Der Völkermord an den Armeniern geht weiter

Raymond Ibrahim, 24. April 2021 (Gatestone Institute)

Ein muslimischer Terrorist schreit „Allahu Akbar“ vom Kirchturm einer armenischen Kirche, nachdem er das Kreuz abschlug.

Am 24. April, ist der Gedenktag für den Völkermord an den Armeniern, 106 Jahre nach Beginn des Völkermords, als die osmanischen Türken während des Ersten Weltkriegs ungefähr 1,5 Millionen Armenier massakrierten.

Die meisten objektiven Historiker, die das Thema untersuchten, stimmen unmissverständlich überein, dass es sich um einen vorsätzlichen, geplanten Völkermord handelte. Das Genocide Education Project gibt an:

Mehr als eine Million Armenier starben infolge von Hinrichtungen, Hunger, Krankheiten, der rauen Umwelt und körperlichen Missbrauchs. Ein Volk, das fast 3.000 Jahre lang in der östlichen Türkei lebte [mehr als doppelt so lange wie die eingedrungenen islamischen Türken Anatolien besetzt hatten, das wir heute als „Türkei“ kennen], verlor seine Heimat und wurde mit dem ersten groß angelegten Völkermord des 20. Jahrhunderts gewaltig dezimiert. Zu Beginn des Jahres 2015 gab es in der Türkei rund 2 Millionen Armenier; heute sind es weniger als 60.000…

Trotz der gewaltigen Menge an Beweisen, die die historische Realität des armenischen Völkermords aufzeigt, trotz Augenzeugenberichten, offiziellen Archiven, fotografischen Belegen, den Berichten von Diplomaten und den Zeugenaussagen Überlebender ist die Leugnung des Völkermords an den Armeniern seit 1915 durch folgende Regime der Türkei bis heute weitergegangen.

Die Türkei hat nicht nur wiederholt die Täterschaft für den Völkermord an den Armeniern bestritten; sie scheint fest entschlossen ihn wieder neu loszutreten, gerade erst indem sie Aserbaidschan hilft Krieg gegen Armenien im Zusammenhang mit dem Streit um Nagorny-Karabach zu führen, der Ende 2020 einmal mehr ausbrach.

So stellte Armeniens Premierminister Nikol Paschinyan im Oktober 2020 fest: „Warum ist die Türkei 100 Jahre [nach Auflösung des osmanischen Reichs] wieder in den Südkaukasus zurückgekehrt? Um den Völkermord an den Armeniern fortzusetzen.“

Während dieses aktuellen Konflikts, der sie nicht betraf, finanzierte die Türkei die Scharia aufzwingende „Jihadistengruppen“ und schleuste Geld an sie, sagte der französische Präsident Macron; diese Gruppen hatten in Syrien und Libyen agiert – einschließlich der der Muslimbruderschaft nahe stehenden Hamza-Division, die nackte Sexsklavinnen im Gefängnis hielt – um Armenier zu terrorisieren und abzuschlachten.

Neben anderem Verhalten wie ISIS wurde eine intellektuelle, behinderte, 58-jährige Armenierin von diesen Söldnern und aserbaidschanischen Partnern „bis zur Unkenntlichkeit gefoltert“, indem ihr die Ohren, Hände und Füße abgehackt wurden, bevor man sie ermordete. Ihre Familie konnte sie nur noch anhand ihrer Kleidung identifizieren.

„Die Armenier werden“ nach Angaben eines Berichts vom Dezember 2020, „brutal behandelt“ und haben „Territorium an jihadistische Nachbarn verloren, bevor sie einem von Russland durchgesetzten Waffenstillstand zustimmten … Bevor sie die sogenannte Waffenstillstandsvereinbarung verletzten, machten die türkischen Muslime in Aserbaidschan das, was Mohammed gebot: sie köpften Christen.“

Der Bericht verlinkte ein Video von Soldaten in Tarnkleidung, die einen zappelnden, alten armenischen Mann überwältigten und zu Boden brachten, bevor sie ihm lässig mit einem Messer die Kehle aufschlitzten.

„Aserbaidschan hat Armenien beschuldigt das Friedensabkommen zuerst verletzt zu haben“, führt der Bericht fort, „aber Beobachter vermerken, dass die einzige Provokation, die die Muslime brauchen, um Armenier anzugreifen, deren fortbestehende Existenz ist.“

Rhetorik gegen „Ungläubige“ unterstreicht diese Ansicht. Ein gefangen genommener Terrorist gestand, dass ihm „eine monatliche Zahlung von $2.000 für den Kampf gegen ‚Kafir‘ in Artsak versprochen wurde und 100 Dollar extra für jeden geköpften ‚Kafir‘.“ (Kafir oft als „Ungläubiger“ übersetzt, ist Arabisch für Nichtmuslime, die es versäumten sich islamischer Obrigkeit zu unterwerfen, was sie automatisch zu Feinden macht, die Sklaverei oder den Tod verdienen.)

