Amerikas 233 Jahre alter Jihad-Schock

Raymond Ibrahim, 29. März 2019 (American Thinker)

von links: Benjamin Franklin, John Adams und Thomas Jefferson (Bild: Wikimedia)

Am 28. März 1786 dokumentierten zwei der Gründerväter Amerikas in einem Brief an den Kongress ihre erste Begegnung mit dem islamischen Jihad; wie viele Amerikaner heute waren auch sie fassungslos über das, was sie erfuhren.

Kontext: 1785 hatten muslimische Piraten aus Nordafrika (oder der „Berberküste“/„Barbarei“) zwei amerikanischen Schiffe, die Maria und die Dauphin, gekapert und ihre Besatzungen versklavt. Im Versuch die versklavten Amerikaner freizukaufen und friedliche Beziehungen zu aufzubauen, trafen sich Thomas Jefferson und John Adams – damals die Botschafter der USA in Frankreich bzw. England – mit dem Botschafter von Tripolis in Britannien, Abdul Rahman Adja. Nach diesem diplomatischen Austausch legten die Amerikaner in einem Brief an den Kongress die Quelle der bis dahin unerklärlichen Feindlichkeit der Berger dar:

Wir nahmen uns die Freiheit einige Nachforschungen zu den Gründen ihrer [der Berber] Behauptungen anzustellen, weshalb sie Krieg gegen Nationen führen, die ihnen nichts getan hatten und bemerkten, dass wir die gesamte Menschheit als unsere Freunde betrachteten, die uns nichts getan haben, die wir auch nicht provoziert hatten. Der Botschafter antwortete uns, dass das auf den Gesetzen ihres Propheten gründet, das in ihrem Koran geschrieben steht, dass alle Nationen, die ihre Autorität nicht anerkannt haben, Sünder seien, dass es ihr Recht und ihre Pflicht sei Krieg gegen sie zu führen, wo immer sie zu finden sind und alle, die sie gefangen nehmen können, zu Sklaven zu machen und dass jeder Muselman, der im Kampf getötet werden sollte, sicher ins Paradies eingehen werde. [datiert vom 28. März 1786]

Abdul fuhr süffisant mit der Bemerkung fort, dass das „Gesetz“ des Islam „als Anreiz“ denen mehr Sklaven anbietet, die zuerst an Bord der Fahrzeuge von Ungläubigen gehen und dass die Stärke und das Erscheinen der seegestützten Jihadisten – die Berichten zufolge immer drei Messer dabei hatten, eines in jeder Hand und ein weiteres im Mund – „ihre Feinde derart in Angst versetze, dass sehr wenige jemals Widerstand leisteten“.

Man kann sich nur vorstellen, was die amerikanischen Botschafter – die Jahre zuvor behauptet hatten, das alle Menschen „von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet“ wurden – von der Antwort ihres muslimischen Gegenübers hielten. Es reicht zu sagen, dass aufgrund des geforderten Lösegeldes, das mehr als 15-mal höher war als das, was der Kongress genehmigt hatte, bei dem Treffen wenig herauskam.

Es sollte festgehalten werden, das die Berberstaaten des muslimische Nordafrika – insbesondere Tripolis, Algier, Tunis – Jahrhunderte, bevor sie amerikanische Fahrzeuge ins Visier nahmen, aufgrund von Sklavenhandel mit Christen gediehen, die praktisch aus jeder Ecke der Küsten Europas entführt wurden – aus so großer Entfernung wie Großbritannien, Irland, Dänemark und Island. Diese Überfälle waren derart erfolgreich, dass „es zwischen 1530 und 1780 fast sicher eine Million und mit großer Wahrscheinlichkeit bis zu eineinviertel Millionen weiße, europäische Christen von Muslimen der Berberküste versklav wurden“, so der amerikanische Historiker Robert Davis.

