Die nicht gesehenen Opfer der Jihad-Gewalt

Westler begreifen die Bedrohung ihrer eigenen Sicherheit nicht. Der Grund dafür ist, dass es nicht ins linke Narrativ passt – dass Muslime die Opfer westlich-kolonialistischer Unterdrückung ist. Daher ist ihre Gewalt eine Art gerechtfertigter Widerstand. Op-ed.

Melanie Phillips, Israel National News, 30. Juli 2021

Jihad-Terrorist mit Schwert (Foto: Blog site)

Der Tod von Ruth Pearl im Alter von 85 Jahren erinnert uns einmal mehr an den unaussprechlichen Horror, der Ruth und ihrer Familie heimsuchte und der als besonders entsetzlicher Weckruf für die westliche Welt diente.

Im Januar 2002 wurde ihr Sohn, der Wall Street Journal-Reporter Daniel Pearl, von Al-Qaida entführt und neun Tage später geköpft.

Daniel Pearls (Reuters)

Die Elektroingenieurin Ruth und ihr Ehemann Judea, Professor für Computerwissenschaften und Statistik gründeten die Daniel Pearl-Stiftung, die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen über Musikveranstaltungen, Vorträge, Journalismus-Stipendien und andere Aktivitäten zusammenbringt.

Ruths unmittelbare Familienmitglieder, die das Farhoud-Pogrom von 1941 in Bagdad überlebten, bei dem 180 Juden getötet und hunderte weitere verletzt wurden, waren Teil des späteren Massenexodus von Juden nach Israel im Jahr 1951.

Kurz danach starb Ruths Bruder im Kampf für die Israelischen Verteidigungskräfte.

Ein solcher Familienhintergrund mit der jüdischen Erfahrung von Verfolgung und Selbstverteidigung bedeutete, dass Daniel Pearls Aussage in die Videokamera der Al-Qaida kurz bevor er abgeschlachtet wurde sagte: „Mein Vater ist jüdische. Meine Mutter ist jüdisch. Ich bin jüdisch“, einen Nachhall hatte, der seinen Mördern entging.

Dieses abscheuliche Individuum Khalid Scheik Mohammed sagte dem FBI, er glaubte einen Juden zu töten würde machtvolle Propaganda schaffen und seine Mitjihadisten anspornen.

Denn Al-Qaida war nicht nur eine Terrororganisation, die der undurchsichtigen Geopolitik des Nahen Ostens entsprang. Ihre Agenda wurde von Judenhass getrieben.

Judenhass ist in der Tat zentral für das Ziel der Jihadisten den Westen für den Islam zu erobern.

Wie die Hamas-Charta es ausdrücklich formuliert, glauben Islamisten, dass seit der Französischen Revolution alles, was mit der Moderne zu tun hat, die zu zerstören sie gelobt haben, von Juden geschaffen wurde. Sie glauben, dass die Juden hinter allem stecken, was Muslime für schlecht halten und dass die perfekte Welt nur kommen wird, wenn die Juden vom Angesicht der Erde getilgt sind.

Diese psychotische Überzeugung trieb Osama bin Laden in den 1990-ern und den Großmufti von Jerusalem, Haddsch Amin al-Husseini, in den 1930-ern an. Heute treibt er die von der Fatah geführte palästinensische Autonomiebehörde, das iranische Regime und andere jihadistische Organisationen an. Solche Islamisten glauben, dass die Juden den Westen kontrollieren; also muss der Westen angegriffen werden, müssen die Juden angegriffen werden. Aber der Westen hat nie begriffen, welch zentrale Rolle der Judenhass im Denken der Jihadisten spielt.

Daher zäumt der Westen den Nahost-Konflikt komplett von hinten auf. Er glaubt, wenn Muslime Juden hassen, dass weil sie Israel hassen; in Wirklichkeit aber hassen Muslime Israel, weil sei die Juden hassen.

Nach den Lynchmorden an zwei israelischen Soldaten im Jahr 2000, die in Ramallah falsch abgebogen waren, sagte Scheik Ahmad abu Halabaya im Fernsehen von Gaza Stadt: „Es ist verboten in euren Herzen Mitleid für die Juden wo auch immer und in welchem Land auch immer zu haben. Führt Krieg gegen sie, überall, wo ihr euch selbst wiederfindet. An jedem Ort, wo ihr sie trefft, tötet sie.“

So sagte der ägyptische Kleriker Mohammed Hussein Yaqoup 2009 im Fernsehen: „Wenn die Juden Palästina verließen, würden wir anfangen sie zu lieben? Natürlich nicht. … Sie wären Feinde gewesen, selbst wenn sie nichts besetzt hätten … wir werden sie bekämpfen, besiegen und auslöschen, bis nicht ein einziger Jude auf der Erdoberfläche übrig ist.“

Weil sie das nicht begreifen, verstehen Westler das Wesen und das Ausmaß der Bedrohung ihrer eigenen Sicherheit nicht. Das ist so, weil es nicht ins linke Narrativ passt – dass Muslime die Opfer westlicher kolonialer Unterdrückung sind und dass daher ihre Gewalt eine Art gerechtfertigter Widerstand ist, zumindest in den Zielen, wenn nicht gar in seinen Methoden.

Diese Blindheit plagt die Administration Biden. Sie glaubt nicht nur, dass sie mit den völkermörderischen Judenhassern des Iran verhandeln kann. Sie hat auch beschlossen Abdul Latif Nasir aus dem Gefängnis freizulassen, den Al-Qaida-Kommandeur, der 2001 den Taliban half die Buddha-Statuen in Afghanistan zu sprengen.

