Raserei wegen jüdischem „Komplott“ zur Übernahme der Al-Aqsa-Moschee

Palästinenser erreichen neue Ebene der Hysterie

Hugh Fitzgerald, FrongPage Mag, 22. Juni 2022

Eine sichere Möglichkeit, wie die Palästinenserführung zu einem israelfeindlichen Rausch im eigenen Volk aufpeitschen können, ist zu behaupten, Israel habe die Absicht den Status quo auf dem Tempelberg zu ändern, indem es Juden erlaubt auf dem Berg zu beten, etwas, das die israelische Regierung immer verboten hat. Israel wird auch vorgeworfen, dass eine zunehmende Zahl Juden den Tempelberg besucht und die Stunden und Tage erweitert werden, zu denen Besuche erlaubt sind, alles als Teil eines teuflischen Plans die Al-Aqsa zu übernehmen, zu zerstören und an ihrer Stelle den Dritten Tempel zu bauen.

Das jüngste Beispiel solcher Hysterie und die Drohung mit einem „Religionskrieg … zur Auslöschung von allem“ steht hier: „Palästinenser versprechen ‚Religionskrieg, der alles auslöschen wird‘, wenn Juden auf dem Tempelberg beten“ (von Nan Jacques Zilberdik, Algemeiner, 17. Juni 2022):

Israels Handeln in Jerusalem wird zu einen „Religionskrieg führen … der die USA, Europa und die gesamte Welt erreichen wird“ und „wird alles auslöschen“. Das sind Drohunen, die von offiziellen Sprechern und Beratern des Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, kommen.

Doch all diese Warnungen und Drohungen der PA gründen auf Verleumdungen und Lügen.

Die Verleumdung, Israel plane die Zerstörung der Al-Aqsa-Moschee, um an ihrer Stelle einen jüdischen Tempel zu bauen, ist eine der wirksamsten und langjährigsten Verleumdungen der PA.

Wenn Israel die Al-Aqsa-Moschee zerstören wollte, hätte es 55 Jahre Zeit gehabt das zu tun. Tatsächlich hätte es den meisten Sinn gemacht sie sofort nach dem Ende des Sechstage-Kriegs zu zerstören, als die Palästinenser von der katastrophalen arabischen Niederlage traumatisiert waren. Aber statt die Al-Aqsa zu zerstören, riss sich Israel ein Bein aus den Arabern entgegenzukommen; dazu setzte Verteidigungsminister Mosche Dayan ein komplettes Verbot jüdischen Gebets auf dem Tempelberg und strikte Begrenzungen dazu ein, wann Juden den Berg besuchen können – nur vier Stunden am Tag und nur fünf Tage die Woche – während Muslime weiter in der Lage waren ihn zu jeder Tageszeit und Woche zu besuchen. Es sind Juden, nicht Muslime, die vom israelischen Staat kräftig eingeschränkt worden sind.

Als Vorspiel zu diesem angeblichen israelischen Plan behauptet die PA, dass Israel auch eine „Aufteilung entsprechend Bereichen und Zeiten“ auf dem Tempelberg vorbereitet, was die PA als „nur den Muslimen gehörend“ definiert. Die angebliche Teilung würde Juden und Muslimen erlauben an der Stätte an separaten Orten und zu separaten Zeiten zu beten. Das würde eine Veränderung in dem darstellen, was als der sogenannte „Status quo“ an dem Ort wahrgenommen wird, was de facto so interpretiert wird, dass es heißt Juden werde nur erlaubt den Tempelberg zu betreten, aber dort keine individuellen oder gemeinsamen Gebetet auszuführen.

Aber das ist eine Lüge. Der ehemalige israelische Führungspolitiker Benjamin Netanyahu aht oft erklärt, dass die israelische Regierung nicht die Absicht hat den Status quo zu verändern.

Im Juli 2021 bestätigte der israelische Premierminister Naftali Bennett, dass „es keine Veränderung des Status quo gibt“.

Es gibt keinen Plan, wie die Araber behaupten, die Besuchsstunden für Gebet zwischen Juden und Muslimen aufzuteilen. Keine israelische Regierung hat die Stunden verändert, zu denen Juden zu Besuch kommen dürfen. Nämlich: 7:30 bis 10:30 Uhr und 12:30 bis 13:30. Darüber hinaus gibt es keine „Gebetsstunden“ für Juden; solches Gebet ist verboten, seit Israel die Altstadt im Sechstage-Krieg in Besitz nahm.

