Palästinensertum eröffnet neue Nazi-Front gegen Juden

Im Vereinten Königreich droht eine Strategie kultureller Manipulation und Einschüchterung die Politiker in Feindschaft gegen Israel zu drängen und gefährdet die Sicherheit der britischen Juden. Amerika ist in derselben Richtung unterwegs.

Melanie Phillips, Israel HaYom, 18. Juni 2021

Der palästinensische Krieg gegen Israel ist nicht länger etwas, das der Westen als eine Querele in einem Land weit weg zwischen Menschen betrachten kann, von denen man nichts weiß.

Bei einer Kongress-Anhörung in Amerika setzte die Abgeordnete Ilhan Omar (Demokratin aus Minnesota), die eine lange Geschichte antisemitischer und israelfeindlicher Äußerungen hat, die Vereinigten Staaten und Israel mit der Hamas und den Taliban gleich, was das Begehen von „Verbrechen gegen die Menschheit“ angeht. Als 12 jüdische Demokraten sie des Fanatismus bezichtigten, wurden diese von ihr und ihren Verbündeten des Rassismus und der Islamphobie beschuldigt.

Jede Kritik an Muslimen löst solchen Verhöhnung durch sogenannte Progressive aus, von denen viele, wenn nicht alle, Israel ebenfalls mit Abneigung, wenn nicht Schlimmerem betrachten.

Ermutigt durch solche Straffreiheit gehen die Lügen und die Hetze weiter. Diese Woche verleumdete die Abgeordnete Rashida Tlaib (Demokratin aus Michigan) Israel, indem sie sagte, es „schätze palästinensisches Leben nicht“ und beschuldigte es fälschlich eines „Jahrzehnte andauernden Projekts der ethnischen Säuberung“.

Derweil erreichen, als direktes Ergebnis solcher Dämonisierung Israels und der damit verbundenen Judenhetze, die Angriffe auf amerikanische Juden Rekordniveau und die Demokratische Partei verliert rasch ihre moralische und politische Erdung, weil sie sich erlaubt hinter das Narrativ der palästinensischen Lügen gezogen zu werden.

Palästinensertum treibt Antisemitismus und Islamisierung auf noch schockierender Weise als in Großbritannien, wo Angriffe auf Juden auf noch höherem Niveau laufen.

Die meisten dieser Angriffe werden von Muslimen begangen. Diese sind zudem überproportional auf propalästinensischen Märschen vertreten, wo sie nach der Vernichtung Israels brüllen und auf Arabisch skandieren: „Khaybar ya yahud“ – ein drohender Bezug auf Mohammeds Abschlachtung der Juden von Khaybar im siebten Jahrhundert.

Antisemitismus und Palästinensertum nähren einander. Die britische Wochenzeitschrift Jewish Chronicle hat eine Tonaufzeichnung von Äußerungen erhalten, die am letzten Wochenende Mitglieder einer Auto-Kolonne von Bradford nach London kamen, um an einer propalästinensischen Demonstration teilzunehmen. Bei dieser Kundgebung, auf der Redner wiederholt behaupteten die Hamas sei eine legitime Widerstandstruppe, bezeichneten Plakate Israel als „Nazistaat“ und forderten: „Was ist antisemitisch daran zu sagen, dass alle Juden Gewalt und Imperialismus unterstützen?“

Auf dem Band bezeichneten muslimische Aktivisten Israels neuen Premierminister Naftali Bennett als „einen größeren Satan“ als Benjamin Netanyahu, behaupteten, die UNO werde von einem dubiosen Netzwerk manipuliert, das einseitig zu Israels Gunsten sei und bezeichneten Israelunterstützer als dajjals, mythologische Dämonen. Einen Monat früher fuhr ein Autokorso mit Palästinenserflaggen durch London und die Aktivisten brüllten: „Fickt die Juden! Vergewaltigt ihre Töchter!“

Dennoch helfen viele Labour-Politiker diese bösartige Hysterie und Hetze zu schüren. Während einer Diskussion über „Israel-Palästina“ am Montag forderte eine Labour-Abgeordnete einen Boykott Israels.

An Bennett gerichtet beschrieb die Abgeordnete für Bradford Naz Shah, die eine Geschichte judenfeindlicher Äußerungen hat, Israels Verständnis des Rechts auf Selbstverteidigung als „abartig“. Sie sagte, sollte noch etwas „palästinensisches Blut ungerechtfertigt vergossen“ werden, dann würde sie darauf drängen, dass Israel wegen Kriegsverbrechen beim Internationalen Strafgerichtshof vor Gericht gestellt wird.

Labour-Abgeordnete nehmen regelmäßig an Demonstrationen teil, bei denen die Marschierenden lautstark die Vernichtung Israels und das Töten von Juden fordern. Bei einer solchen Kundgebung in Bradford Anfang diesen Monats, bei der auch Shah auftrat, skandierten die Aktivisten auf Arabisch: „Allah, mache uns zum Teil der Mudschaheddin ihn Palästina“ und „Allah, nimm den Fluch der Juden von den Muslimen in Palästina“.

Palästinensertum schürt nicht nur judenfeindliche Hysterie und Angriffe, es schüchtert auch zunehmend die Briten ein, so dass sie in ihre Diktate einwilligen, die aller Fairness, Anstand und Vernunft zuwider laufen.

Nach der Gewalt in Israel und dem Gazastreifen im letzten Monat sammelten Schüler einer Highschool in Manchester Geld für Wohlfahrtsorganisationen, die den Palästinensern helfen. Es gab jedoch einen Aufschrei, als preisgegeben wurde, dass die Gelder ans Rote Kreuz gehen sollten, das israelischen und palästinensischen Opfern von Gewalt gleichermaßen hilft.

