Ein kleiner und schmutziger Führer für das Schreiben eines israelfeindlichen Textes

Robert M. Rothman, Israellycool, 14. September 2021

Vor ein paar Wochen erklärte eine Speiseeisfirma Israel den Krieg. Kurz darauf gab es zahlreiche Artikel, die erklärten, warum das notwendig sei. Es gab derart viele Argumente und Anschuldigungen, dass sie ganz unorganisiert und widersprüchlich wurden. Um weiteres Durcheinander in der israelfeindlichen Gemeinde zu verhindern, stelle ich hier einen Grundlagenführer für die endlosen Sünden Israels als Hilfsmittel für die modernen antisemitischen Propagandisten vor.

  1. Formuliere den Kampf zur Vernichtung Israels als Kampf für Menschenrechte. Verberge die Tatsache, dass ein Palästinenser unter israelischer Verwaltung durch das Gesetz geschützt ist, unter palästinensischem Recht aber nicht. Vergleichen Sie den Kampf zu Vernichtung Israels mit dem Kampf um die amerikanischen Bürgerrechte, spielen sie diese irrelevanten Unterschiede zwischen nicht gewalttätigem Protest und der Verklärung des Terrorismus herunter.
  2. Betone, dass die Israelis den Flüchtlingen nicht erlauben in ihre Häuser zurückkehren, das sogenannte Rückkehrrecht. Erwähne nicht, dass diese Flüchtlinge, nicht ihre Nachkommen, aus dem Krieg von 1948 stammen, und dass ihr Ziel darin besteht das Land zu vernichten.
  3. Wirf Israel „Apartheid“ vor. Dieses Wort fordert moralische Empörung sowie den Kopf des Täters. Es stimmt, Millionen haben Israel besucht, praktisch jeder auf dem Planeten kennt jemanden, der dort gewesen ist und bestätigen kann, dass es nicht wahr ist. Das spielt keine Rolle, Leute, die hassen müssen, suchen nach Gründen zu hassen. Gib ihnen einen.
  4. Referenzen sind wichtig. Das traditionelle Bild des israelfeindlichen Aktivisten ist das eines Gossenkindes, das Unsinn von sich gibt. Der unheimliche Eiferer der Vergangenheit muss heute gebildet sein, gelehrt, weltgewandt mit einer Präsenz in den sozialen Medien, fotogen mit Referenzen von guten Universitäten – mindestens. Heute sind die Argumente gebildeter Hassverbreiter natürlich nicht stichhaltiger als die seiner ungebildeten Gegenüber, nur großzügiger präsentiert und voller Sorge um die Opfer des Tages. Heute ist ein Gossenkind zu sein eine Kunst, Wissenschaft und anspruchsvoll.
  5. Verberge die Tatsache, dass das Endziel die Vernichtung Israels und seines Volkes ist. Trete nicht für Massenmord ein, rechtfertige ihn nur.
  6. Ignoriere die pausenlosen Friedensbemühungen der jüdischen Gemeinschaft seit 1920 und dass alle abgelehnt wurden. Israels Feinde würden dumm aussehen, wenn herauskäme, dass sie ständig Kriege gegen jemanden verlieren, der ein Freund sein will.
  7. Vermeide alles, was die Palästinenserregierung als nicht vertrauenswürdig erscheinen lassen könnte, wie die Tatsache, dass Arafat die Oslo-Vereinbarung buchstäblich schon verletzte, bevor die Tinte trocken war.
  8. Verwende die Begriffe „Besatzung“ und „besetzte Gebiete“. Erwähne nicht, dass Israels Feinde ganz Israel als besetztes Gebiet betrachten.
  9. Sorge dich nicht darum als verlogen verurteilt zu werden. Finde für dich einfach einen Kreis, der so isoliert ist, dass die Wahrheit nicht eindringt bzw. keine Rolle spielt. Habe ich jetzt gerade die akademische Welt definiert?
  10. Verwende einen Juden, um einen Juden dranzukriegen. Im Mittelalter nutzte die Kirche konvertierte Juden, um gegen das Judentum zu argumentieren. Die Sowjets hatten ein jüdisches antizionistisches Komitee. Nur weil die Idee aus der spanischen Inquisition stammt, heißt das nicht, dass sie überholt ist.
  11. Vermeide zu erwähnen, dass der einzige Grund, dass jemand von Israel hört, der ist, dass es für Journalisten leicht ist auf es einzuprügeln. Israel ist der einzige Ort der Welt, an dem man behaupten kann Kriegskorrespondent zu sein, während man sich an einem Nacktstrand sonnt.
  12. Suche Legitimierung durch internationale Organisationen wie der UNO oder NGOs. Übersieh, dass niemand der UNO wirklich vertraut und die meisten Menschen nicht schätzen, dass NGOS sich Gedanken darum machen müssen im Rennen um zu rettende Opfer abgehängt zu werten.
  13. Ergreife die moralische Überlegenheit durch Irreführung. Pro-israelische Äußerungen können aus dem Kontext gerissen zitiert werden, um israelfeindlich zu erscheinen. Beim Boykott von Ben and Jerry’s geht es in Wirklichkeit um ein seltsames Paar Speiseeis-Hersteller, nicht um Israel.
  14. Wenn dir die Beschwerden wegen der Palästinenser ausgehen, dann finde noch ein weiteres Verbrechen, wie dass Israel die Wüste zerstört, indem es sie erblühen lässt, ohne Erlaubnis der übrigen Welt aus Meerwasser Trinkwasser zu machen, Artefakte aus archäologischen Stätten zu holen, ohne die Genehmigung der Originalhersteller zu haben.

Die Liste muss hier nicht enden. Erinnere dich einfach, dass sich niemand sich wirklich um die Palästinenser sorgt, sonst würden sie auf die palästinensische und arabischen Regierungen einhämmern, nicht auf die Israels; es geht darum die Juden dranzukriegen.

Viel Glück mit deinem neuen Lebensstil!