Der neue Antirassismus ist der alte Rassismus

Die Richtwerte von Black Lives Matter und angeschlossener Woke-Bewegungen sind offener Rassismus, systemische Unwahrheit und scheinheilige Privilegien ihrer Elite-Architekten.

Victor Davis Hanson, American Greatnes, 25. April 2021

Wie wird die Zukunft der Massenhysterie aussehen, die der letzte Sommer hervorbrachte? Das weiß niemand.

Aber ihre Richtung, wenn sie nicht eingedämmt wird, werden ethnische Spannungen und sektiererische Kämpfe sein, die bestenfalls denen in Brasilien und Indien ähneln – oder im schlimmsten Fall denen im Libanon, Syrien und Ruanda.

Bis vor ein paar Jahren schwanden nach Angaben von Meinungsumfragen Rassenunterschiede mehr oder weniger. Die Zahl der Mischehen zwischen Rassengruppen befindet sich auf einem historischen Hoch.

Aber um 2014/15 scheinen mit der Geburt von Black Lives Matter und dass die Administration Obama diese hofierte sowie dem Aufkommen des elektronischen Social Media-Mobs und der Cancel Culture solche Fortschritte geendet zu haben. Wir haben aufgehört Rasse zunehmend als zufällig zu betrachten, statt als wesentlicher Teil dessen, wer wir sind.

Die Richtwerte von Black Lives Matter und angeschlossenen Woke-Bewegungen sind offener Rassismus, systemische Unwahrheit und das scheinheilige Privileg ihrer Elite-Architekten.

Wir befinden uns deutlich jenseits der auf Rasse basierenden Nebenbemerkungen der letzten 50 Jahre, die auf den sich entwickelnden Konzepten der proportionalen Repräsentation und ungleichen Einflusses gründeten. Diese finanziell milliardenschwer ausgestatteten Prinzipien der Great Society ordneten irgendwann ab, dass Zulassungen und Einstellungen die proportionale ethnische und rassische Zusammensetzung der Bevölkerung spiegeln.

All das ist heute erstarrt oder und wird als nicht ausreichend betrachtet. An seiner Stelle haben wir eine Verurteilung von allem „Weißen“ mit einer neuen Definition von Unterschiedlichkeit als schlicht all diejenigen, ohne jede andere Affinität, die behaupten stolz dadurch miteinander verbunden zu sein, dass sie nicht weiß sind.

Antirassistischer Rassismus

In der Tat ist es alarmierend, wie abrupt unsere überreizten Eliten der Assimilation (ein jetzt von der Administration Biden in Sachen Zuwanderung verbotenes Wort) abgeschworen haben. Integration ist ebenfalls passé, zumindest für die, die nicht reich sind.

Es gibt Ironie im Überfluss. Vor kurzem erklärte hier im Bundesstaat Washington etwas namens African American Reach and Teach Health Ministry (AARTH), dass Impftermine einzig aufgrund der Rasse vergeben werden sollten. Ich vermute, wenn eine 75 Jahre alte, indigene weiße Witwe aufkreuzte, würde sie aufgrund ihres „unverdienten Privilegs“ abgewiesen werden – oder würden die Organisatoren sagen, sie könnte auf eine „Reserveliste“ gesetzt werden?

Schwarze Intellektuelle verwenden jetzt die stereotype Sprache der alten Jim Crow-Rassentrenner. Einige konkurrieren in einem offensichtlichen Wettkampf darum, welcher woke Bahnbrecher zum offensten rassistischen Antirassisten gekrönt werden kann.

So schulmeistert Elie Mystel in Nation den Rest des Landes: „Weiße haben sich nicht gebessert; ich habe es lediglich geschafft ihnen weniger ausgesetzt zu sein.“ Würde Mystal bitte die Folgen für das Land insgesamt erklären, wenn jeder seinem eigenen Beispiel folgend sich Rassengruppen „weniger aussetzt“, von denen er das Gefühl hat, sie hätten sich „nicht gebessert“? Würde Mystal, um Weiße zu „bessern“, genetisches Umstrukturieren empfehlen oder banaler obligatorische Umerziehungslager?

