Kafir: Die hasserfüllten Ansichten des Islam zu „Ungläubigen“ oder allen Nichtmuslimen

Raymond Ibrahim, 20. April 2022

Die beliebte ägyptische Tageszeitung und Internetseite al-Masry al-Youm („Ägypten heute“) veröffentlichte vor kurzem eine Fatwa mit dem Titel „Wie lautet die Entscheidung zum Verkauf von Essen an Ungläubige während der Tagesstunden im Ramadan?“ Die Fatwa kam zu dem Schluss, dass es, nein, Muslimen nicht erlaubt ist Essen zu verkaufen, selbst wenn der Käufer und Konsument Nichtmuslim ist.

Wie ich hier diskutierte, ist die Tageszeitung, die diese Fatwa veröffentlichte, al-Masry al-Youm, lange von ihrer Leserschaft als progressive und Reform-Zeitung angesehen worden – eine, die deshalb floriert, weil sie islamistische Intoleranz offenlegt und bekämpft; die Leserschaft, zu der viele koptische Christen gehören, reagierte mit Aufruhr. Stunden später löschte die Online-Version der Zeitung die Fatwa, suspendierte ihren Redakteur und veröffentlichte eine Entschuldigung.

Am aufschlussreichsten an der gesamten Episode – besonders für Nichtmuslime, die mit den Details des Islam nicht vertraut sind – war der Fokus der Entschuldigung. Niemand regte sich über die Schlussfolgerungen der Fatwa auf und die Zeitung entschuldigte sich nicht dafür (viele ägyptischen Christen wissen bereits aus „Rücksicht“ darauf zu verzichten während des Ramadan Essen in der Öffentlichkeit zu handhaben. Vielmehr lautete der Streitpunkt, dass die Fatwa das Wort kafir verwendete – und, schlimmer, von der Zeitung veröffentlicht wurde – (das üblicherweise im Englischen als „Ungläubige“ übersetzt wird) um auf alle Nichtmuslime zu verweisen.

Die Zeitung erklärte in ihrer Entschuldigung: „Diese Fatwa verwendete den Begriff kafir für diejenigen, die einer anderen Religion angehören. Das ist ein Begriff, den Al-Masry al-Youm nie verwendet und komplett ablehnt, da dieses Wort sich auf einen negativen Rahmen stützt, der lange vielen Menschen in der ägyptischen Gesellschaft zugesetzt hat.“

Es braucht etwas Kontext, um die Bedeutung all dessen zu würdigen. Im Koran lautet das arabische Wort für diejenigen, die seine Botschaft und seinem Boten (Mohammed) nicht glauben – das heißt, alle Nichtmuslime – kafir sind (im Singular; kuffar oder kafara im Plural). Entsprechend bezeichnen sie die gesamte Geschichte hindurch und in ihren Schriften, wann immer Muslime Nichtmuslime erwähnen, sie als kuffar. Das bleibt in der Tatsache offensichtlich, dass viele ältere englische Übersetzungen des Koran die Worte kafir/kuffar als Nichtmuslim(e) oder Ungläubige wiedergeben.

Das Problem lautet, und wenige Verteidiger des Islam sind bereit das offen zuzugeben, dass das Wort kafir rappelvoll von entschieden negativen Assoziationen ist. Für muslimische Ohren bedeutet es „Feinde“, „Übeltäter“ und jedes widerliche menschliche Attribut.

Kurz gesagt: Die heiligen Schriften des Islam präsentieren den kuffar – das heißt alle Nichtmuslime – in den negativst möglichen Begriffen.

Damit bezeichnet der Koran kuffar als inhärent „schuldig“ und „ungerecht“ (Sure 10,17; 45,31; 68,35); in ihre Herzen muss Terror gegossen werden (Sure 3,151); sie sind die „abscheulichsten Bestien“ (Sure 8,55; 98,6), vergleichbar mit „Vieh“ und „ohne jede Erkenntnis“ (Sure 47,12; 8,65); sie sind geborenen „Feinde“ der Muslime (Sure 4,101), „abgelehnt“ und von Allah „verflucht“ (Sure 2,89; 3,32; 33,64), der sich darüber hinaus zu ihrem unerbittlichen „Feind“ erklärt (Sure 2,98).

Wiederum ist dies die Art, wie der Koran Nichtmuslime beschreibt, selbst wenn sie sich nie gegen ihn geäußert oder dem Islam geschadet haben.

Es überrascht daher nicht, dass die Scharia für die kuffar Feindschaft anordnet – unaufhörlichen  Jihad mit allem dazugehörigen Tod, und Zerstörung, die das immer zur Folge hatte, wenn Mohammeds Anhänger stark sind; Täuschung und Schmeichelgerede, wenn sie schwach sind und Zeit für einen günstigeren Moment schinden müssen.

Damit müssen Muslime laut Sure 9,5 diejenigen Nichtmuslime töten, die die politische Autorität des Islam ablehnen, „wo immer ihr sie findet – ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt!“

Was ist mit ahl al-kitab, dem sogenannten „Volk des Buches“, einer Redewendung, die der Koran auf Juden und Christen anwendet? Sind sie kuffar oder nicht? Obwohl die Verteidiger des Islam regelmäßig für Letzteres argumentieren, ist ahl al-kitab letztlich eine Unterkategorie von kafir.

Natürlich sind die für sie geltenden Regeln weniger streng: Statt direkt versklavt oder getötet zu werden, ist es Christen und Juden bei Zahlung eines Tributs (jizya) erlaubt am Leben zu bleiben, aber nur als Bürger zweiter Klasse (die sich laut Sure 9,29 unterworfen und erniedrigt fühlen müssen). Abgesehen davon wird jeder Jude oder Christ, der es ablehnt Geldtribut zu zahlen und/oder es ablehnt sich der Behandlung als Bürger zweiter Klasse zu unterwerfen, auf der Stelle wieder auf den Status des kuffar zurückgestuft – was bedeutet, dass auch er wieder zum existenziellen Feind wird, gegen den Krieg geführt, der versklavt oder getötet wird (s. Conditions of Omar).

Ab hier beginnt man den Skandal zu begreifen, den die beliebte und angeblich „progressive“ Zeitung al-Masry al-Youm mit der Veröffentlichung der Fatwa schuf, die Nichtmuslime – von diesen gibt es in Ägypten mindestens 10 Millionen, bekannt als koptische Christen, viele haben die Zeitung abonniert – als kuffar bezeichnete.

(Mehr zu diesem Thema, auch in Bezug auf Ägypten, erfahren Sie in meinem Gedankenaustausch mit Scheik Ali Gomaa im Jahr 2011, als der noch Großmufti von Ägypten war.)

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