Israel muss die Appeasement-Politik auf dem Tempelberg beenden

Diskriminierung von jüdischem Gebet am heiligsten Ort des Judentums ist obszön.

Farley Weiss, Israel HaYom, 30. Mai 2022

Das Jerusalemer Amtsgericht hat gerade Strafverfahren gegen Juden zugelassen, die an einem öffentlichen Ort auf dem Tempelberg, dem heiligsten Ort des Judentums, das Schmaij-Gebet sprechen. In ihrem Urteil schrieb Richterin Einat Avman-Muller, dass Gebetsfreiheit „nicht absolut ist und sie sollte von anderen Interessen aufgehoben werden, darunter die Gewährleistung der öffentlichen Ordnung.“ Mit anderen Worten: Der Grund für dieses obszöne Urteil ist antisemitische Opposition muslimischer Radikaler zu solchem Gebet.

Es ist klar, dass Opposition gegen jüdisches Gebet auf dem Berg, ob nun von Jordanien oder der PA, der Inbegriff von virulentem Antisemitismus ist. Warum sollte irgendjemand gegen friedliches jüdisches Gebet sein, wenn er kein virulenter Antisemit ist? Und warum sollte Israel vor Antisemitismus kapitulieren, statt für die Sicherheit betender Juden zu sorgen?

Die Aufzeichnungen der Geschichte beweisen, dass der Tempelberg der heiligste Ort des Judentums ist, die Stelle, der die Juden sich zuwenden, wenn sie beten, sowie der Ort der zwei jüdischen Tempel. In einer kleinen Ecke des Tempelbergs befindet sich die Al-Aqsa-Moschee, aber Muslime erhoben erst einen historischen Anspruch auf irgendeinen Teil des Tempelbergs, nachdem Israel ihn 1967 befreite.

1925 veröffentlichte der Oberste Muslimrat einen Touristenführer für den Tempelberg. Darin hieß es, dass die „Identität des Ortes mit der Stelle des Tempel Salomos unbestritten ist. Das ist laut allgemeiner Überzeugung auch die Stelle, an der David einen Altar für den Herrn baute und Brandopfer sowie Friedensopfer darbrachte‘.“ Der Führer erklärt weiter, dass muslimische Herrschaft über den Tempelberg 637 n.Chr. begann, dem „Jahr, in dem Kalif Omar Jerusalem besetzte“. 1925, so scheint es, gaben die muslimischen Führer eine akkurate historische Sicht auf den Tempelberg wieder, erkannten die historische Verbindung der Juden zu dem Ort an und erkannten an, dass darauf zwei Tempel existierten.

Es überrascht daher nicht, dass Israel, als es den Ort 1967 befreite, den Tempelberg in Unordnung vorfand, weil von 1948 bis 1967 kein arabischer Führer den Tempelberg besuchte – er wurde nicht als wichtig genug betrachtet.

Heute sieht das Narrativ, das die Muslime im Verlauf des letzten Jahrhunderts ausgeheckt haben, sehr anders aus. Infolge ihrer falschen und antisemitischen Behauptungen ist die heiligste Stätte des Judentums, ein öffentlicher Ort, der Tempelberg, heute zur einzigen Stätte in einer Demokratie geworden, an der es für Juden illegal ist zu beten.

Zur Grundlage hat dieses Verbot die falsche Behauptung, dass nicht nur die Al-Aqsa-Moschee, sondern der gesamte Tempelberg samt der Westmauer den Muslimen heilig ist. Diese Behauptung wird noch durch die antisemitische Falschmeldung verschlimmert, der Tempelberg sei den Juden nicht heilig, was auf berüchtigte Weise vom PA-Vorsitzenden Yassir Arafat am 17. Juli 2022 beim Camp David-Gipfel verkündet wurde. Arafat schockierte Präsident Bill Clinton, als er leugnete, dass die jüdischen Tempel jemals auf dem Tempelberg standen. Der israelische Botschafter in den USA, Danny Ayalon, der dabei war, berichtete, dass Präsident Clinton wütend und tief bestürzt war. Er schrie Arafat an: „Nun, lassen Sie mich Ihnen etwas sagen, Herr Vorsitzender: Als mein Messias Jesus Christus auf den Tempelberg ging, sah er keine Moscheen. Er sah keine Al-Aqsa. Er sah nicht den Felsendom. Er sah nur den jüdischen Tempel.“