Damon Young, ein leitender Redakteur von The Root und gelegentlicher Kolumnist der New York Times, fügt hinzu: „Weiß sein ist eine Krise der öffentlichen Gesundheit. Es verkürzt die Lebenserwartung, verschmutzt die Luft, engt die Ausgeglichenheit ein, vernichtet Wälder, schmilzt die Polkappen, entzündet (und finanziert) Kriege, ebnet Dialekte ein, verseucht Bewusstsein und tötet Menschen.“

Beachten sie das verräterische Verb „verseucht“.

Setzen Sie „Jüdisch sein“ statt „Weiß sein“ ein und es wäre nicht hetzerisch zu sagen, dass Youngs Text normale Kost des Stürmers circa 1935 wäre. Offensichtlich ist es so: Wenn Weiß sein alle Aspekte des natürlichen und menschlichen Lebens zerstört, was sollte dann wegen einer solchen Verseuchung unternommen werden – außer die Quelle des existenzbedrohenden Gifts zu vernichten?

Fast täglich lesen wir, dass die Forderung einer Identifizierung per Ausweis zum Wählen, so wie es zur Einlösung eines Schecks, für den Erhalt einer Impfung oder um ein Flugzeug zu betreten gemacht wird, von Weißen begangener Jim Crow-Rassismus sei. Das neue Landwirtschaftsgesetz wird klammen weißen Bauern nicht erlauben Hilfen zu beantragen. Die Stadt Oakland wird ihre Hilfen in einem neuen Pilotprogramm nicht auf arme Weiße ausdehnen. Beachten Sie, dass es für den letzten Fall keinen anderen Vorwand des „weißen Privilegs“ gibt als, „dass im mehrheitlich von Minderheiten bewohnten Oakland die absurde Annahme gemacht wird, dass verarmte Weiße dort mehr Privilegien haben als arme Nichtweiße“.

US-Senatorin Tammy Duckworth (Demokratin aus Illinois) gelobte neulich im verspäteten rassistischen Stil des verstorbenen Robert Byrd, sie wolle die Bestätigung weißer Kandidaten blockieren. Die Abgeordnete Maxine Waters (Demokratin aus Kalifornien) drängte auf Gewalt auf der Straße, sollte das Gerichtsurteil gegen Derek Chauvin nicht ihren vorgefassten Vorstellungen einer ordentlichen Verurteilung entsprechen. Millionen Amerikaner hören heute ihren nach Hause kommenden Kindern und Enkeln zu,  als seien diese aus Erziehungslagern entlassen worden, wenn sie die Versionen mittelalterlichen Puppenspielertheaters ihrer Lehrer von bösen Weißen hersagen, die ein vergiftetes Amerika geschaffen haben – in das seltsamerweise Millionen Nichtweiße aus aller Welt einwandern wollen.

Unwahrheit

Keine Bewegung kann lange existieren, wenn sie sich auf vollkommene Unwahrheit gründet. Das bescheuerte „1619 Project“ der New York Times konnte keinen zurechnungsfähigen Menschen überzeugen die Gründung der USA neu zu definieren – weder politisch noch strukturell, militärisch oder gesellschaftlich. Und das versuchte es ja nicht einmal.

Lincoln war kein übler Rassist, sondern bereit einen Bürgerkrieg zu führen, um die Sklaverei zu zerstören, sogar auf Kosten des Lebens von fast 700.000 Amerikanern. Die Verfasser setzten die Drei-Fünftel-Klausel nicht in die Verfassung, um Sklaverei zu verewigen, sondern als verzweifelten Kompromiss, um einen Bürgerkrieg mit den Sklavenstaaten oder eine Spaltung der Kolonien schon bei der Gründung der USA zu vermeiden – während sie die Entmenschlichung der Sklaverei immer noch nicht dadurch voll belohnten, dass sie zuließen, dass sie zur Aufwertung die politische Macht des Südens genutzt wurde.

Jeder Schuss der Polizei auf einen unbewaffneten Verdächtigen erfordert eine gründliche Untersuchung und, wenn diese korrekt erfolgt, juristische Konsequenzen für jeden überführten polizeilichen Täter. Aber Black Lives Matter hat dem Land gesagt, unbewaffnete Schwarze würden von der Polizei systematisch ermordet, in einem Umfeld von Weißen betriebenen Rassenhasses.

