Wenn kulturelle Aneignung und Geschichtsrevisionismus Kriegsakte sind

Der palästinensische Angriff auf die jüdische Geschichte

Caroline Glick, FrontPage Mag, 5. April 2021

Vor zwei Wochen fuhr ein Bus voller altgedienter israelischer Generäle von Bithonistim, einer Basisorganisation für nationale Sicherheit, langsam die Steigung des Bergs Ebal in Nordsamaria hinauf, um einen Ort aus biblischer Zeit zu besuchen, der durch einen Bauunternehmer der PA Ende Januar stark beschädigt worden war.

Sie kamen, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die strategischen Konsequenzen des Krieges zu lenken, den die Palästinenser gegen die jüdische Geschichte führen.

Der Ort wurde zwischen 1980 und 1989 vom inzwischen verstorbenen Professor Adam Zertal ausgegraben, der ihn als Josuas Altar identifizierte, wie er im 5. Buch Mose (Kapitel 27,1-9) und im Buch Josua (Kapitel 8,30-35) beschrieben wird. Die Tier-Überreste an der Stätte beinhalteten tausende verbrannter Knochen einjähriger männlicher, ausschließlich koscherer Tiere. Sie wurden vor 3.250 Jahren in einer offenen Flamme verbrannt – in der Zeit, die allgemein als die Periode der antiken jüdischen Besiedlung des Landes Israel und Josua identifiziert wird. Andere dort gefundene Überreste beinhalteten Ohrringe und Skarabäen, die zur Zeit von Ramses II. in Ägypten gefertigt wurden – die Zeit des Pharao, der oft mit der Geschichte des Auszugs aus Ägypten in Verbindung gebracht wird.

Wie Zertal 2013 bei einem Vortrag erklärte, war der Altar unter einer Schicht Felsbrocken begraben, was den jüdischen Beschreibungen für die Verhinderung der Schändung von aufgegebenen heiligen Stätten entspricht. Im Einklang mit der biblischen Erzählung ist der Altar aus unbehauenen Steinen gebaut; statt Stufen gibt es zwei Rampen, über die der Priester das Podest besteigt – in der Nähe wurden große Pflastersteine gefunden. Der Altar am Berg Ebal passt auch zur talmudischen Beschreibung eines Altars aus der Zeit des zweiten Tempels rund 900 Jahre später, was eine Stetigkeit jüdischer Praktiken durch die gesamte biblische Zeit hindurch anzeigt.

Obwohl er anfangs umstritten war, ist Zertals allgemeiner Befund, dass die Stätte rund 3.300 Jahre alt und ein jüdischer historischer Ort ist, an dem gemäß biblischer Vorgaben Opfer gebracht wurden, weithin akzeptiert worden – auch wenn viele weiterhin die spezifische Identifizierung mit Josua bestreiten.

Ende Januar postete die palästinensische Autonomiebehörde (PA) auf ihrer Internetseite ein Video von 60 Metern einer antiken, den Altar umgebenden Mauer, die zerstört worden war, um eine Straße zu bauen, die das Palästinenserdorf Asira asch-Schamaliya mit Nablus verbinden sollte. Nablus, das auf den Ruinen der biblischen Stadt Schechem gebaut ist, liegt im nördlichen Samaria zwischen dem Berg Ebal und dem Berg Gerizim.

Zertal war ein leidenschaftlich säkularer Sohn eingefleischter Sozialisten. Dennoch erklärte er 2013 bei einem Vortrag, seine wissenschaftliche Arbeit zwinge ihn zu akzeptieren, dass das biblische Narrativ „aus dem 5. Buch Mose bis zum Ende der Bücher der Könige historisch korrekt war“.