Der Umgang mit diesen europäischen Sklaven wurde von der Tatsache verschärft, dass sie christliche „Ungläubige“ waren. So erklärte Robert Playfair (geb. 1828), der Jahre lang als Konsul in der Barbarei diente: „In fast jedem Fall wurden sie [die europäischen Sklaven] aufgrund ihrer Religion gehasst.“ Drei Jahrhunderte früher hatte John Foxe (geb. 1516) in seinem Book of Martyrs geschrieben: „In keinem Teil des Globus werden Christen so gehasst oder so übel behandelt, wie in Algier.“

Die Bestrafungen, die diese europäischen Sklaven für tatsächliche oder eingebildete Verstöße erhielten, ließen sich kaum beschreiben: „Wenn sie etwas gegen Mahomet sagen [Blasphemie], müssen sie Mohammedaner werden oder werden bei lebendigem Leib gepfählt. Wenn sie sich wieder zum Christentum bekennen, nachdem sie zum mahomedanischen Glauben gewechselt waren, werden sie [als vom Glauben Abgefallene] bei lebendigem Leib geröstet oder von den Stadtmauern geworfen und von großen, scharfen Haken aufgefangen, an denen sie hängen, bis sie sterben.“

Damit übertrieb Captain O’Brien von der Dauphin nicht, als er Jefferson schrieb: „Unsere Leiden sind jenseits unserer  Ausdruckskraft und Ihrer Vorstellungskraft.“

Nachdem die Fähigkeit der Berber Küsteneuropäer zu entführen Mitte des 18. Jahrhunderts nachließ, verwandten sie ihre Energie für Überfälle auf Handelsschiffe.  Statt damit zu reagieren der Barbarei kollektiv entgegenzutreten und sie zu neutralisieren entschieden sich die europäischen Mächte, immer damit beschäftigt miteinander zu streiten, sich Frieden über Tribute (oder nach muslimischer Ratio: Jizya) zu erkaufen.

Am Horizont tauchte Frischfleisch auf, sobald die neu geborenen Vereinigten Staaten sich von Großbritannien losrissen (und daher nicht länger von dessen Jizya-Zahlungen geschützt wurden).

Zurück im Kongress stimmten manche Jefferson zu, dass „es einfacher sein wird Schiffe und Männer einzuwerben, um diese Piraten über Bekämpfung zur Vernunft zu bringen, als Geld, um sie zu bestechen“ – darunter General George Washington: „Wie ist es in einem solchen aufgeklärten, in einem solchen liberalen Zeitalter möglich, dass die großen Seemächte Europas sich damit abgeben unterwürfig einen jährlichen Tribut an die kleinen Piratenstaaten der Barbarei zu zahlen?“, schrieb er einem Freund. „Ich wünschte zum Himmel, wir hätten eine Marine, die in der Lage ist diese Feinde der Menschheit zu läutern, sie in die Nichtexistenz zu stoßen.“

Aber die Mehrheit des Kongresses stimmte John Adams zu: „Wir sollten sie nicht bekämpfen, außer wir sind entschlossen, sie für alle Zeiten zu bekämpfen.“ Bedenkt man das immerwährende existenzielle Wesen der islamischen Feindschaft, könnte Adams mehr recht gehabt haben, als er wusste.

Der Kongress einigte sich darauf die Europäer nachzuahmen und die Terroristen auszuzahlen, obwohl es Jahre dauern würde die geforderten Lösegelder aufzubringen.

Als muslimische Piraten aus Algier 1794 weitere elf amerikanische Handelsschiffe kaperten, wurde das Marinegesetz beschlossen und eine ständige US-Marinestreitkraft gegründet. Aber weil das erste Kriegsschiff nicht vor 1800 fertiggestellt sein würde, begann man 1795 amerikanische Jizya-Zahlungen zu leisten, die 16 Prozent des Bundeshaushalts ausmachten. Im Gegenzug wurden mehr als 100 amerikanische Seeleute freigelassen – wie viele starben oder verschwanden, ist unklar – und die islamischen Seeüberfälle wurden formell eingestellt. Amerikanische Zahlungen und „Geschenke“ im Verlauf der Folgejahre verursachten zunehmende Ermutigung muslimischer Piraten mit immer unberechenbareren Forderungen zu reagieren.

Einer der unwürdigeren Vorfälle ereignete sich im Jahr 1800, als Captain William Bainbridge von der George Washington zum Piratenführer in Algier segelte und ablieferte, was dieser als unzureichenden Tribut betrachtete. Dey Mustapha befahl unter Verweis auf die Amerikaner als „meine Sklaven“ hunderte schwarzer Sklaven nach Istanbul (Konstantinopel) zu transportieren. Er setzte der Beleidigung noch eins drauf, indem er der amerikanischen Besatzung befahl die US-Flagge einzuholen und an ihrer Stelle die islamische Flagge – die der berüchtigten schwarzen Flagge von ISIS nicht unähnlich war – zu hissen. Und egal, wie rau die See auf der langen Reise sein mochte, von Bainbridge wurde gefordert sicherzustellen, dass die George Washington fünfmal am Tag nach Mekka ausgerichtet wurde, um die Gebeten der Muslime an Bord gerecht zu werden.