Die linke Washington Post deutete 2019 an, dass bei Konfrontationen mit der Polizei 13 unbewaffnete Afroamerikaner erschossen worden seien. Diese Zahl ist im Verhältnis doppelt so hoch wie der Anteil Schwarzer an der Bevölkerung, beträgt aber weniger als den Anteil von den jedes Jahr verhafteten Schwarzen.

Daten werden oft aus politischen Gründen verdreht. Aber in einem Land, in dem jedes Jahr 6.000 bis 7.000 Afroamerikaner von anderen Afroamerikanern erschossen werden, in Städten, in denen oft die Bürgermeister, die Staatsanwälte und die Polizeichefs Afroamerikaner sind, ist die Behauptung nicht haltbar zu schwören die existenzielle Bedrohung des schwarzen Amerika komme daher, dass die Polizei unschuldige junge Afroamerikaner abernte – nicht, wenn Familien zerfallen, Drogen die Norm sind, Väter abwesend sind, Verbrechen zunehmen, Schulen korrupt sind und niemand andere Hilfe anbietet außer der verfehlten Politik der letzten 60 Jahre.

Geht man die FBI-Daten zu denen durch, die wegen „Hassverbrechen“ verhaftet wurden, findet man keine Beweise für eine toxische und tödliche weiße Mehrheit, die auf „den anderen“ Jagd macht. Weiße sind als Gruppe, die solche rassistisch motivierten Gewaltverbrechen begeht, unterrepräsentiert. Schwarze hingegen sind überrepräsentiert. Sie begehen sie ungefähr doppelt so oft, wie ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt.

Die Medien haben die Nachrichtenkreise systematisch verzerrt, um Rassenspannungen anzuheizen und progressive Agenden zu schüren, die ohne den Sauerstoff der Hysterie ersticken. Von der Bearbeitung des Notrufs von George Zimmerman durch NBC und der „Hände hoch, nicht schießen!“-Lüge von Ferguson bis zum Wegschneiden des Messers in der Hand von Ma’Khia Bryant, die im Begriff war ihr Opfer zu erstechen, leben wir in einem woken Wunderland.

Die Woken bauschten die ersten Stunden (und manchmal Tage und Wochen) der Duke Lacrosse-Falschmeldung, die Ente der Covington Kids und die Täuschung von Jussie Smollett auf. Ob Wokeismus interessiert, dass ein unbewaffneter Verdächtiger von der Polizei tödlich getroffen wird, ist tragischerweise von der Rasse des Schützen und der des Opfers abhängig.

Innerhalb von Minuten kannten wir den Namen und sahen das Foto der Polizistin, der vermutlich Daunte Wright versehentlich tödlich anschoss. Gut. Ihr wird jetzt ein schweres Verbrechen vorgeworfen. Aber wir wissen immer noch nicht, wer absichtlich am 6. Januar im Kapitol Ashli Babbit erschoss. Uns wurde wochenlang erzählt, der Polizist Brtian Sicknick sei von neurechten Trump-Anhängern ermordet worden, bis er das nicht wurde und die Medien nicht länger verbergen konnten, dass er einen Tag nach dem Sturm auf das Kapitol eines natürlichen Todes gestorben war. Ein aktueller BLM-Protest in Minnesota, der sich am tödlichen Schuss auf einen bewaffneten Autoräuber entzündete, verflüchtigte sich, als plötzlich verkündet wurde, der Verstorbene sei ein Weißer. Heißt das, dass nicht alle Leben wichtig sind? Oder die Polizei zu untestützent, wenn sie tödliche Gewalt einsetzen muss, um die Gemeinschaft zu schützen?

Und immer so weiter.

Reichtum und Privileg?

Mit den Wokeisten gibt es zwei Probleme. Elitäre linke Minderheiten haben wenig Ahnung von den ländlichen weißen Armen und der Mittelklasse, die sie dämonisieren – aber in Wirklichkeit Minderheiten nicht bevormunden und eher dazu neigen Rasse komplett zu ignorieren. Und reiche woke Weiße wissen wenig und kümmern sich noch weniger um arme Minderheiten und deren untere Mittelklasse, die sie geflissentlich meiden – und dann zum Ausgleich deren Schuld wegen deren tugendhafte Schuld melden.

