Es ist die Religion, Dummkopf

Man kann keine Kompromisse mit Leuten zu schließen, die glauben, dass Allah ihnen den Marschbefehl gegeben hat das islamische Imperium wiederherzustellen. Für sie ist Israel ein Krebsgeschwür im Körper des Islam, das herausgeschnitten werden muss.

Mitchell Bard, Israel HaYom, 30. Juli 2021

Ich dachte über die verleumderische Gleichsetzung Israels mit dem Afrikander-Südafrika nach und mir fiel auf, dass die Entkräftungen, einschließlich der meinigen, ein zentrales Argument aussparen. In Südafrika betrachteten die Afrikander das Land als das ihre – die Schwarzen waren minderwertig und dass sie über sie herrschen konnten. Im Gegensatz dazu erkennen die Israelis palästinensische Ansprüche auf Teile des Landes an, betrachten sie nicht als minderwertig und wollen nicht ihre Herren sein. Tatsächlich sind es die Palästinenser, die glauben, das Land gehöre ihnen, dass sie den Juden überlegen sind und dass sie das Leben von Juden kontrollieren sollten.

Genauer gesagt sind es nicht alle Palästinenser, sondern Islamisten wie die Hamas und der Palästinensische Islamische Jihad. Das, nicht Streit um Siedlungen oder Jerusalem, ist die Wurzel des Konflikts, die bis in die 1920-er Jahre zurückverfolgt werden kann. Wenn es eine Person gibt, die mehr als jeder andere für die letzten 100 Jahre Kämpfe verantwortlich ist, dann ist es der Mufti von Jerusalem, der den ersten Präzedenzfall für einen heiligen Krieg schuf. Der Mufti wollte islamisches Land von den Juden säubern und stachelte Muslime gegen Juden auf, indem er Gerüchte verbreitete, die Juden würden die Al-Aqsa-Moschee zerstören (die Verleumdung „Al-Aqsa ist in Gefahr“), was Krawalle provozierte, die z.B. 1929 zum Massaker an 67 Juden in Hebron führte.

Während Muslime manchmal prahlen, wie gut Juden in der islamischen Welt behandelt wurden und sogar Juden von einem mythischen „Goldenen Zeitalter“ in Spanien reden, lautet die Wahrheit, dass Juden bestenfalls als Bürger zweiter Klasse behandelt wurden. Darüber hinaus ist es für Islamisten unvorstellbar, dass irgendein Gebiet dem jüdischen Volk gehören könnte oder dass Juden über Muslime herrschen.

Ehemalige Diplomaten und andere gescheit Redende, die vom Frieden zwischen Israelis und Palästinensern reden, lehnen es ab die religiöse Grundlage des Konflikts anzuerkennen. Die Arabisten befürworten Politik, die umzusetzen sie nicht in der Lage waren, weil Diplomatie ineffektiv ist, wenn es um den Umgang mit radikalen Muslimen geht, wie wir an unserer fehlgeschlagenen Politik gegenüber dem Iran gesehen haben (was Diplomaten aber nicht eingestehen wollen).

Mitglieder des Zweistaaten-Fanclubs ignorieren, was die Palästinenser sagen und tun, wenn es ihrer messianischen Vision widerspricht. Was, glauben sie, meinen die Palästinenser, wenn sie skandieren „From the river to the See, Palestine must be free“? Warum, glauben sie, zeigen ihre Logos und Landkarten ein Israel ersetzendes Palästina? Warum, glauben sie, werden Juden beschuldigt eine Bedrohung für den Tempelberg zu sein?

Die Islamisierung des Konflikts spiegelt sich in der Bereitschaft der Palästinenser Sprengstoff an ihre Körper zu schnallen und sich zusammen mit Männern, Frauen und Kindern zu sprengen, im Glauben, sie würden damit den Islam verteidigen, den Willen Allahs auszuführen und für ihr Tun im Jenseits belohnt werden. Sie haben kein Interesse an israelischen Zugeständnissen, Koexistenz oder sogar Unabhängigkeit; sie haben sich der Vernichtung Israels verschrieben.

Die Familien dieser „Märtyrer“ werden als Teil des Ansporn-Programms „Geld für Mord“ von der PA entlohnt. Man muss nicht erfolgreich Juden töten, der Versuch allein garantiert einen Zahltag für diejenigen, die jetzt in israelischen Gefängnissen sitzen.

