Der vergessene Kreuzzug des Christoph Columbus gegen den Jihad

Raymond Ibrahim, 14. Oktober 2021

Ein weiterer Columbus Day ist gekommen und vorbei. Obwohl er mit den üblich Denunzierungen und erbostem Wokeismus wegen des angeblichen „Völkermords“ durch den italienischen Entdecker gegen Einheimische „gefeiert“ wurde, gab es eine einflussreiche Stimme, die Columbus verteidigte: Am 11. Oktober unterzeichnete Floridas Gouverneur Ron DeSantis eine Proklamation, aus der hier ein Auszug folgt:

Columbus steht als einzigartige Persönlichkeit in der westlichen Zivilisation da, der Mut, Risikobereitschaft und Heldentum angesichts enormer Widrigkeiten veranschaulicht; als Visionär, der die Möglichkeiten der Erforschung über die Grenzen Europas hinaus sah; und als Gründervater, der die Grundlagen für das legte, was eines Tages die Vereinigten Staaten von Amerika werden sollte, die des Columbus Day damit gedenkt, dass sie ihren Bundesdistrikt [den Zusatz zu Hauptstadt] nach ihm benannten.

Das stimmt zwar alles, aber Columbus steht für und ist eine Erinnerung an etwas anderes, das heute wenig bekannt, wenn nicht gar komplett vergessen ist: Er war zu allererst, ein Kreuzzügler – ein bekennender Feind des Jihad; bei seinen Forschungsreisen ging es in erster Linie darum die islamischen Sultanate zu umgehen und letztlich zu kontern, die Europa umgaben und terrorisierten – nicht darum Gewürze zu finden.

Als er geboren wurde, befand sich der damals mehr als 800 Jahre alte Krieg mit dem Islam – oder eher die Verteidigung gegen den Jihad – auf einem Allzeithoch. 1453, als Columbus 2 Jahre alt war, brandschatzten die Türken endgültig Konstantinopel, ein mit Gräueln überfrachtetes Ereignis, das die Christenheit in ihrem Innersten erschütterte.

Im Verlauf der folgenden Jahre fuhren die Muslime damit fort tief in den Balkan vorzudringen, hinterließen dabei viel Tod und Zerstörung, wobei Millionen Slaven versklavt wurden. (Ja, die zwei Worte sind etymologisch verwandt und das aus genau diesem Grund.)

1480, als er 29 Jahre alt war, schafften die Türken es sogar in Columbus‘ Heimat Italien einzudringen, wo sie in der Stadt Otranto 800 Christen rituell köpften – und ihren Erzbischof durchsägten – weil sie es ablehnten den Islam anzunehmen.

Das war der Kontext, in dem Spaniens Monarchen Ferdinand und Isabella – selbst bekennende Kreuzzügler, besonders die Königin, die 1492 die Jahrhunderte dauernde Reconquista Spaniens mit der Befreiung Granadas vom Islam abschloss – Columbus in ihre Dienste nahmen.

Sie finanzierten seine ehrgeizige Reise im Versuch – wie des der Historiker Louis Bertrand ausdrückte – „einen endgültigen und entschiedenen Kreuzzug gegen den Islam über die westindischen Inseln“ zu beginnen. (Das ging natürlich in die Hose und gipfelte in der zufälligen Entdeckung der Neuen Welt.)

Viele Europäer waren überzeugt, dass sie, wenn sie nur die Völker östlich des Islam erreichen konnten – die, wenn sie nicht christlich, zumindest „noch nicht von der mohammedanischen Plage infiziert“ waren, um es mit Papst Nikolaus V. (gest. 1455)) zu sagen – den Islam zwischen sich zerquetschen könnten. (Der Plan war Jahrhunderte alt und verband die Legende des Priesterkönigs Johannes, dem angeblichen christlichen Monarchen, der im Osten regierte und eines Tages nach Westen marschieren würde, um die Christenheit durch die Vernichtung des Islam zu rächen.)

All das geht klar aus Columbus‘ Briefen hervor: In einem verweist er auf Ferdinand und Isabella als „Feinde der elenden Sekte des Mahommet“, die „entschlossen sind mich in Regionen der Indien zu schicken, um zu sehen [wie die] Menschen dort bei den Kriegsbemühungen helfen können].“ In einem weiteren Schreiben an die Monarchen, nachdem er die Neue Welt erreichte, bietet Columbus an eine Armee „für den Krieg und die Eroberung Jerusalems“ auszuheben.

Spanien und Columbus waren auch nicht die ersten, die diese Strategie umsetzten; sobald Portugal 1249 vom Islam geräumt worden war, begann sein Militär ins muslimische Afrika vorzudringen. „Die große und alles überragende Motivation hinter der explosiven Energie und dem expansiven Intellekt von Prinz Heinrich dem Seefahrer [geb. 1394]“, schreibt der Historiker George Grant, „war der schlichte Wunsch das Kreuz zu nehmen – um das kämpfende Schwert über Afrika zu tragen und damit eine neues Kapitel im heiligen Krieg der Christenheit gegen den Islam zu eröffnen.“ Er begann all diese Entdeckungsreisen, weil „er danach strebte zu wissen, ob es in den dortigen Teilen irgendwelche christlichen Prinzen gab“, die „ihm gegen die Feinde der Glaubens helfen würden“, schrieb ein Zeitgenosse.

Macht all das Columbus und in Erweiterung Ferdinand und Isabella – ganz zu schweigen von der gesamten Christenheit – zu „Islamophoben“, wie die wenigen modernen Kritiker, die den islamischen Hintergrund der Reise des Columbus erwähnen, es oft zum Vorwurf machen?

Die Antwort lautet: Ja – aber nicht in der Art, wie das Wort heute verwendet wird. Während das griechische Wort phobos immer „Angst“ bedeutet hat, impliziert seine Verwendung heute „irrationale Angst“. Bedenkt man jedoch, dass der Islam fast tausend Jahre vor Columbus die Christenheit wiederholt angriff, bis zu dem Punkt, dass er drei Viertel von dessen ursprünglichem Territorium schluckte, darunter Jahrhunderte lang Spanien; dass die jüngste Wiederholung des Islam in Gestalt der osmanischen Türken, in der Zeit von Columbus in der Verheerung des Balkan und des Mittelmeers bestand; und dass der Islam selbst Jahrhunderte nach Columbus den Westen immer noch terrorisierte – 1683 mit 200.000 Jihadisten auf Wien marschierte und Amerika in seinen ersten Krieg als Nation provozierte – ist schon die Andeutung, dass historische christliche Angst vor dem Islam „irrational“ sei, selbst der Gipfel des Irrationalen.