Stattdessen wird die Woke-Bewegung weitgehend von den oberen und sich selbst absondernden Klassen angetrieben – Eliten, denen es gut geht und die Rasse entweder dazu nutzen noch reicher zu werden, indem sie verbindliche Zugeständnisse anstreben, oder Weiße, die mit solchen Agenden sympathisieren oder glauben, sie würden von Beeinträchtigungen ihrer Karrieren ausgenommen sein, indem sie tugendhafte Gefühle signalisieren. Sie erinnern an zaristisch-russische Aristokraten, die das Gefühl hatten Lenin sei unausweichlich, auf ihn könne aber leicht Druck ausgeübt werden.

Gibt es irgendeine Regel, die besagt, dass die lauteste „Antirassistin“ der letzten zwei Monate in Häusern wohnen muss, die mehr als $10 Millionen wert sind? Wenn die Obamas sich außerhalb ihres Geländes in Martha’s Vineyard begeben, dann um das Land zu radikaler Unfairness und „Jim Crow“-Wahlrecht zu lehrmeisten. Wenn Oprah Winfrey mit Meagan Markle Beleidigungen vergleicht, dann schwatzt die Besitzerin eines $90 Millionen-Grundstücks mit einer, die ein $14 Millionen-Grundstück ihr Eigen nennt. Wenn LeBron James auf twitter ungestraft einen Polizisten bedroht („du bist als Nächster dran“), dann macht er das aus seiner eigenen, stark bewachten $40 Millionen-Enklave in Beverley Hills heraus.

Keiner dieser lautstarken Multimillionäre und Wokeisten würde den eigenen Security-Angestellten die Gelder entziehen oder es vorziehen nicht in ihren Epizentren der „Weißheit“ und „weißen Privilegs“ zu wohnen. Sie würden es genauso wenig vorziehen in einer Innenstadt zu wohnen, wie es sie nach Kansas aufs Land zieht.

Wir brauchen einen Petronius, um die Ironie einer selbsternannten „Marxistin“ Patrisse Khan Cullors erfassen, Mitgründerin von Black Lives Matter. Sie ist jetzt stolze Eigentümerin eines $1,4 Millionen-Hauses im Topanga Caynon in einem fast rein weißen Viertel – und sehr damit beschäftigt ihre marxistischen Markt-Erkenntnisse zu nutzen, um ein kleines Familien-Immobilienimperium aufzubauen. Es ist schon spannend, wie $100 Millionen an Unternehmensspenden aus Karl Marx Milton Friedman machen können.

Coca-Colas CEO James Quincey glaubt, sein $18 Millionen-Gehalt mache ihn genauso zu einer Autorität zu Unfairness und Ungerechtigkeit in Georgias Wahlgesetz, wie Delta-CEO Ed Bastian (mit nur $17 Millionen im Jahr) oder Baseball-Commissioner Rob Manfred, der vor COVID lediglich $11 Millionen im Jahr verdiente. Also sollen Amerikaner Coke kaufen, Delta fliegen und Major League Baseball schauen, während sie von diesen privilegierten Multimillionären zur die Notwendigkeit von Gerechtigkeit gelehrmeistert werden? Auch das ist ein nicht haltbarer Vorschlag.

Die Weißen, die wegen Privilegien verleumdet werden, haben in der Regel keine; diejenigen, von denen sie verleumdet werden, Weiße wie Nichtweiße, haben sie in der Regel. Aber der gemeinsame Nenner des Wokeismus ist absolute Ignoranz: Ignoranz, dass eine vielrassige Demokratie eine entflammbare, zerbrechliche Struktur ist, die ein Brandstifter leicht zerstören können, aber nur schwer von Ersthelfern zu retten ist; Ignoranz, dass der Reichtum, der die tausende auf der Straße antreibt, die Gleichheitskommissare, die Spürhunde menschlicher Ressourcen und die professionell Gekränkten sind auf einer herrschenden Elite gründet, die sicherstellt, dass Amerikaner und ihr politisches und Wirtschaftssystem in einer skrupellosen Welt die Konkurrenz übertrifft, die sich keine Illusionen über das Böse des Tribalismus macht; und Ignoranz, dass die Vision der Wokeness nicht nur radikale Vergeltung, sondern Nihilismus nach Art des Balkans ist.

Und das Merkwürdige ist, dass diese verblendeten Appeaser all dieses Wahnsinns nicht einmal als letzte gefressen werden.