Israels Kritiker haben recht: „Scheik Jarrah“ steht beispielhaft für den arabisch-israelischen Konflikt

Shimon Hatzadik ist ein Viertel, in dem Juden und Araber friedlich Seite an Seite hätten leben können, hätten Araber nicht versucht es von allen dort lebenden Juden ethnisch zu säubern.

Micha Danzig, The Jewish Journal, 7. Mai 2021

Eine Gesamtansicht des ehemaligen Hotel Shepherd am 23. Mai 2010 im Viertel Scheik Jarrah in Ostjerusalem, Israel (Foto: Uriel Sinai/Getty Images)

Letzte Woche haben israelfeindlichen Kräfte sich wegen des Urteils des Jerusalemer Amtsgerichts die Zwangsräumung bestimmter arabischer Familien aus Häusern im Jerusalemer Viertel „Scheik Jarrah“ zu genehmigen mächtig ins Zeug gelegt. Diese Kritiker haben in sozialen Medien aggressiv gegen Israel geflucht und begannen sogar einen trendenden Hashtag, „SaveSheikhJarrah“, wobei sie immer behaupten, was in diesem Jerusalemer Viertel geschehe sei beispielhaft für den gesamten arabisch-israelischen Konflikt.

Und sie haben recht. Der Streit um „Scheik Jarrah“ veranschaulicht viele der prinzipiellen Merkmale des gesamten arabisch-isralischen Konflikts.

Aber zuerst ist etwas Geschichte zum Viertel nötig. „Scheik Jarrah“ ist ein arabisches Viertel, das 1865 gegründet wurde. Und vor 1949 gab es darin ein eigenes jüdisches Viertel. Etwa 2.000 Jahre lang war dieser Bereich davor unter dem Namen „Schimon HaTzadik“ (Simon der Gerechte) bekannt, benannt nach dem berühmten rabbinischen Weisen, dessen Grab dort liegt.

Jahrhunderte lang drehte sich die jüdische Präsenz in dem Bereich um das Grab von Schimon HaTzadik, bekanntlich eines der letzten Mitglieder der Großen Versammlung (HaKnesset HaGedolah), dem Dachverband des jüdischen Volks während des zweiten jüdischen Gemeinwesens (nach dem babylonischen Exil). Schimon HaTzadik, dessen voller Name Schimon ben Yohanan lautet, war so wirkungsvoll, dass praktisch jedes jüdische Kind seit 2.000 Jahren seinen berühmtesten Vers in Pirkei Avot (Sprüche der Väter) lernte, der vor Jahrtausenden in die jüdischen Morgengebete aufgenommen wurde: „Die Welt steht auf drei Dingen: Thora, der Dienst für Gott und Taten der Güte.“

Wegen des Grabes und seiner Bedeutung für das jüdische Volk kauften der Sephardische Gemeinschaftsrats und die Aschkenasische Versammlung Israels 1875 das Grab und das Land darum herum (ungefähr 4,5 Morgen). Kurz darauf wurde es, zusammen mit dem Viertel Kfar HaSchiloah im Bereich von Silwan in Jerusalem die Heimat vieler, zumeist jemenitischer Juden, die 1881 nach Jerusalem (Zion) zurückgezogen waren. Insbesondere wurden Juden 1844 die größte ethnische Bevölkerungsgruppe in Jerusalem.

Von 1936 bis 1938 und erneut 1948 assistierte das britische Empire den Arabern, aufgestachelt durch blanken Judenhass, dabei die Juden aus ihren Häusern in Schimon HaTzadik (und in Kfar HaSchiloah) zu reißen. Auch die jemenitisch-jüdische Gemeinschaft wurde vom britischen Office of Social Welfare zu „ihrer eigenen Sicherheit“ aus Silwan vertrieben. Die Briten zogen es im Grunde vor, Juden aus deren eigenen Häusern zu zwingen, statt die Ressourcen aufzuwenden jüdische Familien und ihr Eigentum in Jerusalem zu schützen.

Dann marschierte 1949 Transjordanien (heute Jordanien) in Israel ein, als Teil eines ausdrücklichen Versuchs der gesamten Arabischen Liga Israel zu vernichten und „die Juden ins Meer zu treiben“; die von Briten geschaffene und geführte Arabische Legion Jordaniens eroberte Judäa und Samaria, die gesamte Altstadt Jerusalems und viele seiner umgebenden Viertel, einschließlich Schimon HaTzadik. Dann wurden auch noch die letzen Juden von der Arabischen Legion entweder getötet oder ethnisch gesäubert. Niemand durfte bleiben. Nicht einer. Selbst diejenigen, deren Familien Jahrhunderte vor der arabischen Invasion im siebten Jahrhundert in der Region gelebt hatten.