Dass Bainbridge zustimmte der Lieferjunge der Berber zu werden, scheint den Terroristen nur Appetit auf mehr gemacht zu haben. 1801 forderte Tripolis eine Sofortzahlung von $225.000, gefolgt von einer jährlichen Zahlung von $25.000 – was heute $3,5 Millionen bzw. $425.000 entspräche. Mit der Schlussfolgerung, dass „nichts diese ewigen Erhöhungen der Forderungen dieser Piraten beenden wird als die Präsenz einer bewaffneten Streitmacht“, lehnte Amerikas dritter Präsident Jefferson das Ultimatum ab. (Er könnte sich an Captain O’Brians Feststellung bezüglich dessen Berber-Herren erinnert haben: „Geld ist ihr Gott und Mahomet ihr Prophet.“)

Weil ihnen die jizya von den Ungläubigen verweigert wurde, erklärte Tripolis den Vereinigten Staaten am 10. Mai 1801 den Jihad. Aber inzwischen hatte Amerika sechs Kriegsschiffe, die Jefferson vor der Berberküste positionierte. Die nächsten fünf Jahre führte die US Navy Krieg gegen die muslimischen Piraten, machte kaum Fortschritte und erlitt einige Rückschläge – der erniedrigendste davon, dass 1803 die Philadelphia samt ihrer Besatzung gekapert wurde.

Es waren extreme Maßnahmen erforderlich: Auftritt von William Eaton. Als US-Konsul in Tunis (1797 – 1803) hatte er unter den Muslimen der Region gelebt und verstand sie gut. Er wusste, „je mehr du gibst, desto mehr werden die Türken fordern“ und verachtete dieses alte islamische Überlegenheitsgefühl: „Es reibt mich tödlich“, schrieb er, „wenn ich einen faulen Türken [ein gewöhnlicher Begriff für Muslim] sich entspannt auf seinem bestickten Sofa zurücklehnt, wobei ein christlicher Sklave seine Pfeife hält, ein weitere seinen Kaffe und ein dritter die Fliegen wegwedelt.“ Als er sah, dass die neu geschaffene amerikanische Kriegsmarine gegen die erfahrenen Piraten kaum Fortschritte machte, entwickelte er einen gewagten Plan: den Anspruch von Mustafas Bruder zu unterstützen, der in Alexandria im Exil war; und dann dessen Anhänger und Söldner durch 800 Kilometer Wüste von Alexandria nach Triopolis marschieren zu lassen.

Der Treck war mühevoll, nicht zuletzt wegen der muslimischen Söldner selbst. Eaton hatte wiederholt versucht sie für sich zu gewinnen: „Ich sprach die Ähnlichkeit zwischen der islamischen und der amerikanischen Religion an.“ Aber trotz solch vertrauter ökumenischer Ouvertüren „fanden wir es fast unmöglich diese wilden Frömmler dazu anzuspornen uns zu vertrauen“, klagte er in seinem Tagebuch, „oder sie zu überzeugen, dass wir als Christen sonst Feinde der Muselmanen sein können. Wir haben etwas Schwieriges vor!“ (Bei all seiner Erfahrung mit Muslimen war Eaton sich offensichtlich der Feinheiten ihres [Scharia-] Rechts nicht bewusst, nämlich al-wala’ wa’l bara’, oder “Loyalität und Feindschaft.”)

Eaton schaffte es schließlich am 27. April 1805 Tripolis‘ Küstenstadt Deme zu erreichen. Weniger als zwei Monate später, am 10. Juni, wurde ein Friedensvertrag zwischen den USA und Tripolis unterschrieben, der die Feindseligkeiten formell beendete.

Also fand der erste Krieg der USA als Nation, trotz der (ziemlich ignoranten) Frage, die nach dem 9/11 populär wurde, „Warum greifen sie uns an?“ – eine Frage, die Jefferson und Adams vor 233 Jahren eindeutig beantwortet wurde – gegen Muslime statt; Und letztere hatten die Feindseligkeiten mit derselben Begründung initiiert, die Muslime genutzt hatten, um in den vorhergehenden 1.200 Jahren Feindseligkeiten gegen Nichtmuslime zu beginnen.


Anmerkung: Quellen für die Zitate in diesem Artikel sind dem Buch Sword and Scimitar: Fourteen Centuries of War between Islam and the West entnommen.