Wenn die utopische Vision eines einstaatlichen, sozialistischen „Palästina“ mit palästinensischem Islamismus kollidiert

Elder of Ziyon, 9. Januar 2022

Westliche Linke wie auch palästinensische Araber stimmen überein, dass sie nur zu gerne einen einzigen Staat zwischen Fluss und Meer sehen würden.

Keiner von ihnen gibt laut zu, wie unterschiedlich ihre Visionen eines solchen Staates sind.

Gegenüber westlichem Publikum beschreibt die Linke – ob es sich nun um Juden wie Peter Beinart oder prominente palästinensische Linke wie Leila Khaled handelt – ein sozialistisches Utopia, in dem Juden vor dem Gesetz angeblich mit Arabern gleichbehandelt und der Staat strikt säkular sein würde.

Die palästinensischen Araber hingegen befürworten einen islamistischen Staat, der vom Scharia-Recht geführt wird. Für sie ist die palästinensische Autonomiebehörde bereits zu säkular.

Beim letzten Mal, dass Pew bei Muslimen weltweit eine Meinungsumfrage durchführte, stellte man fest, dass 89% der Palästinenser wollen, dass das islamische Recht – die Scharia – zum Gesetz des Landes wird. Das war weltweit der dritthöchste Wert, mehr wollten das nur in Afghanistan und dem Irak.

Anteil der Muslime, die für ihren ihr Land die Scharia als offizielles Gesetz haben wollen:
*Daten für alle Länder außer Niger aus: „Tolerance and Tension: Islam and Christianity in Sub-Sahran Africa“. Interviews nur mit Muslimen in den 5 südlichen Provinzen.
* Frage wurde modifiziert, um zu fragen, ob die Scharia in den muslimischen Gebieten im Land zum Gesetz werden sollte.
Diese Frage wurde in Usbekistan nicht gestellt.

Eine gewaltige Mehrheit der Palästinenser würde gerne körperliche Züchtigung als Strafe für Verbrechen wie Diebstahl und Steinigung als Strafe für Ehebruch sehen. Eine Mehrheit würde gerne sehen, dass ihr Staat gegen die, die den Islam verlassen, die Todesstrafe verhängt. Die meisten Palästinenser sagten, es sei etwas Schlechtes, dass ihre aktuellen Gesetze nicht am Scharia-Recht festhalten.

Diese beiden Ansichten zu dem, was ein einheitliches Palästina sein würde, haben nichts gemeinsam. Die Mehrheit der Palästinenser haben kein Interesse am säkularen Paradies, das man auf den Seiten von Open Democracy und dem Guardian oder Jacobin beschrieben findet. Die meisten Palästinenser sagen, dass ihr Endziel nicht ein Staat mit gleichen Rechten für Juden ist, sondern ein Palästinenserstaat vom Fluss bis zum Meer, in dem Juden – bestenfalls – als Bürger zweiter Klasse toleriert werden – und viele treten offen dafür ein jegliche Zionisten komplett aus dem Land zu deportieren.

Umfragen zeigen, dass lediglich 10% der Palästinenser einen Staat mit gleichen Rechten für Juden und Muslimen haben wollen. Die jüngsten politischen Umfragen zeigen, dass sozialistische Parteien wie die PFLP und die DFLP bei einer jetzt stattfindenden Wahl nur 2% der Stimmen erhalten würden.

Die Palästinenser hassen den Sozialismus. Sie bevorzugen den Islamismus.

Die Palästinenser wollen keine gleichen Rechte für Araber und Juden. Sie wollen einen islamischen Staat.

Alles, was über eine Einstaatenlösung auf den Seiten der Washington Post und der New York Times geschrieben wird, ist fiktiv. Die westlichen Linken werden Leute mit arabisch klingenden Namen auftischen, die leidenschaftlich über einen einzelnen Staat mit gleichen Rechten für alle schreiben, als wäre das repräsentativ für die palästinensische öffentliche Meinung.

Nur selten gibt die Linke zu, dass die Idee gleicher Rechte für Juden in einem mehrheitlich arabischen Staat problematisch ist. Edward Said, der intellektuelle Vater der Einstaaten-Idee, gestand 2000 ein, er könne nicht sehen, dass Juden bei dieser Lösung gleichbehandelt würden. „Das macht mir große Sorgen. Die Frage, wie das Schicksal der Juden aussehen wird, ist für mich sehr schwierig. Ich weiß es wirklich nicht.“

Die sozialistische Fantasie und die palästinensische Wirklichkeit können nicht koexistieren. Ein Einheitsstaat würde für die Juden zum Albtraum werden. Jeder weiß das.

Was beweist, dass die Linken, die im Westen ihr Einstaaten-Argument vorbringen – und die dieselben Argumente in arabischsprachigen Medien nicht abgeben – geben nur Lippenbekenntnisse zu gleichen Rechten für Juden ab. Sie wollen Israel vernichtet sehen und sind bereit sich mit ihren islamistischen ideologischen Gegnern zusammenzutun, damit das geschieht. Sie übertünchen ihre Differenzen und hoffen, dass niemand bemerkt, dass sie einen muslimischen Ethnostaat unterstützen, in dem Juden toleriert werden, wenn sie sich wie gute Dhimmis benehmen und verfolgt werden, wenn sie eigene Rechte einfordern.

Es gibt nur einen Grund dafür, dass die sozialistische Linke und die palästinensische Rechte einander unterstützen: den von ihnen geteilten Antisemitismus.