Ungeachtet dessen präsentiert die PA „die Aufteilung nach Zeiten“ den Palästinensern als tatsächlichen israelischen Plan und als drohende Gefahr für die Al-Aqsa-Moschee. Wie von Palestinian Media Watch dokumentiert, hat die Verleumdung viele Terroranschläge angetrieben und von den Palästinensern als „Verteidigung der Al-Aqsa“ gerechtfertigt worden sind.

Die „Bedrohung der Al-Aqsa“, wenn auch in der Realität nicht existent, wird heraufbeschworen, wann immer die Palästinenserführer die Spannungen verschärfen wollen. Sie ist auch der sicherste Weg zu Terroranschlägen durch die aufzustacheln, die entsprechend zur Verteidigung Der Al-Aqsa“ aufgepeitscht worden sind.

Vor Kurzem wurde die Verleumdung im offiziellen PA-Fernsehen wiederholt:

Der offizielle Moderator des PA-Fernsehens: „Seit dem Juni-Krieg (d.h. dem Sechstage-Krieg 1967) – wir reden von seinem 55. Jahrestag – gibt es [israelische] Absichten die Al-Aqsa-Moschee zu zerstören und den angeblichen Tempel zu bauen und das ist nicht nur eine Teilung nach Zeiten und Bereichen, die der Al-Aqsa-Moschee widerfahren wird.“
[Offizielles PA-Fernsehen, 6. Juni 2022]

Vor kurzem drohte einer von Mahmud Abbas‘ Beratern, dass fortgesetzte Besuche von Juden auf dem Tempelberg zusammen mit einer Aufteilung von Gebetszeiten für Juden und Muslime zu etwas wie dem dritten Weltkrieg führen wird.

„Ahmed al-Ruweidi, Berater für Jerusalem-Angelegenheiten des PA-Präsidentenbüros, sagte, dies würde „einem Angriff auf eine Milliarde Muslime weltweit gleichkommen“ und zu einem „Religionskrieg“ führen, der „die gesamte Welt erreicht“:

„Er betonte, sollten die Einmärsche und Angriffe [d.h. Besuch durch Juden] auf die Al-Aqsa-Moschee weitergehen und wenn Israel versucht eine Aufteilung [zwischen Juden und Muslimen] nach Gebetszeiten zu verhängen, dann wird das einem Angriff auf eine Milliarde Muslime weltweit gleichkommen – was die Knospen eines Religionskriegs bedeutet…“

Er fügte hinzu: „Der Religionskrieg wird nicht an den Grenzen der Region und den Grenzen des palästinensischen Volks aufhören, sondern die USA, Europa und die gesamte Welt erreichen.“

Ahmed al-Ruweidi behauptet, jede noch so kleine Veränderung am Status quo auf dem Tempelberg werde einen Weltkrieg mit „einer Milliarde Muslime“ in Gang setzen (eine merkwürdige Geringsetzung, denn Muslime neigen dazu ihre Anzahl zu übertreiben), einen Krieg, der sich nach „in die USA, nach Europa und in die gesamte Welt“ ausbreiten wird. Dieser weltweite Flächenbrand, wird uns erzählt, kann von „jeglicher Veränderung“ ausgelöst werden – einer Handvoll Juden, denen erlaubt wird still zu beten, könnte ausreichen eine Milliarde Muslime aufzupeitschen gegen die Ungläubigen in den Krieg zu ziehen.

Nabil Abu Rudeina, ein weiterer PA-Topvertreter, stellvertretender Premierminister für Information und offizieller Spreche von Abbas‘ Präsidentenbüro, hat ebenso damit gedroht, dass Beuche von Juden auf dem Tempelberg zu „Religionskrieg führen, der alles auslöschen wird“.

Wieder: Es wird wegen einer Handvoll Juden, die still den heiligsten Ort des Judentums besuchen, wo ihnen eingeschränkt gestattet wird in der Eingrenzung des Bergs herumzugehen, mit einer weltweiten Katastrophe gedroht.

Nabil Abu Rudeina sagte, die täglichen Einbrüche extremistischer Juden in die gesegnete Al-Aqsa-Moschee und ihre Plätze seien zu einer Invasion geworden und nicht zu einem Besuch. Er fügte hinzu, dass sie verurteilt werden und inakzeptabel sind.

Es gibt keine „täglichen Einbrüche“ von Juden in die Moschee; jüdische Besucher halten sich von der Moschee deutlich entfernt. Die Al-Aqsa-Moschee wird hier bewusst mit den 35 Morgen Gelände um die Al-Aqsa verschmolzen, das den gesamten Tempelberg abdeckt, wohin Juden umhergehen dürfen. Die israelische Polizei betritt die Moschee einzig bei akuter Verfolgung von Muslimen, die Felsbrocken und Sprengsätze vom Tempelberg auf jüdische Betende an der Westmauer darunter warfen oder wenn Muslime innerhalb der Moschee Felsbrocken und Sprengsätze auf jüdische Besucher des Tempelbergs werfen.

