Vor 80 Jahren: US-Senatoren für eine jüdische Heimstatt – britische und türkische Diplomaten protestieren, sagen es wäre besser, Juden bleiben unter der Herrschaft der Nazis

Elder of Ziyon, 20. April 2021

Im April 1941 schlossen sich 70 US-Senatoren einem Aufruf an „der Bewegung für die Wiederherstellung der Juden in Palästina jede mögliche Unterstützung zu geben“; das solle die „erklärte Politik der Vereinigten Staaten sein“ und der Wiedergründung einer jüdischen nationalen Heimstatt in Palästina Unterstützung zu bieten; angeführt wurde die Anstrengung von Senator Robert F. Wagner, dem Vorsitzenden des American Palestine Committee.

Die Erklärung hielt fest:

280.000 Flüchtlinge kamen seit dem Aufkommen des Naziregimes in Deutschland 1933 nach Palästina. Die beispiellose Arbeit der Wiederherstellung des Heiligen Landes und der Wiederherstellung eines Volkes ist ohne Unterbrechung verlaufen und geht heute trotz der Kriegsumstände weiter.

Palästina ist von Großbritannien mit Genehmigung der Vereinigten Staaten und anderer Nationen als Zuflucht für das jüdische Volk anerkannt und bestimmt worden und Flüchtlinge strömen an seine Küste, trotz restriktiver Maßnahmen, die von der Administration dieses Landes neuerdings in Kraft gesetzt sind.

Die tragische Zwangslage von Flüchtlingen, die vor Verfolgung fliehen und kein Heim finden, eine Lage, die durch die Versenkung von Flüchtlingsschiffen mitsamt ihrer menschlichen Fracht so dramatisch zur Aufmerksamkeit der Welt gebracht wurde, muss unsere Aufmerksamkeit erzwingen und unsere Entschlossenheit stärken, jede mögliche Ermutigung für die Bewegung zur Wiederherstellung der Juden in Palästina als große humanitäre Anstrengung und in Übereinstimmung mit dem Geist biblischer Prophetie fortzusetzen.

Die Archive des US-Außenministeriums beschreiben die Reaktion von Diplomaten in der Türkei und Britannien auf diese Erklärung. Sie sagen, dass Juden unter der Herrschaft der Nazis zu belassen im Vergleich damit, die Araber zu verärgern, das geringere Übel ist.

Am 21. April traf sich ein Mr. Butler von der britischen Botschaft, der im Namen des britischen Botschafters Lord Halifax handelte, mit US-Außenstaatssekretär Sumner Welles. Welles schrieb:

Mr. Butler sprach zuerst von der großen Sorge, die bei der Botschaft durch die Ankündigung des Dinners bewirkt wurde, das am 30. April unter Schirmherrschaft von Senator Wagner und einigen anderen gleichermaßen prominenten Senatoren sowie Mr. William Green von der American Federation of Labor veranstaltet wurde, bei der Doktor Weizmann im Auftrag der zionistischen Bewegung in Palästina sprechen soll.

Die britische Botschaft hat das Gefühl, dass die deutsche Propaganda jetzt an die arabische Welt gerichtet ist, was es so aussehen lässt, dass die britische Regierung komplett unter der Vorherrschaft der Vereinigten Staaten steht und dass die Vereinigten Staaten Großbritannien zwingen würden am Ende des Krieges, wenn Großbritannien siegreich ist, ganz Palästina für jüdische Wiederansiedlung zu öffnen. Die britische Regierung glaubt, dass dies eine überaus gefährliche Form der Propaganda ist und wenn jetzt in den USA Reden von Prominenten in oberen Regierungskreisen gehalten werden, die für die sofortige Öffnung Palästinas für die jüdische Wiederansiedlungsplanung im Fall eines britischen Sieges eintreten, sehr große Unruhen in der arabischen Welt geschaffen werden, insbesondere im Irak, wo bereits eine höchst kritische Lage besteht. Die britische Regierung drängte darauf, dass die Exekutive dieser Regierung alles ihr möglich tut, um den Sponsoren des Dinners die Lage deutlich zu machen.

Ich sagte, ich würde mich sehr freuen mir die Sache anzusehen und dass ich Mr. Butler sehr bald wissen lassen würde, welche Schritte, wenn überhaupt, in dieser Richtung unternommen werden könnten.

Am 22. April besuchte der türkische Botschafter in den USA das Außenministerium ebenfalls:

Bei einem Anruf heute zu einer anderen Sache sagte der türkische Botschafter, er sei von einem Zeitungsbericht recht verstört, der besagte, dass siebzig US-Senatoren sich einer Erklärung angeschlossen hätten, die zu „jeder möglichen Ermutigung für die Bewegung für die Wiederherstellung der Juden in Palästina“ auffordere. Der Botschafter sagte, dass seiner Meinung nach solche Aktivitäten für die Sache der Briten im nahen Osten besonders schädlich seien und zudem erwartet werden könne, dass sie ungünstige Auswirkungen für die Juden selbst haben werden.

Der Botschafter fügte hinzu, dass seine Regierung langjährige Erfahrung im Umgang mit den Arabern habe und ihre Mentalität gründlich kenne. Es gab seiner Meinung nach nicht die geringste Frage, dass Aktivitäten in den Vereinigten Staaten, die weitere jüdische Immigration nach und Kontrolle von Palästina befürworten, von den Achsenmächten in ihrer Propaganda für die arabischen Länder genutzt würde. Jegliche derartige Aktivität wie die des American Palestine Committee würde nur die arabische Meinung weiter anheizen und die Probleme der Briten in der für sie so wichtigen Region des Nahen Ostens verstärken.

Ich sagte dem Botschafter, dass die Senatoren und Kongressmitglieder natürlich absolut frei seien sich jedem Komitee anzuschließen, wie sie wollen und dass die Exekutivarm der Regierung selbstverständlich keine Kontrolle über solche Aktivitäten hat.

… Der Botschafter sagte dann, dass jegliche Aktivitäten, die dazu dienen die Araber im nahen Osten aufzuheizen und die Probleme für die Briten zu verstärken, natürlich von großem Interesse für seine eigene Regierung seien, die mit Großbritannien verbündet war. Er fügte hinzu, dass sie Frage stattdessen über die arabischen Länder hinaus gehe und auch Indien treffe. Er sagte, dass er viele enge Freunde unter den indischen Muslimen habe und dass er mir feierlich versichern könne, dass die Gruppe der Muslime in Indien, auf die Großbritannien für Unterstützung in diesem Land angewiesen war, von Äußerungen wie der der siebzig Senatoren nur nachteilig beeinflusst werde kann. Er sagte, es sei notwendig für ihn die Bedeutung der Loyalität der Muslime Indiens für Großbritannien und die traurigen Auswirkungen zu betonen, die folgen könnten, wenn sie das Gefühl hatten, dass ihre Religionsbrüder in Palästina keine Gleichbehandlung erführen.

Beachten Sie, dass der Diplomat zu sagen versuchte, es sei besser für die Juden in Europa zu bleiben, damit sie abgeschlachtet werden, als es so erscheinen zu lassen, dass die USA es unterstützen sie in Sicherheit zu bringen.

Vor die Wahl zwischen toten Juden und wütenden Arabern und Muslimen gestellt, entscheiden sich höfliche Diplomaten für tote Juden.