Gedankenverlorenes Territorium: Wir wollen nicht ausdrücklich Juden aus Palästina wegvölkermorden – wir wollen nur, dass keiner sich einmischt, wenn wir es tun

Marwan Shibli, palästinensischer Aktivist, PreOccupied Territory, 2. Juni 2022

Gaza Stadt – Zu viele Missverständnisse und willentliche Verfälschung der Haltung der Palästinenser durchdringen die Rhetorik um das Thema, bis dahin, dass viele Menschen fälschlich annehmen, dass wir jeden Juden zwischen Fluss und Meer töten wollen, zusammen mit jedem, der dabei in die Quere kommt. Tatsächlich planen wir keine solche Operationen, sobald wir die kolonialistischen Schweine-Hunde-Usurpatoren-Invasoren-Juden aus unserem Land entfernen –für den Fall, dass wir eine solche Operation durchführen, bestehen wir vielmehr darauf, dass sich jeder raushält.

Wer unsere Äußerungen und Literatur zwanglos liest, könnte den falschen Eindruck vermitteln, dass wir bei Erreichen der lange ersehnten Befreiung unseres Landes den Umgang mit den Juden fortsetzen werden, den wir hundert Jahre lang demonstriert haben. Eine solche Einstellung ignoriert die Tatsache, dass wir souverän sein werden, nicht unter dem – manchmal symbolischen – Stiefel Israels, der Briten, der Osmanen oder wem auch immer. Das bedeutet, dass wir uns der Macht erfreuen werden, unsere eigene Methode im Umgang mit den Juden zu wählen, unbelastet von der präventiven Politik der Besatzer. Natürlich wird Völkermord auf dem Tisch liegen – aber der Punkt ist nicht, dass wir ausdrücklich vorhaben die Juden zusammenzutrieben, ihr Eigentum zu plündern, die Frauen und Mädchen zu vergewaltigen und ja, die Männer und Jungs auch, während wir sie prügeln, auf sie einstechen, schießen und so weiter; wir wollen nur, die „Macht“, die das repräsentier, um die Unterdrücker statt Oper zu spielen. Die Einzelheiten dessen, den wir zum Opfer machen und wie wir das tun, sind weniger wichtig.

Aus diesem und anderen Gründen lehnen wir manchmal Vergleiche zwischen unsere Bewegung und Nazis ab. Ja, unserer Führung war im Zweiten Weltkrieg mit Hitler verbündet; ja, die Nazis trainierten unsere Kämpfer; ja, wir bekämpften die Zuwanderung von Juden die vor der Auslöschung durch die Nazis flohen; ja, wir ließen das Nazi-Hakenkreuz wehen und bewundern offen Hitler und seine Ziele. Keiner dieser Punkte treffen aber den wahren Kern: Es geht nicht sonderlich um den Wunsch jeden Juden zu vernichten, während wir sie alle Angst und Leid unterwerfen; es geht eher darum, dass das die beste Möglichkeit ist, wie wir die Macht und Kontrolle spüren können, die wir verdienen, besonders wenn wir nicht länger über die niederen Dhimmi-Juden herrschen können, egal, wie niedrig wir selbst in der Gesellschaft gefallen sind.

Anders ausgedrückt: Unser Ziel ist nicht der Völkermord an den Juden per se. Wir wollen nur, dass ihr aus dem Weg geht, wenn wir genau das tun.

Ein Gedanke zu “Gedankenverlorenes Territorium: Wir wollen nicht ausdrücklich Juden aus Palästina wegvölkermorden – wir wollen nur, dass keiner sich einmischt, wenn wir es tun

  1. Einen GEFÄLLT MIR Button kann man hier wahrlich nicht drücken. Höchstens gefällt es mir, dass diese Mordphantasien veröffentlicht werden. Wird dadurch die Forderung nach einem israelischen Appeasement gegenüber seinen Feinden verstummen? Ich fürchte – NEIN!

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