Die Neuerfindung der Vergangenheit Jerusalems durch die UNO

Dore Gold, JCPA, 30. Dezember 2021

Die UNO macht es schon wieder: Am 26. November 2021 verabschiedete die Vollversammlung eine Resolution mit Verweis auf den Tempelberg in Jerusalem, wo der Tempel Salomons einst stand – allerdings nur mit seinem arabischen Namen, Haram al-Scharif. Vom Standpunkt der UNO aus waren christliche und jüdische Verbindungen zu dem Bereich nicht existent.

Seit Jahren puscht die Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der UNO (UNESCO) inzwischen systematisch falsche Narrative zu Jerusalem, die die historische Verbindung des jüdischen Volks zu seinen heiligen Stadt leugnet. Im Mai 2016 beschloss die UNESCO, dass der Platz vor der Westmauer mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden sollte, nachdem sie ohne jede Qualifikation den Begriff „Al-Buraq-Platz“ für genau diesen Bereich übernahm.

In den Folgejahren bestätigte die UNESCO diesen Sprachgebrauch. Diese Verzerrungen, eine unverhohlene Missachtung ihrer eigenen Statuten, sind in den Diskurs über Jerusalem in den internationalen Medien, an Universitäten und in Parlamenten der Welt eingedrungen. Was vor 200 Jahren unumstößlich war, wird heute bezweifelt.

Es reden so viele Leute über Jerusalem, aber nur wenige begreifen es wirklich.

Ich bin mehr als drei Jahrzehnte lang Diplomat gewesen, habe an der Front von Israels Kampf um die Heilige Stadt gestanden. 30 Jahre – und ich bin immer noch überrascht vom Ausmaß der Desinformation und des Tiefgangs der Ignoranz in Bezug auf die Heilige Stadt. Die Ignoranz angesichts überwältigender Beweise ihrer historischen Vergangenheit. Die Ignoranz gegenüber historischen Fakten selbst der jüngsten Geschichte.

50 Jahre sind seit der Wiedervereinigung Jerusalems vergangen und während überall im Nahen Osten heilige Stätten zerstört werden, werden sie in Jerusalem geschützt. Und doch wird Israels Legitimität immer wieder infrage gestellt.

Das wäre nicht das erste Mal. Nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70, vor fast 2.000 Jahren, versuchten die Römer die jüdische Verbindung zu Jerusalem auszumerzen; sie benannten die Heilige Stadt in Aelia Capitolina um. Sie versuchten den Geist der Überlebenden zu zerschlagen. Aber ihre historische Verbindung war in ihren Gedächtnissen wie auch im Alten Testament, dem Neuen Testament und sogar im Koran eingemeißelt.

Schließlich war das jüdische Volk aus seiner historischen Hauptstadt nicht fernzuhalten. Die Juden strömten zurück, wann immer sie konnten – nach den Niederlagen der Byzantiner, der Kreuzritter und wem immer, der sie mit Gewalt davon abhielt an ihren heiligen Stätten zu beten. 1864 dokumentierten die Briten, dass die Juden ihre unbestreitbare Mehrheit der Bevölkerung Jerusalems wieder hergestellt hatten, die bis heute besteht. Bei Israels Wiedergeburt 1948 rührte die UNO keinen Finger, als die Juden Jerusalems gewaltsam vertrieben und ihre Synagogen in Schutt und Asche gelegt wurden. Heute verdreht die UNO die Geschichte, statt das Erbe, die Rechte und das Vermächtnis aller Glaubensrichtungen in der Heiligen Stadt zu schützen.

Ein Gedanke zu “Die Neuerfindung der Vergangenheit Jerusalems durch die UNO

  1. Die UNO ist in ihrem „heutigem“ Zustand eine Saubande. Tut mir leid, ich kann es beim besten Willen nicht anders sehen.
    lg
    caruso

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