„Ja, aber“ – Entlarvung des Kerns der Verteidigung des Islam

Raymond Ibrahim, 15. November 2021

„Ja, aber…“ Das ist das, was inzwischen den Kern aller muslimischen Apologetik repräsentativ geworden ist. Wann immer eine islamische Doktrin oder Prinzip beschuldigt wird Hass, Gewalt, Frauenfeindlichkeit usw. zu propagieren, eilen seine Verteidiger herzu und argumentieren: „Ja, ein paar Muslime verdrehen diese Lehrer für ihre Ziele, aber die Doktrin lehrt in Wirklichkeit etwas anderes.“

Zum Beispiel bot der muslimische Kleriker Usama Hasan in seiner Verteidigung der taqiyya, die Täuschung erlaubt – ob unter eingeschränkten oder breiten Umständen ist strittig – die folgende „ja, aber“-Erklärung:

Es stimmt, dass hartgesottene islamistische Terroristen wie der Al-Qaida und ISIS-Unterstützer Usman Kahn, der in der Fishmongers‘ Hall zwei Menschen ermordete [nachdem er vorgab „rahbilitiert“ zu sein], das Prinzip der taqiyyah missbrauche, um ihrer Sache zu dienen. Aber der Vorwurf, dass alle Muslime generell religiös verpflichtet sind zu lügen und das routinemäßig tun, ist sowohl gefährlich als auch unwahr.

Aber wie soll der Ungläubige wissen, welcher Muslime „das Prinzip der taqiyyah missbraucht“ und welcher nicht, insbesondere da nicht wenige Muslime überzeugt sind, dass der Islam ihnen erlaubt zu lügen und zu täuschen – solange das zu tun als Hilfe für die Förderung der Sache des Islam gesehen werden kann (auf Grundlage des Einsatzes von Täuschung durch ihren eigenen Propheten)? Mit anderen Worten: Das wahre Problem ist nicht, dass „hartgesottene islamistische Terroristen“ diese oder jene muslimische Doktrin „missbrauchen“, sondern vielmehr, dass solche Lehren fundamental unethisch sind und als solche seit den frühen Anfängen des Islam immer dazu geeignet waren „missbraucht“ zu werden.

Bedenken Sie z.B. dieses arabischsprachige Video eines muslimischen Klerikers in Ägypten, der anspricht, wie Terroristen islamische heilige Schriften „missbrauchen“, um das Töten von Nichtmuslimen zu rechtfertigen. Er sprach besonders den Bombenanschläge auf koptisch-orthodoxe Kirchen an, die in den letzten Jahre Dutzende christliche Gläubige in Ägypten den Tod brachten.

In seiner Predigt sagte Scheik Samir Haschisch, dass diejenigen Muslime, die Bomben gegen Kirchen richten und Ungläubige töten, oft einen Sahih-Hadith (eine Äußerung, die Mohammed zugeschrieben und als authentisch angesehen wird), wo der Prophet sagte: „Ein Muslim darf nicht aufgrund des Berichts eines kafir [eines Nichtmuslim oder Ungläubigen] getötet werden.“ Nachdem er sagte, dass der Hadith nicht das uneingeschränkte Gemetzel an Nichtmuslimen rechtfertigt, legte Haschisch genauer dar:

Der Hadith selbst ist natürlich authentisch… Aber der Hadith bedeutet nicht, dass wer auch immer ohne Grund irgendjemanden aus den Völkern des Buchs [Christen und Juden] tötet, das mit Recht getan hat. Der Hadtih schließt einfach die Todesstrafe von den möglichen Bestrafungen aus. Mit anderen Worten: Der Muslim, der einen Nichtmuslim ohne Grund tötet – hat er Unrecht oder nicht? Er hat Unrecht. Muss er bestraft werden oder nicht? Er muss bestraft werden – aber unter Ausschluss der Todesstrafe. Lasst ihn verurteilt werden, aber tötet ihn nicht. Warum? Wegen dem, was der Hadith sagt. Der Prophet sagte: „Ein Muslim darf nicht aufgrund des Berichts eines kafir [Ungläubigen] getötet werden.“ Warum? Weil sein Blut nicht gleich ist. Das Blut des Muslim ist höherwertig. Nennt es Rassismus oder wie immer ihr wollt, aber natürlich ist das Blut des Muslim höherwertig. Das steht nicht zur Diskussion. [meine eigene Übersetzung]