Ein Elternteil sagte: „Stellen Sie sich vor Terroristen zu finanzieren, die Babys, Kinder und alte unschuldige Leute töten. Die IDF tut genau das.“ Ein anderes Elternteil namens Tom Price sagte: „Eine atomare Supermacht, die ein indigenes Volk unterjocht und ermordet und tagtäglich mit dem Bruch des Völkerrechts davonkommt, braucht kein Geld.“

Der Schulleiter entschuldigte sich „vorbehaltlos“ dafür, ungewollt „einige Mitglieder unserer erweiterten Gemeinschaft beleidigt zu haben“ – groteskerweise einfach dafür, neben Hilfe für die Palästinenser auch für Israelis zu unterstützen – und dankte „Leitern unserer örtlichen Moschee, unseren Regierenden und der weiteren Gemeinde, die Unterstützung und Rat anboten“.

Noch stärker die Augen öffnend ist, wie die Sache der Palästinenser zu einem wichtigen Thema der anstehenden Ergänzungswahl zum Parlament für den Sitz von Batley und Spen in Yorkshire geworden ist.

Grund dafür ist der beträchtliche Anteil der muslimischen Wähler des Wahlkreises, die vom dämagogischen George Galloway, einem boshaft propalästinensischen Extremisten, aufgestachelt wurde; Galloway war vor fast zwei Jahrzehnten aus der Labour Party geworfen worden und steht mit einem antizionistischen Wahlprogramm zur Wahl, das zu Feindschaft für Israel und Hysterie wegen „Islamophobie“ aufpeitscht.

Damit schleicht sich ein Auslandsthema, in das Großbritannien nicht einmal involviert ist, ins Zentrum britischer Politik und Kultur, womit es beide mit seiner Agenda obsessiven Eifers gegen Israel und das jüdische Volk verdirbt.

Das Palästinensertum treibt den Antisemitismus hoch und eröffnet damit eine posthume Nazi-Front gegen die Juden.

Sollte das befremdlich und monströs erscheinen: Ja, das ist es. Doch die Beweise legen nahe, dass es trotzdem eine nur allzu realistische Beschreibung dessen ist, was derzeit vor sich geht.

Als Hitler besiegt war, schien der Krieg gegen das jüdische Volk vorbei, aber das war er nicht. Der westliche Antisemitismus ging nur in den Untergrund und wartete darauf, als natürliche Ordnung der Dinge wieder losgelassen zu werden.

Und in einem anderen Teil der Welt sollte der Krieg gegen die Juden in eine neue Phase eintreten. Unter dem Großmufti von Jerusalem, Haddsch Amin al-Husseini, waren die Araber des britischen Mandats Palästina zu Hitlers Legion im Nahen Osten geworden. Mit der Verschmelzung von Nationalsozialismus und islamischem Fundamentalismus stachelte al-Husseini die palästinensisch-arabischen Massen mit der Lüge zu mörderischen Pogromen auf, die Juden stünden kurz davor die Al-Aqsa-Moschee zu zerstören.

Dieselbe Rhetorik strömt heute von der palästinensischen Autonomiebehörde aus und animierte zur jüngsten Terrorwelle der Palästinenser und israelischen Araber. Die PA, angeführt vom Holocaust-Leugner Mahmud Abbas, der nach eigenen Angaben al-Husseini als Helden verehrt, pumpt Woche für Woche nazihaften Antisemitismus in die Welt, womit sein Volk zu mörderischem Hass auf die Juden gehirngewaschen wird.

Darüber hinaus gründen sowohl die palästinensische Sache wie auch die palästinensische „Identität“ auf dem versuchten Diebstahl und Aneignung der historischen Heimat und Geschichte der Juden – dem indigenen Volk des Landes Israel.

Es ist also nicht nur so, dass die Dämonisierung und Delegitimierung Israels fundamental judenfeindlich sind. Was nicht richtig verstanden wird, ist, dass Palästinensertum Antisemitismus ist. Westliche Liberale, die die Sache der Palästinenser unterstützen, hängen einer zutiefst judenfeindlichen Agenda an, um nicht nur das Land des jüdischen Volks zu stehlen, sondern um ihre Geschichte und damit seine Identität auszulöschen.

Weit verhängnisvoller ist, dass dies auch das leidenschaftlich behauptete Narrativ für Millionen Muslime ist, die sich in Großbritannien und anderen westlichen Ländern niedergelassen haben.

Während sie sich stärker assimilieren und ihre Kinder in die Berufe und das politische Leben eintreten – an sich eine willkommene Entwicklung, was soziale Akzeptanz angeht – säen sie leider dieses vergiftete Narrativ überall in die britische Gesellschaft.

Eine tödliche Besessenheit, die sich einst auf die extreme Linke beschränkt war, gewinnt heute durch die Zahl britischer Muslime, die öffentlich an Einfluss gewinnen, kulturell enorm an Boden (mit der großen Ausnahme der wenigen britischen Muslime, die sich mutig und öffentlich gegen Judenhass stellen). Jedoch wird jeder, der es wagt darauf hinzuweisen, als rassistisch und islamophob denunziert.

Diese Strategie kultureller Manipulation und Einschüchterung droht britische Politiker in Feindschaft gegenüber Israel zu drücken. Das gefährdet aktiv die Sicherheit der britischen Juden und es untergräbt die Unversehrtheit und Werte Großbritanniens, da seine kulturellen Leiter zunehmend vor ihren Diktaten den Kotau machen – durch Ignoranz, Ideologie oder Angst. Amerika ist in derselben Richtung unterwegs.

Beim Palästinensertum geht es nicht länger nur um den Nahen Osten. Er sorgt für kulturelle Beschleuniger sowohl hinter dem Antisemitismus als auch der Islamisierung im Westen.