Gedankenverlorenes Territorium: Rajoub droht palästinensische Olympiamannschaft abzuziehen, wenn ihr nicht erlaubt wird Bomben auf die israelische Mannschaft zu werfen

„Ich habe eine Verantwortung sicherzustellen, dass meine Athleten eine Chance haben im Wettkampf zu bestehen, aber auch sie haben ihren Stolz.“

ProOccupied Territory, 26. Juli 2021

Tokio – Der Leiter des palästinensischen Olympia-Komitees legte noch einmal nach, was die Forderungen an die Organisatoren der Sommerolympiade diesen Jahres angeht und warnte, dass seine Athleten-Delegation sich zurückziehen und die alle vier Jahre stattfindenden Wettkämpfe boykottieren wird, sollte einem in Israel geborener Teilnehmer nicht erlaubt werden sein Herkunftsland als „Palästina“ anzugeben; zudem muss das Internationale Olympische Komitee seiner Delegation erlauben Terrorismus gegen die israelischen Athleten zu verüben, womit sie eine palästinensisch olympische Tradition einhielten.

Jibril Rajoub, der palästinensische Sportminister – der auch den Rang eines Generalleutnants bei den palästinensischen Präventiv-Sicherheitskräften inne hat – drohte Sonntag die Olympiamannschaft des „Staats Palästina“ von den Veranstaltungen in Tokio abzuziehen, wenn einem in Jerusalem geborenes Mitglieder seiner Delegation, das deshalb einen israelischen Personalausweis besitzt, nicht erlaubt wird seinen Geburtsort als „Palästina“ anzugeben. Er forderte Montag zudem, dass den Athleten und ihren Hilfskräften unter seiner Ägide erlaubt wird ihre Gegenüber von der israelischen Delegation zu bombardieren, auf sie zu schießen, sie zu entführen, zu verstümmeln oder auf andere Weise zu terrorisieren, sonst würde Palästina die Olympiade 2021 boykottieren.

„Unsere Forderungen sind so klar wie gerecht“, betonte Rajoub bei einer Pressekonferenz. „Das Komitee hat vierundzwanzig Stunden sich zu entscheiden; ohne öffentliche Verkündung einer Entscheidung seitens des Komitees werden wir packen und abreisen.“

Rajoub erklärte, dass seine fünf Athleten bereits gekränkt sind, dass sie die Realität der Souveränität Israels in Jerusalem und andernorts eingestehen müssen; aber dann erinnerte eine offizielle Feier auch noch an einen palästinensischen Terroranschlag auf israelische Athleten bei der Sommerolympiade in München 1972, der in Folter, Verstümmelung und der Ermordung von 11 Israelis mündete. Eine solche Vorführung der Anerkennung israelischer Menschlichkeit stellte den Tropfen dar, der für die palästinensische Delegation in Tokio das Fass zum Überlaufen brachte und sie bestanden darauf, dass auch auf ihre Sensibilitäten Rücksicht genommen werden muss, andernfalls würden sie abreisen.

„Ich habe die Verantwortung sicherzustellen, dass meine Athleten eine Chance haben im Wettkampf zu bestehen, aber sie haben auch ihren Stolz“, hielt er fest. „Wir werden für fremde, imperialistische Ideen wie ‚Sportsgeist‘, ‚die Liebe zum Spiel‘ oder ‚anerkennen, dass unser Feind menschlich ist‘ keine Kompromisse zu unserer Würde machen. Solche Ideale sind für andere und sie uns aufzuzwingen ist kolonialistische Unterdrückung. Es gibt wahrscheinlich auch ein paar andere Modewörter, aber ich bin ein sehr beschäftigter Mann und habe keine Zeit die Bedeutung solcher aktueller Begriffe wie ‚TERF‘, ‚CRT‘ oder ‚ans Weiße grenzend‘ nachzuschlagen. Ich weiß, dass ich alles boykottieren werde, das Israel entgegenkommt.“

Die Pressekonferenz wurde von einem Crew-Mitglied von Rajoubs privatem Charterjet unterbrochen, das fragte, welche Sorte israelische Eiskrem er auf seinem Heimflug zum Nachtisch haben möchte.