Diese vier Häuser, um die es bei der Zwangsräumung geht, sind bereits Gegenstand umfangreicher Verfahren bei Gerichten in Israel gewesen, mit Berufungen, die bis zum sehr linken Obersten Gerichtshofs Israels gingen und bei der alle Parteien juristisch vertreten waren und ordentliche Verfahren erhielten. Das Gericht urteilte, dass diese Häuser diese Woche ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werden müssen und dass weitere vier Häuser bis Ende des Sommers zurückgegeben werden müssen. Das Gericht entscheid weiterhin, dass die derzeit in diesen Häusern lebenden Menschen diese seit Jahrzehnten illegal besetzt hielten ohne Miete zu zahlen oder Beweise für ihrer Eigentümerschaft in Händen zu haben.

Auf diese Weise sind diese Kontroverse und der Konflikt im Viertel Schimon HaTzadik sinnbildlich für den gesamten arabisch-israelischen Konflikt:

Schimon HaTzadik ist ein Bereich, der große historische und religiöse Bedeutung für das jüdische Volk hat. Es ist ein Ort, an dem das jüdische Volk – wie Ben-Gurion in Israels Unabhängigkeitserklärung sagte – seine „spirituelle, religiöse und politische Identität“ entwickelte. Es ist ein Ort, an dem das jüdische Volk „zuerst Unabhängigkeit erreichte und eine Kultur von nationaler und universaler Bedeutung erreichte“. Es ist Land, das Teil des einzigen unabhängigen Staates war, der in den letzten 2.000 Jahren jemals westlich des Jordan existierte (und nicht Teil eines fremden Kolonialreichs war). Alles dies gilt natürlich auch für jeden Zentimeter des Landes Israel.

Schimon HaTzadik ist es auch, wo jüdische Organisationen während des osmanischen Reichs und der Kontrolle der Region durch das britische Empire Land kauften und Häuser bauten. Die jemenitischen Juden, die in den 1880-er Jahren ins Viertel Schimon HaTzadik zogen, kamen mit dem Traum in Zion zu leben und die jüdische Heimat wiederherzustellen. Das gilt für jede jüdische Gemeinschaft, die zwischen 1870 und 1947 im Land Israel gebildet wurde.

Schimon HaTzadik ist ein Viertel, in dem Juden und Araber hätten friedlich Seite an Seite leben können, hätten nicht die Araber – aufgehetzt mit antisemitische Eifer durch den Nazi-Verbündeten und -Kollaborateur Haddsch Amin al-Husseini und dann durch fünf der mächtigsten Armeen der gesamten Arabischen Liga – versucht, alle dort lebenden Juden ethnisch zu säubern. Das gilt auch für jede im Land Israel vor 1947 gegründete jüdische Gemeinde.

In Schimon HaTzadik versuchen Juden wieder zurück in ihre Häuser zu ziehen, die von ihren Vorfahren friedlich auf Land gekauft wurde, das Teil der indigenen, historischen und religiösen Heimat des jüdischen Volks ist. Sie versuchen zurück in Häuser und auf Land zu ziehen, das von einer fremden arabischen Armee erobert und umbenannt wurde, um die historische jüdische Verbindung und den jüdischen Charakter der Gegend auszulöschen. Auch das gilt für jeden Zentimeter des Landes Israel vor 1948.

Schimon HaTzadik und Scheik Jarrah: der arabisch-israelische Konflikt auf den Punkt gebracht.

2 Gedanken zu “Israels Kritiker haben recht: „Scheik Jarrah“ steht beispielhaft für den arabisch-israelischen Konflikt

  1. Ganz oben muss es im 3 Satz richtig heißen „. . . schlimm, daß soetwas die meisten ISRAELsolidarischen . . . und . . . Ver-treter . . . n i c h t vertreten.“ !

  2. Stimmt inhaltlich; ein intelligenter Vergleich. Aber schlimm, daß soetwas die meisten ISRAEL-Solidarischen und schon garnicht die meisten ISRAEL“freunde“, nichtmals die meisten jüdischen Vertreter in Deutschland leider n i c h t vertreten, zumindest meist nicht hörbar.

    Im Gegenteil, wie kürzlich erneut wieder im antiisraelischen „Interview“ mit dem Ex-Botschafter Avri P r i m o r *) auf WDR ( ? DLF) zu hören, aktiviert oder bestätigt er es durch sein methodisches Weglassen strategischer und historischer Informationen und zuletzt mit dem massiven Hinweis, ISRAEL fände zu einer vernünftigen oder friedlichen Politik „nur durch Druck von Außen und spez. durch die USA (um Zugeständnisse zu machen)“ indirekt und
    um so wirksamer das antisemitische Weltbild vom pro-israelischen, gegen die „Muusliiime“ (oder alle Völker) verschworenen US-Judenlobbyismus**) oder von der ( links:) „imperialistisch-zionistischen“ (von ultrarechts:) „freimaurerisch-jüdischen“, ergo auch breit islamisch seit 1919/64 & nicht nur von Hamas propagiert, zur Dämonisierung der Juden verbreiteten „Weltverschwörung“.