Abu Rudeina betonte, dass der rechtliche und historische Status quo an der Al-Aqsa-Moschee bewahrt werden muss und er warnte, dass fortgesetzte Invasion aus dem Konflikt einen Religionskrieg machen würde, der sich auf alles ausdehnen wird. [WAFA, offizielle PA-Nachrichtenagentur, 6. Juni 2022]

Der Status quo ist erhalten worden; er ist kein Thema. Es gibt keine „fortgesetzte Invasion“ durch Juden, sondern eine Handvoll, die für ein paar Stunden erschienen, fünf Tage die Woche, ohne Gebetstücher oder Tefillin und denen verboten ist auch nur einen Silbe Gebet zu äußern. Mit „fortgesetzte Invasion“ bezieht sich Abu Rudeina auf die Tatsache, dass am Jerusalem-Tag 2.600 Juden den Tempelberg besuchten, eine Zahl, die er mit Entsetzen sieht. Aber diese Zahl jüdischer Besucher, beträchtlich größer als an den meisten sonstigen Tagen, war nichts im Vergleich zu den 100.000 Muslimen, die regelmäßig zum Gebet auf dem Tempelberg erschienen, die Moscheen bis an die Grenzen ihrer Kapazität füllen und auf die Promenade überschwappen. Bei einigen Gelegenheiten, so wie an Eid al-Fitr, erreicht die Zahl der jüdischen Besucher sogar 250.000; jüdische Besucher bringen es in ihren höchsten Anzahlen auf wenig mehr als 1% der Zahl der Muslime, die an Feiertagen auf dem Tempelberg erscheinen. Welche Invasion durch Juden soll das sein?

Religiöse offizielle Vertreter der PA wiederholen oft, dass die Al-Aqsa-Moschee „nur für Muslime da ist“, genauso der PA-Mufti, de höchste religiöse Autorität in der PA:

Der PA-Mufti von Jerusalem und Prediger an der Al-Aqsa-Moschee, Scheik Mohammed Hussein, sagte von der Saladin-Kanzel [Al-Ayyubi] in der südlichen Moschee: ‚Die Al-Aqsa-Moschee gehört nur den Muslimen und wir werden keiner Partnerschaft oder Teilung zustimmen. Die Maßnahmen der Besatzung werden keine rechtlichen Auswirkungen haben und die Moschee mit all ihren Teilen in ihrer Gesamtheit von 144 Dunam … gehört den Muslimen.‘“

Die Israelis stimmen nicht zu, dass der heiligste Ort des Judentums, an dem 586 v.Chr. der erste Tempel und 70 n.Chr. der zweite Tempel zerstört wurden, „nur den Muslimen gehört“. Er hat fast 3.000 Jahre im Zentrum des jüdischen religiösen Lebens gestanden. Aber glauben sie, trotz Scheik Mohammed Husseins Befürchtungen, dass die Al-Aqsa-Moschee einzig den Muslimen gehört? Nur sehr selten betritt die Polizei – niemals jüdische Besucher – die Moschee, um diejenigen festzunehmen, die entweder jüdische Besucher an der Westmauer angriffen und dann hinein fliehen oder es wurden aus dem Inneren der Moschee heraus Felsbrocken und Sprengsätze auf jüdische Besucher auf dem Tempelberg selbst geworfen.

Angesichts solch empörender Behauptungen und Drohungen sollte die israelische Regierung vielleicht ihre Politik des Entgegenkommens ändern, wie sie von Mosche Dayan 1967 abgesteckt wurde und jüdischen Besuchern erlauben still Gebete zu sprechen, mit der klaren Verständigung, wenn solche Drohungen mit einem „Vernichtungskrieg“ weitergehen oder wenn die Palästinenser weiterhin Felsbrocken und Sprengsätze auf jüdische Betende an der Westmauer und auf jüdische Besucher auf dem Tempelberg werfen, die Regierung ihre Politik ändern wird und Juden erlaubt auf dem Tempelberg offen ihre Gebete zu sprechen. Je mehr die Palästinenser mit „Auslöschung“ drohen, oder je mehr sie jüdische Besucher angreifen, desto mehr muss ein Widerstand der Israelis geben. Juden auf dem Tempelberg Gebete sprechen zu lassen ist etwas, das die Welt greifen und mit dem sie sympathisieren kann. Die Menschen werden fragen: „Warum sollte Juden nicht erlaubt werden an ihrem heiligsten Ort zu beten?“

In der Tat, warum sollten sie es nicht dürfen?