Beachten Sie, dass der Scheik zwar geltend macht, dass Radikale den Hadith verdrehen, um etwas zu sagen, was er nicht sagt – dass jeder Muslim, der einen Ungläubigen tötet, von jeder Bestrafung ausgenommen ist – was der Hadith aber wirklich sagt – dass das Leben eines Muslim wertvoller ist als das Leben eines Nichtmuslims – wenig besser und möglicherweise gar schlimmer ist.

Oder betrachten Sie, wie eine weitere gebildete muslimischer Gelehrte versuchte der Versklavung und Vergewaltigung nichtmuslimischer Frauen Glanz zu verleihen. Während sie Sure 4,3 diskutierte, die über ungläubige Kriegsgefangene als „Eigentum“ berichtet, erklärte Suad Saleh, eine Professorin für islamische Doktrin an der Al-Azhar-Universität in Ägypten, korrekterweise, dass „weibliche Kriegsgefangene ‚diejenigen sind, die euer Eigentum sind‘. Um sie zu demütigen, wurden sie zum Eigentum der Armeekommandeure oder eines Muslim und er kann Sex mit ihnen haben, wie er Sex mit seinen Frauen hat.“

Aber dann fuhr die Al-Azhar-Professorin damit fort so zu sprechen, als sei das wahre Problem nicht die Institutionalisierung der Sexsklaverei durch den Islam, sondern eher, wie manche Muslime sie zum Nachteil des Images des Islam missbrauchen. Sie sagte:

Manche [muslimische] Opportunisten und Extremisten, die nur dem Islam schaden, sagen: „Ich werde eine Frau aus Ostasien bringen, [als Sexsklavin] unter dem Status des ‚Besitzes der rechten Hand‘. Und mit der Zustimmung meiner Frau werde ich dieser Frau einen Raum in diesem Haus zuweisen und werde Sex mit ihr als Sklavenmädchen haben.“ Das ist Unsinn. Das wird vom Islam gar nicht angeordnet. Der Islam sagt, dass eine Frau entweder ein Ehefrau oder eine Sklavin ist. Sklaven in legitimem Besitz kommen von Kriegsgefangenen.

Was Ägyptens Professorin Saleh, Scheik Haschisch und viele andere Gelehrte offensichtlich nicht begreifen, ist, dass inhärent ungerechte Gesetze – solche, die die sexuelle Versklavung von Frauen aus dem einfachen Grund erlauben, dass sie Nichtmuslime sind oder unter der Annahme agieren, dass der Wert menschlichen Lebens auf ihrem Status als Muslime oder Nichtmuslime gründet – immer „missbraucht“ werden.

Sure 2,256 besagt zum Beispiel, dass es im Islam keinen Zwang gibt. Aber weil andere Koranverse Muslime aufrufen Christen und  Juden zu hassen und Krieg gegen sie zu führen (Sure 60,4, 3,28, 9,29), ist es nur natürlich, dass in Vergangenheit und Gegenwart Zwangskonversionen üblich waren. Immerhin kann für die Hölle bestimmte, sozial entrechtete Ungläubige dazu zu bringen den Islam anzunehmen als selbstlose Tat rational gemacht werden. Darüber hinaus hilft es den Islam mächtig zu machen, was immer etwas Gutes ist. So erklärte ein Menschenrechtsbericht bei der Diskussion zügellosen sexuellen Missbrauchs und Zwangskonversion christlicher Mädchen in Pakistan:

Die dunkle Seite der Zwangskonversion zum Islam ist nicht nur auf die religiösen Muslimgruppen beschränkt, sondern involviert auch kriminelle Elemente, die Vergewaltigung und Entführung betreiben und dann ihre abscheulichen Verbrechen damit rechtfertigen ihre Opfer zwangsweise zum Islam zu konvertieren. Die muslimischen Fundamentalisten freuen sich diesen Kriminellen Unterschlupf zu bieten und nutzen die Ausrede, dass sie ihrer heiligen Sache der Vermehrung der Muslimbevölkerung einen großen Dienst erweisen. (Hervorhebung hinzugefügt)

Genauso sagt Sure 9,29-29, dass Krieg gegen Völker des Buches nur Enden kann, wenn Letztere zustimmen ihren muslimischen Herren Tribut (jizya) zu zahlen. Und sie zahlten in der Tat, mehr als ein Jahrtausend lang, bis die Praxis dank europäischen Drucks in der Kolonialzeit formell abgeschafft wurde. Apologeten sagen, dass Sure 9,29 bedeutet, Christen und Juden  müssen die Jizya an Repräsentanten des islamischen Staats zahlen, nicht einfach irgendeinem Muslim. Heute hingegen betrachten Kriminelle mit muslimischem Hintergrund, die mit den Grundlagen von Sure 9,29 vertraut sind – dass Ungläubige bekriegt werden müssen, bis die zahlen – Christen und andere Minderheiten in ihrer Mitte als Sparschweine: Sie sind Freiwild für Raub, Plünderung und Entführung um Lösegeld zu erpressen – manchmal sogar getötet zu werden, nachdem Lösegeld gezahlt wurde – wie die koptischen Christen in Ägypten bezeugen können.

Ein muslimischer Kleriker und Sozialhilfeempfänger in Großbritannien formulierte es so, als er britische Steuerzahler einmal zu „Sklavenerklärte:

Wir nehmen die Jizya, die ohnehin unser haq ist [Arabisch für „Lohn“ oder „Recht“] ist. Die normale Situation ist übrigens die, Geld von den kafir [Ungläubigen] zu nehmen, nicht wahr? Das ist also die normale Situation. Sie geben uns das Geld – ihr arbeitet, gebt uns das Geld, Allahu Akbar. Wir nehmen das Geld.

Kurz gesagt: Das Problem ist weniger, dass manche Muslime die Doktrin der taqiyya „missbrauchen“ – sondern eher, dass eine Doktrin, die Lügen und Täuschung sakralisiert, überhaupt existiert; das Problem ist weniger, dass einige Muslime fälschlich glauben, dass sie keine Bestrafung verdienen, wann immer sie „minderwertige“ Ungläubige töten – sondern dass islamische heilige Schriften überhaupt lehren, dass muslimisches Blut „höherwertig“ ist als nichtmuslimisches Blut; das Problem ist weniger, dass manche Muslime nicht streng den Regeln des Islam zu sexueller Versklavung von Ungläubigen-Frauen folgen – sondern dass der Koran überhaupt erlaubt nichtmuslimische Frauen zu versklaven; das Problem ist weniger, dass manche Muslime den Auftrag des Koran ignorieren, dass es keinen Zwang in der Religion gibt – sondern dass er überhaupt Feindschaft und Krieg gegen Nichtmuslime fordert; das Problem ist weniger, dass manche Muslime nicht den Regeln des Islam dazu folgen, wer das Recht hat von Ungläubigen die Jizya einzusammeln – sondern dass er überhaupt die finanzielle Erpressung von Nichtmuslimen zulässt.

Es ist kein Trost zu erfahren, dass islamische heilige Schriften falsch interpretiert werden, um diese Ungerechtigkeit zu fördern, wenn ihre wahre Interpretation in Wirklichkeit genau diese Ungerechtigkeit erlaubt.