden kann.

Warum? Weil sie Lügner sind.

Sowohl die JDA als auch die Arbeitsdefinition der IHRA diskutieren „Kontext“ bei der Bewertung, was antisemitisch ist, aber die JDA sucht aus, wann den antisemitischen Lügen Glauben zu schenken ist (BDS, Palästinenser, die einen Staat mit arabischer Mehrheit haben wollen) und wann nicht (Holocaust-Leugnung, Leute, die behaupten, die Rothschilds würden die Welt kontrollieren). Was bedeutet, dass ihre Definition überhaupt keine Definition ist – sie ist ein Vorwand die Arten von Antisemitismus zuzulassen, die sie unterstützen und den Antisemitismus zu verurteilen, den sie nicht mögen.

Außerhalb der extremen Rechten sagen Antisemiten selten deutlich, dass sie Juden hassen; Grund ist das Stigma gegen öffentlichen Judenhass. Also verbergen sie ihren Hass hinter moralischer Argumentation – sie wollen nur Tiere von dem Übel ritueller Schlachtung bewahren (während Jagen geschützt wird), sie wollen nur unschuldige Babys vor den Schrecken der Beschneidung bewahren (während sie das Piercen Minderjähriger erlauben), ise wollen nur Palästinenser vor dem Terror der Israelis bewahren (während sie zu antipalästinensischen Gesetzen im Libanon und Jordanien schweigen). Infolge der Lügen, die sie erzählen, sowie ihrer Scheinheiligkeit wissen wir, dass sie Antisemiten sind. Ihre Moral geht selten über die Beispiele hinaus, die Juden beeinträchtigen.

Ich mag Definitionen nicht, die Beispiele brauchen, besonders wenn die Beispiele nicht offensichtlich von der Grunddefinition abgedeckt sind. Und wenn Holocaust-Leugnung nicht von der Grunddefinition von Antisemitismus abgedeckt ist, dann ist das keine gute Definition – der IHRA, der JDA oder von mir. Man kann wohl sagen, dass Holocaust-Leugnung ein eVerunglimpfung von Juden ist, weil sie indirekt sagt, jüdische Zeugen des Völkermords seien allesamt Lügner, aber das ist nicht so deutlich, wie es bei einer Definition sein sollte.

Also denke ich, dass ich dieser Definition eine Klausel hinzufügen muss, um „boshafte Lügen“ gegen Juden einzuschließen. Das würde nicht nur Holocaust-Leugnung, sondern alle Arten von Lügen zur jüdischen Geschichte  hinzufügen, die von den anderen Definitionen nicht angesprochen werden, so das Khazaren-Märchen oder zu behaupten, Juden hätten keine historischen Verbindungen zu Jerusalem oder dass Zionisten mit den Nazis kollaborierten.

Meine neue Definition lautet:

Antisemitismus ist
Feindseligkeit gegen,
Abwertung von,
bösartige Lügen über oder
Diskriminierung von
Juden
als individuelle Juden,
als Volk,
als Religion,
als ethnische Gruppe oder
als Nation (d.h. Israel)

(Ich frage mich zudem, ob ich etwas wie „Gewalt gegen Juden“ hinzufügen muss, aber ich denke, dass das mit „Feindseligkeit gegen Juden“ abgedeckt ist.)