    Aber der „Groß“-Mufti von Jerusalem, der noch 1919 von Damaskus aus den DJIHAD gegen die Juden ausrief, hieß komplett MOHAMMED Amin al-Husseini, – das Haddsch ( Hajj) wird von jedem Moslem nur nach seiner Mekkar-Reise in den Namen eingefügt. Er war nicht irgendein Nazi-Kolaborateur — nicht, wie gerne zur Entlastung von Dummwestlern und islamophil-linken Antiimperialisten vorgebracht wird, aus kriegs-taktischen und britisch verschuldeten Gründen — sondern, nach seinen antisemitischen Pogromen, „Aufstand“ in Palestine und Pogrom auch und nach dem in Bagdad fehlgegangenen pro-deutschen Putsch 1941, wurde er zum Chefrekruteur und Chef-Imam/-Ausbilder der islamischen S S, sowie zum Chefsprecher des deutschen Kw-Weltrundfunks Zeesen für die islamische Welt (iranischer Hörer: Khomeini), – und auch dort zum unmittelbaren Anheizer des internationalen Holocaust, – ab 1946 Ziehvater Arafats und Mitbegründer der Arab.LIGA, Chef der internat. MB für Palestine sowieso seit den 30ern. Die Vergasungs-LKWs standen für seine „Endlösung“ im Gebiet Nahost schon in Griechenland bereit ( Heute ständen bzw. in anderer Form stehen sie bereit in Türkei, Syrien, Libanon, Irak).

    Churchill nannte ihn, nachdem ihm vom diesem auf einer Damaskus-Konferenz die „Protokolle der W.v.Z.“ unter die Nase gehalten wurde, eine „Tonne Sprengstoff auf zwei Beinen“. ( Die Seite über die „Husseinisten“ „www.TellTheChildrenTheTruth.com“ ist leider nicht mehr zu finden, – es bleibt http://www.photospalestine.free.fr; und weitere Bücher und Dokumente über den national- und mehr noch linkssozialistischen Hinterg r u n d für die Stärkung, Verbreitung und Verschärfung des islamischen Antisemitismus, – v.a. in „Das Schwarzbuch des KGB 2″, – konkreter durch www.“Die Große Lüge und der Medienkrieg gegen ISRAEL;…“ ( – ohne den KGB-Einfluss > ) „Der ewige Sündenbock“, „Halbmond und Hakenkreuz“, „ROTBUCH: Stalin und die Juden: Die tragische Geschichte des jüdischen Antifaschistischen Komitees und der sowjetischen Juden“ von Arno Lustiger & von Leon Poliakov „Vom Antizionismus zum Antisemitismus“.)

    In der Figur des nicht nur historischen Jerusalemer „Groß“muftis und im Begriff des als Staat, Nation und Volk nie existenten „Palästinensers“ lebt mit dem Anti/rassismus und pal. Nationalismus getarnt der judenmörderische Djihadismus, der Angriff auf die judeo-christlich fundierte westliche ZIVILISTION und post-/nazistische Vernichtungswille fort und die strategische Schützenhilfe, die der linke und KGB-Sozialismus dafür seit 1964 geleistet hat.

    *( – ich habe in seinem Buch gelesen: A. P. ist — zunächst durch die auf dem diplomatischen Parkett übliche, zumindest damals/noch, als er nach Deutschland kam — völlig korrumpiert oder ent-zionisiert – zumindest in sofern, daß er nicht in e i n e r der vielen Rundfunk-sendungen, in die er eingeladen war etwas prozionistisch Positives oder strategisch pro-islamisch Bedeutendes erklärt hätte ( – meine Freunde und ich haben uns damals widerholt extra Sabine Christiansen mit ihm angeguckt, als noch regelmäßig suizid-gemordet wurde in ISRAEL).
    2.- Nachdem was ich von einem DIG-Mitglied über den jüngsten Botschafter in Berlin gehört habe, ist von dem nichts Besseres zu erwarten — auch wie (plump) er auf die manipulativen „gegenRechts“-Fragen der SPD-W A Z zu Beginn seiner Amtszeit eingegangen ist – eher Schlimmeres. Denn ein Sohn von ihm arbeitet für eine der beiden islamischen Parteien in ISRAEL ( so mein Informant; wie was genau, weis ich nicht.).

    **( Auch Obama hat in seiner KAIRO-Rede im Prinzip nichts anderes gesagt, undzwar im direkten Vergleich vom HOLOCAUST der Juden und dem „Schicksal“ der „Palästinenser“

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.