Prachtvolles Gebäude aus der Zeit des zweiten Tempels verstimmt Israelkritiker

Elder of Ziyon, 8. Juli 2021

Die Israelische Antiquitätenbehörde (IAA) stellte ein riesiges, eindrucksvolles Gebäude vor, das ein Ort für wichtige Jerusalem-Pilger gewesen zu sein scheint, die dort vor 2.000 Jahren dinierten und sich mit Vertretern der Stadt trafen.

„Das ist ohne Zweifel eines der prachtvollsten öffentlichen Gebäude aus der Zeit des zweiten Tempels, die man jemals außerhalb der Mauern des Tempelbergs in Jerusalem freilegte“, sagte Grabungsleiterin Dr. Schlomit Weksler-Bdolach ein einer Presseerklärung der IAA am Donnerstag.

Das circa 20 n.Chr. gebaute Bauwerk aus der Römerzeit stand abseits einer zum Tempelberg führenden Hauptstraße und wurde als Triclinium oder Speiseraum für bedeutende Mitglieder der Gesellschaft auf ihrem Weg zum Gottesdienst im Tempel genutzt, heißt es in der IAA-Veröffentlichung. Ursprünglich mit einem kunstvollen Brunnen und dekorativen korinthischen Kapitellen gebaut, wurde das eindrucksvolle Gebäude in seinen 50 Jahren Gebrauch vor der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahr 70 einer Reihe struktureller Veränderungen unterzogen, sagte Weksler-Bdolach der Times of Israel.

Das massive Bauwerk wird bald als Teil der Westmauer-Tempeltour für die Öffentlichkeit geöffnet werden, die umgestaltet wurde, um unterschiedliche Wege und Erfahrungen zu schaffen, die auf mehreren neuen Routen durch tausende Jahre Geschichte führen, heute über die moderne Verwendung von Teilen der Tunnel als Gebets- und Veranstaltungssäle.

Was Archäologen wissen: Während der 50 Jahre Nutzung, sagte Weksler-Bdolahc, war das große öffentliche Gebäude in drei verschiedene Bereiche geteilt, der Brunnen wurde außer Betrieb genommen und was ein rituelles Bad oder Mikwe zu sein scheint, wurde kurz vor der Zerstörung Jerusalems hinzugefügt.

Trotz des deutlichen römischen Einflusses in die Architektur des Bauwerks war Jerusalem damals immer noch eine kulturell jüdische Stadt, sagte Weksler-Bdolach. Die Verzierungen, die in den Zwischenräumen entdeckt wurden – eine gemeißelte Mauerbrüstung mit Wandpfeilern (flache, tragende Säulen) – hatten keine behauenen Bilder, die von der Thora verboten sind.

Sie sagte, der Saal sei wahrscheinlich von Vertretern der Stadt neben dem Tempel genutzt, um ihre Gäste zu beeindrucken.

„Besucher des Ortes können sich jetzt die Opulenz des Ortes vorstellen: die beiden Seitenräume dienten als kunstreiche Empfangsräume und zwischen ihnen befand sich ein prachtvoller Brunnen mit Wasser, das sich aus Bleirohren ergoss, die in der Mitte der korinthischen Kapitelle eingearbeitet waren, die aus der Wand herausragten“, sagte Weksler-Bdolach in der Presseerklärung.

Die Fotos sind eindrucksvoll.

Und das dort befindliche rituelle Bad beweist, dass dies ein jüdisches Gebäude war.

Aber einer ist überhaupt nicht beeindruckt.

Daniel Seidemann, ein Israelkritiker, der sich auf Jerusalemer Geschichte spezialisiert hat, tut das mit einem Zitat des ehemaligen stellvertretenden Jerusalemer Bürgermeisters Meron Benvenisti ab, der den jüdischen Staat durch einen binationalen Staat ersetzen wollte:

„Ungeplant und mit Kosten an Menschenleben und vielen Millionen Schekeln, wurde ein gewaltiges Netzwerk an Tunneln geschaffen, die einen Besuch des unterirdischen Jerusalem erlauben, das sich von dem, was als Davidstadt bekannt wurde bis zu den nördlichen Wällen der Altstadt erstreckt. Diese Stadt im Untergrund webt ein fingiertes Narrativ – eigentlich ein Disneyland – das so gestaltet ist, dass es tausende Jahre nichtjüdischer Geschichte auslöscht und eine angebliche direkte Verbindung zwischen der Zeit des Zweiten Tempels und heute schafft. Auf diese Weise werden Abwassergräben und modrige Keller in heilige Orte verwandelt, wobei diejenigen, die durch sie hindurchlaufen, nicht der unangenehmen Wahrheit begegnen, die eine Altstadt und einen Tempelberg offenbart, die vor Palästinensern wimmeln und in der der „Stadtplatz“ [wie er in Naomi Shemers Kultlied ‚Jerusalem aus Gold‘] wieder frei von Arabern ist.“

Meron Benvenisti, The Tream oft he White Sabra [hebräisch], Jerusalem, 2005, S. 253 (Übersetzung durch den Autor – D.S.)

Was immer im Jahr 2005 die Verdienste von Benvenistis Kritik an diesen Grabungen waren, die schiere Menge an Funden, die seitdem von angesehenen Archäologen entdeckt wurden, beweist die jüdische Geschichte der Stadt viele Male. Insbesondere dieser Fund kann nicht als „modriger Keller“ beiseite gewischt werden.

Zudem ist es eindeutig falsch zu sagen, dass die israelische Antiquitätenbehörde versucht nichtjüdische Geschichte auszulöschen. Die Zahl der islamischen Orte, die von der IAA und dem Staat Israel in Jerusalem erhalten werden, beweist das.

Jeder neue Fund, der die Verbindung zwischen den heutigen Juden und unseren Vorfahren stärkt, muss von den heutigen Israelhassern mit Zähnen und Klauen bekämpft werden. Seidemann ist kein Dummkopf und er kennt die Geschichte Jerusalems ziemlich gut, aber seine Antipathie gegen die Regierung Israels löst solchen Unsinn aus.

Am Ende ist kaum möglich sonderlich Unterschiede zwischen Leuten wie ihm, die eine solch wichtige Stätte jüdischer Geschichte abqualifizieren, und den Antisemiten zu finden, die jüdische Geschichte insgesamt leugnen.