Warum israelische „Hasbara“ ein Fehlschlag war

Das Problem ist Mangel an kritischem Denken. Eine neue Herangehensweise sollte sich auf Infragestellung der Annahmen und dem Stellen von Fragen konzentrieren sowie Antworten liefern.

Mosche Dann, Israel National News, 3. Januar 2022 (Israel HaYom, 4. Januar 2022)

Shaked (rechts) und Bennett bei einer Presskonferenz (Foto: Flash90)

Warum glauben so viele Leute Israel sei ein „rassistischer“ „Apartheidstaat“, der palästinensische Araber unterdrückt und „ethnischen Völkermord“ betreibt?

Warum glauben sie, Israel „besetzt illegal palästinensisches Territorium“ und „stiehlt palästinensisches Land“?

Warum unterstützen sie NGOs, die Israel dämonisieren und wollen, dass es vernichtet wird? Warum unterstützen sie BDS gegen Israel?

Warum glauben Menschen, obwohl alles oben Beschriebene falsch und widerlegt worden ist, sie seien wahr? Das macht keinen Sinn.

Das Problem ist ein Mangel an kritischem Denken – etwas, worum es bei höherer Bildung ging und immer noch gehen sollte. Wir werden nicht länger gelehrt Fragen zu stellen; wir verlassen uns für Antworten auf „Experten“, Politiker und kommunale Leiter. Wir werden von den Medien und Organisationen, die eine Agenda haben, mit Parolen gefüttert.

Obwohl über die Wichtigkeit kritischen Denkens in Büchern und im Internet diskutiert wird, sind wenige bereit den herausfordernden und oft verstörenden Prozess anzustellen, der intellektuelle Anstrengung und Selbstbetrachtung erfordert. Allerdings ist er für Kreativität und Selbstbesserung unerlässlich.

Er ist notwendig, um wirklich informiert zu sein statt „woke“. Es erfordert über bedeutungslose Mantras und Etikettierungen wie „progressiv“, „liberal“ oder „konservativ“ hinaus zu gehen.

Öffentliche Diplomatie (hasbara) im Auftrag von Israel ist somit ineffektiv gewesen, da sie den Widerstand derer ignoriert, die glauben, sie hätten bereits alle Antworten und es ablehnen kritisch zu denken. Sie kann nicht mit israelfeindlichen Akademikern und einseitigen Journalisten konkurrieren, von denen angenommen wird, sie seien objektiv.

Ich kann israelfeindliche NGOs und der Vernichtung Israels hingegebene Muslim-Organisationen nicht erfolgreich anfechten. Das wird europäische Länder und die UNO nicht davon abhalten gegen Israels Existenz zu sein, um „palästinensische Selbstbestimmung“ zu erreichen.

Bemühungen Israels Sache zu vertreten werden darüber hinaus von denen behindert, die einen verlogenen „Friedensprozess“ – einen von PLO/Hamas geleiteten Staat – propagieren und für Israels Abzug aus Bereichen eintreten, die es im Sechstage-Krieg 1967 eroberte. Einige davon unterstützen das palästinensisch-arabische Narrativ der nakba (Arabisch für „Katastrophe“ der Gründung Israels 1948) und beklagen seinen Sieg im „Vernichtungskrieg“, der von fünf arabischen Staaten und der muslimischen Welt gegen den jüdischen Staat geführt wurde.

Grundsätzlich ist die Frage, die Israels Existenz darstellt, die Möglichkeit eines weiteren Holocaust, den der Iran und sein Stellvertreter Hisbollah als ihr Ziel verkünden. Es ist das, was der Hamas-Sponsor Muslimbruderschaft festlegt.

Im PLO-Pakt und in der Hamas-Charta steht das ausdrücklich drin. Es ist der Grund für palästinensische Selbstmordbomben- und andere Terroranschläge. Es ist der Grund, dass die PLO und die Hamas Terrorismus fördern und für das sie bereit sind ihre eigene Bevölkerung zu opfern, um Juden anzugreifen.

Das ist es, was David Brooks den „Märtyrertum-Kult“ nannte; es ist der Fokus von Matthias Küntzels Buch „Jihad und Judenhass. Über den neuen antijüdischen Krieg“.

Statt sich dieser Realität zu stellen, ziehen es viele Israelis vor sie zu ignorieren. Im Ergebnis verliert Israel nicht nur seinen Kampf um die Wahrheit, sondern seinen Kampf um die Herzen und den Verstand zukünftiger Generationen.

Auf Grundlage kritischen Denkens sollte sich ein neuer Ansatz für hasbara darauf konzentrieren Annahmen infrage zu stellen und Fragen aufzuwerfen sowie Antworten zu liefern. Das erfordert, dass das Sinn machen muss. Wie der große französische Philosoph René Descartes feststellte: „Cogito ergo sum“ (Ich denke, also bin ich.)

2 Gedanken zu “Warum israelische „Hasbara“ ein Fehlschlag war

  1. Denken ist schwer. Die meisten wissen gar nicht, wie man das macht. Sie haben zwar ein Hirn bekommen, aber keine Gebrauchsanweisung dazu. Wie soll es dann gehen?

    lg
    caruso

    • Die „Gebrauchsanweisung“ bekam man früher in der Schule. Heute nicht mehr. Meine in der israelischen höheren Bildung arbeitenden Freunde beklagten das schon vor Jahren. „Wir können nicht in Rente gehen, wer soll den jungen Leuten das eigenständige Denken beibringen?“, meinte eine, die damals schon kurz vor der Rente stand.

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