Der Mann, der irakische Dattelpalmen nach Israel schmuggelte

In einer Schachtel israelischer Datteln gibt es mehr als das, was das Auge sieht. Die Datteln wachsen in Israel dankt der Anstrengungen eines Mannes, Ben-Zion Israeli, der die Originaldattelpflanze aus dem Irak schmuggelte. Mit der Hilfe des Historikers Sami Sourani setzen wir die bemerkenswerte Geschichte des Lebens – und den tragischen Tod – zusammen, die den Juden und Israel gewidmet war.

Bataween, Point of No Return, 9. Januar 2022

Einer der verschwindenden Art der Dattelpalmen-Kletterer im Irak.

Seit undenkbaren Zeiten hatten Juden in Eretz Israel ein großes Interesse an den Juden Babylons. Jüdische Abgesandte (Schlihim) wurden die Geschichte hindurch dorthin geschickt. Die meisten sammelten Geld für die Juden des Heiligen Landes. Wir wissen nicht, ob irgendjemand versuchte Proben der Datteln des Irak mitzubringen, die aufgrund ihrer Qualität teuer waren. Wenn ja, dann wären sie bestimmt gescheitert. Dattelpflanzen aus dem Irak mitzunehmen wurde als Kapitalverbrechen betrachtet und schwer bestraft. Der Irak produzierte 600 Sorten Datteln und bis Trockenheit und Konflikte die Plantagen verheerten war das Land einer der größten Produzenten der Welt.

Aber ein Mann schaffte es irakische Datteln herauszuschmuggeln – und bis heute sind sie die Grundlage für Israels florierende Dattelproduktion. Ben-Zion Israeli (20. Febr. 1887 – 30. Juli 1954) war ein Immigrant der Zweiten Aliyah, Landwirtschafts-Pioniersiedler in Eretz Israel, Gründer des Kibbutz Kinneret, aktiv im Schutz der Bauern und Gründer einer Infanterie-Kompanie im Jordantal. Zudem war er aktiv bei der Wiedereinführung der Dattelbäume in Israel.

Israeli wurde als Benzion Tschernomorski [1887] in der Stadt Glukhow in der Ukraine als Sohn einer traditionellen jüdischen Familie geboren. Sein Vater war Schlachter und dayan. Bis ins Alter von 15 Jahren ging er in eine Thora-Schule. 1906, nach den Krawallen von Kischinew, immigrierte er nach Eretz Israel und änderte seinen Namen zu „Israeli“.

Während seiner Reisen in die Länder des Ostens traf er sich mit jüdischen Gemeinden. Bei vielen Gelegenheiten war er der erste, der ihnen Nachrichten von der jüdisch-zionistischen Wiederbelebung im Land Israel brachte. Ein Brief von Rabbi Yosef Fathi Sahiq aus Bagdad drückte zum Beispiel nach dem Treffen mit dem Pionier aus Eretz Israel seine Bewunderung aus.

1934 widmete Ben-Zion eine ganze Reise dem Treffen mit jüdischen Gemeinden im Irak und Kurdistan: Er besuchte Mossul und Kirkuk. Bei seiner Rückkehr nach Israel forderte er, dass den Juden Kurdistans und des Irak die Auswanderung erlaubt wird. Bei anderen Reisen besuchte er die Krypto-Juden von Maschhad im Iran, die ihn als den Messias betrachteten.

Ben-Zion (mit der Leinenmütze) trifft jüdische Dorfbewohner aus Sundur in Kurdistan, 1935
Ben-Zion mit einem 102 Jahre alten kurdischen Juden, 1935

1930 reiste er ausgiebig durch den Iraq und Ägypten, um Dattelpflanzen zu finden, die widerstandsfähig genug waren, um in Israel zu gedeihen. Ben-Zion spielte eine sehr wichtige Rolle bei der Lieferung der geschmuggelten Pflanzen aus dem Irak nach Israel.

Sourani berichtet, dass Ben-Zion mit einem gefälschten Pass in den Irak kam. Er gab vor, ein Händler aus Island zu sein, der Reis kaufen wollte. Seine Geschichte ist in einem Buch mit dem Titel Die Begebenheit Irak (auf Hebräisch) veröffentlicht worden.

Schließlich schaffte er es 20.000 Dattelpflanzen nach Israel zu schmuggeln.

Als das Schiff, auf dem er fuhr, den Suezkanal in Richtung Zypern verlassen hatte und auf dem Weg nach Haifa war, veröffentlichte die Abendzeitung Ma’ariv Einzelheiten dessen, was er getan hatte. Das war laut Sourani ein sehr großer Fehler und eine unverantwortliche Tat der Zeitung.

Die Lieferung erreichte Haifa und die Palmen wurden ausgeladen und an Ziele zumeist in die Gegend von Beer Sheva geschickt. Die israelischen Agrarwissenschaftler hatten keine Erfahrung mit dem Pflanzen von Dattelpalmen. Sie holten Experten aus Kalifornien zu Hilfe. Auch diese scheiterten. Schließlich beschlossen sie einen Bauern aus Basra im Irak nach Israel zu holen um ihnen zu helfen. Ganz zu Anfang lehnte dieser Mann es ab Israel zu helfen. Bei der Geldsumme, die man ihm bot, beschloss er dann, dass seine Arbeit koscher war. Alle Experten aus Israel und den USA waren überrascht von seinem Wissen in dem Bereich. Es wurde ein großer Erfolg. Die israelischen Datteln werden Majdul genannt und sind in westlichen Supermärkten weithin zu kaufen.

Ben-Zion beendete seine Aufgabe erfolgreich und er kehrte als normales Mitglied in den Kibbutz Kinneret zurück. Eines Tages führte die israelische Luftwaffe Übungen am Himmel über diesem Kibbutz durch. Die Menschen saßen in Reihen und sahen den Flugzeugen am Himmel zu. In der ersten Reihe saßen Kinder aus dem Kindergarten und aus Grundschulen. Hinter ihnen saßen Erwachsene, darunter Ben-Zion. Während sie hochsahen, explodierte ein Flugzeug in der Luft und drohte in die Zuschauer zu stürzen. Ben-Zion sah, dass der Flieger auf die Kinder in der Reihe vor ihm stürzen würde. Er sprang auf, um sie mit seinem Körper zu schützen, um sie zu retten. Die Kinder wurden gerettet, aber er erlitt Verbrennungen und starb an seinen Verletzungen.

Das war das tragische Ende eines Mannes, der sein Leben den Juden und Israel gewidmet hatte.