Nasir, der nach Marokko zurückgeschickt wurde, wo das Polizeisystem von Islamisten kontrolliert wird, ist nicht nur ein tödlich gefährlicher terroristischer Sprengstoff-Ausbilder. Wie Daniel Greenfield berichtet, hat er eine Präferenz des Tötens von Juden zum Ausdruck gebracht und besonderes Lob für Gräueltaten geäußert, bei denen Juden die Ziele waren.

Es sind aber nicht nur die auf Juden zielenden Islamisten, die der Westen ignoriert. Viele Jahre lang hat es mörderische Jihadisten-Attacken auf Christen in Afrika, den Philippinen, Sri Lanka, Syrien, Ägypten und anderen Orten in Entwicklungsländern gegeben.

Nach Angaben eines Berichts von Genocide Watch im letzten Jahr sind seit 2015 in Nigeria 11.500 Christen ermordet worden. Tausende weitere wurden verstümmelt, entführt oder ihnen wurden Häuer und Lebensgrundlage zerstört.

Wie der Barnabas Fund berichtet, der sich für verfolgte Christen in aller Welt einsetzt, ermordeten die Muslime der Fulani in Nigeria Anfang des Juli im mehrheitlich von Christen bewohnten südlichen Bundesstaat Kaduna 28 Christen, als dort etwa 120 Schüler aus einer christlichen Schule entführt wurden.

Dennoch hat dieser anhaltende und grausame Ansturm auf die Christen i praktisch überhaupt keine Berichterstattung in den Medien m Westen erhalten. Der Grund lautet, dass es nicht ins Narrativ des „kolonialistischen“ christlichen Westens passt, der die muslimische Welt verfolgt.

Eine ähnliche Kurzsichtigkeit wird zu islamischen Angriffen auf Christen im Westen selbst zur Schau gestellt. Letztes Wochenende wurde die christliche Predigerin Hatun Tash an Speakers‘ Corner im Hyde Park der britischen Hauptstadt angegriffen. Das ist ein Ort, an dem jeder sich auf eine Kiste stellen kann, um eine Rede zu halten und damit ein ikonisches Symbol der historischen Hingabe Britanniens an die freie Meinungsäußerung.

Hatun ist eine Muslim-Konvertitin zum Christentum und Direktorin der Gruppe Defend Christ Critique Islam; ihr wurde von einem Angreifer das Gesicht aufgeschlitzt; dieser floh. Von Ihrem Angreifer wird vermutet, dass er ein Islamist ist, weil Hatun wiederholt das Opfer solcher Angriffe an Speakers‘ Corner gewesen ist.

Im September 2020 tauchte Bildmaterial eines islamischen Mobs auf, der sie umzingelte und ihr mit Mord drohte. Bei anderen Vorfällen wurde sie von muslimischen Männern geohrfeigt, geboxt und zu Boden geschlagen.

Dennoch haben die britischen Medien über den Messerangriff auf sie am letzten Wochenende auf zurückhaltende Weise berichtet, wenige Details darüber hinaus gebracht festzustellen, dass sie ein Charlie Hebdo-T-Shirt trug.

Dieses Detail ist aufschlussreich. Als Islamisten 2015 in das Pariser in die Büros des Satiremagazins Charlie Hebdo eindrangen und 12 Mitarbeiter ermordeten, machten viele im Westen praktisch die Belegschaft für ihre eigene Ermordung verantwortlich. Der Grund dafür war, dass das Magazin Karikaturen veröffentlicht hatte, die sich über den Gründer des Islam, Mohammed, lustig machten. Und viele westliche Linke pflichten den Muslimen bei, die darauf bestehen, dass Material, das für ihre Religion beleidigend ist, nicht veröffentlicht werden sollte.

Solche Linke nutzen auch die Waffe „Islamophobie“, das Gedankenverbrechen, das die Jihadisten der Muslimbruderschaft als Mittel der Unterdrückung jeglicher Kritik an der muslimischen Welt erfunden haben, egal wie gut begründet diese auch sein mag.

Und damit war Hatun Tash im linken Denken schuldig, eine „unterdrückerische“ Christin, die sich gegen den Islam ausspricht.

Also werden Versuche der Jihadisten die Christenheit weltweit auszulöschen ignoriert. Muslimische Angriffe auf Juden werden wegretuschiert und sogar Reform-Muslime werden als „islamophob“ verleumdet, wenn sie ihre Glaubensbrüder kritisieren. Weil nichts davon ins „Narrativ“ passt.

Und so lehnen diejenigen, die dieses „Narrativ“ im Westen kontrollieren, es ab das Wesen und die Agenda der Leute zu begreifen, die auch hinter ihnen her sind.

Eine zunehmende Zahl Muslime sind jedoch von solchen Exzessen entsetzt und wollen nur in Frieden und Sicherheit leben. Als Großbritanniens ehemaliger Oberrabbiner, der verstorbene Lord Sacks, Judea Pearl fragte, warum er an der Aussöhnung zwischen Juden und Muslimen arbeitet, antwortete der: „Hass hat meinen Sohn getötet. Daher bin ich entschlossen den Hass zu bekämpfen.“

Möge die Erinnerung an Ruth Pearl, ihren ermordeten Sohn und ihren getöteten Bruder ein Segen sein.