Die palästinensischen Christen, die die Hamas verteidigen

Dexter Van Zile, the Algemeiner, 14. Juli 2021

Gazas Hamas-Chef Yahyah al-Sinwar spricht zu den Medien, Gaza-Stadt, 28. Oktober 2019. (Reuters/Mohammed Salem)

Die meisten Möchtegern-„Friedensstifter“ im Nahen Osten wissen es besser als die Hamas anzupreisen, eine Jihadisten-Organisation, deren Führer wiederholt zu Israels Vernichtung aufgerufen haben und die regelmäßig ihre Anhänger dazu anhalten Juden zu ermorden. Und die meisten Friedensstifter, besonders Christen, würden begreifen, dass die Feindschaft der Hamas gegenüber Israel herunterzuspielen, bei Menschen, die den politischen Realitäten im Heiligen Land etwas Aufmerksamkeit schenken, Geringschätzung und Verachtung auslösen würde.

Es gibt jedoch mindestens eine Person, die das Memo zur Hamas nicht erhalten hat. Das ist Reverend Alex Awad, ein palästinensischer Christ, der in Amerika lebt und US-Bürger ist. Awad, Mitglied der renommierten Familie Awad aus Bethlehem, scheint zu glauben, er könne die Hamas anpreisen ohne dass seine Glaubwürdigkeit Schaden nimmt.

In einem Brief an US-Präsident Joseph Biden und Außenminister Antony Blinken erklärte Awad vor kurzem, die Hamas dürfe nicht als Terrororganisation abqualifiziert werden; er sagte: „der Hamas das Etikett einer ‚Terrororganisation‘ anzuheften verbirgt die kompliziertere Wahrheit, dass die Hamas ein Spiegel und Ergebnis des untragbaren und ungerechten Status quo im Land ist.“

In demselben Brief, geschrieben im Auftrag einer Gruppe, die sich „Palestinian Christian Alliance for Peace“ (Palästinensisch-christliches Bündnis für Frieden) nennt, schreibt Awad, dass eine „beträchtliche Anzahl Palästinenser die Hamas unterstützt, weil sie sie als weniger korrupt und effektiver regierend als die Fatah betrachtet, nicht unbedingt wegen ihrer Ideologie.“

Awad berichtet auch, dass die Hamas sogar eine Reihe palästinensischer Christen unter ihren Repräsentanten und Wählern hat“ und dass die Organisation zu „einer Jahrzehnte langen Waffenruhe (hudna) mit Israel aufgerufen hat, das diesen ständig ablehnte“.

Mit dieser Argumentation versucht Awad die Hamas als glaubwürdigen Verhandlungspartner und Israel als einzig verantwortlich für fehlenden Frieden im Heiligen Land darzustellen.

Aber Israel zog 2005 aus dem Gazastreifen ab und die Hamas schoss mehr Raketen in den jüdischen Staat als sie das vor dem Abzug gemacht hatte. Aus irgendeinem Grund ist Awad weder in der Lage die Ungerechtigkeit des Handelns der Hamas einzugestehen, noch anzuerkennen, dass die Hamas geholfen hat den „untragbaren und ungerechten Status quo im Land“ zu schaffen.

Awad beschreibt die Hamas als weniger korrupt als die Fatah, das heißt aber nichts. Wenn die Organisation ehrlich ist, warum versuchte sie dann die Journalistin Hajar Harb in Abwesenheit überführen und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilen zu lassen, weil sie über Korruption im von der Hamas betriebenen Krankenhaus im Gazastreifen berichtete? (Zum Glück war Harb, die sich zur Zeit ihres Verfahrens zu Krebsbehandlung in Jordanien aufhielt, in der Lage ihr Urteil aufheben zu lassen.)

Und wenn die Hamas so vertrauenswürdig ist, warum fließt dann Auslandshilfe, die die Gesundheit und das Wohlergehen der Palästinenser fördern soll, in den Bau von Raketen und Tunneln, die die Ermordung von Israelis ermöglichen? Warum nutzt die Hamas von der United Nations Relief and Works Agency (UNRWA) betriebene Schulen als Waffenlager?

Und wenn das Angebot der Hamas für eine Waffenruhe so glaubwürdig ist, wie erklärt Awad dann die fortgesetzten Schmähungen, Raketenangriffe, versuchten Terroranschläge und Brandsätze, die von der Organisation Richtung Israel gehen?

Die meisten Persönlichkeiten von öffentlichem Interessen würde an Glaubwürdigkeit verlieren, nachdem sie in derart begriffsstutziger Art die Hamas anpreisen, aber nicht Awad – aus einem einfachen Grund: Er hat keine Glaubwürdigkeit mehr, die er verlieren kann.

Bei der Konferenz „Christus am Checkpiont“ 2018 offenbarte Awad, ein ehemaliger methodistischer Missionar, seine Feindseligkeit gegenüber Juden, die es wagen im Weißen Haus zu arbeiten. Während der Konferenz zeigte Awad ein Dia mit dem Bild dreier offizieller Vertreter des Weißen Hauses, die ein Portrait von Donald Trump umgeben: Jason Greenblatt, Trumps Sonderrepräsentant für internationale Verhandlungen; David Friedman, US-Botschafter in Israel; und Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn und ranghoher Berater. Die Bilder waren von den Worten begleitet: „Foul! Ein Rezept für Misserfolg.“

Awad sagte dann seinem Publikum, es solle sich das Bild ansehen.

„Stimmt da was nicht?“, fragte er. „Was ist falsch?“

Ein Mitglied des Publikums sagte: „Das sind alles Juden!“ und ein weiterer sagte: „Sie sind alle jüdisch!“

Awad machte dann klar, was er wollte.

„Sie sind alle Juden“, sagte er. „Millionäre und Milliardäre.“

Vielleicht hilft das zu erklären, warum Awad bereit ist die Hamas anzupreisen, denn sie haben etwas gemeinsam – sie verachten die Juden.

Artikel 22 der ursprünglichen Hamas-Charta erklärte, dass ihre Feinde (natürlich die Juden) „schon lange Pläne machen … und einen gewaltigen und einflussreichen materiellen Reichtum angesammelt haben. Mit ihrem Geld übernahmen sie die Kontrolle über die Weltmedien … Mit ihrem Geld zettelten sie Revolutionen in verschiedenen Teilen des Globus an … Es gibt keinen Krieg, nirgendwo, ohne dass sie ihre Finger im Spiel haben.“

Wie sich herausstellt hat die Hamas ihre Charta aktualisiert; darin wird jetzt erklärt, dass sie kein Problem mit dem Judentum als Religion haben, sondern mit Juden, die darauf bestehen ihre Selbstbestimmung beizubehalten (auch bekannt als „Zionisten“).

So schlimm ist christliches Friedenstiften geworden. Die Hamas könnte Awad Rat geben, wie man seine Verachtung für Juden verbirgt und immer noch die Botschaft rüberbringt.

Herr, erbarme dich.