Genauso wurden armenische Kirchen, die unter aserbaidschanische Kontrolle kamen, geschändet – trotz Versprechen der Obrigkeit sie zu schützen. Bei einem Vorfall wurde ein Soldat – es ist unklar, ob eine Aseri oder ein Jihad-Söldner aus Syrien oder dem Irak – gefilmt, wie er auf einer Kirche steht, deren Kreuz abgebrochen war und triumphierend „Allahu akbar!“ brüllt. Aserbaidschanische Streitkräfte beschossen und zerstörten auch die Kirche Heiliger Retter, eine armenische Kathedrale mit Kultcharakter, die „1888 geweiht, aber während des Massakers an Armeniern der Stadt durch Aserbaidschaner im März 1920 beschädigt wurde und über Jahrzehnte verfiel.“

Weniger weit zurück wurden nach Angaben eines Berichts vom 29. März 2021 im Verlauf von nur zwei Wochen mindestens drei armenische Kirchen in der Region Nagorny-Karabach von aserbaidschanischen Kräften verwüstet und zerstört – obwohl im November ein Waffenstillstand ausgerufen wurde. Videobilder der Schändung einer dieser Kirchen zeigen, wie aserbaidschanische Truppen das christliche Gotteshaus betreten und dann lachend, höhnend christliche Gegenstände darin treten und entstellen, darunter ein Fresko des letzten Abendmahls. Die Flagge der Türkei taucht auf den Uniformen der aserbaidschanischen Soldaten auf, was weiter die Beteiligung der türkischen Regierung impliziert. Als sie sich nähern, sagt einer der muslimischen Soldaten: „Lasst uns in ihre Kirche gehen, wo ich namaz machen werde.“ (namaz ist ein Hinweis auf muslimische Gebete; wenn Muslime in nichtmuslimischen Tempeln beten, werden diese sofort zu Moscheen.) In Reaktion auf dieses Video gab Arman Tatoyan, ein armenischer Menschenrechtsaktivist eine Erklärung aus:

Der Präsident von Aserbaidschan und die Behörden des Landes setzen seit Jahren eine Politik des Hasses, der Feindschaft, der ethnischen Säuberung und des Völkermords gegen Armenien, Bürger Armeniens und das Volk Armeniens um. Die türkische Obrigkeit hat dasselbe gemacht oder offen zu derselben Politik ermutigt.

Als Beispiel sagte er, dass Aserbaidschans Präsident Alijew Anfang März stolz erklärte: „Die jüngere Generation ist mit Hass auf den Feind aufgewachsen“, womit er die Armenier meinte.

Solcher Hass, der der Vorläufer für Völkermord ist, scheint überall offenkundig zu sein. Man muss nur der Tirade eines türkischen Mannes in einem Video zuhören, der alle Armenier als „Hunde“ bezeichnet und dass jeder in der Türkei Gefundene abgeschlachtet werden sollte, um eine Idee des Antriebs zu bekommen, der diesen Hass schürt:

Was macht ein Armenier in meinem Land? Entweder der Staat vertreibt ihn oder wir töten ihn. Warum lassen wir sie am Leben? … Wir werden sie abschlachten, wenn die Zeit reif ist. … Dies ist türkischer Boden. Wie sind wir osmanische Enkel? … Das Volk der Türkei hat Ehre, Würde und Allah muss die Köpfe der Armenier in der Türkei abschneiden. Es ist entehrend für jeden, Armenier zu treffen und nicht zu töten. … Wenn wir Menschen sind, lasst uns das tun – lasst es uns für Allah tun. … An jeden, der zuhört: Wenn du Allah liebst, verbreite bitte dieses Video von mir an alle…

Genauso antwortete vor kurzem eine Frau in Reaktion auf eine Frage, die zufälligen Straßen-Passanten in der Türkei gestellt wurde – „Wenn Sie mit etwas davonkommen könnten, was würden Sie tun?“ – auf Video: „Was ich tun würde? 20 Armenier köpfen.“ Dann sah sie direkt in die Kamera und lächelte, während sie mit dem Kopf nickte.

Ein Großteil dieses völkermörderischen Hasses überrascht nicht, bedenkt man, dass Schulbücher der öffentlichen türkischen Schulen weiterhin Armenier – de facto Christen allgemein sowie Juden – dämonisieren, wie eine Studie feststellte.

Wenn die Türken, die vom Konflikt zwischen Armeniern und Aserbaidschan nicht betroffen sind, sollte es nicht überraschen, dass unzählige Aserbaidschaner das auch tun. Folglich ist es für Nurlan Ibrahimow, Leiter des Pressedienstes des Fußballklubs Qarabab in Aserbaidschan so: „Wir [Aserbaidschanis] müssen alle Armenier töten – Kinder, Frauen, die Alten. Wir müssen sie ohne Unterschied töten. Kein Bedauern, kein Mitleid.“

Entsprechend ist es gut heute, am Gedenktag für den Völkermord an den Armeniern, nicht nur an das zu erinnern, was damals geschah, sondern auch an das, was eindeutig vorbereitet wird noch einmal zu passieren.