„Es gibt Leute, die es ablehnen anzuerkennen, dass der hier angerichtete Schaden gewollt war“, erklärte Generalmajor Gerschon Hacohen gegenüber Newsweek. „Das, weil die umgebende Mauer – nicht der Altar selbst – zerstört wurde, der Altar nicht geschädigt wurde. Das ist so, als würde man sagen, wenn jemand die Stufen zur Akropolis zerstört, fügt er der Akropolis keinen Schaden zu. Das ist ein und dieselbe Anlage.“

„Sie sagen auch, die Palästinenser würden nicht versuchen den Ort zu beschädigen – sie brauchten nur Steine für ihre Straße. Aber schauen Sie sich den Ort an“, sagte er und schwenkte seine Hand über die Landschaft.

Die Hänge des Berges Ebal sind mit lockeren Steinen übersät.

„Wenn sie Steine für die Straße brauchten, dann war alles, was die Palästinenser hätten tun müssen, mit einem LKW zu kommen und so viele zu nehmen, wie nötig. Stattdessen brachten sie einen Bulldozer bis hier herauf und zerstörten gezielt 60 Meter einer 3.250 Jahre alten Mauer.

Als wollten sie Hacohen bestätigen, wurde diese Woche eine Gruppe Palästinenser gefilmt, die auf dem Altar selbst grillten.

Die palästinensischen Bemühungen die Stätte zu zerstören stimmt mit den langjährigen Anstrengungen der PA überein die physischen Dokumente der Jahrtausende alten jüdischen Siedlung im Land Israel zu vernichten. Diese Bemühung konzentriert sich jetzt auf die Zerstörung und Aneignung jüdischer Geschichte in Samaria.

Direkt gegenüber am Tal vor dem Berg Ebal befindet sich Tel Samaria, der die Überreste der Stadt Samaria enthält – der von König Omri vom nördlichen Königreich Israel gebauten Hauptstadt, wo König Omri wie auch König Ahab regierten.

In der Römerzeit baute Herodes die Stadt Sebastia am Tel Samaria und machte sie zu einer der wichtigsten Städte des antiken Israel.

Im November 2020 veranstaltete die PA eine Feier in Sebastia, bei der Premierminister Mohammed Schtayyeh sie zu einer „Stätte palästinensischen Erbes“ ausrief und eine massive Flagge der palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) an einem 15 Meter hohen Flaggenmast hisste.

Die Palästinenser behaupten, der als „König der Juden“ bekannte Herodes – der Herrscher, der im ersten Jahrhundert v.Chr. den Komplex des jüdischen Tempels in Jerusalem erweiterte – sei in Wirklichkeit „der König der Palästinenser“.

Die PA zerstört auch die nahe gelegene archäologische Stätte Tel Aroma, seit mehr als einem Jahrtausend ein Zentrum jüdischer Besiedlung.

Seit die PLO 1994 im Rahmen des Friedensprozesses mit Israel die PA gründete, ist die Zerstörung und Aneignung jüdischer historischer Stätten – mit der begeisterten Unterstützung durch internationale Organisationen wie der UNESCO – ständig abgestrebt worden.

Unmittelbar nachdem Israel 1994 die Kontrolle über die Stadt Jericho an die PA übergab, inszenierte der damalige PLO-Führer Yassir Arafat die Zerstörung der uralten Synagoge Schalom al Yisrael in Jericho.

Aber der zentrale Schwerpunkt der zerstörerischen Aktivitäten ist der Tempelberg gewesen.

1999 führte die PA ein massives Renovierungsprojekt durch, um aus den antiken Untergrundkammern des Tempelbergs eine neue Moschee zu machen; sie entfernte 9.000 Tonnen Antiquitäten und Schutt aus dem Komplex und kippten das um Jerusalem herum ab. Alarmierte Archäologen sammelten den Schutt ein und transportierten ihn zum Skopusberg, wo das Tempelberg-Siebungsprojekt eröffnet wurde. Die nächsten 20 Jahre wurden von Freiwilligen, die den gesamten Müll durchsiebten um sie zu retten, tausende Artefakte gefunden.

Letztes Jahr plünderte die PA Hasmonäer-Gräber im hasmonäischen Palast vor Jericho und verstreute 2.000 Jahre alte Knochen.

