Lehrt die Geschichte uns nichts?

Das katastrophale Versagen der Oslo-Vereinbarungen von 1993 hat bewiesen, dass Terroristen mit territorialen und finanziellen Opfern zu besänftigen Israel keinen Frieden garantiert.

Doron Matza, Israel HaYom, 2. September 2021

Der Tod des Grenzpolizisten Barel Hadaria Schmueli durch einen Hamas-Terroristen an der Gaza-Grenze spiegelt nicht nur einen taktischen Fehler seitens der Verteidigungskräfte, sondern auch eine breiter fehlerhafte Politik.

Israel versucht mit der Hamas eine Vereinbarung zu treffen, nicht viel anders als die USA mit dem Iran. Und ähnlich wie Washington verfolgt auch unsere Regierung einen Traum, in dessen Kern Yassir Arafat und seine Palästinensische Befreiungsorganisation sowie die Palästinensische Befreiungsfront falsch verstanden wurden.

1991 übernahm die israelische Regierung einen Ansatz diplomatischer Arrangements. Die Annahme – die sich dann als falsch herausstellte – lautete, dass für die Palästinenser israelisches Territorium aufzugeben diese in ihren Feindseligkeiten besänftigen würde.

Das katastrophale Versagen des Oslo-Prozesses nach der zweiten Intifada – nachdem Arafat Israels großzügiges Angebot einer dauerhaften Vereinbarung ablehnte und die israelfeindliche Gewalt stützte – zeigte, dass die palästinensische Nationalbewegung ihren Konflikt mit Israel nie in klassischen Begriffen politischer Vereinbarungen auf Grundlage territorialer Kompromisse betrachtete, sondern als Langzeit-Feldzug, um den Zionismus vom Angesicht der Erde zu wischen.

Fast 30 Jahre später besteht Jerusalem darauf genau denselben Fehler wieder zu begehen, nur diesmal in Bezug auf die Hamas. Statt einer diplomatischen Vereinbarung ist es diesmal eine wirtschaftliche und statt Territorium im Tausch für Frieden sind es die Wirtschaft, Gelder und eine Teilaufhebung der „Belagerung des Gazastreifens“ im Tausch für Sicherheit.

Eine solche Perspektive ist in den letzten Jahren zum Grundstein israelischer Politik geworden. Es war eine passende Variante der fehlenden Bereitschaft der Regierung einen militärischen Feldzug im Gazastreifen zu führen.

Es ist derart schlimm geworden, dass Abgeordnete angefangen haben von der Hamas begangene Terroranschläge blind als „Aufsässigkeit“ zu betrachten, die nicht das Hauptziel der Organisation darstellt.

Nicht einmal der aktuelle 11-tägige Krieg im Gazastreifen veränderte die Denkweise der Regierung. Im Gegenteil, er verfestigte die Annahme, dass die Kämpfe eine Gelegenheit dafür geschaffen haben zu einer Vereinbarung zu kommen, ohne zu erkennen, dass genauso, wie Arafat und die PLO nie einen Kompromiss mit Israel erzielen wollten, die Hamas es auch nicht tut.

Die Geschichte lehrt uns, dass die Hamas und die PLO nicht nur fundamental dasselbe sind, sondern dass diplomatische Opfer Israels dem jüdischen Staat keinen Frieden garantieren werden.

Ein Gedanke zu “Lehrt die Geschichte uns nichts?

  1. Die Geschichte ist, obwohl von Personen gemacht, ist selbst keine Person. Sie lehrt uns nicht. Wir Menschen können aber aus ihr lernen. Aber nur. wenn wir menschenmöglich objektiv anschauen, was ist und wir uns nicht lassen von Ideologien irreführen. Denn eine Ideologie führt immer in die Irre, egal ob sie

    von rechts kommt oder von links. Eine Ideologie – egal welche – hat immer wenig mit der Realität zu tun, sie sind eher Phantasmagorien darüber, wie es sein sollte, wenn… Nur, dieses Wenn kommt nie. Es sei, man versucht es mit Gewalt herzustellen. Dann geht endgültig alles schief, – s. Sozialismus, Nazismus.

    lg
    caruso
    caruso

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