Es ist bedauerlich, dass Israel auf derartiges antisemitisches Leugnen nicht so geantwortet hat, wie es das hätte tun sollen. Tatsächlich hat es über eine Appeasement-Politik zu radikalen muslimischen Krawallen und Einschüchterung ermutigt, die den Status quo auf dem Tempelberg verändert haben und solche Gewalt hat wegen ihres Erfolgs nur zugenommen. Yisrael Medad schrieb vor kurzem, dass die „Waqf, die religiöse islamische Stiftung, die Eintrittszeiten geändert und Sabbat-Besuche von Juden verboten hat. … Die Waqf schuf neue Feiertagszeiten, pflanzte Obstgärten, pflasterte neue Wege, errichtete Freiluft-Gebetsstellen und baute drei neue Moscheen auf dem Tempelberg.

Damit ist klar, dass Israels Entscheidung, aus Angst vor Gewalt solches Tun zu gestatten, nicht funktionierte. Stattdessen hat sich die Situation verschlimmert. Offizielle Vertreter Jordaniens und der PA haben deutlich gemacht, dass sie diese Strafaktionen fortsetzen werden, um jüdischem Gebet nicht nur auf dem Tempelberg, sondern auch an der Westmauer ein Ende zu setzen.

Taysir al-Tamimi, ehemaliger oberster Richter des Religionsgerichts der PA, sagte vor kurzem: „Die gesegnete Al-Aqsa-Moschee ist islamisch und gehört allein den Muslimen … und die Juden haben kein Recht daran … oder ein Recht an irgendeinem Teil davon zu beten.“ Er fügte hinzu: „Zur Al-Aqsa-Moschee gehören alle ihre Höfe … und insbesondere die Westmauer.“ Der PA-Minister für Religionsangelegenheiten Mahmud al-Habbasch behauptete auch, die Al-Aqsa „wird mit niemandem geteilt und niemand außer Muslime werden darin beten“. Letzten Dezember erklärte Habbasch, dass die Westmaure „einzig ein authentischer Teil der Al-Aqsa-Moschee“ ist.

Der jordanische Premierminister Bischer al-Kasawnet gab Angriffen auf jüdische Betende an der Westmauer volle Unterstützung. In einer Parlamentssitzung sagte er: „Ich gratuliere allen Palästinensern und allen jordanischen Waqf-Arbeitern, die alle wie ein Turm mit erhobenem Haupt da stehen und denen, die Steine auf Pro-Zionisten [Betende an der Westmauer] werfen, die die Al-Aqsa-Moschee besudeln.“ Vor nur ein paar Jahren forderte Jordanien das Welterbe-Komitee der UNESCO auf die Westmauer als muslimische Stätte umzuklassifizieren und versuchte das Patriarchengrab in Hebron sowie das Rahelgrab bei Bethlehem als rein muslimische Stätten einstufen zu lassen, um ihre Heiligkeit für Juden auszulöschen.

Daher ist klar, dass Israels Zugeständnisse nicht funktioniert haben, weil die einzige Konzession, die die zufriedenstellen wird, die gegen jüdisches Gebet auf dem Berg sind, die Vernichtung Israels ist. Die Krawalle und Gewalt werden enden, wenn muslimische Radikal lernen, dass Krawalle und Gewalt ihre politischen Ziele nicht erreichen werden und wenn Israel die Diskriminierung von jüdischem Gebet abschafft und deutlich macht, dass seine Politik auf dem gründet, was Recht und gerecht ist, nicht auf Angst vor Gewalt. Wenn Israel das tut, dann wird das fundamentale Recht der Juden an ihrem heiligsten Ort zu beten, zum ersten Mal seit 2.000 Jahren verwirklicht werden.