Die UNESCO, die UNO-Organisation, deren Auftrag der Erhalt internationaler Erbe-Stätten ist, hat die palästinensischen Bemühungen unterstützt, die jüdischen Bande zum Tempelberg – den heiligsten Ort des Judentums – und die Machpela-Höhle in Hebron – wo die biblischen Patriarchen und Matriarchen beerdigt sind – zusammen mit dem Rahelgrab in Bethlehem zur islamischen Erbe-Stätte bestritten.

Die PLO und die PA haben nie zugestimmt Israel als jüdischen Staat anzuerkennen. Seit die PLO 1964 ihre Charta veröffentlichte, war es die beständige palästinensische Haltung zu bestreiten, dass die Juden überhaupt eine Geschichte im Land Israel haben. Ein internes Memo aus der Verhandlungsunterstützungseinheit der PLO erklärt warum. 2011 vom Guardian und Al-Jazira veröffentlicht, warnte es: „Anerkennung des jüdischen Volks und seines Rechts auf Selbstbestimmung könnte den Anspruch des jüdischen Volks auf das ganze historische Palästina glaubwürdig erscheinen lassen.“

Mit anderen Worten: Die Auslöschung der historischen Vorgeschichte ist ein fundamentales Merkmal des palästinensischen Krieges zur Vernichtung Israels. Jede Anerkennung jüdischer Geschichte im Land Israel birgt das Risiko die ansonsten unbestreitbare Wahrheit preiszugeben, dass das jüdische Volk im Land Israel indigen ist.

Arafats Nachfolger, PLO- und PA-Chef Mahmud Abbas, sowie alle seine Kollegen leben diese Lügen. Abbas hat tausende Jahre Geschichte umgeschrieben, um für die Palästinenser 5.000 Jahre Geschichte im Land Israel zu behaupten. Er wechselt dazwischen Abstammung von den Jebusitern und den Kanaanitern zu behaupten, während er bestreitet, dass es in Jerusalem je einen jüdischen Tempel gab.

Benny Katzover, der während Zertals Grabungen als Vorsitzender des Regionalrats von Samaria war, wurde während seiner langen Jahre der Arbeit ein enger Freund Zertals. Im Gespräch mit den Generälen sagte Katzover: „Keine Nation der Welt würde irgendjemandem gestatten auf diese Weise ihre Wurzeln zu zerstören. Wir, das jüdische Volk, haben die tiefsten, bedeutendsten Wurzeln der gesamten Menschheit in unserem Land. Es überrascht nicht, dass die gesamte Welt versucht diese Bande zu bestreiten, indem sie vor der Zerstörung die Augen verschließt und behauptet, dass die Machpela-Höhle eine Erbestätte der Palästinenser ist.“

Hacohen antwortete mit der Erinnerung an ein Interview aus dem Jahr 2009 mit Abbas Zaki, dem Botschafter der PLO im Libanon; darin offenbarte Zaki den wahren Zweck ihrer Aufrufe nach einer „Zweistaatenlösung“, die von Israel erfordern würde aus Judäa und Samaria sowie dem nördlichen, östlichen und südlichen Jerusalem einschließlich des Tempelbergs abzuziehen.

„Mit der Zweistaatenlösung“, sagte Zaki, „wird Israel kollabieren, denn wenn sie aus Jerusalem raus sind, was wird aus all dem Gerede über das verheißene Land und das auserwählte Volk? Was wird aus all den Opfern, die sie gebracht haben – nur um gesagt zu bekommen sie sollen weggehen? Für sie hat Jerusalem einen spirituellen Status. Die Juden betrachten Judäa und Samaria als ihren historischen Traum. Wenn die Juden diese Stellen verlassen, wird die zionistische Idee zusammenbrechen. Sie wird sich von selbst zurückbilden. Dann werden wir vorwärts marschieren.“

Mit anderen Worten: Der Sinn des palästinensischen Kriegs gegen Israel und die Aneignung jüdischer Geschichte im Land Israel bedeutet die Bedingungen für endgültige physische Vernichtung Israels zu schaffen. Wo besser zuschlagen als an der Stelle, wo nach den Worten von Mose die Juden „die Nation des Herrn, eures Gottes“ wurden?