Es ist wichtig festzuhalten, dass die religiöse Untermauerung des Konflikts sich nicht nur in der Überzeugung der Hamas und des PIJ spiegelt, sondern auch der angeblich säkularen PLO. Bei einer Ansprache vor Muslimen in einer Moschee in Südafrika sagte Yassir Arafat: „Ihr müsst kommen und den Jihad zur Befreiung Jerusalems, eures kostbaren Heiligtums, kämpfen.“ 1996 sagte Arafat einer Menschenmenge in Bethlehem: „Wir kennen nur ein Wort: Jihad, Jihad, Jihad.“ 2002 erklärte Arafat erneut: „Ja, Brüder, mit unseren Seelen und unserem Blut erlösen wir dich, o Palästina. … Dies ist ein heiliges Band. Wir sind für diese Pflicht bereit. Allah ist groß! Ehre sei Allah und seinem Propheten. Jihad, Jihad, Jihad, Jihad, Jihad!“

Von Israel gefangen genommene oder getötete Terroristen werden als Märtyrer für den Islam betrachtet. Der bewaffnete Arm der Fatah sind die Al-Aqsa-Brigaden. Mahmud Abbas ist kein Islamist, aber seine Wiederholung der Verleumdung die Al-Aqsa sei in Gefahr wiederholt den Mufti von vor einem Jahrhundert.

Seit Jahren behaupten die Palästinenser ihr Ziel sei ein „säkularer demokratischer Staat“ in Palästina. Diese Parole war für westlichen Konsum bestimmt und sie ist derart absurd, dass sie sich selten darum kümmern sie in ihrer Propaganda noch zu verwenden. Die Vorstellung eines demokroatischen Palästinenserstaates (Abbas befindet sich im 17. Jahr seiner vierjährigen Amtszeit) ist weit hergeholt; die Idee eines säkularen Staates befindet sich jenseits aller Vorstellungsmöglichkeiten. Entwürfe einer palästinensischen Verfassung erklären den Islam zur offiziellen Religion eines jeglichen zukünftigen Staates.

Lassen Sie mich deutlich sein: Der Krieg findet nicht zwischen dem Islam und Judentum oder dem Islam und Israel statt. Der Beweis dafür ist, dass muslimische Staaten Frieden mit Israel geschlossen haben. Das ist kein Widerspruch, denn diese Länder – Ägypten, Jordanien, Marokko, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate – sind am wenigsten fundamentalistisch und ihre Führer fürchten die Islamisten ebenfalls. Die lautesten Gegner des Friedens mit den Juden sind die Muslimbruderschaft und der Iran. Saudi-Arabien könnte die Beziehung zu Israel noch normalisieren, weil Mohammed bin Salman versucht das Land zu mäßigen und zu modernisieren, aber das Königreich wird von der puritanischen Wahhabi-Islamsekte dominiert und von Saudis finanzierte Schulen (einschließlich einer ein Virginia) haben z.B. lange gelehrt, dass am Jüngsten Tag die Bäume sagen werden: „Oh Muslim, oh Diener Allahs, hier versteckt sich ein Jude hinter mir. Komm und töte ihn.“

Der Konflikt mit den Palästinensern kann nicht gelöst werden, solange ihre Führer von einer religiösen statt einer politischen Agenda getrieben werden. Man kann keine Kompromisse mit Leuten schließen, die glauben, dass Allah ihnen den Marschbefehl gegeben hat das islamische Imperium wiederherzustellen und es dann – im Idealfall – weltweit auszudehnen. Für Sie ist Israel ein Krebsgeschwür im islamischen Körper, das herausgeschnitten werden muss. Israel kann jede einzelne Siedlung abbauen, sich auf die Waffenstillstandslinien von 1949 zurückziehen und den Zionismus für tot erklären, aber das würde sie nicht zufriedenstellen.

Überrascht es dann, dass die Palästinenser 1937, 1939, 1947, 1949 bis 1967, 1979, 2000 und 2008 Gelegenheit für Eigenstaatlichkeit abgelehnt haben?

In Bill Clintons Präsidentschafts-Wahlkampf 1992 lautete der Werbespruch: „Es ist die Wirtschaft, Dummkopf.“ Der Slogan war in der Einsicht konzipiert worden, dass der Konflikt zwischen Israel und den Palästinenser ein ähnliches Mantra annehmen sollte: „Es ist die Religion, Dummkopf.“