Tausend Gründe Antisemitismus nicht zu bekämpfen

Aber sind sie legitim?

Adam Milstein, FrontPage Mag, 7. Januar 2022 (Jerusalem Post, 25. September 2021)

„Antiisraelisch ist nicht Judenhass“ – Antisemitismus – BDS – Zionismus ist Rassismus
„Ich kann es mir nicht leisten Antisemitismus zu bekämpfen, ich habe zu viel zu verlieren.“
„Was ist Antisemitismus?“
„Antisemitismus ist doch nichts Besonderes.“

Liebe Freunde und Kollegen, Mitglieder der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft!

Gute Neuigkeiten: Der Antisemitismus ist kein Problem mehr, das es wert ist bekämpft zu werden.

Das ist die Einschätzung einer großen Zahl an Mitjuden, an die ich mich in den letzten Jahren gewandt habe. Die Kontaktaufnahme war Teil meiner Bemühungen andere als Partner für meinen Kampf gegen den ältesten Hass der Welt zu gewinnen, der heute erneut zu Gewalt gegen Juden aufstachelt.

Obwohl ich beschloss den Kampf fortzusetzen statt auf einen gelassenen Lebensstil umzuschwenken, bin ich es euch schuldig euch einige der vernünftigen, wenn auch absurden Ausflüchte mitzugeben, die ich im Verlauf der Jahre gehört habe. Hier sind sie also, wie sie von einigen meiner jüdischen Kollegen zum Ausdruck gebracht wurden, die versuchten mich zu überzeugen, dass mein Aktivismus eine schlechte Idee ist.

Wir können es uns nicht leisten Antisemitismus zu bekämpfen

Der wichtigste Grund, dass viele Juden es vermeiden Antisemitismus zu bekämpfen oder dabei zu helfen, besteht darin, dass sie Angst haben.

Die Wohlhabenderen und Erfolgreichen meiner jüdischen Freunde sind die, die weniger bereit sind ein Risiko auf sich zu nehmen. Aufzustehen und unsere Feinde bloßzustellen und sie zu bekämpfen stellt uns in die Öffentlichkeit und wir werden zu Feinden, gegen die unsere Gegner schießen und das kann teuer werden. Ich höre oft oder soll begreifen, dass sie uns gerne helfen würden, sich aber kein Risiko leisten können und zu viel zu verlieren haben. Es ist für ihren Ruf, ihr Unternehmen und ihr Wohlergehen viel sicherer, wenn sie unter dem Radar bleiben und hoffen, dass jemand anderes das erledigen wird. Es gibt viele Arten unter dem Radar zu bleiben und anonym zu unterstützen, aber jede Art der Beteiligung macht ihnen Angst, weil das durchsickern und gegen sie verwendet werden könnte.

Weil sie nicht zugeben wollen, dass sie Angst haben, nutzen sie vernünftige und/oder absurde Ausreden, darunter die Folgenden:

Antisemitismus nimmt nicht zu und ist nicht gewalttätig

Sind die Statistiken von FBI und Justizministerium, die eine bedeutende Zunahme von Hassverbrechen gegenüber Juden dokumentieren, genau und/oder relevant?

Meine jüdischen Freunde neigen dazu den Ernst von Antisemitismus auf Grundlage der persönlichen Bedrohung mit Gewalt gegenüber sich selbst und ihren Angehörigen zu beurteilen. „Ist irgendjemand, den ich kenne, jemals von Antisemiten getötet oder verletzt worden?“ Nö. „Sind wir jemals persönlich von Antisemiten bedroht worden?“ Ich glaube nicht. Der Punkt ist, so sagen sie, dass man die Bedrohung nicht übertreiben soll und lasst uns einen Weg finden mit diesem Minimalrisiko, wenn es denn überhaupt besteht, zu leben. Gibt es Antisemiten? Natürlich. Aber sie sind eine Randgruppe und werden immer ein solche bleiben und abgesehen davon, sagen sie, ist die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen zu werden weit höher als die Wahrscheinlichkeit, dass ich oder jemand aus meiner Familie von einem gewalttätigen antisemitischen Angriff getroffen werden.

Antisemitismus hilft jüdischer Geschlossenheit

Ich habe gehört, dass Antisemitismus wie der Tod und Steuern ist. Unvermeidlich. Er ist lediglich ein bedauernswertes Nebenprodukt der Menschheit und der jüdischen Erfahrung, löste aber Jahrtausende lang das Überleben des jüdischen Volkes aus. Antisemitismus schafft jüdische Geschlossenheit, er ist der einzige Punkt gewesen, zu dem in den zunehmend auseinandergehenden jüdischen Gemeinden Einigkeit herrschte. Wenn Juden sich sicher fühlen und gedeihen, dann ist das Risiko von Assimilation und Mischehen größer, also brauchen wir Antisemitismus, um sie zu ihren Wurzeln zurückzubringen. Warum ihn also bekämpfen? Stattdessen sollten wir HaSchem und unseren Glückssternen für diesen Judenhass dankbar sein. Das ist alles Teil des Plans Gottes, der zu weit über uns steht, als dass wir ihn verstehen könnten.

