Was Putins Aggression für Israel bedeutet

Wer wird den jüdischen Staat beschützen?

Ronn Torossian, FrontPage Mag, 2. März 2022

Einfach so ist die Welt zu einem anderen Ort geworden. Vor uns liegen beängstigende Zeiten. Als 47-jähriger kann ich mich nicht an eine Zeit ernsteren Konflikts in meinem Leben erinnern. Wie viele andere weltweit bete ich für die Ukraine, sorge mich um das, was Russlands Tun für den Staat Israel heißt.

Premierminister Naftali Bennett vermied es die russische Invasion in die Ukraine zu verurteilen – oder Russland auch nur beim Namen zu nennen – als er sagte: „Die Weltordnung, wie wir sie kannten, verändert sich. Die Welt ist weit weniger stabil und auch unsere Region verändert sich jeden Tag.“

Und während die Welt sich verändert hat, kämpft die Ukraine alleine. Kein Amerika und keine NATO werden zu ihrer Rettung kommen. Vor diesem Hintergrund erkennen sicher viele, dass Israel geschaffen wurde, damit Juden in Sachen Sicherheit nie wieder von jemand anderem abhängig sein würden.

Es passt auch sich daran zu erinnern, dass viele weltweit für die Spannungen zwischen Israel und den USA die „Personalfrage“ Premierminister Netanyahu verantwortlich machten. Dennoch bleibt mit einer andren Regierung der Iran weiter ein großes Problem für Israel.

Und allein Israel darf über Israels Sicherheit bestimmen.

Vor diesen Hintergrund passt es an einige Zitate zu erinnern, die im Verlauf der Jahre unterschiedliche Regierungsvertreter getätigt haben.

So sagte Menachem Begin vor vielen Jahren:

Unser Existenzrecht – haben Sie je so etwas gehört? Würde es irgendeinem Briten oder Franzosen, Belgier oder Niederländer, Ungarn oder Bulgaren, Russen oder Amerikaner überhaupt in den Sinn kommen für sein Volk die Anerkennung eines Existenzrechts zu beantragen?

Unser Existenzrecht wurde von Gott unseren Vätern gegenüber im ersten Morgengrauen der menschlichen Zivilisation vor viertausend Jahren gewährt. Daher hat das jüdische Volk ein historisches, ewiges und unveräußerliches Existenzrecht in diesem Land, Eretz Yisrael, dem Land unserer Vorväter. Wir brauchen niemandes Anerkennung für die Ausübung dieses unveräußerlichen Rechts. Und für dieses unveräußerliche Recht, das mit jüdischem Blut über Generationen geheiligt worden ist, haben einen beispiellosen Preis in den Annalen der Nationen gezahlt.

Unser jüdischer Staat braucht keine amerikanische Bestätigung unseres Existenzrechts. Unsere hebräische Bibel begründete das Recht vor Jahrtausenden. Niemals im Verlauf der Jahrhunderte haben wir dieses Recht je aufgegeben oder verwirkt. Daher, mein Herr, sind alleine wir, das jüdische Volk – niemand sonst – für das Existenzrecht unseres Landes verantwortlich.

Heute haben Israels Führer sicherlich schlaflose Nächte sich an diese Verantwortung zu erinnern.

Und was ist mit den israelfeindlichen Vereinten Nationen? Premierministerin Golda Meir sagte einmal:

Ich sehe mich bei der UNO um und ich denke bei mir, wir haben dort keine Familie. Israel ist hier völlig allein, weniger als beliebt und natürlich missverstanden. Warum ist das so? Warum? Warum?

Wer kehrt sich heute um die Verurteilungen durch die UNO? Russland bestimmt nicht.

Mehr ist nicht zu sagen. Bewaffnung zählt. Waffen zählen. Sicherheit und Selbstbestimmung zählen.

Heute müssen sich Israels Führer wohl an die Worte von Ze’ev Jabotinsky erinnern:

Wir wurden nicht geschaffen, um unseren Feinden Moral und gute Manieren beizubringen. Lasst sie dies von selbst lernen. Wir wollen gegen jeden zurückschlagen, der uns schadet. Wer immer keinen Schlag mit einem Schlag zurückzahlt, ist auch nicht in der Lage eine gute Tat entsprechend zu vergelten. Ein lateinisches Sprichwort sagt: „Von zwei Übeln wähle das geringere.“ Wenn wir in deiner Lage sind, in der – ohne eigenen Fehler – physische Gewalt vorherrscht, dann kann nur eine Frage gestellt werden: Was ist schlimmer? Weiter zuzusehen, wie Juden getötet werden und die Überzeugung wachsen zu lassen, dass unser Leben billig ist und dass die ganze Welt glaubt, wir hätten kein Rückgrat? … die schwärzeste aller Eigenschaften ist die Tradition des billigen jüdischen Blutes, für dessen Vergießen es kein Verbot gibt und für das man nichts zahlen muss.

Ein neues Gebot muss in unsere Herzen einziehen: dass selbst, wenn es nur einen Juden gibt, das Wort ‚Zhid‘ nicht ohne Reaktion zu hören sein darf. Weise Menschen werden kommen und versuchen uns das auszureden – Aber es ist nicht unseres, jeden einzelnen Vorfall für uns zu gewinnen. Unser Ziel – zu uns die Überzeugung zu schaffen, dass eine Verleumdung unserer nationalen Gefühle nicht länger das ist, was sie einst war, eine kleine, kostenlose Ablenkung – wird stattdessen mit absoluter Gewissheit und mathematischer Präzision in einer scharfen und unangenehmen Konfrontation bestehen.

Lasst uns für die Ukraine beten, für die Juden der Ukraine, den Westen und den Staat Israel.

Gott sei Dank kennt der Staat Israel seine Verantwortung.