Antizionismus ist kein Antisemitismus

Judenhass und die dem Antisemitismus entspringende Gewalt scheinen nur ein zunehmendes Problem zu sein, weil wir die sich ausweitende, aber gerechtfertigte Verurteilung Israels als „antisemitisch“ bezeichnen. Viele sagten mir, wenn wir einen Keil zwischen die Diaspora-Juden und ihr Heimatland – das Land Israel – treiben und Kritik an Israel willkommen heißen, dann kann das nur zu größerer Liebe, Verständnis und Wertschätzung der Juden andernorts führen. Diejenigen mit einer unkontrollierten Liebe für das jüdische Volk, aber tiefem Hass gegenüber Israel, wie die Anhänger der BDS-Bewegung, werden uns als respektierte Mitglieder der Gesellschaft akzeptieren. Bedenkt man unsere lange Geschichte der Unterdrückung, dann wird uns selten zu irgendetwas eine Wahl gelassen. Also lasst uns gute Juden sein und Helden der Anti-Israel-Bewegung werden.

Antisemitismus: eine Kosten-Nutzen-Analyse

Theoretisch wäre es großartig den Antisemitismus auszumerzen, aber wir haben schlicht nicht genug Leute und ausreichende Ressourcen, das zu tun. Selbst wenn jeder einzelne Jude in Amerika für die Sache spenden würde, wäre das nie genug, um die Milliarden zu kontern, die in antisemitische Kampagnen gepumpt werden. Da also unsere Zahl und Ressourcen begrenzt sind, ist es das wirklich wert so viel Geld und Zeit einem Kampf zu widmen, den wir zwangsläufig verlieren werden? Viele ziehen es vor ihre begrenzten Ressourcen bestehenden jüdischen Institutionen wie Schulen, Synagogen und Sozialdiensten zu widmen sowie bewaffnete Sicherheitsdienste anzuheuern, um unsere jüdischen Institutionen und ihre Gemeinden zu schützen.

Wertvoller Rat statt finanzielles Engagement

Von Juden weiß man, dass sie schlau sind. Sie sind herausragend darin Meinungen und Ideen zu liefern, einschließlich zur Bekämpfung von Antisemitismus und wie man die nötigen Gelder zu seiner Bekämpfung aufbringt. Aber wenn es an der Zeit ist den Worten Taten folgen zu lassen, ziehen es die meisten vor unbezahlbare Ratschläge zu geben. Die meisten behaupten, sie hätten nicht die nötigen Ressourcen um finanziell zu helfen und diejenigen, die solche Ressourcen haben, behaupten, es gebe viel Wichtigeres, als Judenhass zu bekämpfen.

Obwohl es viele Ausreden und gute Gründe gibt Antisemitismus nicht zu bekämpfen, gibt es auch große Vorteile das zu tun und es jetzt zu tun. Antisemitismus ist ein universales Problem; die Feinde des jüdischen Volks sind vor allem die Feinde Amerikas. Hass gegen Juden und/oder jede andere Minderheitengruppe in Amerika ist für unsere Gesellschaft krebserregend. Daher liegt es zum ersten Mal in mehreren tausend Jahren im besten Interesse der westlichen Zivilisation und aller Amerikaner sich zusammenzuschließen und dieses Übel zu bekämpfen.

Zweitens haben wir jetzt einen starken jüdischen Staat, den Staat Israel, auf unserer Seite. Die Menschen Israels betrachten Antisemitismus als ernsthafte Bedrohung und sind bereit den Kampf dagegen anzuführen, nicht nur aus sicherer Entfernung zu beobachten, indem sie Mut, Ressourcen und Innovation bereitstellen.

Trotz der überzeugenden Ausreden, die ich gehört habe, bleibe ich optimistisch und hoffe, dass einige, so wie ich, aufhören werden die Bedrohung herunterzuspielen, dass sie Angst, Paranoia und Untätigkeit hinter sich lassen und sich mir anzuschließen gegen Antisemitismus aufzustehen und ihn zu bekämpfen.

Ein Gedanke zu “Tausend Gründe Antisemitismus nicht zu bekämpfen

  1. Hoffentlich trpgz deine Hoffnung nicht. Ich werde mich dir anschließen, wäre ich nicht
    so alt. (Über 90J.) So kann ich dir nur viel Erfolg unf Glück wünschen.
    ög
    caruso

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